Realen

[493] Realen nennt Herbart (1776-1841) die letzten Bestandteile alles Seins, die er sich als quantitätslos, schlechthin einfach, affirmativ, von unveränderlicher Qualität und in unbestimmter Zahl vorhanden denkt. Das Wesen der Realen ist die Selbsterhaltung gegen Störungen. Das Reale Herbarts ist aus der Monade Leibniz', deren Wesen die Vorstellung ist, durch Wendung vom Idealismus zu einer mehr realistischen Auffassung der Dinge entstanden. Doch gelten auch bei Herbart die Selbsterhaltungen der Seelenrealen für Vorstellungen. – Das Reale der Empfindung ist bei Kant (1724-1804) der Stoff, durch den etwas Existierendes im Raum und in der Zeit vorgestellt wird.

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 493.
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