[247] Ipekakuanha.

[247] (Die geistige Tinctur der Wurzel Cephaëlis Ipecacuanha Willd, aus Brasilien.)


Man wird aus beifolgenden, obschon noch nicht vollzähligen, Symptomen ersehen, dass dieses so kräftige Gewächs bei weitem nicht etwa bloss dazu erschaffen worden ist, um eine gewaltsame Ausleerung des Magens durch Erbrechen zu bewirken (welches zu den zweckwidrigen Grausamkeiten der gemeinen Praxis in den meisten Fällen zu zählen ist), sondern um weit edlere und wichtigere Heilzwecke mit ihr zu erreichen. Ursprünglich zur Hülfe für die Herbstruhren ward sie nach Europa gebracht und desshalb Ruhrwurzel genannt. Es sind nun 120 Jahre, seit sie, durch Leibnitz empfohlen, zu dieser Absicht gemissbraucht worden ist, aus der falschen Folgerung, weil sie einige Durchfälle stille, werde sie auch Ruhren heben, da doch diese gerade das Gegentheil von Durchfall, d.i. von zu häufigen, dünnen Stuhlgängen sind. Nun erst ist man davon abgekommen, weil die vielfältigste langjährige Anwendung derselben in Ruhren lehrte, dass sie darin gar nicht taugt. Diese vielen unglücklichen Versuche, die nicht wenigen Kranken das Leben kosteten, hätten alle erspart[248] werden können, wenn man die reine, eigenthümliche Wirkung dieser Wurzel, und welche Krankheitzustände sie ursprünglich in gesunden Menschen erzeugen, welche ähnliche folglich sie in natürlich Kranken aufheben und heilen könne, vorher ausgeforscht gehabt hätte. Man würde da gesehen haben, wie man erst jetzt aus den beifolgenden Symptomen der Ipekakuanha sieht, dass sie in Aehnlichkeitswirkung bloss das viele Blut in den Ruhrstühlen und einige Arten Bauchschmerzen bei diesen Krankheiten mindern, aber alle die übrigen, den Ruhren weit wesentlichern Zufälle nicht heben kann, da sie nicht ähnliche erzeugt.

Dagegen wird man aus ihren Symptomen erkennen, dass sie z.B., so wie einige den ihrigen ähnliche Brechreize heben, so auch vorzüglich in Blutflüssen, in paroxysmenartigen, krampfhaften Engbrüstigkeiten und Erstickungskrämpfen, auch in einigen Arten von Tetanus (vorausgesetzt, dass in allen diesen die übrigen Symptome des Kranken auch bei der Ipekakuanha in Aehnlichkeit angetroffen werden) specifische Heilwirkung äussern müsse, wie auch der Erfolg bestätigt.

Gewisse Arten von Wechselfiebern sind so geeignet, dass diese Wurzel ihr angemessenes Heilmittel ist, was aus ihren eignen Symptomen hervorgeht, insofern sie mit denen des Wechselfieberfalles mehr homöopathische Aehnlichkeit, als mit den der übrigen Arzneien, haben. Hätte man sie nicht ganz passend hiezu gewählt, so hinterlässt sie das Fieber gewöhnlich in einem Zustande, wogegen nun Wohlverleih (in andern Fällen China, Ignatzsamen oder Kockel) das Heilmittel ist.

So werden auch einige Nachwehen vom unpassenden Gebrauche des Arseniks und von langwierigen[249] Missbrauche der Chinarinde durch einige Gaben Ipekakuanha gehoben.

In allen diesen Fällen von homöopathischer Heil-Anwendung dieser Wurzel sind ebenfalls nur ganz kleine Gaben angezeigt. Ich gab bisher die verdünnte Tinctur zu einem Tropfen, welcher ein Milliontheil eines Grans Ipekakuanha-Kraft enthielt, habe aber aus der noch oft unnöthig starken Wirkung in vielen Fällen gesehen, dass die Gabe zu homöopathischem Gebrauche (versteht sich, bei Entfernung aller andern, fremdartigen, arzneilichen Einflüsse) noch mehr verkleint seyn müsse.

Nur wo eine starke Vergiftung mit einer grossen Gabe Mohnsaft zu besiegen ist, muss eine grosse Gabe Ipekakuanha-Tinctur (zu 30, 40, 60 Tropfen der starken Tinctur) angewendet werden – wo nicht vielmehr starker Caffeetrank (oder Kampher) den Umständen nach angezeigt ist.

Die Ipekakuanha wirkt nur kurze Zeit; in grossen Gaben kaum ein Paar Tage, in ganz kleinen etwa ein Paar Stunden.[250]

Ipekakuanha.

Schwindel beim Gehen.

Stark stechender Schmerz im Wirbel des Hauptes.

In kurzen Anfällen ein fein und stark stechender Kopfschmerz, welcher in einer Stunde in ein Drücken ausartet (n. 8 St.).

Feinstechender Schmerz in der Stirne, welcher durch Befühlen des Theils erregt und verschlimmert wird.

5. Aeusserer Schmerz auf dem Seitenbeine des Hauptes, wie von einem Stosse mit einer stumpfen Spitze (n. 1/2 St.).

Kopfweh: Stechen und Schwere.

Reissender Schmerz in der Stirne, der durch Befühlen des Theils erregt und verschlimmert wird.

Kopfweh, wie von Zerschlagenheit des Gehirns und Schädels, welches durch alle Kopfknochen hindurchdringt bis zur Zungenwurzel herab, mit Uebelkeit.

Drückendes Kopfweh.

10. Spannendes Kopfweh.

(Zusammenschnürender Kopfschmerz in der linken Schläfe und über der Augenhöhle) (n. 1 St.).

Ein bald in den Schläfen, bald über der Augenhöhle auf einer kleinen Stelle herausdrückender und fast bohrender Schmerz, welcher durch äussern Druck verschwindet, und von Schliessung der Augen sich mindert (n. 1 St.).[251]

Beim Bücken starke Stiche über dem Auge, mit einer Empfindung, als wenn es geschwollen wäre (n. 20 St.).

Blasses Gesicht mit blauen Rändern um die Augen und grosser Schwäche, wie nach einer überstandenen, schweren Krankheit.

15. (Frieselausschlag auf der Stirne bis in die Haare hinein und auf den Backen.)

Leichter zu erweiternde Pupillen (n. 8 St.).

Trockenheit der Augenlider, mit Schläfrigkeit (n. 8 St.).

In den Lippenwinkeln Empfindung, als wenn sie wund wären, beim Befühlen und bei Bewegung der Lippen.

Eine beissende Empfindung auf den Lippen.

20. Heftigster Schmerz des hohlen Zahns im Beissen, sogleich, als wenn er herausgerissen würde, bis zum Lautheulen und Schreien, und darauf fort immerwährendes Reissen darin (n. 1 St.).

Ein Schmerz in den Zähnen, als wenn sie herausgerissen würden, anfallweise (n. 8 St.).

Allzu grosse und fast schmerzhafte Empfindlichkeit aller Theile im Munde.

Eine beissende Empfindung am Rande der Zunge.

Auf dem hintern Theile der Zunge und an der Gaumendecke eine Empfindung, wie vom Kauen der Marchantie oder des Draguns entsteht, welche den Speichel häufig herbeilockt.

25. Er muss den Speichel beständig hinterschlingen (n. 1 St.).

Häufiger Zufluss von Speichel, einige Stunden über.

Wenn man liegt, so läuft der Speichel aus dem Munde.

Stumpfe Stiche quer durch den Hals bis in das innere Ohr.

Ein Feinstechen im Schlunde (n. 1/2, 1 St.).

30. Schmerz beim Schlingen, als wenn im Schlundkopfe eine Geschwulst wäre (n. 1 St.).

Schwerschlingen, wie von einer Lähmung der Zunge und des Schlundes (n. 8 St.).[252]

Schmerz im Schlunde, als wenn er allzu trocken, und rauh und wund wäre, welcher durch Niederschlucken des Speichels oder gewöhnlichen Getränks sich jedesmal nur auf kurze Zeit lindert (n.1 St.).

Durstlosigkeit.

Fader Geschmack im Munde.

35. Während des Schluckens ein Geschmack im Halse, wie von ranzigem Oele (n. 1/4 St.).

Das Bier schmeckt schaal (n. 2 St.).

Nach dem Essen Gähnen und Dehnen.

Brecherlichkeit und Erbrechen.

(Uebel und schwer im Unterleibe.)

40. Gefühl, als wenn der Magen schlaff herabhinge, mit Appetitlosigkeit (n. 1 St.).

Empfindung von Leerheit und Schlaffheit des Magens.

Unruhe im Unterleibe (n. 1/2 St.).

Zusammenziehende Empfindung unter den kurzen Ribben.

Starke Stiche im linken Hypochondrium (n. 1/2 St.).

45. Gefühl von höchster Ausdehnung und Auftreibung des Unterleibes.

Blähungskolik.

Ein raffendes Kneipen im Unterleibe, wie wenn man mit einer Hand zugriffe, so dass jeder ausgebreitete Finger einen scharfen Eindruck in die Gedärme machte, durch Körperruhe zu besänftigen, durch die mindeste Bewegung aber auf's Höchste zu verstärken.

Kneipender Bauchschmerz in beiden Hypochondern und in der Gegend der Herzgrube (n. 3 St.).

Schneidender Bauchschmerz um den Nabel, mit Schauder.

50. Schneidender Bauchschmerz auf der Seite in der Gegend des Nabels, welcher durch Befühlen und äussern Druck sich verstärkt, mit weissem, schäumigem Speichel im Munde und erweiterten Pupillen (n. 1/8 St.).

Schneidender Bauchschmerz um den Nabel, als[253] wenn der monatliche Blutfluss ausbrechen wollte, mit Frost und Kälte des Körpers, während innere Hitze nach dem Kopfe steigt (n. 2 St.).

Reissende Bauchschmerzen über dem Nabel.

(Stechende Leibschmerzen, und Brennen und Stechen im Mastdarme, mit Stuhldrang.)

(Lauchgrüne Stuhlgänge.)

55. (Dünner Stuhlgang, unter brennend stechendem Schmerze im Mastdarme und After.)

(Zitrongelbe Stuhlgänge.)

Durchfällige, gleichsam gegohrne Stühle (n. 1 St.).

Faulig stinkende Stühle.

Kothabgänge mit rothem, blutigem Schleime überzogen.

60. Stechend schneidend brennender Schmerz am Rande des Afters, wie bei hartnäckigen Hämorrhoiden (n. 3/4 St.).

Starke Stiche im After.

Weniger, rother Harn.1

(Aus der Harnröhre des Kindes fliesst mehre Tage eine eiterartige Flüssigkeit aus, mit beißendem Schmerze.)

Ein windender, ziehender Schmerz in den Hoden (n. 8, 10 St.).

65. Ein Drang und Pressen nach der Bärmutter und dem After.

Das zu Ende des Monatlichen abgehende Blut wird unterdrückt.2


Wie trockner Schnupfen in der Nase, als wenn die innere Nasenhöhle au trocken wäre (n. 3 St.).[254]

Empfindung von Trockenheit in der Nase und den Stirnhöhlen (n. 3 St.).

Schnupfen, mit ziehenden Schmerzen in allen Gliedern.

70. Röchelndes Geräusch in den Luftröhrästen, beim Athemholen.

Vormittags eine Beklemmung auf der Brust und kurzer Athem, als wenn er in vielem Staube wäre und er davor nicht athmen könnte.

Engbrüstigkeit.

Mehrstündige Engbrüstigkeit.

Abendliche Engbrüstigkeit.

75. Beklemmung der Brust nach dem Essen.

Die Brust thut inwendig weh, wie wund.

Ein Husten, der den Athem bis zum Ersticken hemmt.

Erstickungshusten, wobei das Kind ganz steif wird und im Gesichte blau (n. 10 St.).

Trockner Husten, von einem Kitzel im obern Theile des Kehlkopfs (n. 2, 3, 5 St.).

80. Husten, welcher von einer zusammenziehend kitzelnden Empfindung entspringt, die vom obern Theile des Kehlkopfs bis in das unterste Ende der Bronchien sich erstreckt (n. 4, 6, 7 St.).

Ein Husten, welcher nach dem Gehen in kalter Luft und beim Niederliegen, früh und Abends, unaufhörlich fortwährt, von tiefem Einathmen erregt; zugleich mit einem Leibschmerze, als wenn der Nabel herausgerissen werden sollte, und Hitze im (Kopfe) Gesichte und Schweisse an der Stirne.

Beim Husten Schmerz im Unterleibe, als wenn es zum Wasser drängte und der Harn nicht fortkönnte, wie bei Harnverhaltung.

Von Husten entsteht Brecherlichkeit ohne Uebelkeit (n. 1 St.).

Nach dem Husten klopfender Schmerz im Kopfe und der Herzgrube.

85. (Kneipende [zuckend reissende?] Schmerzen von kurzer Dauer in der rechten Brust, unter der Achsel.)[255]

(Zwischen den Schulterblättern Klammschmerz bei Bewegung.)

Kneipende Schmerzen im rechten Arme (n. 3 St.).

Die eine Hand ist kalt.

(Flechtenartiger Ausschlag an der Handwurzel und am After, welcher am meisten Abends nach dem Niederliegen jückt; nach dem Kratzen erscheinen rothe Buckeln auf der Haut, aber das Jücken hört doch nicht auf.)

90. Schmerz im Kniee, als wenn die Flechsen und Bänder durch Strapazen ermüdet wären.

Müdigkeit der Schenkel und untern Gliedmassen (n. 8, 9 St.).

In den Wadenmuskeln ein Fippern und ein Kriebeln, wie bei Eingeschlafenheit eines Gliedes.

Kneipender Schmerz im rechten Fusse (n. 4 St.).

Ein ziehender Schmerz im Knochen des Oberarms und Oberschenkels, Abends nach dem Niederlegen (n. 5 St.).

95. Knacken und Knarren in den Gelenken.

(Hie und da am Körper stechende, von Bewegung erregte Schmerzen, die sich in brennende endigen.)

Schmerz in allen Knochen, wie Zerschlagenheit (n. 3 St.).

Schmerz in den Gelenken, wie er bei Eingeschlafenheit der Glieder gewöhnlich ist (n. 3 St.).

Schläfrigkeit.

100. Schlaf (sogleich).

Schlaf mit halberöffneten Augen (n. 6 St.).

Schlaf voll Unruhe und Wimmern.

Wenn sie schlafen will, giebt's ihr in allen Gliedern Stösse.

Er schrickt im Schlafe auf.

105. Von öfterm Wachen und schreckhaften Träumen unterbrochener Schlaf (n. 10 St.).

Früh, beim Erwachen, Aengstlichkeit im Blute, als wenn er grosse Hitze, oder stark geschwitzt hätte, oder aus ängstlichen Träumen erwacht wäre, wiewohl er weder heiss, noch schweissig anzufühlen[256] war; zugleich eine Schwere im Kopfe, als wäre das Gehirn gedrückt.

Wimmernde Furchtsamkeit im Schlafe.

Zeichen von vorwärts und rückwärts biegender Rumpfstarre, Emprosthotonus und Opisthotonus3 (n. 10 St.).

Der Körper des Kindes ist steif ausgestreckt.

110. Steife Ausstreckung des ganzen Körpers, worauf ein krampfhaftes Zusammenfahren der Arme folgt (n. 1/4 St.).

Jählinges, krampfhaftes Zusammenrucken der Arme.

Herzklopfen.

Herzklopfen, fast ohne Aengstlichkeit.

Schauder mit Gähnen (n. 1/2 St.).

115. Schauder, mit Aufstossen.

Er hat gar keine Wärme im Körper.

Frostigkeit: er kann nicht die mindeste Kälte vertragen.

Immer Frost unter der Haut, und desto mehr, wenn sie sich an die Wärme setzt.

Ueberempfindlichkeit gegen Kälte und Wärme.

120. Er fror die ganze Nacht im Bette und konnte vor Frost nicht einschlafen.

Er wird kalt am Körper.

(Um vier Uhr Nachmittags) erst Schauder, dann Frost mit Kälte ohne Durst (n. 5 St.).

Hände und Füsse sind eiskalt und triefen von kaltem Schweisse, wobei die eine Backe roth, die andre blass ist, und Gemüth und Körper sich höchst elend und matt fühlt, bei erweiterten Pupillen (n. 10 St.).

(Aeusserliche Kälte und innerliche Hitze.)

125. (Aeusserliche Hitze, ohne innerliche) (n. mehren Stunden).

(Hitze und Röthe im Gesichte, ohne Durst.)

Abends Hitze des ganzen Körpers.[257]

Nachmittags (gegen 4 Uhr) jählinge, allgemeine Hitze, mit Schweiss an den Armen und auf dem Rücken (n. 16 St.).

Schweiss um Mitternacht (n. 12 St.).

130. Er redet kein Wort.

Sein Ideengang ist sehr langsam.

Er hat an nichts Freude, es ist ihm nichts lieb.

Es ist ihm alles zuwider.

Stille, in sich gekehrte Verdriesslichkeit, die alles verschmähet.

135. Mürrisches Wesen, was alles verachtet, und will, dass auch andre nichts achten und schätzen sollen.

Verdriesslichkeit: er hält sich für unglücklich.

Er ist bedenklich, befürchtend, und hält Kleinigkeiten für etwas Wichtiges (n. 6 St.).

Er ist verdriesslich und ärgert sich, dass sein Geschäft ihm nicht geschwind genug vonstatten geht.

Er ist unbehülflich und ungeschickt und stösst an alles an.

140. Höchste Ungeduld.

Er lässt den Muth sinken, und ist zur Aergerniss und zum Bösewerden höchst aufgelegt.

Das Gemüth ist voll Wünsche und Verlangen, und weiss selbst nicht, wozu?

Er wird sehr oft über die geringste Kleinigkeit böse, und kann auch eben so leicht und schnell wieder gelassen werden (n. 5 St.).

Er wird über das geringste Geräusch aufgebracht.

145. Er ist höchst geneigt, unwillig und böse zu werden.

Das Kind schreit und heult heftig und ununterbrochen, und steckt die Fäustchen in den Mund; das Gesicht ist blass und der Körper etwas kühl (n. 1 St.).[258]

Beobachtungen Andrer.

Schwindel, als sollte er da und dorthin wanken, mit Verschwinden der Gedanken auf Augenblicke, bloss beim Gehen und vorzüglich beim Herumwenden (n. 2 St.) (E. Stapf, in einem Briefe).

(Abends) beim Gehen im Freien, ein Hin- und Herschwanken des Körpers nach beiden Seiten, wie von Trunkenheit, mit Kopfbetäubung (n. 10 St.) (Chr. Fr. Langhammer, in einem Aufsatze).

Schmerzhafte Schwere im Kopfe (n. 2 St.) (Stapf, a.a.O.).

Schwere im Kopfe, mit Schläfrigkeit (J.G. Lehmann, in einem Aufsatze).

(5) Spannend drückender Kopfschmerz im Hinterhaupte und Nacken, welcher bis in die Schultern zieht (n. 3 St.) (Stapf, a.a.O.).

Ein dumpfes Ziehen im Kopfe hin und her (sogleich) (Lehmann, a.a.O.).

Früh, nach dem Aufstehen aus dem Bette, reissendes Kopfweh bis Mittag, Nachmittags geringer (n. 31 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Ein heftig reissender Kopfschmerz in der Stirne, welcher beim Bücken zunimmt (n. 2 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Schmerzhaftigkeit des Hinterkopfs und Nackens, durch Bewegung des Kopfs erregt (n. 21/2 St.) (Stapf, a.a.O.).

(10) Pupillenerweiterung (n. 21/2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Augenbutter in den äussern Augenwinkeln (n. 71/2 u. 12 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Rothe, entzündete Augen (W. Scott, in edinb. med. Comment. IV, S. 74.).

Augenentzündung (Geoffroy, traite de la mat. med. II. S. 157.).

Drückender Schmerz von der Ohrmuschel bis in's Trommelfell, welcher sich bis an die Hervorragung des Hinterhaupts zieht (n. 28 St.) (Lehmann, a.a.O.).[259]

(15) Taubhörigkeit des rechten Ohres, mit Drücken darin (Lehmann, a.a.O.).

Nasenbluten (Murray, medic. pr. Biblioth. III. S. 237. – Geoffroy, a.a.O. – Lemery,4 traité univ. des drog. simpl. S. 438.).

Empfindung von Hitze in den Wangen, auch äusserlich fühlbar, doch ohne Röthe (n. 3 St.) (Stapf, a.a.O.).

Lippen äusserlich voll Ausschlag (Heller, in Hufel. Journal XXVII, 1. S. 51.).

Lippen mit Schwämmen und Aussatz besetzt (Heller, a.a.O.S. 67.).

(20) Beissen an den Lippenrändern, der Zungenspitze und den Seiten der Zunge, mit Zusammenfluss wässerigen Speichels im Munde und einigem Schmerze im Unterleibe (n. 1/2 St.) (Stapf, a.a.O.).

Speichelfluß (S. Pye, in med. Bemerk. und Unters. I.S. 244. – Heller, a.a.O.).

Starker Zusammenfluss des Speichels im Munde (n. 21/2 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Krampfhaft zusammenziehendes Gefühl im Halse und auf der Brust (Scott, a.a.O.).

Böser Hals (Geoffroy, a.a.O.).

(25) Trockenheit und Rauhheit im Munde, vorzüglich im Schlundkopfe (n. 1/2 S.) (Lehmann, a.a.O.).

Der (gewohnte) Tabak schmeckt beim Rauchen ekelhaft und erregt Erbrechen (Lehmann, a.a.O.).

Gleich nach dem (gewohnten) Tabakrauchen, eine aus dem Magen entstehende Uebelkeit, mit Schlucksen, die erst nach mehrmaligem, zuletzt breiartigem Stuhlgange sich verlor (n. 14 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Uebelig, weichlig, wabblich ist ihm (Stapf, a.a.O.).

Ekel, Uebelkeit und Heben zum Erbrechen (n. 11/4 St.) (Lehmann, a.a.O.).

(30) Beschwerliche Uebelkeit (Clark, bei Murray, Appar. Med. I.S. 814.).[260]

Weichlichkeit im Unterleibe, mit anfangendem Leibweh (Lehmann, a.a.O.).

Uebelkeit, wie vom Magen aus, mit leerem Aufstossen und Zusammenflusse vielen Speichels (n. 1/2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Aufstossen aller 8 bis 10 Minuten, auch den folgenden Tag, mit Knurren im Bauche (Lehmann, a.a.O.).

Beim Bücken Erbrechen und Gefühl, als müsste er hinfallen (Lehmann, a.a.O.).

(35) Beim Bücken Erbrechen der vorher genossenen Speisen, ohne vorheriges Aufstossen (n. 11/2 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Erbrechen einer gelben Schleimmasse (Heller, a.a.O.S. 54.).

Erbrechen grosser Schleimmassen (Heller, a.a.O.S. 57.).

Erbrechen grosser, übelriechender Schleimstücken (Heller, a, a.O.S. 54.).

Erbrechen grünen, gallertartigen Schleims (Heller, a.a.O.S. 51.).

(40) Erbrechen grasgrünen Schleims (Heller, a.a.O.S. 52.).

Heftigstes Wehgefühl im Magen (Heller, a.a.O.S. 53.).

Entsetzliche Schmerzen im Magen (Heller, a.a.O.S. 51.).

Unbeschreiblich weh um's Herz (Herzgrube?) (Heller, a.a.O.S. 54.).

Ein stumpf stechender Schmerz in der Herzgrube, wie mit einem spitzigen Holze (Lehmann, a.a.O.).

(45) Heftiges Stechen in der rechten Bauchdünnung, einige Minuten lang (Lehmann, a.a.O.).

Oefterer, flüssiger Stuhlgang, mit weichlicher Empfindung im Unterleibe (Lehmann, a.a.O.).

Purgiren (Murray, a.a.O.).

Grasgrüne Stuhlgänge (Heller, a.a.O.S. 53.).

Blutiger Stuhlgang (Scott, a.a.O.).[261]

(50) Kriebeln im After, als wollten Madenwürmer hervorkommen (Lehmann, a.a.O.).

Blutiger Harn (Scott, a.a.O.).

Oefterer Drang zum Harnen, mit wenigem Urinabgange (n. 2, 21/4 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(Häufiges Harnen strohgelben Urins, der vor dem Lassen sehr drängt und brennt, ohne nachfolgenden Harnzwang (n. 2 St.) (Stapf, a.a.O.).

Urin trübe, mit Bodensatz, wie Ziegelmehl (Heller, a.a.O.S. 51. 65.).

(55) Beim Uebereinanderlegen der Oberschenkel ein Stechen in den Hoden (n. 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Im Stehen ein wollüstiges Jücken an der Eichel, was zum Kratzen nöthigte (n. 31/2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Mutterblutfluss – Erneuerung der vor 14 Tagen gehabten Reinigung (Scott, a.a.O.).


Heftiges, wiederholtes Niessen (Lehmann, a.a.O.).

Engbrüstigkeit (Murray, a.a.O.).

(60) Krampfhaftes Asthma mit einem starken Zusammenziehen im Halse und in der Brust, wobei eine besondere Art keichenden Lautes gehört ward5 (Scott, a.a.O.).

Jählinge Anfälle von beschwerlicher Kurzäthmigkeit, mit einem keichenden Laute in den Luftröhren (Scott, a.a.O.).

Zusammenziehen auf der Brust, mit Kurzäthmigkeit und keichendem Athem; sie musste am offnen Fenster nach freier Luft schnappen, mit Gesichtsblässe, kaum fühlbarem Pulse und Erstickungsgefahr, von Abend bis früh 9 Uhr (Scott, a.a.O.).

Erneuerung der Engbrüstigkeit nach 24 Stunden, von Abends 10 Uhr an bis 10 Uhr früh, 8 Tage lang (Scott, a.a.O.).[262]

Anfall von Erstickung, zwei bis drei Tage lang (Scott, a.a.O.).

(65) Husten eines dicken, widrig metallisch schmeckenden Schleims (Scott, a.a.O.).

Bluthusten (Geoffroy, – Murray, – Scott, a.a.O.).

Gegen Abend eine Stunde anhaltender, erstickender, angreifender, sehr entkräftender Husten (Eberh. Gmelin, Untersuch. üb. d. thier. Magnetismus, Heilbr. 1793.).

Abends zwischen 6 und 7 Uhr äusserst heftiger, convulsivischer Husten (Gmelin, a.a.O.).

Abends um 7 Uhr ein, eine halbe Stunde anhaltender, erstickender, äusserst entkräftender Husten, mit Kälte der Extremitäten (Gmelin, a.a.O.).

(70) Im linken Knie ein Schmerz, wie vertreten, vorzüglich beim Gehen, beim Sitzen seltner und unmerklicher (n. 1 S.) (Stapf, a.a.O.).

Schläfrigkeit und Trägheit in allen Gliedern (n. 2 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Entkräftung (Scott, a.a.O.).

Schläfrigkeit, Müdigkeit (n. 2 St.) (Stapf, a.a.O.).

Unruhiger Schlaf (Scott, a.a.O.).

(75) Lebhafte, unerinnerliche Träume, auf oftes Erwachen, wie von Munterkeit, die Nacht (Langhammer, a.a.O.).

Schauerliche Kälte in den Gliedern, gleich, als wenn man sich vor etwas entsetzte (Lehmann, a.a.O.).

Eine stark zunehmende, fast brennende Hitze (Hitzgefühl) im Kopfe und dem ganzen Körper, doch bei kalten Händen und Füssen; wie die Hitze auf's Höchste gestiegen war, entstand am Rumpf und Kopf einiger Schweiss mit einem beissenden Jücken, vorzüglich am Halse (n. 1 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Nachmittags und Abends Hitzgefühl, fast Brennen im Kopfe, in der Stirne und den Wangen, ohne Durst (n. 6 St.) (Stapf, a.a.O.).

Schweiss (Fothergill, Medic. obs. and inqu. VI.).[263]

(80) Nächtlicher Schweiss (Cleghorn, Diseases of Minorca, S. 230.).

Schweiss, einige Stunden lang (Hillary, Air and diseases of Barbadoes).

Sauerriechender Schweiss (Heller, a.a.O.S. 51. 54.).

Starker, saurer Schweiss, mit trübem Urin (Heller, a.a.O.S. 74.).

Unlust zu arbeiten (Lehmann, a.a.O.).

(85) Widerwille gegen literarische Arbeit; die Gedanken fehlen ihm (n. 29 St.) (Lehmann, a.a.O.).

Den ganzen Tag üble Laune; er hatte keine Lust zu reden und war zum Weinen geneigt (Langhammer, a.a.O.).

Heitre Laune: er hatte Lust zu sprechen und selbst zu spassen6 (Langhammer, a.a.O.).

Fußnoten

1 M.s. 82.

2 Durch die Nachwirkung oder antagonistische Reaction des Organisms; denn die erste Wirkung der Ipekakuanha bringt Blutflüsse aus allen Oeffnungen des Körpers hervor, und vorzüglich bringt es Mutterflüsse hervor, und heilt jene, wie diese, homöopathisch, wenn die übrigen Symptome der Kranken mit denen von der Ipekakuanha (m.s. 51. 65. u.s.w.) in Aehnlichkeit stehen.

3 M.s. 78. 109. 110.

4 Von in die Nase gezogenem Pulver.

5 Bei zwei Frauenzimmern vom Dunste des Pulvers in einem entfernten Zimmer, das Uebelbefinden dauerte 14 Tage lang.

6 Heil-Nachwirkung nach vorgängigem, entgegengesetztem, Gemüthszustande.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 3, Dresden, Leipzig 21825, S. 247-264.
Lizenz:
Ausgewählte Ausgaben von
Reine Arzneimittellehre
Reine Arzneimittellehre
Reine Arzneimittellehre
Reine Arzneimittellehre. 6 Bde.
Reine Arzneimittellehre: Volume 4
Reine Arzneimittellehre, Volume 5 (German Edition)

Buchempfehlung

Stifter, Adalbert

Feldblumen

Feldblumen

Der junge Wiener Maler Albrecht schreibt im Sommer 1834 neunzehn Briefe an seinen Freund Titus, die er mit den Namen von Feldblumen überschreibt und darin überschwänglich von seiner Liebe zu Angela schwärmt. Bis er diese in den Armen eines anderen findet.

90 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon