[435] Sturmhut, (Aconitum Napellus).

[435] (Der aus dem Kraute zur Zeit der anfangenden Blüthe frisch ausgepresste und mit gleichen Theilen Weingeist gemischte Saft.)


Obgleich die folgenden Symptome noch nicht die ganze Bedeutung dieser höchst schätzbaren Pflanze ausdrücken, so eröffnen sie doch dem nachdenkenden homöopathischen Arzte eine Aussicht zur Hülfe in Krankheitszuständen, wo die bisherige Medicin ihre gefährlichsten Anstalten, z.B. reichliches Blutvergiessen, und den ganzen zusammen gesetzten, Entzündung dämpfen sollenden Cur-Apparat sehr oft vergeblich, und fast immer mit traurigen Nachwehen anwendeten. Ich meine die sogenannten rein inflammatorischen Fieber, wo die kleinste Gabe Sturmhut alle diese bisherigen antipathischen Behandlungen entbehrlich macht und schnell und ohne Nachwehen hilft. In den Masern, im Purpurfriesel, und in den hitzigen Seitenstich-Fiebern u.s.w. gleicht seine Hülfskraft einem Wunder, wenn er bei einem etwas kühlen Verhalten des Kranken, allein, unter Vermeidung aller andern medicinischen Dinge, selbst der Gewächssäuren, zu einem Tausendtel1 eines Tropfens der decillionfachen Kraft-Entwickelung[436] auf die Gabe gereicht wird. Selten ist eine zweite solche Gabe, 36 oder 48 Stunden nach der ersten nöthig.

Um jedoch auch hier allen Cur-Schlendrian, der sich bei seinen Handlungen nur gar zu gern nach oft eingebildeten Krankheits-Namen richtet, von unserm gewissenhaften Heilverfahren zu entfernen, müssen auch in allen Krankheitszuständen, wo Sturmhut gereicht werden soll, die vorzüglichsten Symptome des Uebels, also auch der akuten Krankheit, in treffender Aehnlichkeit unter den Sturmhuts-Symptomen anzutreffen seyn.

Dann ist der Erfolg zum Erstaunen.

Gerade darin, worauf sich die Allöopathie am meisten einzubilden pflegt, in den grossen, akuten entzündlichen Fiebern die alleinige Retterin durch dreiste, häufige Aderlässe zu seyn, und hiedurch alles homöopathische Verfahren an Hülfe zu übertreffen wähnt, gerade darin hat sie am meisten unrecht. Gerade darin zeigt sich der unendliche Vorzug der Homöopathie, dass sie keinen Tropfen Blutes, dieses theuern Lebenssaftes zu verspritzen nöthig hat (was der Allöopathiker, oft unersetzlich, in Strömen schonungslos vergiesst), um diese gefährlichen Fieber nicht selten in eben so viel Stunden in Gesundheit zu verwandeln, als das allöopathische, Leben vermindernde Verfahren oft Monate zur völligen Wiederherstellung derer bedarf, die der Tod nicht dabei dennoch hinwegraffte, wenigstens in den künstlich von ihnen erzeugten chronischen Nachwehen.

Zuweilen ist in diesen akuten Krankheits-Fällen eine homöopathische Zwischenarznei für die nach zwölf- oder sechszehnstündiger Wirkung der ersten Sturmhutgabe übrig gebliebenen, andern Krankheits-Symptomen nöthig, aber höchst selten eine zweite Sturmhut-Gabe nach dieser Zwischen-Arznei.[437]

Schon in vier Stunden ist bei dieser sorgfältig befolgten Anwendung des Sturmhuts in gedachten Krankheitszuständen alle Lebensgefahr verschwunden und der gereitzte Kreislauf kehrt dann von Stunde zu Stunde in seinen ruhigern Lebensgang zurück.

Obgleich der Sturmhut seiner kurzen Wirkungsdauer wegen (die bei so kleinen Gaben nicht über 48 Stunden reicht) bloss in akuten Fällen hülfreich seyn zu können, scheinen sollte, so ist er doch auch in den hartnäckigsten, chronischen Uebeln da eine unentbehrliche Beihülfe, wo der Körperzustand eine Verminderung der sogenannten Straffheit der Faser (des strictum der Alten) verlangt, worüber ich mich hier nicht weitläuftig äussern kann; seine Hülfe hiefür leuchtet aus seinen Symptomen hervor, die er an gesunden Menschen hervorbringt und die hierunten zum Theil verzeichnet stehen.

So ist auch der Sturmhut in angezeigter, feiner Gabe in der Luftröhr-Entzündung (Croup, häutigen Bräune) in mehrern Arten von Hals- und Rachen-Entzündung, so wie in den örtlichen, akuten Entzündungen aller andern Theile das erste und Haupt-Heilmittel, vorzüglich wo, nächst Durst und schnellem Pulse, eine ängstliche Ungeduld, ein nicht zu besänftigendes Aussersichseyn und agonizirendes Umherwälzen zugegen ist.

Er erzeugt alle die krankhaften Zustände, welche in Aehnlichkeit bei Personen sich ereignen, die einen mit Aergerniss verbundnen Schreck gehabt haben, und er ist auch die sicherste, schnellste Hülfe für sie.

Bei jeder Wahl des Sturmhuts als homöopathisches Heilmittel ist vorzüglich auf die Gemüths-Symptomen zu sehen, damit besonders diese recht ähnlich seyen.

Daher ist er unentbehrlich nach Schreck oder Aergerniss bei Frauenzimmern, während des Monatlichen, welches ohne diess vortreffliche Besänftigungsmittel,[438] nur gar zu leicht von solchen Gemüths-Erschütterungen, oft augenblicklich, unterdrückt wird. Zu dieser Absicht ist schon ein einmaliges, augenblickliches Riechen in ein Gläschen hinreichend, in welchem ein Senfsamen grosses, mit der potenzirten Decillion-Verdünnung des Akonits befeuchtetes Streukügelchen liegt (was man jahrelang wohl verpfropft zu diesem Gebrauche aufheben kann, ohne dass das Kügelchen darin seine Heilkraft verliert).

Die meisten der einander entgegengesetzt zu seyn scheinenden, hierunten verzeichneten Sturmhut-Symptomen sind nur Wechselzustände, und mittelst beider kann er heilbringend seyn, doch ist er es am meisten mit denen, die einen tonischen Charakter haben.

Gewächssäuren und der Wein heben seine Wirkungen auf, und sonst noch andre Arzneien, die seinen etwanigen, lästigen Symptomen (durch allzu grosse Gabe oder unhomöopathische Wahl erzeugt) palliativ oder homöopathisch entsprechen.

Die Namens-Verkürzungen meiner Mit-Beobachter sind folgende: Ahner [Ar.], Fr. Hahnemann [Fr. H–n.], Hornburg [Hbg.], Rückert der ältere [Rt. d. ä.], Wahle [We.].[439]

Sturmhut.

Schwindel; Empfindung von einem Hin- und Herschwanken im Gehirne.

Schwindel, vorzüglich beim Bücken; sie torkelte hin und her, vorzüglich auf die rechte Seite (n. 36 St.) [Archiv f. d. Homöopath. Heilkunst, V. III.]

Sie konnte für Schwindel kaum in's Bett kommen, wobei alles mit ihr im Kreise umherging (n. 37 St.) [A.f.d.H.]

Es ist ihr drehend im Kopfe, so dass sie ihn gar nicht bewegen darf, mit dem Gefühl, als sollten die Augen zufallen [A.f.d.H.]

5. Wie trunken; es geht alles mit ihr rund herum, sie torkelt beim Gehen, als sollte sie umfallen, mit Uebligkeit, beim Sitzen nicht, am schlimmsten beim Aufstehen vom Sitzen, weniger beim Gehen (n. 1/2 St.) [A.f.d.H.]

Sehr vermehrter Schwindel beim Schütteln des Kopfs, wobei ihr ganz schwarz vor den Augen wird [A.f.d.H.]

Schwindel und Düseligkeit.

Schwindliche Schwere des Kopfs, vorzüglich in der Stirne und beim Vorbücken, mit Uebelkeit und Weichlichkeits-Gefühl in der Herzgrube (n. 2 St.) [A.f.d.H.]

Schwindel [Matthioli, Comment. in Diosc. lib. IV. Cap. 73. – Vinc. Bacon, in Philos. Transact. XXXVIII. S. 287.]

10. Schwindel, Engbrüstigkeit und trockner Husten mit Hüftweh [Greding, vermischte Schriften, S. 90-113.][440]

Schwindlichte Gesichts-Verdunkelung, bei ungeändertem Pulse [Claud. Richard, bei P. Schenck, lib. VII. obs. 136.]

Schwindel und Kopfweh, durch starke Bewegung ungeändert (n. 1/4 St.) [Fr. H–n.]

Schwindel und Kopfweh im Vorder- und Hinterhaupte, beides am schlimmsten beim Bücken (n. 10 Min.) [Fr. H–n.]

Störung der Aufmerksamkeit beim Lesen und Schreiben durch einen öftern Stillstand der Gedanken [Rt. d. ä.]

15. Befangenheit des Geistes; er ist nicht im Stande, den Gedanken, den er gefasst und schon halb nieder geschrieben hat, ohne sich erst wieder zu besinnen, vollends aufzuzeichnen (n. 3 Tag.) [We.]

Benommenheit des Kopfs; als hätte er ein Bret vor der Stirne (n. 1/4 St.) [A.f.d.H.]

Der Kopf ist ihm vorn wie vernagelt, in der warmen Stube [A.f.d.H.]

Unstätigkeit der Ideen; will sie einen Gedanken festhalten, so verdrängt ihn sogleich ein zweiter, diesen wieder ein dritter, und so fort und fort, bis sie ganz konfus wird [A.f.d.H.]

Mangel an Gedächtniss; es ist ihm, wie ein Traum, was er nur eben erst gethan hat und er kann sich dessen kaum entsinnen [A.f.d.H.]

20. Gedächtniss-Schwäche (n. 5 u. 9 St.)

Lebhaftes Gedächtniss.

Geschwächtes Denkvermögen [We.]

Er kann nichts denken, nichts überlegen, weiss nichts und hat von nichts eine Vorstellung im Kopfe, wie sonst, – sondern fühlt, dass alle diese Seelenverrichtungen in der Gegend der Magengrube vor sich gehen; – nach zwei Stunden kömmt zweimal ein Schwindel und nun kehrt die gewöhnliche Denkkraft wieder in den Kopf zurück [J. B. v. Helmont, in Demens Idea, § 12.]

Früh, Wüstheit und Leerheit im Kopfe, wie nach einem starken Rausche [Rt. d. ä.]

25. Eingenommenheit des Kopfs, wie nach einem Rausche, mit Drücken in den Schläfen.[441]

Dummlicher Zerschlagenheits-Kopfschmerz nebst Zerschlagenheit in allen Gliedern (n. 14 St.)

Vollheits und Schwerheits-Gefühl in der Stirne, als läge daselbst eine herausdrängende Last und als wollte alles zur Stirne heraus (n. 1/4 St.) [A.f.d.H.]

Betäubendes ziehendes hinein Drücken in die linke Schläfe [A.f.d.H.]

Gefühl, als zerrte ihn jemand bei den Haaren aufwärts [A.f.d.H.]

30. Halbseitiges Ziehen im Kopfe. [A.f.d.H.]

Drückender Schmerz in der Schläfe-Gegend, hernach auch ruckweise im Hinterkopfe, zuletzt Eingenommenheit des Kopfs zusammenziehenden Schmerzes [Rt. d. ä.]

Zusammenziehender Schmerz in der Stirne [Ar.]

Spannung über die ganze Stirne [Hbg.]

Beim Vorbücken ist ihr alles so voll in der Stirne, als wollte alles heraus (n. 25 St.) [A.f.d.H.]

35. Kopfweh, als wenn die Augen aus dem Kopfe fallen sollten (n. 1/2 St.)

Kopfweh, als wenn sich das Gehirn herausdrückte (n. 1/2 St.)

Kopfweh, als wenn hie und da ein Theil des Gehirns in die Höhe gehoben würde, welches schon bei geringer Bewegung, selbst durch Trinken und Reden erhöhet wird (n. 1/2 St.)

Reden vermehrt das Kopfweh.

Stechend klopfender Kopfschmerz, als wenn inwendig ein Geschwür wäre, welcher zuweilen am Reden hindert.

40. Ein bald fein stechender, bald klopfender, bald drückender Kopfschmerz in der Stirne beim Gehen, welcher im Sitzen nachlässt.

Hie und da im Kopfe, ein feines Klopfen.

Kopfweh; ein Klopfen an der linken Seite der Stirne, während anfallsweise in der rechten Stirn-Seite starke Stösse entstehen (n. 3 St.)

In der linken Kopf-Seite, Schmerz, als wenn der Kopf zusammengedrückt würde [Ar.]

Kopfweh, als wäre die Hirnschale äusserlich mit[442] einer Binde zusammengeschnürt und fest zusammengezogen [Helmont, a.a.O.]

45. Sehr empfindlich scharf drückender Kopfschmerz über der Stirne [We.]

Herausdrückender Schmerz in der Stirne [We.]

Reissender Schmerz in der linken Schläfe [Ar.]

Im linken Schlafe ruckweise stechender Schmerz; es fahren Stiche durch die Schläfe in den Kopf [A.f.d.H.]

Stechend pochendes Kopfweh in den Schläfen [A.f.d.H.]

50. Ruckweises Stechen im Kopfe, besonders in der Stirne [A.f.d.H.]

Reissender Schmerz im linken Schlafe, mit brausendem Ohrenklingen [A.f.d.H.]

Gefühl von Zusammenziehung des Hirns unter der Stirne (n. 20 St.) [A.f.d.H.]

Klemmender, spannender Kopfschmerz dicht hinter den Augenhöhlen.

Ein Kneipen und Klemmen in der Stirne, als wenn es in den Knochen wäre; wie krank fühlt sie sich, als wenn Wahnsinn bei ihr entstehen wollte (n. 12, 24 St.)

55. Ein Klemmen in der Stirne, über der Nasenwurzel, als wenn sie den Verstand verlieren sollte (krank im Kopfe wäre), durch Gehen in freier Luft verschlimmert (n. 4 St.)

Eine Empfindung von Knistern (wie beim Hin- und Her-Biegen des Knistergoldes entsteht) in den Schläfen, in der Nase und Stirne.

Stechendes und einigermassen drückendes Kopfweh über den Augenhöhlen nach dem Oberkiefer zu, welches Brecherlichkeit erregt, oder wie beim Erbrechen durch Brechmittel zu entstehen pflegt (n. 2 St.)

Drückend stechendes, brecherliches Kopfweh über der Augenhöhle nach der obern Kinnbacke herab.

Gefühl, als zerrte ihr etwas aus dem Kopfe heraus, wobei es ihr die obern Augenlider aufwärts zieht (n. 1/2 St.) [A.f.d.H.]

60. Zuckend reissender Schmerz im Hinterhaupte [Ar.]

Ruckweise stechend ziehend reissender Schmerz in der obern rechten Kopf-Seite [Ar.][443]

Ein Stich im Hinterhauptbeine [Hbg.]

Kriebeln auf der linken Seite des Kopfs, wie von einer Bürste [Hbg.]

Empfindung, als wenn eine Kugel aus der Gegend des Nabels heraufstiege, und im Wirbel und Hinterhaupte eine kühle Luft verbreitete [Matthioli, a.a.O.]

65. Brennender Kopfschmerz, als wenn das Gehirn von siedendem Wasser bewegt würde [Matthioli, a.a.O.]

Schwere des Hauptes [V. Bacon, a.a.O.]

Schmerz am Hinterhaupte und Halse [Richard, a.a.O.]

Wie, wenn man sich nach starkem Schweisse verkältet hat –: Kopfweh, Ohrensausen, Schnupfen und Bauchweh, vorzüglich früh [Greding, a.a.O.]

Es wurde ihr gegen Abend so heiss im ganzen Kopfe, worauf sich bald Schmerzhaftigkeit des ganzen Kopfes, vorzüglich der Stirne, einfand und den ganzen Abend dauerte (n. 11 St.) [A.f.d.H.]

70. (Aufgedunsenes Gesicht und Stirne.)

Blaulichtes Gesicht, schwarze Lippen [Matthioli, a.a.O.]

Verzerrung der Gesichtsmuskeln [Matthioli, a.a.O.]

Sehr stark erweiterte Pupillen [We.]

Verfinsterung der Augen [Bacon, a.a.O.]

75. Wiederholte Erblindung bei ungehindertem Sprachvermögen [Matthioli, a.a.O.]

Verdrehung der Augen [MatthioliBacon, a.a.O.]

Verdrehung der Augen und Zähneknirschen (um Mitternacht) [Greding, a.a.O.]

Beim Oeffnen der Augenlider Schmerz im innern Auge (als sollte es herausgedrückt werden), welcher Schmerz sich in die Augenbraubogen-Gegend bis in's innere Hirn verbreitet (n. 21 St.) [A.f.d.H.]

Erweiterte Pupillen (sogleich).

80. Er sieht stier mit den Augen (sogleich).

Lichtsucht, Begierde in's Helle zu sehen (n. 3 St.)

Vor dem Gesichte schwebende, schwarze Fleckchen.

Neblig vor den Augen; sie sieht nicht recht, mit Schwindel-Gefühl [A.f.d.H.]

[444] Lichtscheu (n. 6 u. 12 St.)2

85. Scharfes Gesicht.

Trockenheit der obern Augenlider, welche gleichsam ein Drücken in den Augen verursacht (n. 5 St.)

Schwere der Augenlider; sie deuchten ihr beim Aufheben zu schwer [A.f.d.H.]

(Es friert ihn an den Augen in freier Luft.)

Sehr schmerzhafte Augen-Entzündung (chemosis).

90. Gefühl in den Augen, als wären sie dick geschwollen (n. 5 St.) [A.f.d.H.]

Es zieht ihr ruckweise die Augen au, wie bei unwiderstehlicher Schläfrigkeit [A.f.d.H.]

Herausgetretene Augen [Matthioli, a.a.O.]

Drücken der Augen, am merklichsten beim Herabsehen und Hin- und Herwenden der Augen, zugleich mit Hitze darin [Rt. d. ä.]

Drücken und Brennen im linken Auge und über den Augenbrauen [Hbg.]

95. Harte, rothe Geschwulst des rechten obern Augenlides, mit spannender Empfindung, vorzüglich früh [Fr. H–n.]

Triefende Augenentzündung, die ihm so schmerzhaft und erschrecklich ist, dass er sich lieber den Tod wünscht [Richard, a.a.O.]

Beständiges, dumpfes Sumsen vor den Ohren und dann Ohnmacht [Bacon, a.a.O.]

Schmerz im Jochbeine, wie von einem innern Geschwüre daselbst.

Ohrenklingen (n. 10 Minuten.) [A.f.d.H.]

100. Es ist ihm, als wenn sich etwas vor das linke Ohr gelegt hätte [Ar.]

Kitzelnde Empfindung im rechten Ohre, als wenn ein Würmchen hineinkröche [Ar.]

Reissen im linken Ohre [Hbg.]

Schmerz hinter dem linken Ohre, wie von Drücken mit dem Daumen [Hbg.]

Empfindung, als wenn die Backen sehr geschwollen wären [Bacon, a.a.O.][445]

105. Schmerz im Kiefer-Gelenke hinter dem Jochbeine, beim Kauen.

Unter dem Schweisse fuhr ihm einigemal ein brennender Schmerz ins linke Ohr und in die obere Kinnlade.

Schweiss der Backe, auf welcher sie im Bette liegt.

Kriebelnder Schmerz an den Wangen.

Gefühl von betäubenden Zusammendrücken der Nasenwurzel [A.f.d.H.]

110. Nasenbluten.

Schweiss der Oberlippe, unter der Nase.

Jückende Blüthchen an der Oberlippe (n. 24 St.)

Stechende Rucke im Unterkiefer.

Stechender Schmerz in verschiednen Zähnen (n. 36 St.) [We.]

115. Drückender Zahnschmerz im linken Oberkiefer [We.]

Sehr durchdringender Schmerz in den Kinnladen, als wenn sie abfallen sollten [Matthioli, a.a.O.]

In Zunge und Kinnbacken ein Kriebeln und Brennen, so dass die Zähne zu wackeln scheinen [Bacon, a.a.O.]

Beissende Empfindung auf der Zunge, mehr nach der Spitze zu [A.f.d.H.]

Durchdringende, feine Stiche in der Zungenspitze.

120. In der Zunge, ein Brennen von langer Dauer [Ant. v. Stoerck, libellus de Stram. Hyos. et Acon. S. 71, 74, 80, 91, 96, 110.]

Augenblickliche, flüchtige Stiche in der Zunge mit Speichelfluss [Stoerck, a.a.O.]

Kühle und Trockenheit des Mundes, ohne Durst [Hbg.]

Trockenheits-Gefühl erst der Lippen, dann des innern Mundes mit nach dem Kopfe aus der Brust aufsteigender Hitze (ohne Backenröthe).3

Kurzdauernde Lähmung der Zunge.

125. Trockenheit des innern Mundes (sogleich).[446]

Auf der Mitte der Zunge, Gefühl von Trockenheit und Rauhheit, ohne Durst (n. 1 St.)

Gefühl von Trockenheit im vordern Theile des Mundes.

Gefühl von Wundheit der Speicheldrüsen-Mündungen, als wenn sie angefressen wären.

Im Halse ein Kratzen, mit beschwerlichem Schlingen [A.f.d.H.]

130. Ziehen von der Seite des Halses hinters Ohr weg [A.f.d.H.]

Auf der linken Seite des Halses, innerlich, auf einer kleinen Stelle, ein stechendes Würgen, ausser, vorzüglich aber bei dem Schlucken und Reden. Nach 1/4 Stunde zogs auf die rechte Seite, indem das schmerzliche Gefühl auf der linken Seite verschwand, verweilte da 1/4 Stunde und verschwand gänzlich [A.f.d.H.]

Brickelnde Empfindung hinten auf der Zunge, wie von Pfeffer, mit Zufluss des Speichels.

Kriebeln im Schlunde.

Fein stechende Empfindung hinten im Halse, wie von den stachlichten Härchen des Hainbuttsamens (n. 1 St.)

135. Brennender und fein stechender Schmerz hinten im Halse (Rachen).

Zusammenziehendes Gefühl hinten im Halse, wie von herben Dingen.

Pfefferartiger Geschmack im Munde [Matthioli, a.a.O.]

Bei mangelndem Appetite, bittrer Geschmack im Munde, mit Schmerzen in der Brust und unter den kurzen Ribben [Greding, a.a.O.]

Bittrer Geschmack.

140. Lätschiger, fischartiger Geschmack, wie von abgestandenem, faulendem Wasser.

Es war ihr, als käme der ganze Mund voll Luft, mit Geschmack von faulen Eiern [A.f.d.H.]

Säuerlicher Geschmack im Munde bei Appetitlosigkeit [A.f.d.H.]

Was ihm früher sehr gut und stark schmeckte, ist ihm geschmacklos [A.f.d.H.]

Es stieg süssliches Wasser in die Höhe, wie Würmer-Beseigen; dabei Ohrenbrausen [A.f.d.H.][447]

145. Heraufdämmern süsslichen Wassers mit Uebelkeit [A.f.d.H.]

Es kratzt ihr von der Herzgrube bis in den Hals herauf mit Uebelseyn und Weichlichkeit um die Herzgrube, als sollte ihr Wasser im Munde zusammenlaufen [A.f.d.H.]

Leeres Aufstossen [A.f.d.H.]

Vergebliche Bewegung zum Aufstossen; er will aufstossen und kann nicht.

Durst auf Bier; hat sie es aber getrunken, so beschwert es ihr den Magen.

150. (Sie will nichts essen.)

Uebelkeit, Erbrechen, Durst, allgemeine Hitze und starker Schweiss mit Harnfluss [Greding, a.a.O.]

Sie bricht Spuhlwürmer aus [Greding, a.a.O.]

Erbrechen grüner Galle (n. 1 St.) [Matthioli, a.a.O.]

Erbrechen mit Blut gemischten Schleims, drei, vier Tage nach einander [Greding, a.a.O.]

155. Blut-Erbrechen [Greding, a.a.O.]

Weichlich, brecherlich in der Herzgrube, beim Sitzen schlimmer, beim Gehen fast verschwindend (gleich nach dem Einnehmen) [A.f.d.H.]

Ekel und weichliche Wabblichkeit (n. 1/4 St.)

Lang dauernder Ekel und verlorner Appetit.

Brecherlichkeit beim Gehen in freier Luft.

160. Brecherlichkeit zuerst in der Herzgrube, dann unter dem Brustbeine, zuletzt im Halse, ohne Speichelzufluss.

Brecherlichkeit, gleich als ob er etwas ekelig Süsslichtes oder Fettiges gegessen hätte (n. 1 St.)

Nach Erbrechen blutigen Schleims, ein starker Schweiss [Greding, a.a.O.]

Erbrechen mit heftigem Durste darauf [Moraeus, in Königl. Vetensk. Acad. Handl. 1739. S. 41.].

– Vom künstlichen Erbrechen verschlimmerten sich die Zufälle [Bacon, a.a.O.]

165. Erbrechen mit Aengstlichkeit [Richard, a.a.O.]

Brecherlickheit mit starkem Durchlauf [Greding, a.a.O.]

Schlucksen [Greding, a.a.O.][448]

Früh, Schlucksen [Greding, a.a.O.]

Früh, lang dauernder Schlucksen [Greding, a.a.O.]

170. (Schlucksen nach Essen und Trinken.)

Drückender Schmerz in der Herzgrube, welcher zu Engbrüstigkeit wird (n. 21/2 St.)

In der Herzgrube Drücken, wie von einem daselbst liegenden Steine, was bald darauf in den Rücken zog, mit einem zusammen klemmenden Gefühl, als hätte sie sich zu Schanden gehoben; wie steif [A.f.d.H.]

Magendrücken [Rödder4 bei Alberti in Jurisprud. med. Tom. VI. S. 724.]

Drückender Schmerz in der Herzgrube im Sitzen, Gehen und Stehen [Ar.]

175. Schmerz in der Herzgrube, als wenn sie innerlich geschwollen wäre, mit Appetitlosigkeit und anfallweise kurzem Odem.

Drückender Schmerz im Magen, wie eine Schwere (n. 11/2 St.)

Drückender Schmerz wie eine Schwere in den Hypochondern (n. 11/2 St.)

Spannend drückender Schmerz, wie von Vollheit oder einer drückenden Last im Magen und den Hypochondern (n. 11/2 St.)

Zusammenziehende Empfindung im Magen, wie von herben Dingen.

180. Empfindung von heftiger Zusammenschnürung in den Hypochondern.

Drückender Magenschmerz [Hbg.]

Bei mehrmals wiederholtem Erbrechen und öftern Stuhlgängen klagt er doch immer, dass es ihm wie ein kalter Stein im Magen liege [Richard, a.a.O.]

Einziehen des Nabels, vorzüglich früh nüchtern.

Ein Brennen in der Nabel-Gegend.

185. Brennende Empfindung in der Nabel-Gegend, welche sie schnell überlief, und sich nach der Herzgrube hin verbreitete, mit dem Gefühl ängstlichen Pochens und Stechens daselbst; nach einiger[449] Zeit überlief sie Frostschauder am ganzen Körper, mit Verschwinden des Hitz-Gefühls und der schmerzlichen Empfindung in der Nabel-Gegend (n. 11/2 St.) [A.f.d.H.]

Kneipender Schmerz in der Nabel-Gegend [A.f.d.H.]

Zusammenpressen des Nabels; dann sogleich absetzendes Drücken im Nabel, wie Rucke [A.f.d.H.]

Greifen und Raffen in der Nabel-Gegend [A.f.d.H.]

Links über dem Nabel ein unschmerzhaftes Gefühl, als drängte sich da von innen etwas Kaltes (ein kalter Finger) heraus [A.f.d.H.]

190. Drücken in der Gegend der Leber, wovon das Athemholen beengt wird, dann gleich (kneipendes?) Bauchweh in der Gegend über dem Nabel.

Gelbsucht.

Von beiden Seiten nach dem Nabel zu, ziehende Bauchschmerzen, die auch durch Zusammenbiegung des Unterleibes erregt werden.

Unter den Ribben ist sein Oberbauch mit einer gespannten, schmerzhaften Geschwulst besetzt [Richard, a.a.O.]

Angeschwollener, aufgetriebner Unterleib, wie Bauch-Wassersucht [RichardMatthioli, a.a.O.]

195. Heftige Rucke (Stösse) in der Leber-Gegend, bis zum Athem-Versetzen [Hbg.]

Einige Stunden früher, als gewöhnlich, aber harter Stuhlgang, wobei er stark pressen musste.

Poltern und Knurren im Leibe, mit Rohheits-Gefühl [A.f.d.H.]

Poltern und Knurren im Unterleibe die ganze Nacht hindurch.

Ein gleichsam gährendes Knurren im Unterleibe.

200. Früh, im Bette, schreit er und weiss sich nicht zu lassen für unerträglichem (schneidendem) Leibweh und wirft sich im Bette umher (n. 16 St.)

Kolikartiges, ausdehnend spannendes und drückendes Bauchweh, wie von Winden.

Beim laut Lachen ein scharfer Stich in der rechten Seite, unterhalb der Ribben [A.f.d.H.][450]

Beim Einathmen dumpfe Stiche in der linken Seite, unterhalb der Ribben [A.f.d.H.]

Aus der linken Seite des Unterbauchs zieht es nach dem Rücken zu; beim darauf Drücken schmerzt die Bauch-Seite [A.f.d.H.]

205. Blähungskolik im Unterbauche, als wenn man eine, Blähungen erregende Purganz eingenommen hätte.

Sehr heisse Blähungen (n. 9 St.)

Unter Gefühl bloss einer abgehenden Blähung, unvermutheter Abgang dünnen Kothes (n. 4 St.)

Harter, mit Pressen begleiteter Stuhlgang [Hbg.]

Purgiren [Stoerek, a.a.O.]

210. Bald vor, bald nach dem Durchfalle, Uebelkeit mit Schweisse [Greding, a.a.O.]

Weiche, kleine, mit Zwängen begleitete Stuhlgänge, 3 bis 5 täglich.

Weisser Stuhlgang.

Weisse Stuhlgänge und rother Harn.

Wässeriger Durchlauf.

215. Der Unterbauch ist bei Berührung schmerzhaft empfindlich.

Schwäche der Gedärme, wie vom Missbrauche der Laxanzen zu entstehen pflegt.

Mastdarm-Schmerz (n. 1 St.)

Stechen und Drücken im After.

Vorübergehende Lähmung des Afters, unwillkürlicher Stuhlgang.

220. Fliessende Hämorrhoiden.

Bei Durchlauf, reichlicher Harnabfluss und mässiger Schweiss [Greding, a.a.O.]

Drücken in der Blase, mit Harnverhaltung [Greding, a.a.O.]

Harnunterdrückung, mit Nadelstichen in der Gegend der Nieren [Richard, a.a.O.]

Harnfluss [Greding, a.a.O.]

225. Harnfluss, bei starkem Schweisse und häufigem, wässerigem Durchfalle, mit Bauchweh [Greding, a.a.O.]

Harnfluss und dabei beständiger Schweiss [Greding, a.a.O.]

Häufiger Harnfluss [Stoerck, a.a.O.][451]

Harnfluss unter Verdrehung der Augen und krampfhafter Zusammenziehung der Füsse [Greding, a.a.O.]

Beim Urinlassen ein leises Gefühl (von Schwappern) in der Blasen-Gegend [A.f.d.H.]

230. Schmerzhaftes Harndrängen; sie muss sehr oft harnen, weil sich die Blase schnell mit einer Menge wasserhellen Harns füllt [A.f.d.H.]

Harndrängen bei Berührung des Unterleibes.

Schwierig abgehender Harn (Dysurie) (n. 12, 18 St.)

Aengstlicher Harndrang (n. 4 St.)

Drang zum Harnen; der Harn ging in ungewohnter Wenigkeit ab; nicht ohne Schwierigkeit, als wollte er nicht wohl fort, doch ohne Schmerz; dabei leichtes Kneipen in der Nabel-Gegend (v. Geruch der Tinktur) [A.f.d.H.]

235. Viel Abgang von Harn, welcher beim Stehen Blut absetzt.

Ueberhingehende Lähmung des Blasenhalses, unwillkürlicher Harnabgang.

Brennen im Blasenhalse ausser dem Harnen.

Schmerz der Harnblase, beim Gehen (n. 4 St.)

Zwängen (tenesmus) des Blasenhalses (n. 4 St.)

240. Brauner, mit Brennen abgehender Urin, nachgehends mit ziegelfarbigem Satze.

Beim Gehen, Schmerzen in den Lenden, wie Wehen.

Jücken an der Vorhaut, was durch Reiben weicht, aber bald wieder kömmt (n. 3 Tag.) [We.]

Stechender und kneipender Schmerz in der Eichel, während des Harnens.

Einfacher Schmerz im Hoden, so wie der, welcher nach Quetschung desselben zurückbleibt (n. 2 St.)

245. Leises, nicht unangenehmes Kriebeln in den Geschlechtstheilen [A.f.d.H.]

Er bekommt verliebte Anfälle [A.f.d.H.]

(Sehr vermehrter Geschlechtstrieb mit Schlaffheit schnell wechselnd) [A.f.d.H.]

Verminderter Geschlechtstrieb.

Mutter-Blutfluss.

250. Das den Tag vor dem Einnehmen beendigte Monatliche bricht sogleich wieder stark hervor (n. 1/4 St.) [A.f.d.H.][452]

Häufiger, zäher, gilblichter Scheidefluss [Stoerck, a.a.O.]

Beim Ausbruche des Monatlichen, Wuth [Greding, a.a.O.]


Aengstlichkeiten, mit Gefahr zu ersticken [Rödder, a.a.O.]

Engbrüstigkeit [Richard, a.a.O.]

255. Oefteres gewaltsames Niesen mit Schmerz im Unterleibe [A.f.d.H.]

Kann nicht ausniesen, wegen Schmerz in der Ribben-Gegend linker Seite [A.f.d.H.]

Aeusserste Empfindlichkeit der Geruchsnerven; widrige Gerüche greifen sie sehr an.

Anfälle von Katarrh und Schnupfen (zwischen 8 u. 12 St.)

Früh-Heiserkeit (n. 8 St.)

260. Anfall von Schnupfen [Greding, a.a.O.]

Hüsteln von einem Kitzel oben am Luftröhrkopfe (sogleich).

Kurzer Husten.

(Husten bei der Körper-Hitze.)

Husten nach dem Trinken.

265. Von etwas Tabakrauch, gleich arger Husten (bei einem des Tabakrauches Gewohnten).

Er (ein geübter Tabakraucher) kann nicht rauchen, ohne stets zu kotzen und zu hüsteln, weil entweder der Kehldeckel Rauch in die Luftröhre einlässt, oder der Luftröhrkopf allzu empfindlich geworden ist (n. 6 St.)

Nach Mitternacht, alle halbe Stunden, ein kurzer Husten (Kaechekaeh) von einem Kitzel im Kehlkopfe; je mehr sie ihn unterdrücken wollte, desto öfterer und schlimmer kam er.

Bluthusten.

Trockner Husten [Greding, a.a.O.]

270. Kurzer Odem im Schlafe, Nachmitternacht.

Durch die Nase unterbrochnes Athemholen, vorzüglich im Schlafe.

Stinkender Athem.

Geräuschvolles, lautes Athemholen bei offnem Munde.

Engbrüstigkeit mit starkem, lautem Athemholen.[453]

275. Krankhafte Beschaffenheit (anfallweise Lähmung?) des Kehldeckels; Speisen und Getränke gerathen leicht beim Schlingen in die Luftröhre, so dass sie Erstickung drohen und Husten erregen; er verschlückert sich sehr leicht.

Er verschluckt sich sehr leicht am Speichel [A.f.d.H.]

Bänglichkeit in der Brusthöhle und Beklemmung auf der rechten Brust-Hälfte, dann in der ganzen Brust [A.f.d.H.]

Zusammenklemmen der Brust, rechts neben dem Brustbeine; eine Art Engbrüstigkeit [A.f.d.H.]

Es ist ihm, als wäre ihm die Brust zusammengezogen [A.f.d.H.]

280. Zusammendrücken der Brust in der Gegend des Herzens [A.f.d.H.]

Angst, die das Athemholen hemmt, mit warmem Stirn-Schweisse.

Drückender Brustschmerz, welcher durch Zurückbiegen des Oberkörpers etwas nachliess, aber sobald er sich gerade richtete, wieder kam (n. 12 St.)

Zusammenziehender Schmerz in der Brust, als wenn die Ribben von beiden Seiten gegen einander gezogen würden [Ar.]

Er fühlt eine Schwere in der Brust; es ist als wenn die ganze Brust von allen Seiten zusammengedrückt würde [We.]

285. Schmerzhafte Stiche in der rechten Brust-Seite, in der Gegend der letzten Ribbe, welche nach dem Kreutze zu gehen (n. 10 St.) [We.]

Stechend drückender Schmerz auf der rechten Seite des Brustbeins [We.]

Kneipend wühlender Schmerz in der rechten Brust-Seite, zwischen der dritten und vierten Ribbe, durch nichts zu ändern, bis er von selbst verschwindet [Ar.]

In der linken Brust-Seite neben der Achselgrube, beklemmende, stumpfe Stiche [A.f.d.H.]

Stiche in der Brust (beim Athmen) [A.f.d.H.]

290. Unter jedem Athemzuge, Stechen von der untersten Ribbe der rechten Seite bis in die Spitze[454] des Schulterblattes, mitten durch die Brust, bei klagendem Gemüthe.

Stechen in der rechten Seite, mit klagend weinerlichem Gemüthe.

Einzelne, grosse Stiche in der Seite nach dem Rücken zu (n. 24 St.)

Das Athemholen unterbrechender Schmerz in der Brust, wie ein Stechen.

Bei Angst und Verdriesslichkeit, ein Stechen in der Brust-Seite, hierauf Klopfen in der Brust-Seite, dann drückendes Kopfweh.

295. Ein brennend fein stechender Schmerz in der Brust.

Empfindung, wie von Eingeschlafenheit und Taubheit in der Luftröhre, unter dem Brustbeine (n. 8 St.)

Durch Berührung sehr vermehrter Schmerz, wie von Zerschlagenheit, in der untersten Ribbe, wobei der Kranke viel Beschwerden und Klage führt.

Auf der Mitte des Brustbeins, Schmerz, wie von Zerschlagenheit (auch durch äussere Berührung zu verschlimmern).

Langsame Stösse dringen in der Gegend des Herzens zur Brust heraus [A.f.d.H.]

300. Klemmender Schmerz in der Brust.

Drückend klemmender Schmerz in der Brust, unter dem Brustbeine.

Stechend bohrend wühlender Schmerz in der linken Brust-Seite, zwischen der vierten und sechsten Ribbe, zehn Minuten lang [Ar.]

Drückend einengender Schmerz in der Brust-Seite.

Ein kriebelnder Schmerz in der Brust.

305. Ein Krabbeln in der Brust, wie von Käfern.

(Vermehrte Milch in den Brüsten.)

Lendenschmerz [Greding, a.a.O.]

Drückender Schmerz im Kreutze, linker Seite [Hbg.]

Brennend ätzende Schmerzen neben den Rückenwirbeln, rechterseits [We.]

310. Heftig stechend wühlender Schmerz links am ganzen Rückgrate herunter bis in's Kreutz, der beim Einathmen so verstärkt ward, dass ihm wiederholt Thränen in die Augen traten, 4 Stunden lang [Ar.][455]

Bei Bewegung schmerzhafte Steifigkeit des Kreutz- und Hüft-Gelenks; er ist wie kreutzlahm (n. 2 St.)

Schmerz, wie zerschlagen, im Gelenke des mit dem heiligen Beine verbundenen untersten Lendenwirbels; das Kreutz ist ihm wie abgeschlagen.

Spannend drückender Schmerz in den Lendenwirbeln, oder wie von Zerschlagenheit; zugleich mit Bauchweh, wie von Blähungskolik.

Vom Kreutze durch den Rücken bis in den Nacken, Schmerz wie von Zerschlagenheit (n. 4 St.)

315. Krabbelnder Schmerz im Rückgrate, wie von Käfern.

Ein Herumschneiden vom Rückgrate bis zum Bauche, über der linken Hüfte, in einem Zirkel.

Links neben dem Kreutze ein schmerzliches Bohren.

Ein von dem rechten Schulterblatte, nach der Brust vor, wühlend bohrender Schmerz, der durch Einathmen verstärkt ward, beim Ausathmen aber nicht und so auf keine Weise nachliess, 12 Minuten lang [Ar.]

Im Nacken Schmerz, als wäre das Fleisch los, mit dem Gefühle, als hätte der Nacken keinen Halt und als wollte deswegen der Kopf vorfallen; bei Bewegung des Kopfs Stechen im Nacken [A.f.d.H.]

320. Rheumatischer Schmerz im Nacken, bloss bei Bewegung des Halses merkbar (zwischen d. 5. u. 9. St.)

Feines Stechen äusserlich am Halse.

Einzelne Stiche im Nacken zu beiden Seiten [Rt. d. ä.]

Drückender Schmerz im linken Halswirbel [We.]

Ein nach innen, wie nach der Luftröhre zu, drückender Schmerz am Halse, wie ein Druck mit der Fingerspitze an dem Halse hinein [Ar.]

325. Schmerz am linken Schulter-Gelenke [Hbg.]

Einige flüchtige Stiche in der linken Achsel [A.f.d.H.]

Die Achsel thut ihr weh und will heruntersinken [A.f.d.H.]

Heftig, wie zerschlagen, bei der Berührung schmerzende[456] Geschwulst in den Muskeln der Schulter (n. 4 St.)

Reissender Schmerz von der Schulter, in dem Arme herab, bis in die Handwurzel, ja bis durch die Finger, fast nur bei jeder Bewegung; unter dem Schmerze ist die Hand blau (n. 1, 14 St.)

330. Nach dem Schlafe, ein Schmerz, bei Bewegung im Schulter- (und Hüft-) Gelenke, wie von Zerquetschung, oder als wenn das Lager gar zu hart gewesen wäre.

Einzelne Stiche in der Mitte des rechten Oberarms, auf der vordern Seite, in Ruhe, bei Bewegung und beim Daraufdrücken unverändert [Ar.]

Plötzlicher, ziehend stechender Schmerz an der hintern Seite des rechten Oberarms [Ar.]

Zittern der Arme und Hände (sogleich) [Hbg.]

Schmerz in dem Arme und den Fingern [Rödder, a.a.O.]

335. Eine Betäubung und Lähmung im linken Arme (und Schenkel), so dass er kaum die Hand rühren konnte [Matthioli, a.a.O.]

Die Arme sind ihm wie zerschlagen und sinken kraftlos nieder [A.f.d.H.]

Frost und Gefühllosigkeit der Arme.

Schmerz auf dem Vorderarme, wie von einem starken Schlage [A.f.d.H.]

Ziehend stechender Schmerz im Vorderarmknochen, durch Bewegung erregbar.

340. Schwerheits-Gefühl in den Armen, vom Ellenbogen bis in die Finger; sie möchte sie sinken lassen; mit Eingeschlafenheits-Gefühl in den Fingern, wenn sie etwas anfasst [A.f.d.H.]

In den Ellenbogen-Gelenken ziehender Schmerz [A.f.d.H.]

Lähmungs-Gefühl im rechten Vorderarme und der Hand (beim Schreiben), welches bei starker Bewegung verging, aber beim Schreiben und in der Ruhe bald wieder kam, doch schwächer [Ar.]

Klammartiger Schmerz im ganzen linken Vorderarme, durch nichts zu mindern [Ar.]

Ziehend reissender Schmerz an der äussern Seite des rechten Vorderarms [Ar.][457]

345. Wellenartig reissender Schmerz im obern Ende des linken Vorderarms [Ar.]

Zuckend ziehender Schmerz im untern Ende der innern Fläche des linken Vorderarms über die Handwurzel nach der hohlen Hand zu [Ar.]

Ziehend lähmiger Schmerz im rechten Hand-Gelenke [We.]

Krankhaft zusammenziehender Schmerz in der hohlen linken Hand, so dass er kaum die Finger ausstrecken konnte [Ar.]

Reissender Schmerz in der Handwurzel.

350. Die eine Hand wird eiskalt und gefühllos, wie taub (n. 2 St.)

Kühler Schweiss der innern Handflächen.

Klamm-Schmerz in der rechten Hand [We.]

Geschwulst der Hände, mit öfterm Husten, bei gehörigem Appetite [Greding, a.a.O.]

Beim Auf- und Niederbeugen der Hand, eine zitternde Bewegung im Hand-Gelenke [Rt. d. ä.]

355. Klammartiger Schmerz mit feinen Stichen in der rechten Hand, durch, Bewegung derselben vergehend [Ar.]

Einige pulsirende Stiche in der rechten hohlen Hand, wie mit einer spitzigen Nadel [Ar.]

Schneidend drückender Schmerz an der Seite des rechten Zeigefingers, nach dem Mittelfinger zu, in Bewegung und Ruhe [Ar.]

Schmerzhaftes Ziehen im linken Daumen [We.]

Zuckende Schmerzen im rechten Daumen [Ar.]

360. Wenn sie die Finger bis ans Hand-Gelenk beugt, sogleich heftige Stiche in den Ellbogen-Gelenken bis an die Hand-Gelenke herauf, an der äussern Fläche des Arms hin [A.f.d.H.]

Lähmiger Schmerz in den Daumen [A.f.d.H.]

Schmerzhafte Bewegung des rechten Daumen-Gelenks, wie von Verrenkung.

Kriebelnder Schmerz in den Fin gern.

Kriebeln in den Fingern, auch während des Schreibens [Hbg.]

365. Spannender Druck in den Oberschenkeln, wie von einer straff angezognen Binde, bei grosser Mattigkeit, im Gehen [Rt. d. ä.][458]

Nach dem Schlafe, ein Schmerz, bei Bewegung, im Hüft- (und Schulter-) Gelenke, wie von Zerquetschung, oder als wenn das Lager allzu hart gewesen wäre.

Im Schenkelkopfe des linken Fusses ziehender Schmerz, im Stehen und Sitzen, mehr noch im Gehen [A.f.d.H.]

Feine Nadelstiche im Muskelfleische des Oberschenkels [A.f.d.H.]

Nach dem Sitzen, eine fast lähmende Entkräftung in den Ober- und Unterschenkeln.

370. Kraftlosigkeit im Kopfe des Oberschenkels, oder Unfähigkeit zu gehen, wegen eines namenlosen, unerträglichen Schmerzes, fast wie von Zerquetschung im Kopfe des Oberschenkelknochens, welcher bald ab- bald zunimmt und nach dem Liegen und Schlafe entsteht (n. 5 St.)

Wankender Gang wegen Kraftlosigkeit und Schmerz im Kopfe des Oberschenkels.

Eine Betäubung, wie Lähmung im linken Schenkel (und Arme) [Matthioli, a.a.O.]

Reissender Schmerz an dem äussern Knöchel des linken Fusses herauf (n. 14 St.) [Ar.]

Unfestigkeit und Unstätigkeit in den Knieen; die Kniee wanken beim Stehen und Gehen.

375. Unfestigkeit der Kniee, besonders des einen; es knickt beim Gehen (sogleich u. n. 1 St.)

Schwere der Füsse (sogleich).

Schmerzen in den Fuss-Gelenken, mit verzweifelnden Gedanken und Todes-Betrachtungen.

Die Unterschenkel an ihren untern Theilen und die Unterfüsse sind wie taub und eingeschlafen [A.f.d.H.]

Tiefer, langsamer Stich über das rechte Knie [A.f.d.H.]

380. Schmerzhaftes Ziehen im Unterfusse vom Knie in die Ferse und wieder herauf [A.f.d.H.]

Zuckendes Reissen an der innern Seite der Kniee [A.f.d.H.]

Lähmiges Ziehen im rechten Unterschenkel und an der Achilles-Senne, bis zur Ferse [A.f.d.H.]

Kälte der Füsse bis an die Knöchel, mit Schweiss der Zehen und Fusssohlen.[459]

Empfindung an den Fussknorren, als wenn sie mit einem Bande zusammengeschnürt wären, früh.

385. Ungeheurer Schmerz im Fussknöchel, welcher durch äusseres Zusammendrücken sich mindert (n. 7 St.)

Kälte in den Füssen, vorzüglich der Zehen [Rt. d. ä.]

Geschwulst des Theiles (worauf der Saft gelegt worden) und heisser Brand, worauf ungemeine Eiterung erfolgte [Rödder, a.a.O.]

Empfindung und Kriebeln und Brennen geht allmälig durch den ganzen Körper, vorzüglich durch Arme und Füsse [Bacon, a.a.O.]

Jücken am ganzen Körper, besonders an den Schaamtheilen [Stoerck, a.a.O.]

390. Feine Nadelstiche hie und da am Körper [A.f.d.H.]

Einzelne, lang anhaltende, mit Wundheits-Gefühl gemischte, zuletzt in reinen Wundheits-Schmerz sich endende Stiche hie und da.

Kriebeln, Jücken und Abschälen der Haut, vorzüglich an den leidenden Theilen.

Flohstichähnliche Flecken an den Händen, im Gesichte u.s.w.

Röthliche Blüthchen mit scharfer Feuchtigkeit angefüllt [Stoerck, a.a.O.]

395. Breite, rothe, jückende Blüthchen am ganzen Körper [Stoerck, a.a.O.]

Der ganze Körper ist bei der Berührung schmerzhaft; das Kind lässt sich nicht anfassen, es wimmert.

Empfindung, als wenn sie von einer schweren Krankheit eben genesete, und von einem schweren Krankenlager aufstünde (n. 6, 12 St.)

Lähmigkeits-Gefühl und Zerschlagenheit in den Armen und Füssen mit heftigem Zittern am ganzen Körper, vorzüglich den Extremitäten, wovor er kaum gehen, schreiten kann; dabei höchst blasses Gesicht, erweiterte Pupillen, Ohnmächtigkeit, Herzklopfen, kalter Schweiss im Rücken und in den Schläfen auseinander treibendes Kopfweh – bald darauf brennende Hitze im Gesicht mit dem[460] Gefühl von Spannung und Gesichts-Röthe, Schläfrigkeit (n. d. Mittagessen) (n. 46 St.) (Nachwirkung?) [A.f.d.H.]

Bald verschwand die Lähmung auf der linken Seite und ging schnell in die rechte Seite über [Matthioli, a.a.O.]

400. Nach Verschwindung des Wahnsinns, Schmerz im Magen, im Kopfe, in den Kinnbacken, in der Brust und bald in dem einen, bald in dem andern Gelenke [Richard, a.a.O.]

Erschütterung der Gliedmassen [Greding, a.a.O.]

Abends plötzliches Geschrei, Zähneknirschen, dann durch langes Schlucksen steife Unbeweglichkeit, wie eine Bildsäule (Katalepsie) [Greding, a.a.O.]

Allmälig werden alle Theile des Körpers schwarz, der ganze Leib geschwillt, die Augen treten zum Kopfe hervor, die Zunge hängt aus dem Munde heraus [Pet. de Abano, de venenis, Cap. 30.]

Alle Gelenke schmerzen (n. 7 St.) [Richard, a.a.O.]

405. Grosse Schwäche der Gelenke, vorzüglich der Knie- und Fuss-Gelenke, mit Zucken in den Flechsen, so dass er kaum gehen kann [Bacon, a.a.O.]

Schmerzhaftigkeit des ganzen Körpers, mit erhöheter Schwäche [Greding, a.a.O.]

Schwäche und Unfestigkeit der Bänder aller Gelenke (n. 46 St.)

Unschmerzhaftes Knacken aller Gelenke, besonders der Kniee.

Müdigkeit in den Gliedmassen, besonders den Füssen, mit beständiger Schläfrigkeit und Verdriesslichkeit.

410. Früh beim Aufwachen, eine so grosse Mattigkeit, dass er nicht aus dem Bette aufstehen wollte, die sich aber nach dem Aufstehen gab.

Er klagt über Müdigkeit des ganzen Körpers, grosse Schwäche und Herzdrücken (n. 3 St.) [Matthioli, a.a.O.]

Sinken der Kräfte [Bacon, a.a.O.]

Ungemeines Sinken der Kräfte [Eberh. Gmelin, Nov. Acta Nat. Cur. VI. S. 394.]

Ohnmacht [Pet. de Abano, de venen. Cap. 30. – Rödder, a.a.O.]

415. Zwei und drei schnellere Pulse und darauf Ohnmacht von gleicher Dauer [Bacon, a.a.O.][461]

Ohnmacht.

In der freien Luft ist der Kopf frei und alle Zufälle mindern sich [A.f.d.H.]

Bewegung ist ihr zuwider, sie sitzt lieber [A.f.d.H.]

Drang, sich zu legen [Bacon, a.a.O.]

420. Sie muss sich niederlegen (zwischen d. 3. u. 5. St.)

Unverweigerlicher Hang, sich nieder zu legen (von 2. bis 5 St.)

Schläfrigkeit und Trägheit; selbst auf dem Spaziergange ungemein schläfrig [Hbg.]

(Unterbrochnes Gähnen; sie kann nicht ausgähnen.)

Gähnt oft, ohne schläfrig zu seyn [A.f.d.H.]

425. Gähnen und Dehnen [A.f.d.H.]

Schläfrigkeit, Schlaf (n. 2 St.)

Nachmittags grosse Schläfrigkeit, die Augen fallen zu, doch erwacht er leicht von gelindem Geräusch, schläft aber immer wieder ein [A.f.d.H.]

Nach dem Essen ungewöhnliche Schläfrigkeit [A.f.d.H.]

Leiser Schlaf (v. 1 bis 5 St.)

430. Schlaflosigkeit (schon in d. 4 St.)

Traumvoller Schlaf; verworrene, lebhafte Träume [A.f.d.H.]

Er kann nicht auf der rechten Seite, nicht auf dem Rücken liegen; er wendet sich im Bette mit Schmerzen von einer Seite zur andern.

Er liegt früh im Schlafe auf dem Rücken, die linke flache Hand unter den Hinterkopf gelegt.

Er schläft sitzend mit vorgeneigtem Haupte.

435. Langsamer Odem im Schlafe.

(Einathmen mit zwiefachem Rucke, wie Bock-Stossen, im Schlafe.)

Lange Träume, mit Beängstigung auf der Brust, die ihm das Athmen hemmte, so dass er darüber erwachte (Alp).

Träume, in denen er viel sprach.

Sie hat ärgerliche Träume.

440. Er fährt schreckhaft zusammen, macht viele Bewegungen und redet im Schlafe.[462]

Sie fährt im Schlafe auf und spricht, es fasse sie jemand an.

Er phantasirt wachend, entflieht aus dem Bette, und glaubt, Schafe zu treiben (n. 14 St.)

Abends nach dem Niederlegen und bei Tage im Sitzen träumt er wachend und ist in irrigen Gedanken, als wenn er weit von seiner Wohnung entfernt wäre.

Er träumt gegen Morgen sehr lebhaft einen Traum, welcher ihm genauen Aufschluss über eine Angelegenheit giebt, die ihm im Wachen ein unerklärliches Räthsel war (n. 20 St.)

445. Er träumt die halbe Nacht über einen einzigen Gegenstand und er beschäftigt sich damit einzig auch nach dem Erwachen noch viele Stunden lang, so dass nichts anders als dieser Gegenstand vor seinem Vorstellungsvermögen steht (wie eine fixe Idee eines Geisteskranken) was ihm sehr lästig ist und ihn quält.

Nachts, ängstliche Träume und mehrmaliges Erwachen mit Schreck [Rt. d. ä.]

Unruhige Nacht [Greding, a.a.O.]

Schlummer [Moraeus, a.a.O.]

Ruhiger Schlaf vier bis fünf Stunden lang [Bacon, a.a.O.]

450. Verlangen auf kaltes Wasser [Matthioli, a.a.O.]

Fieberhafter, oft aussetzender Puls [Richard, a.a.O.]

Empfindung, als wenn alle Adern erkalteten [Matthioli, a.a.O.]

Empfindung, als wenn der Blutlauf in allen Adern gehemmt wäre [Bacon, a.a.O.]

Er liegt ruhig, aber friert und schaudert und will mit vielen Betten zugedeckt seyn [Bacon, a.a.O.]

455. Früh beim Erwachen, düselig im Kopfe.

Früh beim Erwachen ist es ihm, als hätte er einen übel riechenden Athem.

Abends beim Niederliegen, Schauder.

Frostzittern und öfters Gähnen, früh nach dem Aufstehen [A.f.d.H.]

Aengstliche Frostigkeit (n. 3 St.)

460. Frost bei der mindesten Bewegung (n. 10 St.)[463]

Frieren im Bauche [A.f.d.H.]

Es läuft ihr fortwährend die Arme und Füsse kalt herauf, auch am Gesicht hat sie Schauder [A.f.d.H.]

Schauder durchrieselt sie von unten bis in die Brust herauf [A.f.d.H.]

Es friert sie und sie schüttelt sich [A.f.d.H.]

465. Frostschauder über Rücken und Arme [A.f.d.H.]

Ohnmachtsanfall mit Frost.

Zuerst Kälte, Frost und Blässe der Fingerspitzen, dann in den Fingern, nachgehends Empfindung vom Klamm in den Fusssohlen und Waden, endlich Frost an der Stirne (n. 1/4 St.)

Kälte am ganzen Körper.

Fieber: Frost des ganzen Körpers, mit heisser Stirne, heissen Ohrläppchen und innerer trockner Hitze.

470. Fieber: Kälte mit Steifigkeit des ganzen Körpers, Röthe und Hitze der einen und Kälte und Blässe der andern Wange, bei offenen, stieren Augen, mit verengerten Pupillen, die sich im Dunkeln nur wenig und langsam erweitern.

Gegen Abend, Frost und Kälte der Hände und Füsse, dann Brecherlichkeit in der Mitte des Brustbeins, welche selbst während des Genusses der Speisen anhält, welche gut schmecken, obgleich weder Appetit dazu, noch Abneigung dagegen vorhanden ist; nach dem Essen vergeht die Brecherlichkeit, worauf die Gesichts-Hitze erfolgt, von traurigen, verzweifelnden Gedanken begleitet.

Oeftere Anfälle (etwa eine Stunde um die andre), eine Viertelstunde lang, von äusserster Schwäche und Unempfindlichkeit, so dass er weder Hände noch Füsse regen und nicht im Bette aufsitzen, noch auch den vorigen Schmerz fühlen, nicht sehen, nicht hören, auch nicht laut reden konnte; wobei die Schenkel ausgestreckt sind (n. wenigen St.)

Abwechselnde Anfälle (n. 3, 4, 6 St.): Entweder bei Backen-Röthe, läppische Lustigkeit, mit Hitz-Empfindung über den ganzen Körper und Kopfweh beim aufwärts und seitwärts Bewegen der Augen.[464]

Oder, bei Backen-Röthe und Kopf-Hitze, Schauder über den ganzen Körper, bei richtigem Geschmacke im Munde;

475. Oder, bei Backen-Röthe, Schauder, mit Weinen und drückendem Kopfweh vergesellschaftet;

Oder, bei Backen-Röthe, ein hartnäckig widerstrebendes Wesen, Brennen in der Nabel-Gegend und drückender Kopfschmerz.

Höchste Backen-Röthe, mit einem mürrischen, kläglich weinerlichen Wesen (n. 3 St.)

Gegen Abend brennende Hitze im Kopfe und Gesichte, mit Backen-Röthe und herausdrückendem Kopfweh; dabei am ganzen Körper Frostschauder mit Durst (n. 14 St.) [A.f.d.H.]

Gegen Abend, trockne Hitze im Gesichte, mit Aengstlichkeit.

480. Heiss vor dem Kopfe, mit heiss anzufühlender Stirne, bei Frostschauder des übrigen Körpers, bei der geringsten Bewegung.

Gefühl von Hitze zuerst in den Händen, dann im ganzen Körper, selbst in der Brust, ohne merkbare äussere Hitze (n. 4 St.)

Es überlief ihn einigemal den Rücken heiss [A.f.d.H.]

(Hitze mit Entblössung.)

Allgemeine Hitze mit Durst.

485. Bei der Hitze mässiger Bierdurst.

(Sie trinkt wenig in der Hitze und hat doch trockne Lippen.)

(In der Hitze beschwert sie der Husten.)

(Grosse Hitze von Abends 10 Uhr bis nach Mitternacht, mit kurzem Athem; sie wollte husten und konnte nicht, auch das Sprechen ward ihr sauer; dabei äusserste Unruhe und Schreien über Schmerzen in den Händen, den Füssen, dem Unterleibe und im Kreutze; sie stampfte mit den Füssen und liess sich nicht angreifen.)

Schweiss mit Fieberschauder (n. 3 St.)

490. Gelinder Schweiss über den ganzen Körper.

Sauer riechender Schweiss über den ganzen Körper.

Matter Schweiss.[465]

Gelinde Wärme mit mässigem Schweisse [Bacon, a.a.O.]

Bei starkem Schweisse häufiger Harnfluss [Greding, a.a.O.]

495. Bei starkem Schweisse, Durchfall und vermehrter Harnfluss [Greding, a.a.O.]

Grosse, innerliche Hitze mit Durst [Rödder, a.a.O.]

Duftung und Schweiss am ganzen Körper [Stoerck, a.a.O.]

(Gegen Mittag), Schweiss [Greding, a.a.O.]

Heftiger Schweiss, ohne Ermattung [Greding, a.a.O.]

500. Bei dreister Sprache und lebhaften Augen, steht kalter Schweiss auf seiner Stirne und der Puls ist fast unfühlbar [Matthioli, a.a.O.]

Nächtliches, wüthendes Delirium; er lässt sich nicht im Bette erhalten; früh, ungeheurer Schweiss [Dürr, in Hufel. Journ. IX. 4. S. 108.]

Uebereilt verrichtet er allerlei, und läuft im Hause umher [Helmont, a.a.O.]

Kurzdauernder Wahnsinn [Moraeus, a.a.O.]

Verdriesslich, zu nichts aufgelegt, niedergeschlagen auch beim Spaziergange [Hbg.]

505. Verdriesslich, als hätte sie gar kein Leben mehr in sich (n. 2 St.) [A.f.d.H.]

Wird lustig und bekommt Neigung zu singen und zu tanzen (n. 1/2 St.) [A.f.d.H.]

Lustiger, aufgeregter als gewöhnlich (d. ersten St.)

Abwechselnde Anfälle entgegengesetzter Gemüthszustände [Matthioli, a.a.O.]

Bald hat er seinen völligen Verstand, bald redet er irre [Matthioli, a.a.O.]

510. Bald zweifelt er an seinem Aufkommen, bald ist er voll Hoffnung [Matthioli, a.a.O.]

Nach dem Erbrechen, sogleich Belebung der Hoffnung [Richard, a.a.O.]

Zittern und Neigung zu Herzklopfen.

Herzklopfen und Aengstlichkeit und vermehrte Körperwärme, besonders im Gesichte [A.f.d.H.]

Herzklopfen mit grosser Aengstlichkeit, Athembeklemmung und grosser Müdigkeit[466] in allen Gliedern; es steigt ihr von da in den Kopf und wird ihr wie betäubt von fliegender Gesichts Röthe [A.f.d.H.]

515. Angst und mürrisches Wesen mit feinem Stechen in der Brust-Seite; dann Klopfen in der Herzgrube und dann drückendes Kopfweh.

Untröstliche Angst und jämmerliches Heulen mit Klagen und Vorwürfen über (oft unbedeutende) üble Ereignisse (n. 5 St.)

Peinlich ängstliche Klagen, mit zagenden Befürchtungen, mit Verzweiflung, laut jammerndem Weinen und bittern Beschwerden und Vorwürfen.

Furcht, er möchte wanken, fallen.

Menschenscheu (n. 3 St.)

520. Er sinnt, und sitzt in tiefen Gedanken.

Ahnung: er sagt: eben jetzt muss meine Geliebte (11 Meilen weit entfernt) die schwere Stelle,5 die ich eben sang, ebenfalls gesungen haben.

Kummer, Gram.

Das mindeste Geräusch ist ihm unerträglich (n. 1/2 St.)

Musik ist ihr unerträglich; es geht ihr durch alle Glieder, sie wird ganz wehmüthig (n. 24 St.)

525. Aeusserste Schreckhaftigkeit (n. 1/4 St.)

Er nimmt jeden Scherz sehr übel (n. 3 St.)

Sie ist äusserst zur Aergerniss aufgelegt (n. 1/2 St.)

Sie wird zänkisch (n. 6 St.)

Sie macht Vorwürfe (n. 4 St.)

530. Zänkerei, mit läppischem Wahnsinne von Stunde zu Stunde wechselnd – er schwatzt Kinderpossen und ist ausgelassen lustig.

Zornmüthigkeit.

Hartnäckigkeit.

Menschenhass.[467]

Gesetztes, standhaftes, obwohl nicht aufgereimtes Gemüth (Nach- und Heilwirkung) (n. 8 St.)

535. Lebhafte Einbildungskraft.

Bald scheint er zu weinen, bald trällert er [Matthioli, a.a.O.]

Wahnsinnige Possen [Richard, a.a.O.]

Befürchtung eines nahe bevor stehenden Todes [Richard, a.a.O.]

Von Zeit zu Zeit wiederkehrende Todesangst [Matthioli, a.a.O.]

540. Klagende Befürchtungen eines nahen Todes (v. 2 bis 12 St.)

Befürchtung, es möchte ihm ein Unglück begegnen.

Fußnoten

1 D. i. ein Mohnsamen grosses, feinstes Streukügelchen damit befeuchtet, deren mehr als tausend von einem Tropfen Weingeist befeuchtet werden und die so klein sind, dass ihrer 300 nur einen Gran wiegen.

2 Vermuthlich Wechselsymptom mit 81 –, so dass beides Erstwirkungen sind.

3 Dieser Einschluss bezieht sich auf eine Person, die in gesunden Tagen gewöhnlich sehr rothe Backen hatte, welche daher homöopathisch aufgehoben wurden, da Sturmhut Backen-Hitze fast stets für sich erzeugt.

4 Alle die von Rödder beobachteten Zufälle entsanden von Auflegung des Saftes in eine Wunde.

5 Die Stelle aus Beethoven: ah! perfido – hatte sie wirklich, obgleich bisher gefährlich krank, doch diesen Tag zum ersten Male vorzüglich wohl, in ein Conzert geführt, gesungen, nur 5 Stunden früher, als dieser ihr Bräutigam, der von Mesmerism vorzüglich erregbar war.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 1, Dresden, Leipzig 31830, S. 435-468.
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