[260] Schöllkraut.

[260] (Der aus der frischen Wurzel des Chelidonium majus ausgepresste und mit gleichen Theilen Weingeist gemischte Saft.)


Die Alten wähnten, die Gelbheit des Saftes dieser Pflanze sey ein Zeichen (Signatur) ihrer Dienlichkeit in Gallenkrankheiten. Die Neuern dehnten daher ihren Gebrauch auf Leberkrankheiten aus, und ob es gleich Fälle gab, wo der Nutzen dieses Gewächses bei Beschwerden in dieser Gegend des Unterleibes sichtbar ward, so sind doch die Krankheiten dieses Theils, ihr Ursprung und das dabei gegenwärtige Uebelbefinden des übrigen Lebens unter sich so verschieden, die Fälle auch, wo es geholfen haben soll, von den Aerzten so wenig genau beschrieben worden, dass sich Krankheitsfälle, worin diese Arznei fortan mit Gewissheit dienlich seyn müsste, unmöglich aus ihren Angaben im voraus bestimmen lassen - wie doch so unumgänglich bei Behandlung der so wichtigen Menschenkrankheiten geschehen sollte. Eine solche Lobpreisung (ab usu in morbis) bleibt also nur allgemein, unbestimmt und zweideutig, zumal da dieses Kraut von den Aerzten so[261] selten einfach, sondern fast immer in Vermischung mit andersartigen, wirksamen Dingen (Löwenzahn, Erdrauch, Brunnkresse) und unter Beigebrauche von den sogenannten (höchst abweichend wirkenden) bittern Dingen angewendet worden ist.

Die Wichtigkeit der menschlichen Gesundheit verstattet keine so ungewisse Bestimmung der Arzneien. Nur der leichtsinnige Frevler kann sich mit solcher Vermuthlichkeit am Krankenbette begnügen. Es kann also nur das, was die Arzneien von ihrer eigenthümlichen Wirkungsfähigkeit unzweideutig bei ihrer Einwirkung auf gesunde Körper selbst offenbaren, das ist, nur ihre reinen Symptome können uns laut und deutlich lehren, wo sie mit Gewissheit heilbringend seyn müssen, wenn sie in sehr ähnlichen Krankheitszuständen eingegeben werden, als sie selbst eigenthümlich im gesunden Körper erzeugen können.

Man wird aus folgenden Symptomen des Schöllkrauts, deren Vervollständigung noch von andern redlichen, genauen Beobachtern zu erwarten ist, eine viel mehr erweiterte Aussicht auf bestimmte Hülfskräfte dieses Gewächses bekommen, als man bisher geahnet hatte; aber bloss der in die homöopathische Lehre eingeweihete Arzt wird diesen gesegneten Gebrauch von ihm zu machen verstehen. Der Schlendrianist mag sich mit den ungewissen Nutzanwendungen des Schöllkrautes begnügen, wozu ihn seine, im Finstern tappende Materia medica anleitet.[262]

Schöllkraut.

(Die Sinne vergingen ihm.)

Stechend drückender Kopfschmerz im Scheitel, anfallsweise, vorzüglich beim Schnellgehen.

Zusammenziehendes Kopfweh.

(In den Augäpfeln ein kitzelndes Jücken.)

5. Ein blendender Fleck deuchtete ihm vor dem Auge zu seyn, und wenn er hinein sah, so thränte es.

In der Nasenspitze, ein Zittern und Fippern.

Ein wühlendes Reissen in der Oberkieferhöhle (n. 3 St.).

Verminderung des Durstes.

Brecherliche Uebelkeit (vom äussern Gebrauche).

10. Ein Spannen über die Oberbauchsgegend.

Leibweh.

Ein Schmerz über der linken Hüfte, als wenn da etwas dick wäre und sich da etwas sackte.

Blähungen gehen in grosser Menge ab.

Alle Nächte, dreimal Durchfallstuhl.

15. Schleimiger Durchfall.

Röthlicher Harn (vom äussern Gebrauche).

Er musste den Tag über 10 bis 12 Mal, und die Nacht zwei, drei Mal harnen, und jedesmal sehr viel (n. 24 St.).[263]

Brennen in der Harnröhre, gleich vorher, wenn der Urin beim Wasserlassen kommen will.

Ein Stechen und Schneiden in der Harnröhre beim Uriniren und bei Körperbewegung.


20. Engbrüstigkeit.

Ein Ziehen im linken Vorderarme und von da in die flache Hand, in welcher eine fippernde Bewegung war.

Das linke Handgelenk war wie steif, Abends.

Im rechten Handgelenke, eine Hemmung und Steifheit, bloss bei Bewegung fühlbar.

Einige rothe Blüthchen mit weissen Spitzen an beiden Oberschenkeln, mit beissend fressendem Jücken.

25. Eingeschlafenheit der vordern Fläche des Oberschenkels, mit feinen Stichen und schründendem Schmerze (vom äussern Gebrauche).

Eine Steifheit im Unterfussgelenke, wie vertreten.

(Schlagartige Unempfindlichkeit und Taubheits-Empfindung des ganzen Körpers, mit Zittern, bei unverändertem Pulse.)

Wärmeverminderung.[264]

Beobachtungen Andrer.

Benebelung (n. 10 Minuten) (W. Gross, in einem Aufsatze).

Dumpfer Kopfschmerz, mit Schlägen im Takte des Pulses, an der rechten Schläfe, als wenn die Gefässe zu sehr mit Blut angefüllt wären (n. 2 St.) (Chr. Teuthorn, in einem Aufsatze).

Von innen heraus drückend pressender Kopfschmerz, vorzüglich nach der Stirne zu, der durch freie Luft, Husten, Schnauben der Nase und durch Bücken sehr vermehrt wird, während des Essens aber nicht zugegen ist, den ganzen Tag anhaltend (Fr. Hartmann, in einem Aufsatze).

Ein Drängen im grossen Gehirn, als wenn es im Schädel nicht Raum hätte und sich durch's Ohr drängen wollte, worin ein Geräusch, wie von einem entfernten Wasserwehre, gespürt wird (F. Walther, in einem Aufsatze).

(5) Widriges Gefühl in der linken Schläfe, als stockte das Blut daselbst auf einmal, worauf ein stumpf stechender Schmerz in dieser Stelle erfolgte (n. 1/2 St.) (Walther, a.a.O.).

Drückender Schmerz in der rechten Schläfegegend, wobei das rechte Nasenloch verstopft war (n. 6 St.) (Fr. Meyer, in einem Aufsatze).

Drückend reissender Kopfschmerz zwischen den Augenbrauen, der die Augenlider zudrücken wollte, sich nach dem Essen verlor und nach dreiviertel Stunden wiederkam (n. 1/2 St.) (H. Becher, in einem Aufsatze).

Reissender Schmerz in der rechten Seite des Hinterhauptes, mit langen, starken Stichen nach vorne hin (n. 151/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Heftig reissende Stiche im linken Stirnhügel (n. 31/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

(10) Quer herüber ziehendes, stumpfes Stechen in der ganzen Stirne (Chr. Fr. Langhammer, a.a.O.).[265]

Gefühl von flüchtigem Ziehen unter dem Stirnbeine (n. 1/4 St.) (Gross, a.a.O.).

Kriebeln in den Stirnhügeln, in abgesetzten, kurzen Zwischenzeiten (Gross, a.a.O.).

Langsam ziehender, druckartiger Stich von der linken Seite des Hinterhauptes nach der Stirne zu (n. 1/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Kneipende Stiche in der rechten Seite des Hinterhauptes (n. 11/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

(15) Kneipende Stiche auf der linken Seite des Hinterhauptes, gleichsam äusserlich, doch durch Draufdrücken weder zu mehren, noch zu mindern (n. 7 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Betäubender Druck auf die rechte Augenhöhle, gleichsam von aussen hinein (Gross, a.a.O.).

Verkleinerung der Pupillen (sogleich) (Becher, a.a.O.).

Verengerung der Pupillen gleich nach dem Einnehmen, sie erweiterten sich aber nach einer Stunde bis zu ihrer gewöhnlichen Grösse (Teuthorn, a.a.O.).

Drückender Schmerz über dem linken Auge, der das obere Augenlid herabzudrücken schien (n. 3/4 St.) (Hartmann, a.a.O.).

(20) Druck am rechten obern Augenlide (C. Th. Herrmann, in einem Aufsatze).

Eine Ausschlagsblüthe am linken obern Augenlid-Knorpel mit Eiter, mit drückendem Schmerze darin bei Berührung und Verschliessung der Augen (Herrmann, a.a.O.).

Spannen und Ziehen im linken Jochbeine, bloss beim Liegen (n. 9 St.) (Gross, a.a.O.).

Blasses Gesicht (Teuthorn, a.a.O.).

Schmerz, wie von Quetschung, im linken Ohrläppchen, und gleich drauf Brennen im rechten Ohrläppchen, wie von einer glühenden Kohle (n. 13 St.) (Meyer, a.a.O.).

(25) Ein lang anhaltender Stich im äussern[266] rechten Ohre, der allmälig verschwindet (n. 3 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Beim Gehen, Klingen im linken Ohre (n. 9 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Klingen vor den Ohren, wie Pfeifen (n. 1/2 St.) (Meyer, a.a.O.).

Sausen vor den Ohren, wie starker Wind (n. 11/2 St.) (Meyer, a.a.O.).

Unleidliches Gefühl in beiden Ohren, als strömte aus ihnen Wind aus, so dass er den Finger oft einbringen musste, um diess Gefühl zu tilgen (n. 1/3, 3, 4 St.) (Walther, a.a.O.).

(30) In beiden Ohren, Getön, wie sehr weit entfernter Kanonendonner (Walther, a.a.O.).

Absetzend reissender Druck im rechten innern Gehörgange (n. 2 St.) (Herrmann, a.a.O.).

Reissender Schmerz im rechten innern Gehörgange (n. 3/4 St.) (Herrmann, a.a.O.).

Reissen im innern Ohre: durch Einbohren mit dem Finger, um es zu erleichtern, entstand Klingen dazu (Meyer, a.a.O.).

Zahnweh in dem linken Oberkiefer (Langhammer, a.a.O.).

(35) Die Zähne des linken Unterkiefers schmerzen dumpf beim Berühren und sind lockerer (n. 3 bis 21 St.) (Becher, a.a.O.).

Starke Spannung an und in dem Halse, über der Kehlkopfgegend, als wenn er zugeschnürt wäre, wodurch jedoch nur der Schlund verengert ward (n. 1/2 St.) (Gross, a.a.O.).

Empfindung, als würde der Kehlkopf von aussen auf die Speiseröhre gedrückt, wodurch nicht das Athmen, sondern das Schlingen erschwert wird (n. 5 Minuten) (Gross, a.a.O.).

Ein Wurgen im Halse, als wenn man einen[267] zu grossen Bissen allzuschnell hinter schlingt (Gross, a.a.O.).

Weissbelegte Zunge (Walther, a.a.O.).

(40) Schleimige Zunge (Gross, a.a.O.).

Ekelig fader Geschmack im Munde, wie nach Hollunderblüthenthee; doch schmecken die Speisen ganz natürlich (Gross, a.a.O.).

Bittrer Geschmack im Munde, während Essen und Trinken richtig schmeckten (n. 2 St.) (Meyer, a.a.O.).

Verminderung des Appetits (Becher, a.a.O.).

Viel Durst nach Milch, und darauf Wohlbehagen durch den ganzen Körper; so viel er auch davon zu sich nahm, so fühlte er doch keine Beschwerde, da sie ihm sonst viel Blähungen erzeugte (n. 361/2 St.) (Becher, a.a.O.).

(45) Oefteres Aufstossen von Luft (Teuthorn, a.a.O.).

Leeres Aufstossen (Gross, a.a.O.).

Brecherlichkeit (Horn's Archiv, B. XI. II.).

Starke Uebelkeit bei erhöheter Wärme des Körpers (n. 1/4 St.) (Walther, a.a.O.).

Schlucksen (n. 11/2 St. und öfter) (Langhammer, a.a.O.).

(50) Kneipend drückender Schmerz in und unter der Herzgrube, vermehrt durch Berührung (n. 3 St.) (Becher, a.a.O.).

Klammartiges Klopfen in der Herzgrube, was ein angstvolles Athmen verursachte (n. 5 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Brennen auf der linken Seite unter den Ribben, wagerecht mit der Herzgrube (Gross, a.a.O.).

Magenschmerz (Horn's Archiv, a.a.O.).

Beständiges Gluckern und Gurlen im Unterleibe (Gross, a.a.O.).

(55) Leibweh (Horn's Archiv, a.a.O.).

Schmerzhafter Druck gleich über dem Nabel (Gross, a.a.O.).

Dumpfes Kneipen in der Nabelgegend, worauf einige[268] Blähungen erfolgten (n. 1 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Krampfartiges Einwärtsziehen des Nabels, mit vorübergehender Uebelkeit begleitet (n. 61/2 St.) (Becher, a.a.O.).

Brennender Schmerz im Unterleibe, gleich unter den kurzen Ribben der linken Seite (n. 14 St.) (Gross, a.a.O.).

(60) Anhaltendes Schneiden in den Gedärmen, unmittelbar nach dem Essen, welches doch gut geschmeckt hatte (Gross, a.a.O.).

Kneipender Schmerz in der linken Schoossgegend (n. 9 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Hartleibigkeit: der Stuhl geht in kleinen, harten Knoten, wie Schafkoth, ab (zwei Tage nach einander) (Teuthorn, a.a.O.).

Durchfall (Horn's Archiv, a.a.O.).

Harndrang, den ganzen Tag über, mit wenig Urinabgang (n. 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

(65) Gleich vor Abgang des Harnes, ein Brennen (Meyer, a.a.O.).

Harnröhrtripper (Wendt, in Hufel. Journ. XVI. III.).


Stockschnupfen (n. 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Brustschmerz (Horn's Archiv, a.a.O.).

Beklemmung der Brust und des Athems (Gross, a.a.O.).

(70) Beklemmung der Brusthöhle beim Ausathmen (Gross, a.a.O.).

Reissender Druck in der linken Achselhöhle und weiter vor nach der Brustwarze zu (n. 30 St.) (Herrmann, a.a.O.).

Scharfes Stechen neben den Wirbeln in der Mitte des Rückens (Gross, a.a.O.).

Stumpfe Stiche, schnell hinter einander, in der linken Lende, mehr nach dem Rücken zu (n. 10 Minuten) (Gross, a.a.O.).

[269] Reissender Druck an den untersten Lendenwirbeln bis vor in die Nähe der Schaufelbeine; es ist, als ob die Wirbelbeine von einander gebrochen würden, bloss beim Vorwärtsbiegen und wenn er sich dann wieder zurückbeugt, mehre Tage lang, auch im Gehen fühlbar (n. 86 St.) (Herrmann, a.a.O.).

(75) Kneipend krampfartiger Schmerz am innern Rande des rechten Schulterblattes, der ihn abhielt, den Arm zu bewegen (n. 1 St.) (Hartmann, a.a.O.).

(Im Sitzen) Stechen in der linken Achselhöhle (n. 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Reissen in den Muskeln des rechten Oberarms (n. 28 St.) (Herrmann, a.a.O.).

Lähmiger Druck am linken Oberarme (n. 2 Tagen) (Herrmann, a.a.O.).

Eine Art Lähmung in den Muskeln des Oberarms bei Bewegung desselben (Gross, a.a.O.).

(80) Klammartiger Schmerz im linken Ellbogengelenke, den eine gebogene Richtung des Arms noch schmerzhafter machte (n. 41/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Abgespanntheit der Muskeln des rechten Vorderarmes, so dass sie nur schwierig zur Bewegung gebracht werden konnten und bei jeder Bewegung und beim Zugreifen schmerzten (n. 26 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Klemmend reissender Schmerz im Rücken der rechten Hand (n. 11/4 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Reissend stechender Schmerz in den rechten Mittelhandknochen, der durch Aufdrücken sehr erhöhet wird (n. 26 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Feines Reissen an dem Mittelhandknochen und Handwurzelknochen des rechten Daumens (n. 7 St.) (Herrmann, a.a.O.).

(85) Lähmiges Reissen in den Mittelhandknochen und dem hintersten Gelenke des Daumens und Zeigefingers der linken Hand (Herrmann, a.a.O.).

[270] Die vordern Glieder der Finger der rechten Hand wurden gelb, kalt und wie abgestorben, die Nägel blau (n. 1 St.) (Meyer, a.a.O.).

Feines Reissen in den Fingerspitzen an der rechten Hand (Herrmann, a.a.O.).

Oefters zurückkehrendes Reissen im vordersten Gliede des kleinen Fingers der rechten Hand, ohne Bezug auf Bewegung oder Betasten (n. 31/4 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Brennendes Jücken im linken Hüftgelenke an der vordern Seite (n. 10 Minuten) (Gross, a.a.O.).

(90) Von dem Hüftknochen an bis zu den Zehen des rechten Fusses, ein lähmig ziehender Schmerz, der im Gehen, Sitzen und Liegen sich gleich blieb und plötzlich verschwand (n. 391/4 St.) (Becher, a.a.O.).

Eine Art Lähmung und Unvermögen im linken Oberschenkel und Knie beim Auftreten (Gross, a.a.O.).

Zusammenknicken der Kniee im Stehen und Gehen (n. 12 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Harter Druck, zwei Finger breit, unter der rechten Kniescheibe (Herrmann, a.a.O.).

Harter Druck, zwei Finger breit, unter der linken Kniescheibe, mehr nach innen (Herrmann, a.a.O.).

(95) Stechen in der rechten Kniekehle (im Sitzen) (n. 2 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Herabziehender Schmerz in der linken Wade (Langhammer, a.a.O.).

Einige brennend schmerzende Flecke, mit Stichen in der Mitte, oberhalb der Achillessenne; durch Kratzen wurde der Schmerz vermehrt (Teuthorn, a.a.O.).

Drückender Schmerz im rechten Fussgelenke, im Sitzen (n. 11/2 St.) (Meyer, a.a.O.).

Glucksender Schmerz im linken Fussrücken (n. 9 St.) (Meyer, a.a.O.).[271]

(100) Klamm an der Fusssohle des rechten Fusses, welche nebst den Zehen unterwärts gekrümmt ward; die Zehen waren wie abgestorben und ohne Gefühl; durch Zusammendrücken der Waden mit der Hand liess der Klamm nach, vermehrte sich aber beim Versuche, aufzutreten (n. 12 St.) (Becher, a.a.O.).

Einzelne flüchtige Nadelstiche abwechselnd an verschiednen Stellen, bald an einer Hand oder einem Arme, bald an einem Fusse, am Knie, am Bauche u.s.w. (Gross, a.a.O.).

Müdigkeit und Trägheit der Glieder; es ist ihm unmöglich, ein Glied schnell zu bewegen, die Bewegung wird ihm sauer und er scheut sie; dabei Gähnen und Schläfrigkeit (n. 15 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Nach Tische sehr grosse Trägheit und Unlust zur Arbeit, mit Schläfrigkeit (Hartmann, a.a.O.).

Früh beim Erwachen, so grosse Müdigkeit, dass er sich schwer zum Aufstehen entschliessen konnte (Walther, a.a.O.).

(105) Grosse Trägheit und Schläfrigkeit, ohne Gähnen (n. 6 St.) (Gross, a.a.O.).

Grosse Unbehaglichkeit: es ist ihm gar nicht wohl, ohne dass er weiss, was ihm eigentlich fehlt; er muss sich legen, ohne schlafen zu können, und es war ihm alles unleidlich (Gross, a.a.O.).

Trieb, sich nieder zu legen, ohne schläfrig zu seyn, und ohne schlafen zu können (Gross, a.a.O.).

Nach Tische, Trieb, sich niederzulegen, ohne eben wirklich schlafen zu können; er schreckte mehrmals in diesem Schlummer auf, und als er davon aufstand, war der Kopfschmerz noch schlimmer (Hartmann, a.a.O.).

Schlaf mit Träumen von Gegenständen der täglichen Beschäftigung (Langhammer, a.a.O.).

(110) Unruhiger Schlaf voll Träume (Meyer, a.a.O.).[272]

Unruhiger Schlaf, ohne besondre Träume (Becher, a.a.O.).

Sehr unruhiger Schlaf mit schnellem Aufwachen und mit einem übermässigen Schweisse, der im Schlafe entstanden war und bis früh, auch im Wachen fortdauerte (Hartmann, a.a.O.).

Frühschweiss (Meyer, a.a.O.).

Schweiss im Frühschlafe (Walther, a.a.O.).

(115) Beim in's Bett Legen, Abends, überfällt ihn ein starker Schüttelfrost, der fast eine Stunde anhielt, bei äusserer Wärme am ganzen Körper, und doch mit Gänsehaut, worauf ein Schweiss erfolgte, welcher die ganze Nacht hindurch dauerte (n. 38 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Jedesmal beim Ausgehen in die freie Luft Schüttelfrost, ohne Kälte (im Sommer), welcher nicht eher nachliess, als bis er wieder in die Stube kam (zwei Tage lang) (Hartmann, a.a.O.).

Bald hatte er ein Gefühl von Wärme zugleich im ganzen Körper, bald ein Gefühl von Kälte; oft wechselte es auf diese Art in einzelnen Gliedern ab (n. 18 St.) (Becher, a.a.O.).

Schauder durch den ganzen Körper, bei ungeänderter Wärme desselben, ohne Durst (n. 3 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Schauder am ganzen Körper, bei ungeänderter Wärme desselben (Gross, a.a.O.).

(120) Starker, nicht schneller Pulsschlag (im Sitzen) (n. 3/4 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Kalte Hände (n. 23/4 St.) (Langhammer, a.a.O.).

Schüttelfrost (bei kalten Händen) über den ganzen Körper (Meyer, a.a.O.).

Schüttelfrost mit Uebelkeit, ohne Aufstossen (n. 1/4 St.) (Meyer, a.a.O.).

Schauder an den Händen, welche wärmer, als gewöhnlich sind (n. 1/4 St.) (Gross, a.a.O.).

(125) Der rechte Fuss, bis an's Knie, ist eiskalt, mit Kälteempfindung daran, während der andre Fuss und der ganze übrige Körper ihre gehörige[273] Wärme haben und die Adern auf der Hand und den Armen angeschwollen sind (n. 31/2 St.) (Hartmann, a.a.O.).

Ausserordentlich niedergeschlagen, voll trüber Gedanken über Gegenwart und Zukunft, bis zum Weinen; er hatte keine Ruhe an irgend einem Orte (Meyer, a.a.O.).

Traurig bis zum Weinen, und niedergeschlagen über Gegenwart und Zukunft (Walther, a.a.O.).

Heitere Gemüthsstimmung1 (Langhammer, a.a.O.).

Fußnoten

1 Heil-Nachwirkung.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 4, Dresden, Leipzig 21825, S. 260-274.
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