XXVI. Die Jahre 1831 bis 1834.

[293] Je mehr ich mich in meinen Briefen an die Gräfin Purgstall darüber beklagte, daß Fürst Metternich mich weder in der diplomatischen Laufbahn noch in der Kanzlei wirklich verwende, daß er mich nicht einmal mit dem Referat und[293] der Aufsicht über die Orientalische Akademie betraue, was doch wirklich kein Gegenstand großen Ehrgeizes, desto weniger fand ich den Fürsten dazu geneigt. Die Gelegenheiten, bei welchen ich dem Fürsten beweisen konnte, wie sehr er durch diese Hintansetzung des ersten Orientalisten Österreichs der Elementarschule der Dolmetsche schade, waren häufig genug. Früher hatte der Hofdolmetsch von Amts wegen den Prüfungen beizuwohnen gehabt, ich wurde nicht einmal dazu aufgefordert. Jetzt war eine Dienstvernachlässigung vorgekommen, über die ich, ohne meine Pflicht als Hofdolmetsch zu verletzen, nicht schweigen durfte. Solange dieses Amt besteht, und also schon bei den ersten Verhandlungen Österreichs mit der Türkei, erfolgten alle Sendungen an die Befehlshaber der türkischen Grenzstationen entweder unmittelbar durch Dolmetsche oder wenigstens mit Beigebung solcher. Dies war ja auch die einzigen Gelegenheiten, bei welchen Dolmetsche nützlich verwendet werden konnten. Alle meine Vorgänger hatten solche Missionen gehabt. Die Durcharbeitung von 200 Bündeln türkischer Akten hatte mich in die genaue Kenntnis dieser Sendungen gesetzt und die vorzüglichsten sind in meiner Geschichte aufgezählt. Vor etwa anderthalb Jahren war von der Erneuerung des Handelstraktates mit Marokko die Rede. Dazu hätte der Hofdolmetsch bevollmächtigt werden, oder mindestens den mit der Erneuerung beauftragten Flottenbefehlshaber Bandiera ein des Arabischen vollkommen kundiger Mann beigegeben werden sollen. Bandiera wurde Herr von Pflügel zugeteilt, der zwar in der Orientalischen Akademie erzogen worden war, aber kein Wort Türkisch und noch viel weniger Arabisch verstand. Ich schlug über diese Wahl die Hände zusammen, sagte aber kein Wort, weil die Ernennung bereits erfolgt war und weil ich den Schein vermeiden wollte, als lege ich besonderen Wert darauf, in so untergeordneter Stellung nach Marokko geschickt zu werden. Die ganze Mission endete mit einem ungeheuren Fiasko, und zwar bloß deshalb, weil Pflügel keine orientalische Sprache ordentlich gelernt hatte. Dem Fürsten blieb dies natürlich nicht verborgen, er nahm zu seiner gewöhnlichen Maßregel seine Zuflucht und ließ Herrn von Pflügel das Kommandeurkreuz[294] des Leopoldordens verleihen, um so das vollständige Mißlingen in einen Erfolg in den Augen des Publikums zu verwandeln. Das Resultat sollte Staatsgeheimnis bleiben und besonders sollte ich nichts davon erfahren. Mein Kollege Brenner ging darin sehr kopflos zu Werk und gab mir die ganze Sache in die Hand. Er gab mir den neuen marokkanischen Traktat, demnach die Österreicher in Marokko den meistbegünstigten Nationen gleichgestellt werden sollten, zur Übersetzung, damit er in die Zeitung kommen könne. Ich verglich die Artikel des neuen mit denen des alten Traktates und fand sie ganz gleichlautend und im neuen auch nicht eine Silbe von dieser Gleichstellung enthalten. Dies zeigte ich sehr erstaunt meinem Kollegen, der mir sehr verlegen sagte: ›Ich habe vergessen, Ihnen den Artikel zu geben, der die Gleichstellung enthält.‹ ›Wieso? Ein article separé, der nicht im Traktat enthalten ist?‹ ›Nein, nicht gerade, eine declaration ministerielle, welche volle Kraft des Traktates hat.‹ Pflügel war, da er kein Wort Arabisch verstand, in Marokko hinters Licht geführt worden. Statt des verhandelten Traktates mit der Begünstigung für die Österreicher war ihm eine mit der alten, ganz gleichlautende Urkunde ausgestellt worden, Pflügel kam mit ihr nach Gibraltar und dort entdeckte ein Jude, welcher die Geschäfte des Kaiserlichen Konsulates führte, den Betrug. Pflügel wagte es nicht, nach Marokko zurückzukehren, er blieb etliche Monate in Gibraltar und versuchte von da aus eine andere Urkunde des verhandelten Traktates mit dem Artikel zu erhalten. Alles was er erreichen und bekommen konnte, war eine ministerielle Erklärung von wenigen Zeilen, daß die Österreicher den bevorzugten Nationen gleichgehalten werden würden. Brenner schlug vor, die ministerielle Erklärung statt des fehlenden Artikels einzuschalten. Ich sagte: ›Fälschen kann die Staatskanzlei nicht, und wenn der Fürst eine Fälschung befohlen hat, ich als Hofdolmetsch gebe mich dazu nicht her.‹ Dabei blieb es und die Übersetzung des Traktates, die man nach meiner Erklärung nicht zu fälschen wagte, wurde nicht kundgemacht.

Bei einem Mittagmahl beim Fürsten Dietrichstein zog mich der Obersthofmeister des Herzogs von Reichstadt wegen[295] eines arabischen Talisman zu Rate, den der Kaiser dem Herzog schenken wollte. Damals war es Mode, Ringe als Uhrgehänge zu tragen, ich schlug ihm eine Inschrift nach der anderen vor. Aber für keinen der Sprüche konnte sich der Graf entscheiden; endlich bestimmte ihn seine Tochter zur Annahme des Spruches: ›Besteige das Pferd und traue auf Gott.‹ Ich will gleich das Weitere, was mir über das Schicksal dieses Talisman bekannt wurde, berichten. Ein Karneol wurde zu Konstantinopel mit dem Spruch gestochen und als Siegelring gefaßt, den der Kaiser dem Herzog schenkte. Ein Jahr nach dem Tode des Herzogs zeigte mir der Expeditor der Staatskanzlei ein eben aus dem Kabinette des Kaisers für den Fürsten Metternich eingelangtes Handschreiben, welches nicht mit dem gewöhnlichen kleinen Handsiegel, sondern mit einem orientalischen geschlossen war. Ich erkannte sofort das Siegel des Herzogs von Reichstadt, das sich der Kaiser als Andenken behalten hatte.

Ich hatte um eine Audienz beim Kaiser gebeten, um ihm ein Exemplar der gegen Ende des Jahres 1831 fertig gewordenen persischen Übersetzung des Marcus Antoninus zu überreichen und erhielt sie nicht am gewöhnlichen Audienztage (Mittwoch), sondern Sonntag, den 11. Dezember. Mein Diener trug mir den Quartband nach und da es schon eilig war, gab ich im Vorzimmer dem Diener meinen Mantel, nahm das Buch statt des Hutes unter den Arm und wurde sofort vom diensttuenden Kämmerer zum Kaiser vorgelassen. Ich überreichte das Buch dem Kaiser, der es sehr gnädig annahm, darauf zeigte ich ihm einen Brief des Grafen Apponyi mit der Nachricht, daß mir der König die französische Ehrenlegion verliehen habe. Als ich mich zurückzog, merkte ich, daß ich den Hut nicht in der Hand hatte, und suchte ihn. Der Kaiser sagte: ›Was suchen Sie?‹ ›Meinen Hut, Majestät.‹ ›Sie haben ja gar keinen mitgebracht‹ – ganz verwirrt ging ich hinaus. Auch der Kämmerer hatte nicht bemerkt, daß ich statt des Hutes nur das Buch unter dem Arme trug. Dies gab reichlich Stoff, über mich zu lachen. Der schwedische Gesandte Graf Löwenhjelm sagte mir: ›Trösten Sie sich, meinem Oheim, dem Obersthofmeister der Königin, ist noch Ärgeres passiert. Eines Tages, es war Hoftrauer, ging er[296] ganz schwarz gekleidet zu der Königin und trug, da es Winter war, Überschuhe. Im Vorzimmer zog er diese aus und in der Eile mit ihnen die niederen Schuhe, er merkte es nicht und ging zur Königin. Zum Unglück waren den seidenen Strümpfen unten weiße Socken angestrickt, und die Königin konnte sich kaum des Lachens enthalten, als sie ihren Obersthofmeister so sah.‹

Graf Saurau war am 9. Juni 1832 am gleichen Tage wie Gentz gestorben, die Nachricht vom Tode des letzteren, der um 9 Uhr früh verschied, erhielt ich im Bureau. Nach dem Tode von Gentz wurde Jarcke von Berlin berufen, um als Publizist und Organ der Politik Metternichs für den ›Beobachter‹ und die ›Allgemeine Zeitung‹ zu schreiben, seine langweiligen und schwerfälligen Artikel befriedigten die Leser aber ebensowenig wie den Fürsten. Zugleich mit Jarcke war für die deutschen Geschäfte der Legationsrat Baron Werner von Berlin als Hofrat in die Staatskanzlei berufen worden.

Aus dem Auslande erhielt ich in diesem Jahre einige Auszeichnungen: die Ehrenlegion, den Annenorden mit Brillanten und das Kommandeurkreuz des Danebrog-Ordens. Als erster Österreicher erhielt ich die Ehrenlegion nicht mit dem Bilde Napoleons, sondern mit dem Heinrichs IV.

Mehr als durch den Tod von Gentz und Saurau wurden die Stadt und der Hof durch den des Herzogs von Reichstadt betroffen. Die Kaiserin Marie Louise und der Obersthofmeister Graf Dietrichstein verteilten Andenken an ihn, ich hoffte auch eines zu bekommen, wollte aber um keines bitten, ich war dem Grafen ohnehin schon sehr verbunden dafür, daß er die 200 orientalischen Handschriften, die ich zur Verfassung der osmanischen Geschichte gebraucht hatte, um tausend Dukaten für die Hofbibliothek ankaufte.

Im September fand die Versammlung der Naturforscher in Wien statt, ich ließ mich unter die Geographen einschreiben.

Am 25. September fand eine große Lustfahrt nach Laxenburg statt, bei welchen die Damen in kaiserlichen Wagen im Park herumgeführt wurden. Unter einem großen Zelt war eine große Tafel gedeckt, und ich befand mich eben[297] in dem engen Raum der an der Seite führenden Galerie, als mir Fürst Metternich entgegenkam. Vor einigen Tagen hatte ich ihn auf der Treppe des Universitätssaales um Urlaub nach Steiermark gebeten, den er mir sofort bewilligt hatte. Nun traf ich ihn mit der Fürstin, seiner Tochter und Baron Werner. Der Fürst sprach mich freundlich an und blieb stehen.

Ende September trat ich meinen Urlaub nach Steiermark an, in Hainfeld traf ich die Gräfin Fresnel, die der schon bettlägerigen Gräfin Purgstall Gesellschaft leistete.

Nun besuchte ich den Salon des Fürsten manchmal wieder, in sein Kabinett zu gehen, konnte ich mich um so weniger entschließen, als trotz meiner jahrelangen Vorstellungen über die Notwendigkeit der Reform der Orientalischen Akademie, der ich einen tüchtigen, der orientalischen Sprachen mächtigen Direktor vorgesetzt wünschte, wozu ich den Klosterneuburger Chorherrn Andreas Nock vorgeschlagen hatte, auf einmal ein ganz unbekannter Geistlicher, namens Rauscher, zum Direktor ernannt worden war. Er kannte nicht einmal ein orientalisches Alphabet und hatte sich sogar vom Studium des Griechischen dispensieren lassen, als er Theologie studierte. Lange konnte ich mir diese Wahl nicht erklären, bis ich bei der vereinigten Hofkanzlei erfuhr, daß Rauscher der Referent der Jesuiten sei und deren Geschäfte besorge. Um den Referenten immer bei der Hand zu haben, hatte Metternich ihn ohne jede Rücksicht auf die Sache und den Dienst diese Stelle verliehen. Rauscher und Jarcke wurden von nun an die vertrauten Räte des Fürsten in geistlichen Angelegenheiten, besonders in der Sache der gemischten Ehen, und konferierten mit ihm wöchentlich mehrmals, zumeist von vier bis fünf, unmittelbar vor der Tafel. Rauscher besuchte mich, ehe ich wußte, daß er Jesuiten-Referent, hätte ich es gewußt, so hätte ich ihn entweder gar nicht oder ganz anders empfangen. Ich sagte ihm ganz offen, daß ich an seiner Stelle und bei seiner Unkenntnis orientalischer Sprachen den Posten gar nicht angenommen hätte – er antwortete, daß er ihn nur als einen Übergang betrachte.

Das ganze Jahr 1833 hindurch beschäftigte ich mich mit dem Drucke des Gedichtes ›Rose und Nachtigall‹, zu[298] dessen Umschlag mir meine Freundin Kudelka die Zeichnung einer Rose und Nachtigall geliefert hatte. Ich bat um die Erlaubnis, dieses Gedicht der Erzherzogin Sophie zueignen zu dürfen. Ich brauchte nicht zu fürchten, daß diese Bitte als eine eigennützige und in der Hoffnung auf ein Geschenk gestellte ausgelegt werden könne. Ich hatte auf die Druckkosten dieses Werkes die hundert Dukaten verwendet, die ich von der Berliner Akademie für die Preisschrift ›Über die Länderverwaltung des Kalifates‹ erhalten hatte. Daher setzte ich auf das Titelblatt den Abdruck eines arabischen Siegels, dessen Inhalt der Spruch Montenebbis:


Mein Begehren ist nicht Gold,

Um des Klanges mich zu freuen,

Sondern Ruhm und Ehrensold,

Der sich immer soll erneuen.


Dasselbe Siegel setzte ich später noch anderen Werken vor, die auf meine Kosten gedruckt wurden. Wenn ich auch für die Zueignung der ›Rose und Nachtigall‹ keinerlei Geschenk erwartete und daher durch das nach dem Erscheinen im folgenden Jahre von der Frau Erzherzogin mir für meine Tochter zugesandte ›Kropfgeschmeid‹ einer goldenen Kette angenehmst überrascht wurde, so wurde ich ebenso unangenehm für das auf Veranlassung Ottenfels an den Sultan gesandte Prachtexemplar der persischen Übersetzung Marcus Antoninus enttäuscht. Ich hatte gedacht, Ottenfels werde mir als Anerkennung meiner Verdienste als Orientalist den vor kurzem vom Sultan gestifteten ›Nischan el Ifikar‹, das ›Ehrenzeichen der Berühmung‹, mitbringen, aber selbst darin enttäuschte er mich.

Ich fuhr mit meinem Freunde, dem Grafen Auersperg, nach Hainfeld, am nächsten Sonntag wollte ich zurück sein. In Hainfeld erzählte die Gräfin von dem Hexenprozeß, der sich in ihrem Archiv befände. Seit 20 Jahren kam ich nach Hainfeld und hatte nie von einem Archiv gehört. Ich fragte, wo es denn sei, ich meinte doch das ganze Schloß zu kennen. ›Unter dem Dach, auf dem Boden‹, sagte die Gräfin, mit gewohnter Ruhe. Wir gingen sofort hinauf und fanden in einem gewölbten Dachzimmer wirklich ein großes Archiv. Es war lange nicht besucht worden, nicht einmal die Schlüssel[299] der Schränke waren zu finden und wir mußten sie aufsprengen. Das erste Bündel Schriften, auf welches Graf Auersperg die Hand legte, war das des Hexenprozesses.

Gern wäre ich in diesem Jahre früher als im Oktober nach Hainfeld gegangen, mich hinderte daran die Anwesenheit zweier türkischer Botschafter, der eine reiste nach Frankreich, der andere nach England. Namil Pascha war der in europäischer Sitte gebildetste Türke, den das diplomatische Korps der Pforte aufzuweisen hatte, er war für England bestimmt und schon Ende des Jahres 1833 durch Wien gekommen. Da er sehr gut französisch sprach, bedurfte er des Hofdolmetsch nur wenig, und der Fürst konnte ohne diesen unmittelbar mit ihm verkehren. Der nach Paris bestimmte Botschafter, den der Sohn des Fürsten Vogorides begleitete, der Vater war Pfortendolmetsch, wurde von mir zur Audienz beim Staatskanzler geführt, der auch Ottenfels als Staatsrat-Vorsteher beiwohnte. Der Hofdolmetsch ist nicht nur der Einführer der Botschafter bei Hof, sondern auch ihr gastfreundlicher Begleiter während ihres Aufenthaltes und das Organ ihrer politischen Verhandlungen mit dem Minister. Ottenfels erinnerte den Fürsten nach den ausgetauschten zeremoniellen Komplimenten an das noch zu verhandelnde Geschäft. Der Botschafter begab sich in das Kabinett des Fürsten und ich konnte, zum Mitkommen nicht aufgefordert, abziehen. Hätte ich meinem aufbrausenden Unwillen über die Verletzung meiner Amtsverrichtung Gehör geschenkt, ich würde dagegen protestiert und Klage erhoben haben, aber ich hatte mir fest vorgenommen, so lange zu schweigen, als es mit meiner Amtsehre verträglich, und da dieser Vorfall sich im Kabinett des Fürsten abspielte, konnte ich mich nicht öffentlich gekränkt und beleidigt fühlen.

Anfang Oktober eilte ich nach Hainfeld, wo mich meine nun schon seit zwei Jahren bettlägerige Freundin mit um so größerer Freude empfing, als sie das Haus voll englischer Gäste hatte.

Bald nach meiner Rückkehr nach Wien traten große Änderungen in den höchsten Ämtern und Würden des Hofes ein. Graf Kolowrat mußte dem Fürsten Metternich den Hofkammerpräsidenten[300] Klebelsberg opfern, wofür dieser mit dem Großkreuz des Leopoldsordens und fünfzehntausend Gulden jährlicher Pension entschädigt wurde. Die Grafen Apponyi, Rewiczky und Dietrichstein erhielten das Goldene Vließ und Dietrichstein wurde außerdem Obersthofmeister der Kaiserin. Man erwartete, daß er die Präfektur der Hofbibliothek niederlegen würde, aber er suchte so viele Ämter als nur möglich anzuhäufen. Die Folge davon war, daß er nur selten und kurz in der Bibliothek erschien und daß während der zwanzig Jahre seiner Verwaltung nichts für den Materienkatalog geschah. Zu Ende des Jahres begann ich die ›Geschichte der goldenen Horde‹ zu schreiben.

Quelle:
Hammer-Purgstall, Josef von: Erinnerungen aus meinem Leben. 1774–1852. Wien und Leipzig 1940, S. 293-301.
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