VI. Landung und Feldzug in Ägypten (1801).

[83] Da hier eine der wichtigsten Perioden des englischen Feldzuges von 1801 in Ägypten beginnt, könnte ich kaum der Versuchung widerstehen, über die Landung und die drei Schlachten, durch welche die Räumung Ägyptens entschieden wurde, als Augenzeuge ausführlich zu erzählen, wenn nicht der ausführlichste und getreueste Bericht in dem Werke Sir Robert Wilsons vorläge und mein Tagebuch unlesbar geworden wäre.

So brennend auch meine Ungeduld war, den Boden Ägyptens zu betreten, so war doch in meiner unkriegerischen Stellung der Augenblick, in dem die englischen Truppen unter dem Feuer französischer Batterien am Ufer von Abukir landeten, nicht der geeignete. Die Ausschiffung der Truppen vom Bord in die Boote begann am siebenten um zwei Uhr nach Mitternacht. Nach vollen sieben Stunden waren sie alle in den Booten und diese in der gehörigen Ordnung. Um neun Uhr landeten sie und stürmten den Sandhügel.

Sir Sidney versorgte mit den seinem Befehl unterstellten Matrosen die großen Boote, in welchen die Feldartillerie eingeschifft war. Keith und ich hatten uns vom ›Tiger‹ auf ein der Küste näher verankertes Transportschiff begeben und waren von dort aus Augenzeugen der[83] Landung. Es war die erste Schlacht, die ich sah, aber der Schauplatz und das Feuer waren doch zu weit entfernt, als daß ich besonders erschüttert worden wäre, erst als die Verwundeten an Bord gebracht wurden, durchschauerte meine Teilnahme für sie meine Nerven. Wir halfen ihnen so gut wir konnten.

Am folgenden Tage, am 8. März betrat ich die Küste in der Nähe des Sees von Mehadia. Dort hatte sich Sir Sidney eine Hütte aus Palmenzweigen erbaut. Ich hatte mein Lager an Bord einer der kleinen Schaluppen und brachte auch dort den Tag der zweiten Schlacht zu, deren Anblick mir ein Palmenwald verdeckte. Ich war ihr nahe genug, um das unangenehme Surren der Kanonenkugeln deutlich zu vernehmen, zum erstenmal im Leben drang dieser nervenaufregende Lärm an mein Ohr.

Das englische Heer war am 12. März vorgerückt, die französischen Vorposten hatten sich auf die hohen Hügel oberhalb des Sees zurückgezogen, den ganzen Tag plänkelten die Vorposten, und das Feuer der englischen wurde durch die bewaffneten Boote im See, die den linken Flügel des Heeres stützten, unterstützt. Am 13. März griffen die Engländer an und trieben die Franzosen bis auf die Höhen unmittelbar vor Alexandria zurück.

Am folgenden Tage baute ich mit Hilfe einiger Matrosen eine Hütte aus Palmzweigen. Die erste Nacht schlief ich unter ihr sehr fest, ohne daß mich irgend etwas beirrt hätte. Am Morgen erwachte ich von einem widerlich faulen Geruch, der aus meiner Umgebung kam und dessen Ursache ich nicht finden konnte. Ich untersuchte den Sand auf der Stelle, wo ich gelegen, und schon nach ein paar Schaufelstichen wurde das blutige Haupt eines in der Schlacht gebliebenen und hier verscharrten Franzosen sichtbar, auf dem ich, nur durch eine dünne Schichte Sand getrennt, die ganze Nacht gelegen hatte.

Ich änderte meine Liegestätte und rückte sie näher an die Laubhütte Sir Sidneys, welche von nun an das Capitol der arabischen Scheichs wurde. Sie hielten sich nicht an den Feldherrn, einzig an ihn, der ihnen ›Sidna‹, das heißt auf[84] Arabisch ›Unser Herr‹, war und dessen Name in Syrien und Ägypten seit Akri ebenso auf jeder Zunge, wie der Napoleons war, den sie ›Napoleun el firaun el melun'‹, das heißt ›Napoleon, den Pharao der Verfluchten‹ nannten.

Diese Palmenhütte wurde die Hohe Pforte des britischen Lagers für die Araber, sie war ihnen zu jeder Stunde offen, und der Dolmetsch dieser Pforte war ich als Jusuf. Als erster kam Scheich Dahir, er übernahm die Besorgung zweier im Namen der Oberbefehlshaber an den Scheich-Sultan von Demenhui und den Scheich der Beduinen, Abdolhavi es Bakuschi, gerichtete Schreiben, welche sie zur Leistung von Lebensmitteln und Pferden aufforderte, die gut bezahlt werden würden.

Am selben Tage kam ein Araber namens Saad und gab Sir Sidney die Stelle eines Brunnens an, den er bei der Ankunft der Franzosen verschüttet hatte. Man grub und fand in der Tiefe von achtzehn Fuß ausgezeichnetes Wasser. Andere Araber brachten die Nachricht, daß das ganze französische Heer, mit dem Oberbefehlshaber Menou an der Spitze, von Kairo aufgebrochen und im Anzug gegen Alexandrien sei.

Am 17. März unternahm Sir Sidney mit den bemannten Booten und sechs unberittenen Dragonern eine Erforschungsfahrt nach dem östlichen Ufer des Sees Mahadia. Dort trafen wir den Beduinenscheich Al Bahusch, der mit großem Gefolge die Oberbefehlshaber zu besuchen kam. Sir Sidney nahm ihn in sein Boot, das Gefolge setzte den Weg zu Pferd fort. Da Sir Ralph abwesend war, nahm Sir Sidney alle in seine Palmenhütte auf und bewirtete sie mit Kaffee und gezuckerter Limonade. Ihre Gier war sehenswert.

Der Scheich bestätigte die Nachricht, daß Menou am nächsten Tag in Alexandrien eintreffen werde. Albahusch, ein besonderer Freund Muradbeys, übernahm ein Schreiben, um seinen Freund zur tätigen Mitarbeit aufzufordern. Araber meldeten, Menou sei mit seinen Truppen schon bis Hafr Selim gekommen. Das Schloß von Abukir, welches seit dem 14. März von Lord Dolhousy belagert worden war, ergab sich, die Besatzung bestand aus 200 Mann. Am 19. März brachte der Araber Saad die Nachricht, daß Menou[85] mit der Reiterei in Alexandrien angelangt sei. Von dem so lange schon erwarteten Kapudan-Pascha war noch immer keine Spur. An seiner Stelle erschien der Kapudan-Bey mit zwei Kriegsschiffen und 800 Mann türkischer Seesoldaten, die Sir Sidneys Befehl unterstellt wurden.

Ihre Ausschiffung dauerte den ganzen Tag, und ihre erste Heldentat bestand darin, daß sie die arabischen Fischerboote plünderten. Ihr Lager war im Rücken des Heeres, nächst dem See Mahadia und der Station Sir Sidneys. Der Verkehr mit ihnen vervielfältigte meine Tätigkeit und hielt mich den ganzen Tag in Atem. Trotzdem ging ich mit dem unermüdlichen Sir Sidney am Abend gegen die Vorposten spazieren, um die Stellung der französischen Truppen zu erforschen. Er war voll Vertrauen auf Sieg und Erfolg. Am 20. März meldete der Scheich Schafii, daß die Franzosen in der nächsten Nacht angreifen würden. Dies wurde sogleich dem obersten Befehlshaber gemeldet, der der Nachricht keine weitere Beachtung schenkte.

Am 21. März fand um vier Uhr morgens dieser gemeldete, aber nicht geglaubte Angriff statt, ein Scheinangriff auf den linken Flügel, der wirkliche auf den rechten Flügel des Heeres. Ich war den Türken als Dolmetsch beigegeben. Der Befehlshaber Capitain Alibeg hatte die Offiziere am Abend vorher durch mich Sir Ralph und Sir Sidney vorgestellt und die Weisung erhalten, die Befehle, die er durch mich erhalten würde, auszuführen.

Sir Sidney, der schon beim ersten Geplänkel aufgesessen und nach der Seite, woher es kam, geritten war, hatte mir für die Türken den Befehl gegeben, im Rücken des Heeres zu bleiben und mit diesem vorzurücken. Noch vor Tagesanbruch fand Sir Sidney den Befehlshaber Sir Ralph von französischen Dragonern umgeben, er hatte eben einem derselben, der ihn niederhauen wollte, den Säbel aus der Hand gerissen. Er trat den eroberten Säbel an Sir Sidney ab, dessen eigener soeben unbrauchbar geworden. Sir Sidneys Wunsch, daß dieser Säbel auf sein Grab gelegt werde, ist nicht erfüllt worden. Sir Ralph fühlte in dem Augenblick noch nicht, daß er im Schenkel eine Wunde erhalten hatte, die nachher, bei dem Versuche, die Kugel herauszuziehen,[86] den Tod herbeiführte. Das Unheil, welches ihn gleich am Beginne des Angriffes unter die französischen Dragoner geführt hatte, war sein kurzes Gesicht, er trug immer nur ein kleines, einfaches Bynocle, dessen er sich mit der rechten Hand bediente, niemals Brillen. Natürlich war in dem Augenblick, da er mit der Rechten das Schwert führte, dieses ganz unbrauchbar.

Sir Sidney wurde im Verlauf der Schlacht leicht an der Schulter verwundet, dies hinderte ihn nicht, die Schlacht bis ans Ende mitzumachen. Ich hatte während derselben schwere Not mit meinen Türken, die, so sehr ich sie auch anfeuerte, den vorrückenden englischen Truppen nur langsam und in großer Entfernung folgten. So kam ich mit ihnen auf das eigentliche Schlachtfeld, als die Schlacht schon gewonnen war. Einzelne Kanonenkugeln sausten noch über unsere Köpfe. Sie waren besonders auf die auf einer Höhe aufgepflanzte englische Flagge gerichtet und hatten sie schon ein paar Mal abgeschossen. Ein junger Offizier des ›Tiger‹ hatte sie immer wieder lachend neu aufgepflanzt. Er rief mir zu, zu ihm hinaufzukommen, und ich trennte mich von meinen Türken, deren Gegenwart ja doch ganz unnütz war, um hinaufzugehen und das Schlachtfeld zu übersehen und später, als auch Sir Sidney dazukam, mit ihm die Greuel des Todes zu durchwandeln. Wir kehrten dann zur Station am See zurück. Am Nachmittag wurde dann Sir Ralph Abercromby, der, seiner Wunde nicht achtend, die ganze Schlacht mitgemacht und Anordnungen getroffen hatte, auf einer Grasmatte vorbeigetragen und neben Sir Sidneys Zelt in ein Boot gelegt, um an Bord des ›Foudroyant‹ gebracht zu werden. Ich bereitete ihm ein Glas Limonade, die er, ehe das Boot abstieß, durstig austrank.

Sir Sidney hatte seit der Landung in Ägypten sein Testament gemacht und darin jedem seiner Freunde ein Andenken hinterlassen. Nachdem ihn in der Schlacht die Kugel gestreift, war es ihm ein freudiger Anlaß, alle die seinen Freunden bestimmten Andenken zu verteilen. Ich erhielt eine geschmackvolle, in Form eines Blumenkorbes gefaßte Dose mit Smaragden und Diamanten, ein Geschenk des Kapudan-Pascha an Sir Sidney. Später schenkte ich sie[87] meiner Braut als Morgengabe, in ein Diadem und Ohrgehänge verwandelt.

Am Tage nach der Schlacht wurde Sir Sidney als Parlamentär nach Alexandrien geschickt, das Begleitschreiben war nicht an General Menou, sondern an General Friant, als Befehlshaber der Stadt, gerichtet und forderte ihn zur Übergabe von Stadt und Festung auf. Dem Überbringer wurde der Einlaß nicht gestattet, so sehr fürchteten die französischen Generale die Wirkung von Sir Sidneys Gegenwart auf die Bevölkerung. Er mußte bei den Vorposten die Antwort abwarten. Diese lehnte die Aufforderung zur Übergabe ab.

Tags darauf kamen die Scheichs Schafii el Hendawi und der von Drene, Hadschi Mustafa, um sich nach dem Befinden Sir Sidneys zu erkundigen, von dessen Verwundung sie gehört hatten. Wir gingen den Scheichs bis an die Vorposten entgegen und führten sie zu General Hutchinson, der Sir Ralphs Stelle vertrat, dann bewirtete sie Sir Sidney in seinem Zelt. Scheich Schafii schenkte Sir Sidney einige Hüte Zucker und ein schönes Pferd edelster Rasse. Sir Sidney gab ihm beim Abschied eine englische Büchse und einen Kaschmirshawl.

Schon beim ersten Besuche der Scheichs vor der Schlacht hatte ich ihnen mein Anliegen, vollständige Exemplare der ›Tausendundeine Nacht‹ und des Ritterromanes ›Antar‹ aufzufinden, mitgeteilt. Jetzt, da das Lager über feindliche Angriffe beruhigt war und der Verkehr mit den Arabern immer häufiger wurde, suchte ich eifrig, und da allgemein die Unmöglichkeit, ein vollständiges Exemplar zu finden, behauptet wurde, sagte ich mich auch für Teile und einzelne Hefte als Käufer an. Dergleichen Teile kamen nun von allen Seiten mehr und mehr zusammen, freilich nur einzelne und wenige der ›Tausendundeine Nacht‹, mehrere der Romane Dulhimets, die meisten von Antar, alle waren sehr schmutzig und zerrissen. Die Hefte, welche einigermaßen gut waren, befinden sich in der Wiener Hofbibliothek. Mein größtes Vergnügen waren die nächtlichen Unterhaltungen im Mondschein, wenn ich mit diesen Arabern im Kreise vor dem Zelte saß und mit ihnen dem Erzähler,[88] der Märchen vortrug, mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte. Dabei interessierte mich weniger der Inhalt der Erzählungen als die Wirkung, die sie auf die Söhne der Wüste ausübten. Am 24. März brachte Scheich Dahir des Beduinenstammes Harabi die Nachricht, daß sich ein französischer Heeresteil von Alexandrien gegen Kairo in Bewegung gesetzt habe, ein arabischer Bote Scheich Schafiis bestätigte dies. Die Engländer arbeiteten an der Durchstechung des Dammes, welcher den See Mahadia vom Ende des Nils unter Alexandrien mit Wasser versorgte, um dadurch den doppelten Zweck zu erreichen, der Stadt das Wasser abzuschneiden und durch den Zufluß in den See diesen schiffbar zu machen. Die beiden sich gegenüberstehenden Heere verstärkten ihre Linien durch Verschanzungen. Araber des Dorfes Etbo brachten die Nachricht, daß sie von einem Angriff der Franzosen bedroht seien und daß diese an der Nilmündung bei Rosette sechzehn mit Steinen beladenen Dschermen versenkt hätten, um die Einfahrt in den Nil zu sperren. Sir Sidney machte wenig Wesens daraus, er meinte ganz richtig, daß die Gewalt des Stromes sich von selbst Luft machen und die versenkten Dschermen ins Meer treiben werde. Am 25. März erschien endlich die Flotte Kapudan-Paschas mit 3000 Mann Landtruppen, deren Befehlshaber der Flottenkapitän Indscha-Bey und Suleiman Aga, der deutsche Renegat, der als österreichischer Korporal im letzten Türkenkriege gefangen, nun General der neu regulierten Truppen war.

Am 28. März starb Sir Ralph Abercromby, der Oberbefehl blieb bis zur Bestätigung durch England in den Händen des General Hutchinson, eines sehr gebildeten, tapferen, aber auch sehr launenhaften und reizbaren Irländers. In der Schlacht vom 21. März stand er in unerschütterlicher Tapferkeit den ganzen Tag im Feuer, aber er zitterte am ganzen Leib, weil seine Nerven seinem Willen nicht gehorchten. Der erworbene Mut eines Nervenschwachen ist verdienstlicher als der angeborene eines Nervenstarken; dieses Verdienst moralischen Mutes besaß Hutchinson in höchstem Grade.

Am 1. April begab sich General Hutchinsön und der[89] Generalstab vor Abukir, um die dort gelandeten türkischen Truppen zu besichtigen. Auch Sir Sidney begab sich mit seiner Begleitung dorthin. Die muselmanischen Truppen waren in Reihen aufgestellt, und die von Suleiman Aga geschulten machten die Waffenübungen des österreichischen Heeres weit besser, als man erwartet hatte. Hutchinson bezeigte den Führern seine volle Zufriedenheit und speiste dann beim Oberkommissär des Heeres.

Am folgenden Tage kam der Kapudan-Pascha ans Land, um das englische Lager und die für ihn veranstalteten Waffenübungen zu sehen. Der Pascha, von Hutchinson und Lord Keith, Sir Sidney und den Offizieren des Generalstabes begleitet, durchschritt das ganze Lager, es wurden ihm höchste militärische Ehren erwiesen, bei der Landung grüßten ihn einundzwanzig Kanonenschüsse, die Trommeln wirbelten, die Fahnen salutierten und die Musikbanden spielten ›God save the King‹.

Vor allem gab er sein Wohlgefallen über die schöne Haltung des 42. Regimentes, der Garde und der Royal Irish zu erkennen, es war eine der schönsten Heerschauen, die ich je gesehen hatte. Im Zelte des Oberbefehlshabers wurde der Marsch der türkischen Truppen nach Rosette besprochen. Am nächsten Tag kamen Araber mit fünfzig von den Türken gemieteten Kamelen. Außer dem Verkehr mit den Arabern, den täglichen Gästen Sir Sidneys, war seit der Ankunft des Kapudan-Pascha auch der mit den türkischen Offizieren zu unterhalten, besonders mit den Kommandanten der einzelnen Abteilungen und Formationen.

Der für den 4. April verabredete Marsch der türkischen Truppen gegen Rosette wurde heftigen Windes wegen, welcher die Verbindung mit der Flotte an diesem und dem folgenden Tage unmöglich machte, auf den 6. April verschoben. Das Gedränge und das sich gegenseitig übertönende Geschrei der türkischen Truppen und der arabischen Schiffsleute an den Überfahrten von Abukir und des Sees von Mahadia, brachte große Verwirrung hervor. Bote auf Bote kam an Sir Sidney mit Meldung, daß die Überfahrt aus Mangel aller Ordnung stocke und die Engländer, die sich weder mit Türken noch Arabern verständigen konnten, sich[90] nicht zu helfen wußten. Sir Sidney gab mir den Befehl hinzureiten und Ordnung zu machen. Ich sagte ihm: ›Sehr gut, wie aber soll ich mich bei den türkischen Offizieren, die mich vielleicht nie gesehen haben, als der Bevollmächtigte legitimieren?‹ Zum Schreiben eines Briefes war nicht Zeit; zum Glück fiel mir der große Siegelring Sir Sidneys ein, der mit einem persischen Spruch seinen Namen enthielt, und ich bat ihn um diesen, den ich mir um den Hals hing, um mich damit als sein Abgesandter ausweisen zu können. Von jeher war im Morgenland der Siegelring das Symbol des höchsten Vertrauens und unumstößlicher Vollmacht.

Der Siegelring Sir Sidneys genügte zu meiner Beglaubigung und zur Wiederherstellung der Ordnung. Nach Sir Sidneys Tod schenkte ihn mir sein Bruder als teures Andenken an den verehrten und geliebten Freund. Endlich kamen die Truppen und Pferde an der alten Karawanserei, welche für diesen Tag das Marschziel war, in ziemlich guter Ordnung an, am folgenden Morgen setzten sie den Marsch mit Sonnenaufgang nach dem Dorfe Etbo fort. Der Scheich des Dorfes war bis zu diesem Tage aus Furcht, das Dorf durch die Franzosen zerstört zu sehen, gezwungen, mit ihnen gute Freundschaft zu unterhalten. Die Türken und Engländer wurden durch die Einwohner und besonders durch die Weiber mit weithin hörbarem, gellendem Liligeschrei empfangen, welches in der Folge auf dem Wege der englischen Truppen durch das Delta ihnen überall entgegenscholl. Am folgenden Tage wurde erst um zwei Uhr nachmittags weiter vorgerückt, weil die Rückkehr des arabischen Kundschafters, der von Etbo nach Rosette geschickt worden war, abgewartet werden mußte. Er brachte die Nachricht, daß in Rosette nur 1300 Mann französischer Besatzung seien, welche bei Annäherung feindlicher Truppen abzuziehen bereit wären, und daß eine Reiterabteilung von 80 Mann, welche bis Etbo vorgerückt war, nach Raminje gezogen sei. Sir Sidney sandte einen Offizier an Kapudan-Pascha, um zu veranlassen, daß Kanonenschaluppen vor der Nilmündung aufgestellt werden. Der ›Foudroyant‹ war auf die Nachricht, daß ein französisches Geschwader aus Toulon ausgelaufen sei, nach Westen gesegelt.[91]

Am folgenden Morgen sandte Sir Sidney dem Scheich-el-Beled von Rosette, welcher in den ägyptischen Städten die Stelle des Bürgermeisters einnimmt, Nachricht von seiner Ankunft. Dieser kam mit einer Schar der vornehmsten Einwohner. Sie trugen alle Palmenzweige in den Händen und bewiesen dadurch ihre Unterwürfigkeit und ihre Freude über die Rückkehr der Herrschaft des Sultans. Eine Stafette Lord Keith brachte die Nachricht, daß Sir Sidney vom Parlament in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienste tausend Pfund bewilligt worden seien. Oberst Spencer hatte die Besatzung des ober Rosette am linken Ufer gelegenen Forts Saint-Julien zur Übergabe aufgefordert, und diese war abgelehnt worden. Der Posten von Abu Mandras war von den Franzosen aufgegeben worden.

Am folgenden Tage (10. April) wurde Rosette geräumt und von den Türken besetzt. Trotz strengster Mahnung Sir Sidneys waren viele Verletzungen der Mannszucht vorgefallen; nebst vielen anderen war das Haus der Madame Varsy, der Witwe eines ansehnlichen französischen Kaufmannes, geplündert worden. Nach Sonnenuntergang kam ein Araber als Bote des Scheich, warf sich Sir Sidney zu Füßen und bat um englischen Schutz des Hauses, um wenigstens die Reste des Hausrates zu retten. Sir Sidney bedauerte, dies Begehren nicht erfüllen zu können, da er über keine Truppen befehle und bloß zu seinem Dienste vier Dragoner bei sich habe. Der Bote bat trotzdem um Schutz des Hauses, dort seien wertvolle arabische Bücher, die der Sohn des Hauses gesammelt, und nicht wie seine Mutter ihre Kleinodien in das Haus des Scheichs, ihres Freundes, hatte retten können.

Daraufhin gab mir Sir Sidney seine vier Dragoner, und wir ritten bei schon einbrechender Nacht nach Rosette. Wir beschafften uns möglichst viele Kerzen, dann wurde das Tor des Hauses verschlossen und verrammelt und alle Fenster des oberen Stockwerkes, in dem ich mich mit den Dragonern einquartierte, wurden erleuchtet. Den Dragonern befahl ich, wenn sich die Türken am Tore zeigten, von einem Fenster zum anderen zu laufen und mit veränderten Stimmen englisch zu den Fenstern hinauszuschreien und zu[92] fluchen. Nach kurzer Zeit kam ein Haufe türkischer Soldaten und wollte neuerdings plündern; die Dragoner folgten meinen Befehlen und lärmten, als wäre das erleuchtete Haus voll Engländer. Ich selbst erklärte den Türken von einem anderen Fenster aus, daß ich als Kommissär des Kapudan-Pascha mit Engländern zum Schutze des schon geplünderten Hauses hier einquartiert sei, und daß sie, wenn ihnen ihre Hälse lieb seien, abziehen mögen. Dieselbe Szene wiederholte sich noch mehrmals, und erst nach Mitternacht wurde es still.

Da begann ich mich im Hause näher umzusehen. Zum erstenmal öffnete sich mir ein ägyptisches Haus, und ich glaubte mich in Tausendundeiner Nacht. Verborgene Stiegen und Falltreppen, offene Wandschränke und Verstecke, aus denen Kostbarkeiten in größter Eile gerettet oder geraubt worden. Zimmer an Zimmer und Kabinett an Kabinett, aber nicht in einer Reihe, sondern durch labyrinthartige Gänge verbunden, so daß jedes Gemach einen Stempel seltsamer Heimlichkeit hatte.

Ich kam ins Arbeitszimmer des Herrn Varsy, des Sohnes der Witwe, und fand ein paar unberührte Bücherspinde und ein geöffnetes Schreibpult; die offenen, geheimen Laden und auf den Boden verstreuten Papiere überzeugten mich, daß hier in größter Eile nur Geld und andere Wertgegenstände geplündert oder in Sicherheit gebracht worden waren. Zwar hatten die Bücher und orientalischen Handschriften viel größeres Interesse für mich als die Briefe und Schriften, aber ich konnte jene nicht in einer Nacht durchlesen, wohl aber die Schriften durchfliegen und darin vielleicht etwas finden, was für den Fortschritt des Feldzuges von Interesse wäre.

Am folgenden Morgen kam Sir Sidney ins Haus, in dem ich einquartiert blieb, um den Schaden zu schätzen und darüber beim Kipja-Bey Beschwerde zu führen. Dieser versprach, die Täter ausfindig zu machen, auch den Schaden zu vergüten. Soviel ich weiß, blieb es aber bei diesem Versprechen. Madame Varsy und ihr Sohn kehrten zurück, und ich hatte nun zwar Gelegenheit, aber keine Zeit, arabische Handschriften, zu studieren. In der dritten Woche meines[93] Aufenthaltes kam ich in den Besitz einer Handschrift, die einige Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht enthielt. Mit einem Mameluken, der französischer Renegat war, schloß ich einen Bücherhandel ab. Er wünschte vor allem ein europäisches Wörterbuch, ich gab ihm das große italienisch-französische, dessen zwei Foliobände mir lästig waren, und erhielt dafür ein Dutzend kleiner arabischer Werke und einen ganzen Folianten von Blättern, welcher die Hälfte der großen Liedersammlung Aghani enthielt. Das Buch war in die große Moschee El Esher gestiftet und von dort von den Franzosen geraubt worden.

Im April erhielt ich die vom letzten Monat datierte Depesche meines Chefs, des Internuntius, welche mein bisheriges Betragen gut hieß und mir neue Aufträge für das österreichische Konsulat in Kairo gab. (B. 10.)

Am 13. April wurde der Durchstich des Dammes von Alexandrias Nilkanal zustande gebracht. In der Tasche des in der Schlacht vom 21. März getöteten Generals Rozé war ein Brief General Menous gefunden worden, worin die Befürchtung, daß die Engländer den Kanal von Alexandria abschneiden und die Stadt dadurch zur Insel machen würden, ausgesprochen war. Trotz dieser Bestätigung des Rates Sir Sidneys von feindlicher Seite war die Abziehung dieses Kanals durch den Widerspruch und die Geldschwierigkeiten der Oberbefehlshaber um mehr als einen Monat verzögert worden. Der Erfolg war der von Sir Sidney vorausgesagte: Schon am ersten Tage überschwemmte das ausbrechende Wasser mehr als zwei Quadratmeilen Landes. Die Verbindung zwischen Rahmanije und Alexandrien war ungemein erschwert. Die Beschießung von Saint-Julien wurde am 16. April eröffnet. Neun türkische Kanonenschaluppen und zwei englische entwickelten vom Nil aus beständiges Feuer, die unter dem Fort verankerten französischen Kanonenboote gingen in Flammen auf. Sir Sidney brachte den ganzen Tag bei den Batterien zu. Der Kapudan-Pascha hatte die seinen hinter den Mauern der am rechten Nilufer gelegenen Moschee Scheich Hadris errichtet. Sir Sidney wollte ihn sprechen und schlug mir vor, am nächsten Tag ihn dahin zu begleiten. Ich führte ihn eindringlich zu Gemüte, daß meine[94] Verhaltungsbefehle mich anwiesen, mich von allen kriegerischen Tätigkeiten fernzuhalten, daß also mein durch eine Kanonenkugel herbeigeführter Tod nicht als ein auf dem Felde der Ehre fürs Vaterland erlittener gelten würde und mein Los noch schlimmer wäre, wenn ich bloß einen Arm oder Fuß verlieren würde. Ich bat ihn daher eindringlichst, nicht unter den Kanonen des Forts den Nil zu überschiffen, sondern die Überfahrt außer ihrem Bereiche oberhalb des Forts zu machen und dann auf der anderen Seite des Flusses hinter den Palmenwäldern zu den Batterien des Kapudan-Pascha zu gehen.

Dies bedeutete freilich einen Umweg von einer Stunde, und Sir Sidney wollte nicht eine Minute verlieren. Er achtete nicht im geringsten auf meine Vorstellungen. Das Boot stieß eine Viertelstunde ober dem Fort vom linken Ufer ab und landete dreißig bis vierzig Schritte ober den Batterien des Kapudan-Paseha. Schon bei der Landung sauste eine Kanonenkugel an uns vorbei. Sir Sidney sagte: ›Do as I tell you, march hard behind me, count, as I do, your steps and stop, when I do.‹ Statt in den Palmenwald hinein zu gehen, wie ich gebeten, und sich von demselben gegen Saint-Julien gedeckt auf die Moschee Scheich Hadirs zu begeben, ging er längs des Ufers, dem Feuer der Kanonen mutwillig ausgesetzt. Er zählte seine Schritte laut bis zehn, beim zehnten rief er ›Stop‹, und im gleichen Augenblick sauste hart vor uns eine Kanonenkugel vorbei und zerschmetterte die nächste Palme.

Dies geschah dreimal. Endlich waren wir durch die Drehung des Ufers gedeckt und hinter den Mauern der Batterie verborgen. Sir Sidney hatte genau beobachtet, daß die Kanonen des Forts zwischen zwei Schüssen so lange pausierten, als man gewöhnlich von eins bis zehn zählen konnte.

Natürlich hatte man auf uns gezielt und auf die gleichmäßige Bewegung unserer Schritte, aber nicht auf den Halt, beim zehnten gerechnet, so mußten die Kugeln vor uns in den Wald schlagen. Nach der Übergabe des Forts sprach ich den Artillerieoffizier, der die Kanone gerichtet hatte und mir gestand, daß er nicht begriff, wie er dreimal das Ziel,[95] mich selbst, den er des roten Kaftans wegen für den Kapudan-Pascha hielt, hatte fehlen können.

Wir fanden den Kapudan-Pascha hinter dem alten Gemäuer der zerfallenen Moschee auf seinem Teppich gelagert und die Offiziere um ihn mit kaltem Blute und gutem Mute, als ob sie von den Kanonen des Forts nicht das geringste zu fürchten hätten. Die bekannte Erfahrung, daß die Türken hinter der geringsten, wenn auch höchst unsicheren Schutzwehr ebenso tapfer aushalten, wie sie im freien Felde oder auf dem Schiffe feig sind, hat sich mir damals lebendig vor Augen gestellt.

Nach zwei Tagen kapitulierte das Fort, die 870 Mann der Besatzung zogen am 19. April mit allen militärischen Ehren ab. Die Kapitulation war zwischen den Franzosen und Engländern ohne die Türken abgeschlossen worden. Der Kapudan-Pascha war darüber begreiflicherweise sehr böse und wollte in seinem Unmute mit allen seinen Kanonenschaluppen sich entfernen, er wies die ihm dargebrachte französische Flagge zurück. Am nächsten Morgen wurde er von Sir Sidney versöhnt.

Am folgenden Tage kam er in die Stadt und wurde im Hause des Scheich-El-Beled mit einem glänzenden Frühstück bewirtet. Dann bestieg er seine Barke und fuhr den Nil hinauf, von beiden Lagern, dem englischen und dem türkischen, mit einundzwanzig Kanonenschüssen begrüßt. Die Truppen standen in Parade unter Waffen. Er landete in Abu Mandur.

Am 22. April wurden dem Kapudan-Pascha die Scheichs Ibrahim und Abu Hasim, die Abgesandten Murad-Beys, vorgestellt. Er empfing sie sehr gnädig und versicherte ihrem Sender alles Schutzes, wenn er in diesem entscheidenden Augenblicke gegen die Franzosen die Waffen ergreifen würde.

Sir Sidney fügte dem Schreiben des Kapudan-Pascha an Murad-Bey das seine bei, welches ebenfalls alle Sicherheiten verbürgte und den Bey bat, die ihm zu Gebote stehenden Streitkräfte der Mameluken ins Feld zu bringen.

Sir Sidney machte eine Erkundung bis Beringhbad und Monjubas. Nach seiner Rückkehr berief ihn ein Schreiben[96] Lord Keiths auf den ›Tiger‹, weil seine Gegenwart auf dem Schiffe unumgänglich nötig, um dasselbe in größere Wirksamkeit zu setzen. Schon am nächsten Tage (28. April) ging Sir Sidney an Bord, und ich blieb in Rosette zurück.

Der Sekretär Sir Sidneys, mein Freund Keith, blieb mit mir im selben Hause zurück, aber sehr bald sollte ich auch ihn auf immer verlieren.

Am 5. Mai war ich so glücklich, den Band einer arabischen Handschrift, welche einen Teil aus Tausendundeiner Nacht enthielt, zu erstehen. Meine Freude über diesen, wenn auch nur teilweisen Fund war sehr groß; ich hatte aber am Vormittag keine Zeit, mich damit zu beschäftigen, denn am Abend vorher waren die Boten mit der Nachricht vom Tode Murad-Beys eingetroffen, der an der Pest gestorben war. Niemand betrauerte diesen Tod mehr als Keith; die am gleichen Tage eingelangte Nachricht vom Tode Kaiser Pauls machte weniger Eindruck auf ihn.

Wir kamen vom Mittagsmahle, als Keith vorschlug, ein arabisches Boot zu nehmen und gegen Rahmanije zu fahren, dessen Übergabe knapp bevorstand. Ich entschuldigte mich von dieser zwecklosen Fahrt damit, daß ich die Handschrift durchsehen müsse. Da er ohne Dolmetsch nicht fahren wollte, nahm er den Sohn des österreichischen Vizekonsuls von Alexandrien mit. Ich begleitete die beiden vom Hause der Madame Varsy bis ans Boot. Dort traf ich den Kapitän eines österreichischen Kauffahrteischiffes, den ich von Konstantinopel her kannte. Er fragte mich, ob ich Aufträge für den Internuntius hätte, er fahre gerade nach Konstantinopel. Ich sagte ihm, er möge nur melden, daß er mich wohlauf gesehen. Ich sagte Keith lebewohl und kehrte nach Hause.

Kaum hatte ich mich niedergesetzt und das Buch aufgeschlagen, als mein Bedienter mit der Nachricht hereinstürzte, Keith sei ertrunken. Ich lief zum Landungsplatz hinunter. Zu meiner größten Entrüstung fand ich dort ein Boot mit englischen Matrosen, in deren Angesicht das arabische, kaum vom Lande abgestoßen, durch eine ungeschickte Behandlung der Segel umgeschlagen war. Die arabischen Schiffer hatten sich schwimmend gerettet. Keith war von[97] dem Dolmetsch, der sich an ihn gehängt hatte, in den Grund gezogen worden.

Die Matrosen hatten keine Hand zu einem Rettungsversuche gerührt. Nachdem ich sie angefahren und ausgescholten und auch ein Offizier dazukam, stießen sie endlich ab, und die Leichen wurden mit Stangen und arabischen Tauchern gesucht. Nach anderthalb Stunden wurde Keith gefunden und an ihm alle nur möglichen Wiederbelebungsversuche gemacht, leider vergebens. Am folgenden Tage begleitete ich ihn zu Grabe.

Allgemein lautete das Gerücht, der Sekretär Sir Sidneys sei mit dem Dolmetsch ertrunken, und für diesen wurde ich allgemein gehalten. Dieselbe Nachricht hatte auch noch den eben absegelnden österreichischen Kapitän erreicht und er brachte sie nach Konstantinopel. Von dort aus gelangte sie in die Zeitungen und ich wurde von meinen Freunden eine Zeitlang als tot beklagt. Mit dankbarer Rührung habe ich vor kurzem in den von Konstantin Monier herausgegebenen Briefen Böttigers an Johannes Müller gelesen, worin er meinen frühen Tod bedauert. Als dieses Gerücht mir zu Ohren kam, schrieb ich sogleich an Baron Herbert nach Konstantinopel, an meine Freunde nach Wien und an meinen Vater nach Graz. Zum Glück erhielt dieser die Widerlegung des Gerüchtes um einen Tag früher als die ›Grazer Zeitung‹, die die Nachricht des Todes brachte.

Quelle:
Hammer-Purgstall, Josef von: Erinnerungen aus meinem Leben. 1774–1852. Wien und Leipzig 1940, S. 83-98.
Lizenz:

Buchempfehlung

Aristophanes

Die Wolken. (Nephelai)

Die Wolken. (Nephelai)

Aristophanes hielt die Wolken für sein gelungenstes Werk und war entsprechend enttäuscht als sie bei den Dionysien des Jahres 423 v. Chr. nur den dritten Platz belegten. Ein Spottstück auf das damals neumodische, vermeintliche Wissen derer, die »die schlechtere Sache zur besseren« machen.

68 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Michael Holzinger hat für den zweiten Band sieben weitere Meistererzählungen ausgewählt.

432 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon