22. Kapitel

[196] Schlußbetrachtungen. Ausblick in die Zukunft


Ich bin am Ende meiner Arbeit angelangt. Ich habe meine Erlebnisse und Erfahrungen während meiner nun schon nahezu sieben Jahre andauernden Nervenkrankheit und die übersinnlichen Eindrücke, die ich in dieser Zeit empfangen habe, zwar bei Weitem nicht erschöpfend, aber doch wenigstens in derjenigen Vollständigkeit wiedergegeben, deren es zum Verständniß meiner religiösen Anschauungen und zur Erklärung gewisser Absonderlichkeiten meines Verhaltens bedarf. Es erübrigt mir noch, einen Ausblick auf die Zukunft zu werfen.

»Was wird nun aus der verfluchten Geschichte?« und »Was wird aus mir? sollte Derjenige«1 scilicet sagen oder denken – so lauten die Fragen, die seit Jahren von den Strahlen in endloser Wiederholung in meinen Kopf hineingesprochen werden und die, wenn sie auch jeweilig nicht meine ächten Gedanken wiedergeben, sondern auf Fälschung beruhen, so doch jedenfalls erkennen lassen, daß das Bewußtsein einer recht gründlich verfahrenen Angelegenheit auch bei Gott vorhanden ist. Die Antworten, die sich die Strahlen selbst auf diese Fragen geben, d.h. fälschungsweise meinen Nerven unterlegen (»Neue Menschen aus Schreber'schem Geist« oder auch »das weiß ich nicht, sollte derjenige« u.s.w.) sind so kindisch, daß ich nicht länger bei ihnen zu verweilen brauche. In Betreff meiner eignen Auffassung habe ich das Folgende zu bemerken.

Eine sichere Voraussage, was aus mir werden wird und in welcher Weise es etwas möglich sein wird, den weltordnungswidrigen Zustand, in welchem sich Gott in Folge der Anziehungskraft meiner Nerven anscheinend der ganzen Erde gegenüber befindet, dereinst wieder in weltordnungsmäßige Bahnen zurückzuleiten, ist natürlich unmöglich. Es handelt sich um eine Verwickelung, für die nicht nur alle Analogien aus der menschlichen Erfahrung fehlen, sondern die auch in der Weltordnung selbst niemals vorgesehen gewesen ist. Wer möchte sich daher einem solchen Verhältnisse gegenüber in haltlosen Vermuthungen für[197] die Zukunft ergehen? Sicher ist für mich nur eine Negative, nämlich die, daß es niemals zu der von Gott beabsichtigten Zerstörung meines Verstandes kommen kann. Ueber diesen Punkt bin ich mir, wie bereits oben (Kap. XX, Seite 181) ausgeführt worden, seit Jahren vollständig im Klaren und damit ist für mich die Hauptgefahr, die mir im ersten Jahre meiner Krankheit zu drohen schien, beseitigt. Denn was kann es für einen Menschen, zumal für einen in so vielen Richtungen hochbegabten Menschen, wie ich es zu sein ohne Selbstruhm von mir behaupten darf, Entsetzlicheres geben, als die Aussicht, den Verstand verlieren zu müssen und im Blödsinn unterzugehen? Alles, was mir sonst etwa bevorstehen mag, erscheint mir demgemäß mehr oder weniger nebensächlich, nachdem ich durch jahrelange Erfahrung die sichere Ueberzeugung erlangt habe, daß alle Versuche in dieser Richtung im Voraus zur Erfolglosigkeit verurtheilt sind, insofern die Weltordnung auch Gott selbst nicht die Mittel an die Hand giebt, einem Menschen den Verstand zu zerstören.

Natürlich habe ich mich aber mit der Frage nach der voraussetzlichen Gestaltung meiner Zukunft auch in positiver Richtung im Laufe der Jahre viel beschäftigt. Mehrere Jahre hindurch nach dem im Kap. XIII beschriebenen Umschwunge meiner eigenen Auffassung habe ich in der bestimmten Annahme gelebt, daß es schließlich einmal zu einer wirklichen Entmannung (Verwandlung in ein Weib) bei mir kommen müsse; namentlich so lange ich die übrige Menschheit untergegangen glaubte, schien mir diese Lösung als Vorbereitung einer Erneuerung der Menschheit unbedingt geboten. In der That erachte ich es auch jetzt noch für unzweifelhaft, daß eine solche Lösung an sich als die dem innersten Wesen der Weltordnung am meisten entsprechende anzusehen sein würde. Entmannungen zum Zwecke einer Erneuerung der Menschheit haben, wie bereits im Kap. V ausgeführt worden, aller Wahrscheinlichkeit nach in früheren Perioden der Geschichte des Weltalls, sei es auf unserer Erde, sei es auf anderen Weltkörpern, in einer Mehrzahl von Fällen wirklich stattgefunden. Auf eine Entmannung weist auch ein nicht geringer Theil der an meiner Person geübten Wunder (vergl. Kap. XI im Eingang), sowie die Anfüllung meines Körpers mit Wollustnerven unzweideutig hin. Ob es aber in Folge der von Gott nach dem Auftreten der geprüften Seelen nun einmal getroffenen weltordnungswidrigen Einrichtungen (Anbinden an Erden u.s.w.) noch zu einer wirklichen Entmannung kommen kann, darüber wage ich eine bestimmte Voraussage für die Zukunft um so weniger mehr abzugeben, als ich eben inzwischen meine früheren Vorstellungen in Betreff eines Untergangs der übrigen Menschheit zu berichtigen gehabt habe. Möglich also, ja wahrscheinlich, daß es bis zu meinem Lebensende bei starken Andeutungen der Weiblichkeit verbleibt und ich dereinst als Mann mit dem Tode abgehe.

Damit tritt die andere Frage in den Vordergrund, ob ich überhaupt sterblich sei und welche Todesursachen bei mir im Bereiche der Möglichkeit[198] liegen. Nach allem, was ich früher von der wiederherstellenden Kraft der göttlichen Strahlen an meinem Körper erfahren habe (vergl. darüber die früheren Ausführungen), muß ich es auch jetzt noch als wahrscheinlich bezeichnen, daß irgend welche Krankheitseinflüsse und selbst gewaltsame äußere Eingriffe als den Tod bedingende Ursachen bei mir ausgeschlossen sind. Gesetzt ich fiele irgendwo ins Wasser, oder ich wollte, woran ich natürlich nicht entfernt mehr denke, mir eine Kugel durch den Kopf oder durch die Brust jagen, so würden zwar vermuthlich vorübergehend Erscheinungen eintreten, wie sie dem Ertränkungstode oder dem Zustande der Bewußtlosigkeit nach einer sonst tödlich wirkenden Schußwunde entsprechen. Ob aber, solange der Strahlenverkehr andauert, nicht eine Wiederbelebung stattfinden würde, ob nicht die Herzthätigkeit und damit der Blutumlauf wieder angeregt werden würde, die zerstörten inneren Organe und Knochentheile wiederhergestellt werden würden, ist eine Frage, die ich nach meinen früheren Erlebnissen kaum im verneinenden Sinne zu beantworten wage. Habe ich doch im ersten Jahre meiner Krankheit zu wiederholten Malen gewisse Zeit hindurch ohne die wichtigsten inneren Organe oder unter schwerer Verletzung derselben, sowie unter starker Verwüstung von Theilen des Knochensystems, die sonst als für eine Fortdauer des Lebens kaum entbehrlich angesehen werden, gelebt. Die Ursachen, die damals jeweilig zur Wiederherstellung des Zerstörten führten, sind auch jetzt noch vorhanden und somit kann ich mir eine todbringende Wirkung bei Ereignissen der oben bezeichneten Art kaum vorstellen. Das Gleiche gilt von allen natürlichen Krankheitseinflüssen. Demnach scheint für mich als Todesursache nur Dasjenige, was man gewöhnlich die Altersschwäche nennt, in Betracht zu kommen. Bekanntlich ist die Frage, was es mit dem Tode an Altersschwäche für eine Bewandtniß habe, auch für die Wissenschaft eine ziemlich dunkele. Man kann zwar die äußeren Erscheinungen, die dabei hervortreten, beschreiben, hat aber die eigentlich wirkende Ursache meines Wissens noch nicht zu ergründen vermocht: die Frage, warum überhaupt der Mensch nach Erreichung eines bestimmten Lebensalters sterben müsse, entbehrt zur Zeit noch der sicheren Beantwortung. Anscheinend ist allen erschaffenen Wesen nur ein bestimmtes Maß von Lebenskraft zugetheilt, nach dessen Erschöpfung die der Erhaltung des Lebens dienenden Organe ihre Wirkung versagen. Ich könnte mir also wohl vorstellen, daß auch Strahlen zwar irgendwelche Schäden, die an einem noch im Besitz der Lebenskraft befindlichen Körper entstehen, auszugleichen, nicht aber die Lebenskraft selbst zu ersetzen vermögen.

Die andere Seite der Betrachtung betrifft die Frage, was im Falle meines Ablebens – wenn ich mich so ausdrücken darf – aus Gott werden solle. Unzweifelhaft ist mir nach allem bisher Ausgeführten, daß das ganze Verhältniß, in welches Gott sich jetzt zu unserer Erde und zu der auf derselben lebenden Menschheit gesetzt hat, auf besonderen Beziehungen ruht, die zwischen Gott und meiner Person entstanden[199] sind. Käme meine Person durch Tod in Wegfall, so müßte in jenem Verhältnisse sicher eine Aenderung erfolgen; ob dieselbe in irgendwie auch für andere Menschen augenfälliger Weise hervortreten würde, wage ich nicht zu behaupten. Vielleicht wird man dann, durch die Noth gezwungen, zu denjenigen, die Rückkehr zur Weltordnung enthaltenden Maßregeln (Beseitigung des Anbindens an Erden, vollständige Unterdrückung des noch vorhandenen Restes der geprüften Seelen u.s.w.) sich entschließen müssen, zu denen man bis jetzt die Energie des Willens noch nicht hat finden können. Nur auf diesem Wege könnte nach meinem Dafürhalten Gott sich wieder in den Stand setzen, diejenigen Aufgaben, die ihm nach der Weltordnung obliegen, zu erfüllen, namentlich das Werk der Neubegründung von Seligkeiten wieder aufzunehmen. Daß zu den ersten Nerven, die zu einer Seligkeit heraufgezogen werden würden, auch die meinigen zählen würden, möchte ich nach den jahrelangen Beziehungen, die zwischen mir und Gott geherrscht haben, nahezu für selbstverständlich erachten. Ueber die Einzelheiten der Vorkehrungen, die von Gott nach meinem Tode zu treffen wären, mag ich mich um so weniger in Vermuthungen ergehen, als ich von den weltordnungswidrigen Einrichtungen, deren Abstellung dabei in Frage käme, der Natur der Sache nach doch nur eine mehr oder weniger unbestimmte Vorstellung habe erlangen können.

Was die Gestaltung meines Lebens bis zu meinem etwaigen Tode betrifft, so glaube ich eine gewisse Verbesserung meiner äußeren Lebenslage, Aufhebung der Entmündigung, Entlassung aus der hiesigen Anstalt u.s.w. innerhalb angemessener Zeit ohne besondere Schwierigkeiten erreichen zu können. Der Erkenntniß, daß, was es auch immer mit meinen »Wahnideen« für eine Bewandtniß haben möge, man in mir jedenfalls nicht einen Geisteskranken von gewöhnlichem Schlage vor sich habe, werden auch andere Menschen auf die Dauer sich nicht entziehen können.

Damit wäre mir jedoch noch kein Ersatz gewährt für das, was ich in den letzten sieben Jahren gelitten und entbehrt habe. Ich habe daher die Empfindung, daß mir in meinem künftigen Leben noch irgend eine große und glänzende Genugthuung bevorstehen müsse – nicht von Menschen bereitet, sondern gewissermaßen durch die innere Nothwendigkeit der Verhältnisse von selbst herbeigeführt. Bereits in der Zeit meines Aufenthalts in der Flechsig'schen Anstalt, als ich auf der einen Seite die ersten Einblicke in die wunderbare Harmonie der Weltordnung erlangt hatte, auf der anderen Seite für meine Person die tiefsten Erniedrigungen erfuhr und tagtäglich von den entsetzlichsten Gefahren bedroht schien, habe ich den Strahlen gegenüber das Wort gefunden, es müsse eine ausgleichende Gerechtigkeit geben, es könne nicht sein, daß ein sittlich unbefleckter, auf dem Boden der Weltordnung stehender Mensch in dem von feindlichen Mächten wider ihn geführten Kampfe untergehen, als schuldloses Opfer für die Sünden Anderer fallen solle. Dieses Wort, zu dem ich damals nur geringe Anhaltspunkte hatte und[200] das also damals, ich möchte sagen, mehr aus einem instinktiven Empfinden hervorgegangen war, hat sich schon jetzt im Laufe der Jahre in einer meine Erwartungen fast übertreffenden Weise bewahrheitet. Immer deutlicher neigt sich die Wagschale des Sieges auf meine Seite, immer mehr verliert der gegen mich geführte Kampf den ihm früher eigenen gehässigen Charakter, immer erträglicher gestalten sich in Folge der fortschreitenden Zunahme der Seelenwollust auch meine körperlichen Zustände und sonstigen äußeren Lebensverhältnisse. Und so glaube ich denn in der Annahme nicht zu irren, daß mir schließlich auch noch eine ganz besondere Palme des Sieges winken wird. Worin dieselbe bestehen werde, darüber wage ich keine bestimmte Voraussage. Nur als Möglichkeiten, die hierbei in Betracht kämen, erwähne ich eine doch noch etwa zu vollziehende Entmannung mit der Wirkung, daß im Wege göttlicher Befruchtung eine Nachkommenschaft aus meinem Schoße hervorginge oder etwa die andere Folge, daß an meinen Namen eine Berühmtheit sich anknüpfte, die Tausenden von Menschen von ungleich größerer geistiger Begabung nicht zu Theil geworden ist. Solche Gedanken mögen anderen Menschen phantastisch, chimärisch, ja angesichts der immerhin noch kümmerlichen und freiheitlich beschränkten Lebensfrage, in der ich mich augenblicklich befinde, geradezu lächerlich erscheinen. Nur derjenige würde verstehen, daß derartige Gedanken mir kommen müssen, der das ganze Maß der Leiden kennte, das ich im Laufe der vergangenen Jahre zu tragen gehabt habe. Wenn ich mir vergegenwärtige, welche Opfer durch Verlust einer ehrenvollen Berufsstellung, durch thatsächliche Auflösung einer glücklichen Ehe, durch Entbehrung aller Lebensgenüsse, durch körperliche Schmerzen, geistige Martern und Schrecknisse völlig unbekannter Art, mir auferlegt worden sind, so ergiebt sich für mich das Bild eines Martyriums, das ich in seiner Gesammtheit nur mit dem Kreuzestod Jesu Christi vergleichen kann. Auf der anderen Seite kommt der ungeheuere Hintergrund des Gemäldes in Betracht, in dessen Vordergrund meine Person und meine persönlichen Schicksale stehen. Wenn es wahr ist, daß die Fortdauer der ganzen Schöpfung auf unserer Erde nur auf den besonderen Beziehungen ruht, in die Gott zu mir getreten ist, so könnte der Lohn des Sieges für das treue Ausharren in dem schweren Kampfe um die Behauptung meines Verstandes und um die Reinigung Gottes nur in etwas ganz Außerordentlichem bestehen.

Damit werde ich auf die letzte Betrachtung geführt, die mich in dieser Arbeit noch beschäftigen soll. Ich halte es für möglich, ja für wahrscheinlich, daß die künftige Entwickelung meiner persönlichen Geschicke, das Bekanntwerden meines religiösen Vorstellungskreises und das Gewicht der Gründe, die für die Richtigkeit desselben sich aufdrängen werden, eine Umwälzung in den religiösen Anschauungen der Menschheit herbeiführen wird, die in der Geschichte ihres Gleichen sucht. Ich verkenne nicht die Gefahren, die aus einer Erschütterung aller bestehenden Religionssysteme sich ergeben könnten. Allein ich[201] vertraue der sieghaften Macht der Wahrheit, die die Kraft haben wird, vorübergehende aus einer religiösen Verwirrung der Gemüther entstehende Schäden wieder auszugleichen. Sollten auch viele der bisher als wahr angenommenen, insbesondere christlichen Religionsvorstellungen berichtigt werden müssen, so könnte doch eine der Menschheit aufgehende Gewißheit, daß es einen lebendigen Gott und eine Fortdauer der Seele nach dem Tode giebt, nur segenbringend wirken. Und so schließe ich denn mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß in diesem Sinne günstige Gestirne über dem Erfolge meiner Arbeit walten mögen.

1

Als »Derjenige« in der oben angegebenen und vielen anderen ähnlichen Redensarten bin natürlich immer ich selbst gemeint. Man würde vielleicht einen Fortgang: »derjenige Mensch, der uns (die Strahlen) allein noch interessirt« oder dergleichen zu ergänzen haben. Daß man dabei meinen Namen nicht nennt, scheint auf einer gewissen Geflissentlichkeit zu beruhen, da man sich eben immer in der Illusion wiegt, es müsse doch wohl nun endlich der Zeitpunkt gekommen sein, wo ich mir selber meiner Identität nicht mehr bewußt sei.

Quelle:
Schreber, Daniel Paul: Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken. Bürgerliche Wahnwelt um Neunzehnhundert. Wiesbaden 1973, S. 202.
Lizenz:
Ausgewählte Ausgaben von
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken.
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken: nebst Nachträgen und einem Anhang über die Frage:
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken
Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken

Buchempfehlung

Aristoteles

Physik

Physik

Der Schluß vom Allgemeinen auf das Besondere, vom Prinzipiellen zum Indiviudellen ist der Kern der naturphilosophischen Lehrschrift über die Grundlagen unserer Begrifflichkeit von Raum, Zeit, Bewegung und Ursache. »Nennen doch die Kinder zunächst alle Männer Vater und alle Frauen Mutter und lernen erst später zu unterscheiden.«

158 Seiten, 8.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier III. Neun weitere Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Für den dritten Band hat Michael Holzinger neun weitere Meistererzählungen aus dem Biedermeier zusammengefasst.

444 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon