Das Herrendiner

Das Herrendiner

[53] ist und bleibt immer eine der liebenswürdigsten Formen, Eingeladene, die nicht gern ohne Damen speisen, zu langweilen, und schon darum verzeihlich. Auch kann der Herr des Hauses oft nicht anders, und es ist ihm schon darum nicht übel zu deuten, weil er sich dabei selbst nach Kräften langweilt.

In der Reihe der häuslichen gesellschaftlichen Veranstaltungen nimmt das Herrendiner diejenige Stelle[53] ein, die das Spezialitäten-Theater in der Reihe der Bühnen einnimmt. Wer ein Herrendiner giebt, hat für Spezialitäten hervorragender Art zu sorgen, um sein verwöhntes Publikum zu befriedigen. Er hat Gänge und Weine zu liefern, die den Rang vielgenannter Namen der Gesangs-, Tanz-, Drahtseil-, Trapez- und Athletenkunst einnehmen.

Wer lange keinen Kater und keine Magenbeschwerden hatte und sich danach sehnt, lehne die Einladung zu einem Herrendiner nicht ab.

Ist man eine hervorragende Persönlichkeit, so sei man rücksichtslos, so daß die Gesellschaft etwas lange warten muß, bis zu Tisch gegangen wird. Denn es macht dem Wirt Vergnügen, daß die hervorragende Persönlichkeit oft und sei dies auch in feindseliger Stimmung genannt wird, wodurch der bedeutende Mann recht hervortritt.

Wenn man selbst dieser bedeutende Mann sein sollte, so entschuldige man sich nicht, wenn man endlich erscheint, um anzudeuten, daß man mehr ist, als die anderen. Man höre auch nicht, daß man als ungezogen und rücksichtslos bezeichnet wird, und sei überzeugt, daß jeder Gast frägt, was man sich denn eigentlich einbilde.

Ist kein so hoher Gast geladen, sondern gehören die Gäste derselben Gesellschaftsklasse an, so erscheine man pünktlich, um noch eine Weile vor Beginn der Tafel herumzustehen, sich die Hände zu reiben und »Wie geht's?« zu fragen. Auf diese Weise trainiert man sich für die meist folgende Langeweile.

Sind die Plätze schon belegt, weil der Wirt gern zwei Männer, die sich nicht ausstehen können, nicht zusammen- oder einander gegenübersetzt, so zittere man, bis man die Gewißheit hat, daß man nicht neben einem Zuckerkranken placiert worden ist. Nur wenn[54] man mit Vergnügen von körperlichen Leiden und nötiger Diät reden hört, freue man sich.

Da die Tafelrunde gewöhnlich aus älteren Herren besteht, so sage man jedem, er sehe vortrefflich aus, besonders wenn es nicht wahr ist. Ist man ein Vierziger und spricht mit einem Sechziger, so frage man, ob man nicht mit diesem in einem Alter sei. Dies macht Beiden Vergnügen.

Sind angenehme Mitbürger anwesend, so erwarte man mit Sicherheit, gefragt zu werden: »Leben Sie auch noch?« Man verneine, damit der Frager meint, man sei angenehm berührt, und damit er nicht merke, daß man ihn für einen Dummkopf halte.

Wenn nach der Suppe das Anekdotenerzählen ausbricht, so erzähle man gleichfalls eine alte Schnurre. Man muß sich nicht freihalten lassen. Muß man eine Anekdote zum sechsten oder achten Mal erzählen hören, so grolle man dem Erzähler nicht. Er weiß, daß er ein Wiederkäuer ist, und verläßt sich auf die Engelgeduld seiner Opfer.

Man sehe sein Hemd nicht an, so weit es sichtbar ist, denn es sind einige Rotweinflecke zu entdecken. Aber man betrachte die Mitglieder der Tafelrunde, die Rotweinflecke haben sich bei allen schon eingestellt, und es macht den Eindruck, als sei dies Mode.

Man trinke mehr, als dem Wirt angenehm ist, aber nicht mehr, als man vertragen kann. Kommt ein herber Sekt, so bitte man um süßen. Kommt ein süßer Sekt, so bitte man um herben. Dann hat man beide Sorten. Ich habe dies von einem Tischnachbar in einer Herrengesellschaft gelernt. Er hieß – ich werde seinen Namen nie vergessen – Müller.

Man thue alles, was möglich ist, um die Umgebung in angenehmer Laune zu erhalten. Hat man einen Nachbar, der sehr undeutlich spricht und den man deshalb nicht versteht, so sage man dies nicht, sondern[55] nicke immer mit dem Kopf als Zeichen, daß man kein Wort aus seinem Munde verloren habe. Erzählt ein Nachbar eine Anekdote, so lache man, selbst wenn sie durchaus pointenlos und schlecht vorgetragen sein sollte. Hat der Erzähler die Pointe ganz vergessen, so lache man noch herzlicher und nenne ihn einen Tausendsassa und unerschöpflichen Causeur. Hat ein Nachbar allerlei an einem Gang auszusetzen, der tadellos ist, so schließe man sich seinem Tadel an und verbeuge sich vor der feinen Zunge des Nörglers. Dies und ähnliches thue man im eigenen Interesse, um ungestört die Tafelfreuden genießen zu können.

Ist man verheiratet und bekommt von dem galanten Wirt ein Bouquet für die Gattin mit auf den Weg, so betrachte man dies als einen Wind des Schicksals, noch in ein Café zu gehen, wo man das Bouquet vergessen kann. Beachtet man diesen Wink nicht, sondern geht direkt nach Hause, so sage man der Gattin die Wahrheit über den Ursprung des Bouquets, da sie ja doch nicht glaubt, daß man es auf dem Heimweg gekauft hat. Für die Gattin scheue man kein Opfer.

Wird bei Tisch auf die abwesenden Damen getoastet, so zeige man nicht zu deutlich die Freude darüber, daß man eine Ausrede hatte, ohne die Gattin auszugehen. Man wisse, sich zu beherrschen. Man erhebe sich nicht zu begeistert und stoße nicht zu stürmisch an. Dem Heuchler, der den Toast sprach, rufe man innig zu: »Sehr liebenswürdig. Werde meiner Frau heute noch von Ihrem galanten Trinkspruch erzählen.« Das Loos des Toastes auf die abwesenden Damen ist immer beklagenswert, denn entweder freut sich, wie gesagt, der Hörer, daß sie abwesend sind, oder man hält mit mir ein Diner ohne Damen für uninteressant. Mir kann selbst der älteste und mit Orden bedeckteste Geheime Regierungsrat zu meiner Rechten die Dame nicht ersetzen.[56]

Welch eine üble Gewohnheit es ist, unter Tafeln mit bunter Reihe einen Damenfuß auf die Probe zu stellen, habe ich einmal bei einem Herrendiner konstatieren können, indem ein gesetzter Mann, der bereits die letzten Diners mitmachte, plötzlich aufschrie, weil ihm auf den Fuß getreten war. Man vergesse also keinen Augenblick, wenn man an der Füßesucht leidet, daß man an einem Herrendiner teilnimmt.

Ist man ein Freund der böhmischen und anderer Bäder, so nehme man von dem getrüffelten Fasan recht reichlich. Im anderen Fall sei man stark und lasse ihn unberührt vorüber. Der getrüffelte Fasan ist ein Mörder, der viele Menschen auf dem Gewissen hat, was der Wirt außerhalb seines Hauses zu wissen scheint. Auch die Arzte wissen es, verschweigen es aber aus guten Gründen. Jedenfalls ist es gesünder, Fasanen zu schießen, als sie zu essen.

Gäste, die mit ihrer Blasiertheit prahlen, also geaichte Tafelprotzen, nehme man nicht ernst, aber man gehe vorsichtig mit ihnen um. Einer derselben sagte einst zu mir: »Sie essen Forellen? Forellen fängt man, aber man ißt sie nicht.« Er geht meines Wissens heute noch ohne Wärter in Gesellschaften!

Ist der Gastgeber ein Jude, so würde man im Kreise der Herren den Antisemiten sehr ungern vermissen, er ist aber jedenfalls anwesend. Seine Verdienste um den herrschenden Rassenhaß werden nicht unterschätzt, aber den Titel Judenfresser verdankt er trotzdem nur dem Eifer, mit dem er gern bei Juden speist und zwar so, als wolle er sie um die Ecke essen. Wenn er dem Gastgeber zutrinkt, macht er den Eindruck, als sei ihm dieser lieber als Herr Ahlwardt, was aber nicht viel sagen will. Er hetzt keinen Augenblick, im Gegenteil glaubt man, während er tapfer ißt, anstatt »Nieder mit den Juden« von ihm zu hören: »Nieder mit den Trüffeln und Artischocken!« Erst,[57] wenn er sich beim Fortgehen genötigt sieht, dem Diener ein Trinkgeld zu geben, bricht die alte Wunde wieder auf, und schon auf der Treppe fällt ihm ein, daß an der Fleischteuerung allein die Juden Schuld haben.

Viel unangenehmer ist der Anwesende, der fortwährend den Wirt herabsetzt, weil ihm selbst die Mittel fehlen, solche Diners zu geben. Er unterbricht sein leises Gespräch mit seinem Nachbar dann und wann nur, um mit dem Wirt anzustoßen und ihm ein herzliches Prost! zuzurufen. Strahlenden Auges leert der Wirt sein Glas.

Man versäume es nicht, wenn man kein Börsenmann ist, einen Vertreter der hohen Finanz laut zu fragen: »Wie kommt Wien?« Dies macht einen guten Eindruck. Lautet die Antwort: Fest, oder matt, oder anders, so schüttele man den Kopf, obschon es einem ganz gleichgültig ist, wie Wien, Paris oder London kommt.

Unter den Gästen, einerlei welcher Konfession, findet man solche, welche einen italienischen, oder spanischen Orden, oder beide besitzen, deren Statuten den Inhaber verpflichten, Andersgläubige zu verfolgen und zu vernichten, wo er sie finden mag. Man sei deshalb keinen Augenblick ängstlich. Der Ordensinhaber hat meist diese Statuten nicht gelesen, und wenn er sie kennen sollte, so ist er froh, wenn man ihm nichts thut, indem er gewöhnlich selbst ein Andersgläubiger ist.

Bei Herrendiners verstehe man vor allem etwas vom Wein. Es ist nicht nur dem Wirt angenehm, wenn seine teuren Tropfen nicht als Blaubeerenwein getrunken werden, sondern man gilt dann auch in den Augen des vielleicht in der Nähe sitzenden Pinikers als ein Barbar. Da man nun gewöhnlich nichts vom Wein versteht, so trinke man so, als trinke man mit Verständnis. Es ist dies nicht leicht, aber durch[58] Übung kann man dieser Lüge das Aussehen der Wahrheit geben, so daß selbst der gebildetste Trinker nicht die rote Gurke rümpft. Hat man also ein Gläschen Wein vom Präsentierbrett des Dieners genommen, so trinke man nicht ohne weiteres, sondern strecke zuvörderst die Nase über den Rand des Glases, als wolle man die Blume prüfen. Dann mache man eine Bewegung mit dem Kopf nach oben und blicke dann den Wirt an, der stolz auf seine kostbare Gabe, die Gläserparade abnimmt, als sage man: »Ein Prachtweinchen!« Hierauf nehme man einen kleinen Schluck, spitze den Mund und peinige den Schluck, indem man ihn zwingt, einen Seiltanz auf der Zunge auszuführen. Dann erst trinke man das Glas aus und sei derart entzückt von der Güte des Weines, daß man ausruft, man finde keine Worte und fortwährend welche findet. Auf diese an die angeborene Komödiantennatur keine große. Ansprüche erhebende Weise kommt man rasch zum Namen eines Kenners, so sehr garnicht man solcher sein sollte.

Hat man einen Nachbar, der sehr interessante Liebesabenteuer erzählt, so lüge man gleichfalls nach Kräften. Erzählt er etwas unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit, so sei man überzeugt, daß man der einzige ist, dem er es bis dahin noch nicht erzählt hat.

Behauptet jemand, er habe seine Frau so erzogen, daß er lebe, wie es ihm beliebe, so hat man einen unrettbaren Pantoffelhelden vor sich, der eigentlich sagen wollte: »Wir Deutschen fürchten unsere Frau und sonst nichts in der Welt!«

Hat man einen höchst langweiligen Nachbar und ist ihm das Bein eingeschlafen, so wundere man sich, daß man noch wach ist, und beneide das Bein, das sich nicht zu beherrschen braucht.

Trifft man jemand in der Herrengesellschaft, den[59] man längere Zeit nicht gesehen hat, so erkundige man sich nicht ohne weiteres nach dem Befinden seiner Frau, denn sie hat ihn mittlerweile vielleicht verlassen. Mir hat einmal ein Bekannter auf meine Frage, wie es seiner reizenden Frau gehe, geantwortet: »Sie wollen mich wohl zum Besten haben!« Ich habe dadurch nichts über den Gesundheitszustand seiner Gattin erfahren, obschon sie sich seit einiger Zeit zum erstenmal seit ihrer Vermählung sehr wohl befand. Allerdings nicht im Hause ihres Gatten.

Trifft man unter den älteren Herren einen, der sich wieder verheiratet hat, so drücke man sein Beileid durch ein herzliches Gratulor aus und schüttele ihm die Hand. Man erleichtere dann sein sorgenvolles Herz durch einige Worte des Bedauerns, die man in dieser Sache an einen anderen richtet.

Werden zum Nachtisch Selleriestangen gereicht, so nehme man eine, auch wenn man sie nicht gerne ißt. Es sieht aber besser aus.

An fast jeder Herrentafel pflegt man wenigstens ein Gemüt zu finden, dessen im Schornstein des Börsenwitzes sorgfältig geräucherte Zunge allgemein gefürchtet ist. Mit einer Tapferkeit, welche am wenigsten durch die Abwesenheit seiner Opfer zu bändigen ist, vermeidet er jede Glosse, welche die Abwesenden nicht lächerlich machen könnte, und weiß er ihnen immer neue Schwächen anzudichten. Man nehme sich vor ihm nicht in Acht, denn es nützt nichts.

Wird man von einem guten Freunde, der für seine Belesenheit Reklame machen will, gefragt, wo das Wort stehe: »Es wandelt Niemand ungestraft unter Palmen«, so antworte man gefällig: Im »Nathan«. Dann giebt er ganz richtig und lächelnd die »Wahlverwandtschaften« als Quelle an und ist glücklich. Wenn man mit einer solchen Kleinigkeit einen Menschen glücklich machen kann, so soll man es thun.[60]

Ist bei Tisch Musik mit auch nur einer einzigen Trompete, so bedeutet dies einen unumstößlichen Beweis dafür, daß der Wirt der Geduld seiner Gäste felsenfest vertraut. Man füge sich also, indem man sich sagt, daß es kein Konzert ohne Pausen giebt. Man beneide aber die Orchestermitglieder, weil sie nachher ohne Musik essen.

Man wird nicht daran denken, mir den Vorwurf zu machen, daß ich dem ehrenwerten Stand der Angestellten zu nahe treten will, wenn ich mich vorübergehend mit dem peinlichen Mittagessen beschäftige, zu welchem sie von ihrem Chef befohlen werden. Ein Angestellter wie jeder, der einen Chef sein nennt, ist ein Untergebener, aber wer ist nicht Untergebener? Die Sprache hat das Wort Übergebener nicht. Wir alle sind untergeben. Aber nicht alle Untergebenen werden von ihrem Chef eingeladen, viele werden von solch schmerzlicher Überraschung nicht erreicht.

Man weiche der Einladung nicht aus, so leicht dies durch einen künstlichen Sturz mit dem Zweirad, oder durch die etwas mildere Form eines ärztlichen Attestes zu bewerkstelligen wäre. Man zöge sich den Haß des Chefs zu, so gleichgültig diesem es wäre, wenn man nicht erschiene. Er würde sich dadurch in dem Entschluß stärken, keine Zulage zu geben, obschon er an solche auch nicht denken würde, wenn man erschiene, da er das Mittagessen nach dieser Richtung hin sehr hoch einschätzt und schon als Zulage betrachtet.

Man esse etwa sechs Tage vor dem Fälligwerden der Einladung Probe, indem man anhaltend so ißt, daß man auf den scharf beobachtenden Chef keinen üblen Eindruck macht. Man probiere also ganz anders zu essen, als man in seiner Familie, oder unter guten Freunden zu essen wagt. Man esse ungemein bescheiden, artig, immerfort befriedigt und ohne Bemerkungen[61] zu machen, ganz einerlei, ob der Chef Minister, Regiments-Kommandeur, Fabrikant, Bankier, Kaufmann oder etwas anderes ist.

Man stelle sich pünktlich ein und vor allem ohne kostspielige Garderobestücke. Käme man unpünktlich, so würde der Chef behaupten, man komme immer zu spät und sei überhaupt unzuverlässig. Kommt man im noblen Anzug, trägt eine schwere Uhrkette und Lackschuhe, so denkt er vielleicht an eine Herabminderung des Gehalts, um den jungen Mann vor fernerer Verschwendung zu schützen.

Fragt man nach dem Befinden des Chefs und dieser gesteht herablassend Erkältung oder Nervosität ein, so erbleiche man und könne sich nicht fassen. Keinenfalls äußere man große Freude über das Vernommene.

Wird auf das Wohl des Chefs getrunken, so springe man wie besessen auf und schreie, anstatt nur einzustimmen. Auch hier bewache man sorgfältig die geheimen Gedanken.

Bevor man sich nach dem Befinden der Schwiegermutter des Chefs erkundigt, suche man erst festzustellen, wie er mit der Dame steht. Erfährt man, daß er in Wut gerät, wenn er an sie erinnert wird, – es giebt ja solche Barbaren, – so frage man ihn sofort nach ihrem Befinden. Er wird sich hüten, deshalb unfreundlich zu sein.

Den Wein finde man vorzüglich, auch wenn er ein so leichter Mosel sein sollte, daß er die Kasse des Chefs nicht im geringsten beschwert.

Man finde den Chef brillant aussehend, besser als im vorigen Winter.

Wenn man Raucher ist, so verneine man aus zwei Gründen die Frage des Chefs, ob man rauche. Erstens ist es ihm angenehm, wenn der Angestellte nicht raucht, und zweitens befindet sich die Cigarre,[62] die nach solchem Mittagessen umgeht, schon seit einigen Jahren nicht auf dem Wege der Besserung.

Regt einer der älteren Angestellten die Idee, dem Chef zur Erinnerung an den schönen Speisezettel ein Album mit den Porträts sämtlicher Angestellten zu stiften und stellt eine Tellersammlung zu den Kosten des Albums an, so gebe man, wenn man keinen größeren Knopf bei sich hat, zehn Pfennig.

Bittet der Chef, wenn aufgebrochen wird, man möchte doch noch einen Augenblick bleiben, so mißverstehe man ihn nicht, sondern bleibe nicht länger. Dann gehe man und sage sich zum Trost, dieses Mittagessen werde den Angestellten doch nur einmal im Winter zugefügt. Dann aber urteile man über das Vorgefallene möglichst milde, denn man kann ja selbst eines Tages Chef werden.

So schwierig der Umgang mit den zahlreichen Gästen des Herrendiners sich gestaltet, so schwierig ist er auch mit einzelnen Personen. Ein erstes Muster einer solchen Person ist der


Quelle:
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. Berlin 41906, Bd. I, S. 53-63.
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