Juniperus

Juniperus.
Juniperus.

[586] Juniperus.

Juniperus, Brunf. Matth. Dod.

Juniperus vulgaris fruticosa, C.B.

Juniperus minor, Fuch. Cord. in Diosc.

Juniperus humilis, Gesn. Hor.

Juniperus vulgatior, Ad.

Juniperus baccifera, Tab.

Juniperus vulgaris baccis parvis purpureis, J.B. Raji Hist.

frantzösisch, Genevrier, oder Genevre.

teutsch, Wacholderstrauch, kleiner Wachholder.

Ist ein sehr bekannter Strauch, dessen Stamm dünne ist und mit einer rauchen Schale überzogen. Sein Holtz ist hart, und etwas röthlicht, absonderlich, wann es vertrocknet ist, giebt einen lieblichen Geruch, wann es aufs Feuer wird geleget. Er treibet eine grosse Menge Zweige, mit kleinen schmalen, spitzigen, harten und stachlichten Blättern besetzet, welche beständig grün verbleiben. Seine Blüten sind kleine Kätzlein, die keine Früchte geben. Die Früchte sind Beeren, so dicke als wie die an der Epheu, rund und im Anfang grün, werden aber schwartz, wann sie nunmehr zeitig, und enthalten ein wenig röthlicht Marck, das schleimig und ölicht ist, würtzhaftig und von scharffen, hartzigen, doch dabey etwas lieblichen Geschmack, benebenst drey oder vier Samenkörnern, die länglicht und dreyeckigt, oder sonsten eckigt sind. Dieser[586] Strauch wächst auf dem Felde und in den Höltzern: führet viel Oel und Sal essentiale.

Die Wachholderbeeren dienen dem Haupt, zu Stärckung der Nerven, den Magen und das Hertz: sie befördern die Dauung, treiben den Harn und der Weiber Zeit, widerstehen dem Gift, sind gut zu alten eingewurtzelten Husten, zur Colic, die von Blähungen entstanden, zum Lendenweh. Sie zertreiben, eröffnen und zertheilen. Man soll diejenigen erwehlen, welche frisch getrocknet, dick und völlig sind, und einen starcken, gewürtzhaften Geruch haben. Viel Leute tragen sie im Sacke bey sich, in kleinen Büchslein, damit sie deren drey oder vier alle Morgen nüchtern kauen können, und sich vor böser Luft verwahren, auch einen guten Athem haben mögen.

Die Confiturirer und Zuckerbecker überziehen diese Beeren mit Zucker, und machen eine dragæa und Zuckerwerck daraus, so sie dragæam sancti Rochi, dragées de saint Roch, S. Rochus Zucker zu nennen pflegen, dieweil sie wider die Pestilentz sehr dienlich sind.

Das Wachholderholtz treibet den Schweiß und wird zu Träncken gebrauchet: es wird auch in den Häusern verbrennet und die Zimmer wegen ungesunder Luft damit durchräuchert.

Quelle:
Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 586-587.
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