An August Duvau,

als er nach Frankreich zurückkehrte

[144] Beim Abschied, im Nahmen einiger seiner Freunde.


Glück und Ruhe möge Dich begleiten

In das ferne Land, das Dich gebahr,

Das der Schauplatz Deiner ersten Freuden,

Deines ersten bittern Kummers war.


Stiller Friede, wie nur schöne Seelen

So wie Du – zu fühlen ihn verstehn,

Müsse niemahls Deinem Herzen fehlen,

Müsse immer lächelnd Dich umwehn.


Die Erinnrung Deiner frühen Leiden

Dünke Dir ein Traum der Prüfung nur;

[145] Bei des Wiedersehens Götterfreuden,

Flieh' auf ewig seine dunkle Spur.


Doch will sie nicht gänzlich von Dir weichen,

So erheitre sie der Freundschaft Bild,

Die wie Lebensbalsam sonder Gleichen

Schnell des Schmerzes Aufruhr lindernd stillt.


Fern von dem verlassnen Vaterlande

Bot sie liebevoll Ersatz Dir an,

Und vereinte uns mit einem Bande,

Das Dein Abschied selbst nicht lösen kann.


Ewig wird ihr Seegen Dich begleiten.

Zu dem Lebewohle, das sie spricht,

Ist ihr letzter, heisser Wunsch beim Scheiden:

In der Ferne noch vergiss uns nicht!


Quelle:
Charlotte von Ahlefeld: Gedichte von Natalie. Berlin 1808, S. 144-146.
Lizenz:
Kategorien:
Dieser Text als Ebook
Charlotte von Ahlefeld
EAN 9783843000048, 33 Seiten

Kostenlos für Kindle!
Gedichte von Natalie
Dieser Text als Buch
Charlotte von Ahlefeld
EAN 9783866402379, 104 Seiten, 12,90
Gedichte von Natalie
Empfehlungen
Ahlefeld, Charlotte von
14,90 €

Ahlefeld, Charlotte von
12,90 €

Droste-Hülshoff, Annette von
15,00 €

Interpretiert von Meurer, Reinhard
12,25 €