CLXXXIII.

[236] 1. Nechtlicher zeit, sich etwan geit,

im schlaff das ich, versöhne mich,

mit der so ich guts gan,

als seh ichs frölich von mir stahn,

wo ich denn mag, krenckt mich die sach,

so schlag ichs ab, und hab

zu jr nit denkens mehr,

die holdselig wer, mir fest (so) angenemen

wenns mir gezem.


2. Es mag auch sein, das sie nit mein

fast achten thut, sie nimpt es vor gut,

und lest geschehen das,

denn wie jm ist, wird mir nicht bas,[236]

wenn ich nit ub, gen jhr kein lieb,

wiewol ich jr, als mir

thu wünschen glück und ehr,

die holdselig wer mir fast angenem,

wenns mir gezehme.


3. Bey mir ich acht, und offt betracht,

wie nicht wer gut, das ich mein mut,

setz zu derselben meid,

wenn das geschech wer es mir leid,

in solcher weis, ich sey auch preis,

den sie ist from, darumb,

kein arges ich von jr beger,

die holdselig wer mir fast angenehm,

wenns mir gezem.

Quelle:
[Anonym]: Das Ambraser Liederbuch vom Jahre 1582. Stuttgart 1845, S. 236-237.
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