4.

[6] Wenn ich den ganzen Tag

Geführt hab meine Klag,

So giebts mir noch zu schaffen

Bey Nacht, wann ich soll schlafen.

Ein Traum mit großem Schrecken

Thut mich gar oft aufwecken.


Im Schlaf seh ich den Schein

Des Allerliebsten mein,

Mit einem starken Bogen,

[7] Darauf viel Pfeil gezogen,

Damit will er mich heben

Aus diesem schweren Leben.


Zu solchem Schreckgesicht

Kann ich stillschweigen nicht,

Ich schrei mit lauter Stimmen:

»O Knabe laß dein Grimmen,

Nicht wollst, weil ich thu schlafen,

Jezt brauchen deine Waffen.«


Quelle:
Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Band 3, Stuttgart u.a. 1979, S. 6-7.
Lizenz:
Kategorien:
Dieser Text als Ebook
Ludwig Achim von Arnim
EAN 9783843000345, 488 Seiten

Kostenlos für Kindle!
Des Knaben Wunderhorn
Ausgewählte Ausgaben von
Des Knaben Wunderhorn
Ludwig Achim's von Arnim sämtliche Werke: Band XVII. Des Knaben Wunderhorn. Alte deutsche Lieder, gesammelt von L. A. v. Arnim und Clemens Brentano. Band 3
Buchempfehlung: Hempel, Claudia: Wenn Kinder rechtsextrem werden ISBN-13 9783866740211
Empfehlung

Hempel, Claudia

Wenn Kinder rechtsextrem werden

Wenn Kinder rechtsextrem werden
Zu Klampen, 2008. 207 S. m. Abb., 3866740212, 12,80 €.
Warum gerade ich? Warum gerade mein eigenes Kind? Warum hilft mir keiner? Bedrängende Fragen von Müttern, deren Kinder Neonazis sind. Dieses Buch ... weiterlesen