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[5] Auszüge aus dem Rostocker Criminal-Protokoll-Gerichtsbuch (16. Jahrhundert).

Anno XLIII (1543) des Frigdages na Anthonij qwam Anncke Ratken bordig to Lubeke vor gerichte umme erer thoverie willen. Thom ersten hefft Anncke Ratken apenbare bekant, dat se Clawes Zacharias frowen alße der Eggerschen hir to Rostock eynen göthe in dußent duvel namen vor de dören gegaten hefft; dat hedde ße darumme gedan, dat de Zacharissche ße umme eynen gulden, den ße er noch was schuldich gebleven, alße ße in der lastöver straten in der potterie tho der tidt noch wanende was, er strackes wedder to gevende gemant hefft, und is inth veffte jar vorleden.

Item desßen göthe to makende hefft ße van eyner lynnenwewerschen mit namen de Kobrowsche bynnen Bützow wannafftich geleret, de de nu wol II jar lanck doth geweßen is, vnd scholde ene ßo maken wo volget. Sze scholde ere eghene water III donredage na malckander to hope sammelen vnd sniden denne up jeder tidt ere eghene negele van henden vnd vöten in dat water vnd waschen danne de hende vnd vöte dalwert dre male in dem sulvigen water, dat ße ßo dre donretage na malckander geßammelt hedde, vnd geten denne dat sulvige water in dußent duvel namen vor de dören, den ße idt gunde vnd de er wes to leide gedan hedde, wo ock geschen is.

Thom anderen hefft A.R. bekant dat ße up de sulvige tidt 1 denschen witten, den ße ock in dußent duvel namen to sick gewesselt hedde, welckeren ße in eym dökeken gebunden vnd der vorgemelten Zacharieschen under dat bruggenbreth by 1 sten gesteken hedde, in der menunge dat ße jo keine koplude krigen scholde vnd ere vödinge edder neringe mochte entagen vnd verringert werden.


1543: bekennt Claws Lubow: dat he van der Geweschen to dem Mikenhagen gelert hefft, he scholde eynen luns in drier duvel namen uth dem wagen nemen, dar de man up eynen sundag mit tho der molen geweßen were, vnd den sulvigen luns schole he den luden, den he wat qwades gunde, in drier duvel namen vor dat dore effter dören in de erde flan, alßo dat dat ve dar aver ginge; ßo[5] scholde den luden ere qwick vnd ve gelich alße de dach vorgan vnd ummekamen. Item dith sulvige hefft he Hans Moltken tho Warstorpe up eyn mall gedan vnd de luns is ock noch in der erden gefunden worden.

Thom drudden male hefft he bekant, dat he dat korne up dem stucke, dar Jacob Schillinges alße ßines nabers perde van gegeten vnd beßabbet hedden, hefft affgesneden vnd dat sulvige in drier duvel namen in eynen rhoheden vademen gebunden vnd in den rock gehenget vnd gelick alße dat korne na der hant verdorrede, ßint ock synes nabers perde verdorret vnd vorgan vnd thom latesten gestorven.


Thom vifften hefft Cl. L. bekant, dat he den luden, de dar gelt edder anders wes vorlaren hedden, gelert hefft, ße scholden III eynstemmelinge up III sondage na malckander baven to hope boghen und de sulvige in drier duvel namen to hope binden und dar eynen groten sten in den drin sondagen tusken up de twige leggen, und gelick alße de sten die stemmen beswaret, alßo scholde ock des minschen herthe, de dat gelt edder anders wes hedde, besweret und bange werden, dat he nicht rowen scholde, er he dat jene wedder to der stede brochte: dit hedde he ock van der vorges. Geveschen geleret.

Thom sosten hefft Clawes Lubow bekant, dat he Pawel Wilken tho Wieghendorpe, dem ßyne perde kranck und im dele aff gestorven weren, gelert und radt gegeven hefft, he scholde nemen eynen perdekop van den gestorven perden und graven den in den perdestall in drier duvel namen, und ßo de jene, de idt ßynen perden angedan und betovert hedde, dar inth huß qweme, scholde doff und blinth werden, wo ock der frawen, de dar im dorpe up dem karckhave plach to wanende, weddervaren is und is II jare vorleden.

Thom soveden hefft C.L. bekant, dat he Hinrich Kegebene tho Nienhußen dorch ßyne geistere den gevel van ßynem huße hefft dale werpen laten, darumme he ene im pingesten vor eynen toverer geschuldet hedde.

Thom achten hefft he bekant, dat Clawes Kanter tho Glaßow im lande tho Wenden, dem ßin korne up dem acker vordorven was, gelert hefft, he scholde van ßynem acker III hantfull erde nemen und[6] in ßynen rechteren scho gethen und dat sulvige ertrike in drier duvel namen up ßynes nabers acker geten; dat korne scholde ock ßo vorderven alße ßin vordorven was. Hir vor hefft he em XIIII ß sund gegeven und is geweßen in der vorgangen vasten.


Anno 1556: Catharina Witten bekennt: dat er Jacobus Kiedendorp hedde geheten und bevalen, ße scholde eynen nien poth van eynem stoveken groth kopen in aller duvel namen; darna hedde ße ock dre stale natelen kopen mothen ock in aller duvel namen, und desße kopenschop mit dem potthe und natelen is geschen up eynen sonnavende avent, und folgendes des sondage morgens dar na hedde ße den poth genamen unde ginck dar mit hen by de ßagemolen, und hedde dar dat water jegen den strom in den pot gefullet in alle der namen, de de macht hedden Hans Stollenkoppe und ßyne frowen tho S. Jurgen wanende tho betoverende. Darna hedde ße dar sulvest under dem trage by der molen dre flinthstene in aller duvel namen genamen, alße er Jacobus ock bevalen hedde.

Item ße bekent wider, dat ße des sulvigen dages den poth mit dem water stenen und natelen up dat fur geßettet und aver II stunde lanck hedde ßeden laten, dar tho hedde ße eyne meßforcke II male in dat fur gesteken und de thynde gloygich gemaket und de darna upgerichtet by dem fure und aver ende geßettet, dar na weren dar wol by eynem stige kreghen baven den poth flegende kamen, alßo dat ere thom latesten was gruwende worden, und vorleth den poth und ginck hen in Stollenkoppes dornßen, dar Jacobus ßat, und alße ße nhu wedder in den hoff qwam, done was de poth allewege. – Jacobus Kiedendorp bekennt sich zu diesem Zauber und sagt, er habe dies Stück in einem Buche, das er von Carin Moltken bekommen, gefunden. Er muß darauf die Stadt Rostock und ihr Gebiet gänzlich verschwören, er ist aus Melluinge in Prußen gebürtig.


1560 bekennt Catharina Wolgemodesche, bordich van Hamborch, dat ße eynen poth ful tuges van adderen vnd slangen, de ße thom ersten up der rösten gebraden hedde und melck dartho gedan hedde, in aller duvel namen tho gemaket, und uth bevel eres emannes hedde ße dat sulvige thogemakede tuch der Arnt Peterschen der hakeschen in[7] aller duvel namen vor ere doren gegaten. Auch hat sie mit dem Teufel Beelzebub gebuhlt, der in Gestalt eines jungen Mannes sie besuchte.


1568, 9. August, bekennt Tilske, aus Rostock: daß sie goete gegossen; den ersten ghoet aus Wasser, welches sie gefüllet gegen den Strom, und Mehl darin eingetunkt in dusent duvel namen, auch schapfonye für 1 Witten, und von der galgen tho Güstrow, und von dem Rade vor S. Peters Thor, Erde von einem Grabe, wo einer todtgeschlagen, und von einer Pogge, und als sie den Guß hingegossen, sagte sie: lieg da in dusent duvel namen. – Einmal kam der Teufel zu ihr und sagte: du must auch ein Mal up Blakesberge; sie wollte nicht, da drohte er ihr den Hals entzwei zu brechen. Er befahl ihr, auf den Besen zu sitzen. So kam sie hin, hat dort gegessen und getrunken, viele Frauen und Jungfrauen waren da, die sie nicht kannte; denn es war düstre Nacht. Auch hatte sie getanzt, und der Teufel tanzte mit seiner Braut voran, er hatte ihr einen goldenen Rock gegeben; im Tanze fielen viele hin, und eine fiel über einen Block. Da lachte der Teufel und sagte: alle, die gefallen, seien sein.


1569, 2. August, Theina Bleken bekennt, daß sie zaubern von der Schütteschen und von der Hans Millerschen gelernt; die gaben ihr einen Teufel, der hieß de Jochim. Den ersten Ghöt hat ihr die Schüttesche gemacht in einem irdnen Pott von Whait, Ghalle, Brunsylle, Rhöde weitenklye und von dem Wasser, daraus die Färber ihre Laken waschen. Sie könne die Leute bezaubern, wenn sie nur feseken hedde uht ehren Rocken, unde bernde die sulvige tho pulver, und gäbe es den Leuten zu trinken, die müßten ihr dann folgen, wohin sie wollte. Auf S. Walburgs-Nacht sei sie auf dem Blocksberge gewesen; die Schilderung fast ganz so wie vorher.


1570, 13. October, bekennt Paul Kröger: er habe in die Kristalle zu sehen gelernt; wenn er des Menschen Namen wußte, die whor mit verdacht wher, so nahm er die Kristalle, und sprach darüber folgende Worte: Der hillige licham, dat hillige testament, dat sacrament und der leve vader im hemmel, do dick up, im namen deß[8] vaderß, des sohns und des hilligen geistes. Dann sähe man einen weißen Engel, und der Mensch käme auch darin zu stehen, und der Engel weise den Schuldigen. Ferner bekennt er, daß er up Blocks Berge gewesen, der Böse kam zu ihm, er sagte: Du schalt mit nha der Vletze; er habe geantwortet: was ist die Vletze, worauf jener erwiderte: dat schaltu wol balde sehen; und so sei er dort gewesen und habe dort gute Kost gegessen und schön Bier aus Gläsern getrunken. Einer von den Bösen, Kulen Eiß genannt, tanzte vor mit einer Beckerschen vom Sunde, Meyersche genannt, Paul tanzte hinter ihr her mit einer Frau Geseke Nyemans genannt, van Barte, er und die Frauen wären gefallen, und jeder mußte Namen und Zunamen nennen, und ward aufgeschrieben. – Weiter bekennt er, daß er Hans Kedingen ther Sulte die Kuh bezaubert, diß Jahr im Sommer, daß sie keine Milch geben sollte; das hatte er gethan mit Todten Erde, die er geholt in aller Teufel Namen, und in derselben Namen vor die Thür gegossen, da die Kuh über gehen mußte. – Ebenso habe er einem andern die Pferde mit Todten Erde bezaubert, einem andern zwei Pferde zu Tode gezaubert, dazu brauchte er Menschen Haar, Wolfs-, Hasen-, Fuchs-Haar und Hundes Dreck. Dies habe er in aller Teufel Namen in einen Pott gethan und in die Erde gegraben, wo die Pferde über giengen. – Ferner hatte er einen Kerl, Jacob, bezaubert, weil er Austin van de Lue thom Schulenberge ein Perdt weg gereden: er nahm den selen (Siel), dar dat perdt den dag in getrecket, und den swet darut geschrapet, dreimall in aller meister name der duvelen und inß feur geworfen und gesecht ›Jacob du schalt töfen in aller duvel name‹ drie mhal, derna henge hie den selen up einen ketten balcken, aver ein span vul waters. – Auch habe er mehreren einen goet gegaten.


1576, 9. März, bekennt Trina Kempen, sie habe von einem Kerl, Diedrich, gelernt: sie sollte brechen neunerlei Holz in aller Teufel Namen und holen drei Steine in derselbigen Namen, und einen neuen Pott kaufen ungedinget, in derselbigen Namen, und lassen unvernutzet weß bitten in dren unterscheitlichen malen umb Gottes willen undt in den poth wegk machen und nhemen den Sohm von des Minschen hembde und maken ein licht davon und stickens ahn in aller[9] dufel namen und lassen sich drierley müntze geben. Sie bekannte ferner, daß sie die Fischkbeckesche und der Kupperschmedeschen Kinder und ander mer gebadet in solchem Holtz, so ir in aller duvel namen gebrochen, zu dem ende, das sie inen damit helffen wollen. Bekande das die böme, davon solch holtz gebrochen, darnach versunden, wen den Leuten die kranckheit verginge; wen inen aber die kranckheit nicht verginge, so blefen sie groen.


1576, 28. März. Margretha Gudowen bekennt, sie sei in S. Wolpurges nacht auf Blocksberge gewesen, habe mit dem Teufel hintenan getanzt, sie sei gefallen, da habe er gelacht und gesagt ›nun mußt du sterben‹. Der Spielmann hieß Rölicke. Der Teufel kam zu ihr wie ein schwarzer Bär und fragte: willst du mein sein? Sie antwortete: Soll ich dein sein, so magst du mich nehmen und hinführen. Er führte sie in der Nacht dahin, eine Stunde lang, sie war eine Stunde da, hat auf Bänken gesessen, und gegessen ›von dem Tischke so mit grese bestrowet, die grapenbrade wer swartz gekochet gewesen, mit peyer, und hette swartz broth gegessen, wer süße gewesen, und hetten roth bier getruncken uth glesern, und die kock hette Ruße gehießen, die die kost aufgetragen, und wer roth gekleidet gewesen, und hette ein swartz hoeth aufgehabt.‹ Als sie gegessen, führte er sie fort und setzte sie bei ihrem Keller ab. Sie lernte das Zaubern vor neunzehn Jahren von einem Weibe, Trina Grabow, bei Wolgast bortig, die vor drei Jahren daselbst gebrannt worden. Sie that es einer Frau an mit ihrem eignen und mit Fischwasser, worin sie den Teufel gebadet, daß sie an allen ihren Gliedern leiden sollte, den sie solchen goeth gegossen auf einen Donnerstag Abend vor die Thür. Bekandt das sie diese Frauwe widerumb geböteth, den sie hette sie auf einen Mitwochen Abend auf den Meshop gebracht und ir befolen, das sie müssen ires Mans rock umbhengen, do hette sie also gesprochen:


Ich böthe deß,

ich weiß nicht weß,

so lauter und klar,

als Ihesus Christus warth geboren von der reinen junckfer Maria,

so war sol dir gehulffen werden;
[10]

und ferner hatte sie der Frawen ein plund' vor die augen gebunden und wedder inß haus gebracht und in Ihesus namen zu bedde gelegt, und inen verbotten, das sie den abend solten kein licht ansticken, damit sie den dufel nicht sehen solten, den sie den dufel dahin gehalten, das er müssen die kranckheit von der frauwen wenden auf den ochsen. – – Bekande das des Jungen bruder sie gedrowet, er wölle sie bernen lassen, do hette sie den jungen widergeböteth und gesagt:


Harbrade, schame dy,

Ihesus Christus die jaget dy,


im namen des vaters und des sons und des heiligen geistes Amen. Hirbei hatt diß weib vermeldet, das der dufel zu ir gesagt, sie solte Ihesum harbrade hießen, den das wer ein dufel. – Bekandt, wen sie die undererschen verdreve, so spreche sie:


Horstu wol, du dufel und dufelinne,

du schalt nicht mer averwinnen,

sonder Ihesus Christus1,

so war alß die geboren ist

von der heiligen junckfer Maria,

so war solstu uns hir verlaßen.


– – Bekandt das ir jungicken fast drei jar kranck gelegen und das ire künste an irem eigen kinde nicht wölten helffen, do hette Dirke Trina demselbigen wollen rath geben und ir befolen, sie solte wasser holen in gottes namen und legen negenderlei holtz und 9 steine von dem velde in taußen düfel namen, und do sie die kalten steine inß warme waßer, so uber dem feur gehangen, geworffen, hetten dieselbigen gezischet, und das kindt hette sie oben in dem frathem gehalten und gesagt: so mennig stein alß zischede, so mennig undererdesche keme von im, irem kinde aber wer damit nicht gehulffen, diß weib hette mennigen betrogen.

Anna Lünenborges, Jost Wulfes Hausfrau, bekennt, das sie Thim vor dem Höllendor zu seinen ogen gebuteth und gesagt, dor weren drei selige junckfern, die de hillig und selig weren, hörden gerne gades worth, die eine bötede des mall von den oghen, die ander das stoff, die drudde den Stoth, in den namen des vaters, des sönß und des heiligen geistes,
[11]

herbran, schame dy,

die katzen sterth jaget dy,

schamestu dy nicht weg,

die katten sterth jaget dy beth,


und nheme den ein levendige katte und streke mit dem sterte crutzweiß uber das oghe. 2. Bekandt, when sie die zenen büßede, so sagette sie, wen die newe Mon kheme:


wilkom du hillige newe liebe gottes licht,

auß dem werden heiligen Jorden,

mit dir benheme ich den zenen die werme und die gicht,

das sie mit nichten kellen,

nicht swellen,

ecken oder stecken,


in dem namen des vatern, des sons und des heiligen geistes. 3. Bekandt, das sie also in der froneri vor den hern unrecht umbgangen, do sie aus der theür gehen wollen und die heren angesehen, hette sie darumb gethan das sie ir günstig sein solten und hatte gesagt:


Ir heren, ich sehe euch ahn,

ir seith mir ghram,

das benheme euch der Man,

der den tod ahn dem fronen creutz nham,


im namen des vatern, des sons und des heiligen geistes amen. – Ferner, sie sei auf Blocksberg gewesen an S. Walpurgsnacht, vom Teufel hingeführt, habe Grapenbraten gegessen, von ungedeckten Tischen gegessen, nur Kraut war drauf gestreuet, habe getanzt nach der ›Lüllikpfeiffe‹, mit ihrem Teufel Matties, sie sei gefallen, er habe gelacht, sie habe Bier getrunken aus Kannen und Gläsern. Von einem alten Weibe habe sie das Zaubern gelernt.


1577, 17. Juli. Gretha Apts bekennt, daß sie von einem alten Weibe vor 15 Jahren zaubern gelernt. Dieselbe gab ihr einen Teufel bei, Kolstrunck genannt. Sie war zweimal auf Blocksberg, von einer Scheune aus, der Sathanas in Bocksgestalt kam zu ihr. Auf dem Blocksberg war ein Burn, ein Stig darum. Es wurde getanzt, der Vortänzer hieß Wippe, er war schwarz gekleidet, hatte einen gestickten Hut mit zwei Buntstreifen, einen Federbusch auf dem[12] Hut. Sie selbst tanzte hinten an, ihr Tänzer war grün gekleidet, sie sei zweimal gefallen, worauf ihr Teufel lachte. Zwei blau gekleidete Spielleute waren da, die ein Bennith aufgehabt, hetten mit zwen hummelcken gespilet, so mit weißen knochen belecht gewesen. Der Koch war grün gekleidet. Es wurden zwei Ochsen, ein Bulle und etliche Schafe geschlachtet, Eier und Butter gegessen, an Tafeln, die mit bunten Laken gedeckt, man habe auf Bänken gesessen, aus Gläsern Wein und Magdeburgisches auch Garlebesches Bier getrunken. Zu S. Wolbrechts-Nacht habe sie beim Teufel geschlafen. Er kam zu ihr als ein swartz Ketken, und war immer kalt. Ferner habe sie einem ein goeth gegoßen Donnerstag Abend, das Wasser dazu habe sie gefüllt aus seinem Adell-Pöll in aller Teufel Namen. Ferner habe sie die Leute gebadet in neunerlei Kräutern und noch anders daran.


1582, 24. September. Hans Schwarthen Hausfrau bekennt, daß ihr die Engefersche befohlen, Wasser zu holen und zu füllen gegen den Strom in aller Teufel Namen, und Hans Sedorp bei einer Krankheit desselben dreimal Hände und Füße zu waschen zwei Donnerstage und Dienstag Abend ›recht sides umb‹, und es dann wegzugießen. Bei der Krankheit einer Frau nahm sie einen unbenutzten Pott, füllte Wasser drein, und machte unbenutzt Wachs drin weich, worauf sie den Saum von der Frau Hemde genommen, ein Licht davon gemacht, es angesteckt und umgekehrt niederwärts abbrennen lassen, daß die Tropfen auf unbenutzten Stal gefallen.


1582, 2. October. Anncke Engefers bekennt, daß sie Wasser gefüllt gegen den Strom in aller Teufel Namen, den Sedorp damit gewaschen, drei Donnerstage und drei Dienstage Abends, dann das Wasser weggegossen an einen Ort, wo kein Mensch ginge. – 3. Bekandt das, wan sie die Lude gesegnet und den Kopff gezogen, hette sie gesagt:


Den funth den ick finde,

die mus verschwinden,

als des todemans handt,

die die wede wandt,

dar die hillige Christ mit gebunden warth,[13]

die verschwanth beth in die erde:

so muß das wehe nimmermer wieder werden.


In dem nahmen des vatters und des sons und des heiligen geistes Amen. Noch ferner pluchte sie zu sagen: So wahr als die her christ vun dem hilligen geist empfangen wurth, von Marien der Moder Godes geboren wurth, und leidt vor uns den bittern todt, so warhafftig als er vor uns den todt leith an dem fron des creutzes, so war schaltu ablaßen von dießem menschen. Noch bruckede sie tho diesem water negenderlei krüder, erstlich wormüde, poppel, unvortreden, Mater, Adermonie, Glatthe Hinrichk, Spicknarden, Eueruth, Negenkrafft, ock nehme sie dartho negenderlei holtz, Eicken, Boicken, Ellern, Dorne, Quitzen, Alhorn, und sonsten Fürenholtz und tweierlei Dorne. Noch müste man holen 9 Steine uth dren velthscheiden stilschweigen. Sie habe von einem Weibe zaubern gelernt, sei viermal auf Blocksberg gewesen, der Teufel sei als Ziegenbock zu ihr gekommen, auf dem sie gesessen.

In einen Grapen hinter dem Feuer hätte sie eine quade pogge, die sie aus dem Felde geholt, und eine Schlange, die der Böse geholet, und Wasser gegen den Strom in aller Dufel nahmen gefüllet gethan, darmit sie den Düfel 9male auf den Donnerstag Abendt gebadet als ein klein kindt, hette ihn bei dem fure gedroget und zu bedde gelegt. Darnach wer ehr gros geworden, und hette mit ihr gebulet, den ehr kündte sich klein und groß machen wan ehr wolte. Auch habe sie Göth vor die Thür gegossen.


1583, 5. September. Claus Krüger aus Güstrow bekennt, daß ihn ein altes Weib zaubern gelehrt – so z.B. den Pferden zu helfen – er sollte Pferdemist nehmen von dem Folte, und Dackstro an dem Ort, wo das Pferd den Schwanz hat, den Mist und das Stroh enzweischneiden und den Pferden zu essen geben, und Wasser gegen den Strom füllen in aller † Namen und den andern vor den Thorweg gießen. – Er habe in Wulfershagen 9 Pferden die Füße gewaschen und gesagt:


Düfel, help help in deinem nahmen,

das es diesem Man vergehet

und dem andern bestehet
[14]

und dies Wasser auf den Landweg gegossen mit einem alten Span in der Nacht. Er sei viermal auf Blocksberg gewesen in S. Wolburges Nacht, der Teufel kam hinter einem Fliederbusch zu ihm in einer schwarzen Söge, in einem schwarzen Pferde, und wie er sich drauf setzte, sagte er:


ich hebbe my glath geschmeret,

dat my niemandt begripe,

help mi düfel in dießer pipen

auf und darvan

und nergends ahn.


und hatte sich zuvor geschmieret mit dem fette, so ehr von dem fleische gefüllet und gekochet in aller † nhamen, und in dem wer ehr dahin gewesen, hette nichts sehen können, allein das es gebruset ob der winth seer geweyet. Er aß grapenbrade und schafffleisch, man saß auf Grasbänken, die in die Erde gegraben gewesen; die Teufel waren roth gekleidet, sie trugen auf, unter den Augen roth wie Feuer, die Hände und Füße krumm ›als einer guß‹ (Gans) und wulfesklauen, und auf den koppf weren sie gewesen als lochen von fewer. Beelzebub Dulcio und noch einer saßen bei der Küche und geboten den andern Teufeln. Es wurde aus hölzernen Schüsseln und Schalen gegessen, sie tranken einander zu. Es waren wol über zwei Stige Teufel, die spielten mit humelcken und lütken pfeiffen. Sie hatten einen Vortänzer und tanzten einer an des andern Arm. Seitens des Berges war ein langer See, drin kleine Fische, je länger man sie ansah, desto größer wurden sie. Auch lange rothagede epffel waren drin, aber davon durfte man keinen nehmen, sonst mußte man dort bleiben.


1584, 21. Juni. Bekendtnus Anneke Quisen Hinrich Quisen ehefraw von Krißow unter den leisten bortig.

Bekandt, wan sie die leute butede so spreche sie:


Twe quaden haben dir angesehen,

drei guden sehen dich widder ahn,

hatt dir die düfel angesehen

mit seinen widen ogen,

unser her Gott sehe dich wieder an[15]

mit den rechten Christen glauben.

Die leve Jungfer Maria

gingk vor einen gronen wolt,

was mutede er dar? ein Satanas.

So sprack Maria und ir leve kindt:

fleg von den minschen ab in das wiedeholth,

dar du keinen creaturen ader minschen auf erden hinderst oder schaden deist

in nahmen des vattern, des sons und des heiligen geistes Amen.


Bekandt das ihr die olde Schmedesche, so vorlengst gestorben, solchs gelert ungefehr vor zehn jahren und hettes alle jhar und sonderlich bei dem Balbirer beim Marckede wonde gebrauchet und der Schmedeschen, das sie ihr solchs geleret hatte, sie ein dutken gegeben.

Die Schmedesche wies ihr den Teufel Beelzebub zu, derselbe erschien in Gestalt eines schwarzen Hundes. Sie badete den Balbirer beim Markte in folgenden neun Kräutern: Mater, Wermuth, Balsem, Polei, Beifuß, Rude, S. Johans Kraut, Eferich, Kattensterth.

4. Juli bekennt dieselbe, sie habe von der Schmedeschen auf ein Donnertag zaubern gelernt. Dieselbe kam dreimal zu ihr, da war auch der Satanas ›alß ein hunt‹. Sie war auf dem Blocksberg in S. Wolbrechtsnacht und wurde Klock 1 wiedergebracht; dort wurde gepfiffen und posaunt, schwarze Teufel tanzten, sie auch mit ihrem Teufel hintenan, sie war beim Tanzen gefallen. Ferner habe sie goth vor die Thür gegoßen, auf einen Donnerstag Abend, dazu habe sie Wasser aus dem Marcksode in Teufels Namen gefüllet, Quade Poggen, Schlange, Eggetiß darein gethan, die sie mit einem Stein enzweigeschlagen.


6. Juli 1584. Margretha Bentzins bekennt, daß die Brothusesche ihr gelehrt Trünke zu geben, sie habe von der Apotheke Zeinspleder geholt und Swetschen gebraucht zum Stolgange, und Hertzspanskraut in einer Kanne Bier gesotten gegen Schwulst.

Wen sie gebötet so hette sie gesagt:


Zwei Bösen haben dir angesehen,

drei guten sehen dich wieder an,[16]

der ein ist der vatter,

der ander ist die sohn,

der dritte ist die hillige geist,

Christus Ihesu helptu ihm allermeist. Amen.


Donnerstag Abend kam Beelzebub zu ihr und sagte, er wolle ihr weisen, wo sie graben solle. – Er führte sie aus dem Kröpelinschen Thore auf einen Berg auf der Damerow bei dem Pfahle, und zeigte ihr ein Kraut: ›das heißt Teufelskraut‹. Er grub es aus und hätte ›ihr 4 schwarze Korner gethan‹, die sie dem andern Weibe gebracht in aller Teufel Namen, und sie sollte es dem Barbirer in deren Namen eingeben, er sollte gepeinigt und geplagt werden und sollte vergehen wie der Tag vergeht. – Der Teufel kam zu ihr in Sammt und Seiden. Sie habe fünf Jahre bei ihm gelegen, und während der Zeit nicht bei ihrem Manne. – Dreimal sei sie auf Blocksberg gewesen; es wurden Ochsen geschlachtet, Wein getrunken, Spielleute spielten auf, sie habe vorangetanzt, und sei in die Knie gefallen. – 11. Bekandt das sie den Satanas dar zu gehabt, das er von dem Krüllen in der hege sollen har halen, do hette hie ihr von seiner frawen har gebracht, und hette mit sie wieder hingewesen und die Blomen gegraben, so baven geehl weren, und unten von den worteln die korner genommen, und dieselbigen in aller teufel namen in die har gewickelt und mit den haren in aller † namen ins fewer geworffen, und der man hette solchs haben sollen; aber weil der man nicht ein gewesen und die fraw bei das fewr gegangen und das fewr zuscharren wollen die kost ghar zu kaken, wer ihr die qwalm in den halß geschlagen.

Einem Manne hatte sie ein goeth vor seinen beddewinckel gegoßen, von Wasser gegen den Strom gefüllt. Der Teufel sei wie ein Mensch, habe aber Füße wie Bärenklauen, und sei kalt wie Eis gewesen.

Sie habe Wasser in drei Potten aus der Junckfer dicke gefüllt gegen den Strom, in aller † Namen, und neun Kräuter dran gethan: Camillen, Huder, Polley, Efermonie, Riborth, Lumeke, Bornekes, Lübbestock und Lönenholt; diese in den Kessel gethan, übers Feuer gehängt, und den Teufel drin gebadet. Von diesem Wasser habe sie einen goß gethan.
[17]

7. Juli, 1584. Anna Gerdes (aus Rügen) bekennt, wen sie segenede und bötede, so spreche sie, und sonderlich gegen den wuntwurm:


Ich verbiete es dy im nahmen gades

bei Sontageschen evangelien,

du schalt den knochen nicht gnagen

und die andern (adern?) nicht quasen,

das bloeth nicht trincken,

er du die worth spreckest die Johannes sprack

do hie sein kleith umbschwanck

do he den heiligen Christ teuffete,

das was das heilige vatter unser so war soltu sterben.


Ein alter Mann lehrte sie das, und büßte ihr den ›harworme‹ im Knochen. Bekandt, wen sie das Bluth stillede, so spreche sie:


Zu Hierusalem im Dhome

dar steith ein rosenen blome:

so stil als die steith,

so schal dith bluth.


Im nahmen des vattern, des sons und des heiligen geistes amen.


27. Juli, 1584. Agnetha Churen bekennt, sie habe ein Kind gebötet und gesagt:


Haben dir zwei angesehen,

so benehmens dirs drei wedder,

die vatter, der son und der heilige geist!


und habe es gebadet in neun Kräutern: Unslethkraut, Austinnek-Kraut, Mater, Hundeblomen, Bitterlinck, Camillen, Fennekol, Perdemunte, Akelei.

Bekandt, das sie Thomas des Spilemans Kindt in den hoff getragen und unter ein apffelbom gelecht, in einem dischlaken, und hette ein botterbroth und ein meßer dabei gelecht und das kindt liggen lassen, und weil das volck außgehen müßen, hette sie in dem negenderlei arbeit gethan und darnach das kindt wieder zu bedde gelecht.

Sie hat den Satanas etliche mal in der Molde beim Feuer gebadet, er sah aus wie ein Kind, Hände und Füße wie ›Kronsfüße‹.[18] Sie sei auf dem Blocksberg gewesen, sie hätten sich ›mit Swingen geschlagen‹ und getanzt. Das Wasser, worin sie den Satan gebadet, sei aus der ›grufen‹ gefüllt gegen den Strom in aller Teufel namen, sie habe es im grapen ans Feuer gesetzt, und davon genommen, wenn sie ein goeth gemacht; dazu habe sie gethan Hundedreck, Eggetissen, Ottern, Schlangen, qwade poggen, gehackt und zu Pulver gebrannt.


30. August 1584. Dorteha Bremers bekennt, sie habe zaubern gelernt von einer Nachbarin, habe mit dem Teufel gebuhlt, denselben gebadet am Donnerstag Abend; er war wie ein Hündchen. Sie habe Wasser gegen den Strom aus der Warnow gefüllt, dreingethan qwade Poggen, Eidechsen, Ottern, Schlangen. Sie habe Goeth gegossen und sei auf Blocksberg gewesen. Der Satan kam zu ihr wie ein schwarzes Hündchen.


3. August 1584. Margretha Detlofes bekennt, der Teufel, gestaltet wie ein Mann, an Händen und Füßen Kuhpfoten, habe mit ihr gebuhlt. Sie sei auf Blocksberg auf dem Besen gefahren in S. Wolbrechtsnacht; die Füße habe sie geschmiert mit einem schwarzen Zeuge, das der Satan gebracht, und sagte den:


Auf und darvan

und nergens an.


Ein Teich sei auf dem Blocksberg mit Carusen und Schlie, da stünden Kerßberen, Epffel, Beren. Pipers und Bungers spielten auf, Pilatus tanzte voran. Sie habe den Satan gebadet am Donnerstag; er war wie ein Hund. Auch habe sie Goeth gegossen.


13. August 1584. Anneke Schrepkowen bekennt, sie habe von einer Frau zaubern gelernt, dieselbe habe ihr einen Geist zugewiesen, Claus, der wie ein Junker ausgesehen, einen Menschenfuß und einen Fuß ›als ein geiß‹, Hände wie kattenklawen gehabt. Sie sei auf Blocksberg gewesen, dort war eine große khule (Teich), drin Fische; man saß auf Grasbänken, die in die Erde gegraben waren. Sie habe mit dem Teufel gebuhlt am Donnerstag, den Teufel Donnerstags citirt und am Donnerstag gebadet. Er sei wie ein kleines Kind[19] gewesen, an Händen und Füßen krawel. Sie habe Goeth gegossen, ›daß er sollte arm werden und die Frau verquinen und verderben‹.


4. August 1584. Cerstin Brandes2 bekennt, sie habe von einem alten Weibe zaubern gelernt. Sie war auf Blocksberg, der Satanas führte sie dahin auf einem Besen; ihr ward Schwarzes gebracht, womit sie sich unter Augen geschmiert. Auf dem Berg war ein Teich mit Carusen; man aß Grapenbrade und trank Bier; der Böse habe das Essen aufgetragen, er war schwarz gekleidet, Hände schwarz und kalt und wie Gänsefüße, ebenso die Füße. Sie hätten getanzt, sie sei gefallen, worauf er gesagt ›Du wirst dies Jahr brennen.‹ Sie habe beim Satan gelegen, habe ihn am Donnerstag citirt und am Donnerstag gebadet; habe Wasser gegen den Strom gefüllt, Poggen und Schlangen drein gethan, Goeth gegossen, auf Donnerstag Abend des Mannes Namen dazu genannt, das er verquinen und endlich sterben sollte.


5. August 1584. Cathrin Damen bekennt, sie habe von einem Weibe zaubern gelernt. Sie habe einen Teufel gehabt, Hans Düfel, der Hände und Füße wie Poten gehabt, mit ihm habe sie gebuhlt. Sie sei auf Blocksberg gewesen, der Satanas setzte sie auf ein schwarzes Pferd; auf dem Berg war ein Rick, wo sie und die andern gefallen. Beim Goethgießen sagte der Satan: Das Kind soll verquinen wie die Tage die vergehen. Sie habe einem Manne den Satanas ins leib geflöcket, und ferner gesagt: ein schlos dafür, nimmer wieder aus, bißolang du my vergest.


10. August 1584. Gretke Jessen bekennt, sie habe zaubern gelernt von dem Papen zu Blankenhagen. Ein Satanas, Jenneke, ward ihr zugewiesen, wie ein schwarzer Hund, die Füße wie Hundsfüße, Hände wie Kuhpfoten, mit Klauen. Sie fuhr auf Blocksberg auf einem Besen mit den Worten:


Auf und darvon

in der dufel nahmen.
[20]

12. August 1584. Thies Lindeman, Kuhhirt in Warnemünde, bekennt, ihm wurde ein Teufel, Chim, zugewiesen, mit Klauen an Händen und Füßen. Auf einem schwarzen Bock ritt er auf den Blocksberg.


18. August 1584. Geseke Hagenmeisters bekennt, sie habe von einem Weibe gelernt, das man solle ins korne stechen ellern loff, glaß und posen in den acker, den mans gonnette in tausent † nahmen, das der donner hagel und ungewitter solte das korn dal schlan. Sie habe von einem Weibe zaubern gelernt, drei Teufel wurden ihr zugewiesen, sie habe gebuhlt mit dem Teufel. Sie sei auf Blocksberg geritten auf einer molde; auf dem Berge sei gekocht gewesen wie zu einer brudtlacht. Sie habe drei Bissen Brot gebissen von dem Brode, das Donnerstag gebacken in tausend † namen, habe Wasser gefüllt in deren Namen, die Bissen auf das Wasser aus dem Munde fallen lassen, den Satan beschworen, er solle ihr sagen bei dem Brote und Wasser, ob der abwesende lebend oder todt sei; wenn lebend, so liefe das Brot rund umher, wenn todt, giengen die Bissen zu Grunde. Wenn man den Leuten sagen wolle, ob die Schiffe umgekommen, nehme man ein flotken vom wasser und lede es auf das Wasser in des † namen; wenn es umschlägt, sind die Leute todt; wenn die Leute leben, fließen die Bissen Brot um das Flotken umher. Wenn sie den Sturmwind habe erregen wollen, habe sie von dem Wasser, worin sie den Satan gebadet, in den Strand gegossen in tausend † namen, und den Teufel gezwungen, Brausen und Sturmwinde zu erregen, und den Namen des Schiffes genannt; doch sollte er die Leute nur schrecken, nicht umbringen.


19. August 1584. Anneke Metlinges bekennt, sie habe den Knochen, in dem ein Wurm war, gebötet mit den Worten:


Du worm in diesem fleische,

in dem werden heiligen geiste,

du sollest den knaken,

das fleisch nicht ethen,

und das bloeth nicht drincken,

und die sehnen nicht tagen,[21]

sondern du solst gehen nach Iherusalem

und keren dich dreimal umb und sterben reinen todes


im nahmen des vatters, des sons und des heiligen geistes. Amen.

Wenn sie Kinder im Munde gesegnet und gebötet, so nahm sie den lenck und kesselhaken und sagte:


Schörbuck und schwam, schafe dy,

das hieße fewr,

das steckende fewr,

das breckende das blawe fewr und grawe fewr,

du solst so stille sthan,

als die eddele jungfer Maria.


im namen des vatters, des sons und des heiligen geistes.

Gegen den Schörbuck habe sie gebraucht den quast vom rettich und zu Pulver gebrannt und Alaun in ein Pöttchen gethan und gesotten und den Kindern den Mund gewaschen.

Wenn sie den Kindern den Hals gezogen, habe sie gesagt: Die halß in den haken in den namen des vattern und des sohns und des heiligen geistes. Amen.

Wenn einer ›auf unsteden‹ gewesen, habe sie gesagt:


Zwey hebben dy angesehen,

das weren die weißen frawen gewesen,

drei sehen dich wedder an,

der ein ist der vater,

der ander der sohn,

der dritte die heilige geist.


Wenn den Koyen die zenen loß gewesen und den sterthworm gehabt, so hette sie gesagt:


inshoth und stertworm, schafe dy,

der her Christus die jaget dy,

hie jaget dy nicht so sehr,

hie jaget dy noch vielemehr.


im nahmen des vatters und des sons und des heiligen geistes. Amen.

Bekandt, wen das viehe von der herde abgekommen, das es der zage nicht auffressen solte, so spreche sie:


mein vich geith in der weide,

die heilige Cerst die muße es leiden,[22]

das es muße wandern

von der einen sonnen zu der andern.

Liberuns, leine mich ein schlüssel,

aus dem hoen himel,

das ich beschlute dem veldhunde

seine thenen in dem munthe,

das er mich keine knochen gnecht,

nein blueth entdrecht,

nein fleischk entrith.

unser her got börde auf seine milde handt,

die stilde den velthundt seinen munth.


in den nahmen des vattern, des sohns und des heiligen geistes. Amen.

Bekandt, wen man den wulff wolte von der veltmarck wisen auf ein ander veltmarck, so nehme man das aaß, dar der wulff von gefressen, und kilde das in ein eickenbom auf ein ander veltmarck, so liefe der wulff dahin und frieße das viehe auff, bißolange das fleischk verwesede, sie aber hette es nicht gethan. Als sie vor zwanzig Jahren das Viche in Toitkendorp gehütet, wäre der Liberuns an dem Felde gelaufen, wie ein schwarzer Fuchs, da hätte ihre Mithüterin ihn zu den Heerden eines benachbarten Dorfes gewiesen. – Donnerstag Abends habe sie den Teufel gebadet, dazu Wasser aus der Grube gefüllt gegen den Strom in der Quaiers3 namen. Der Satan brachte ihr giftige Würme, Schmedeworme, Hegetißen, Quadespennen, Poggen, Schniggen, Wassermuse, Grawe Maddicken, Sonnenwurme, gingen gegen die Sonne, und große schwarze wilde hornis, alles dies ward in einem neuen Pott zu Mus gekocht. – Wenn sie den Teufeln sonst nichts habe zu thun geben können, habe sie sie ins Wideholtz geschickt, um Bäume zu entwurzeln. – Sie sei auf Blocksberg gewesen, mit gelbem Fett eingeschmiert, auf dem Satanas sitzend; auf dem Berge war ein grafe und soeth, daraus holetten sie das grütz wüß. – Die Teufel hätten ihr einen langen Haarstrick um den Kopf geflochten und schwarze Körner drein gemacht und also durcheinandergeschürzt, und gesagt, so lange sie den Strick um den Kopf habe, könne ihr der Büttel nichts abfragen. – Zu einem goeth[23] habe sie gehabt 31/2 bose pogge, 11/2 hegetiß, 11/2 bose schnake, ein graw worme, wer ruwe, hette viele füße, hieß der kraup in die erde, wer die böseste wurm auf erden, und der Mensche, die ihn umbbrechte, da ihm Got sonderlich nicht bewarte, müste er absluen alß ein gusefueth; ein schwartz worme hette lange hörner auf dem kopffe, würde sonsten schmede worme gehießen. Alles dies habe sie in einen unbenützten pott gethan, habe Wasser gegen den Strom gefüllt etc. – Der Hans Prenschen habe sie ein goeth gegossen, die Frau hätte ihn haben sollen, aber die Jungfer Cathrin wäre zuerst drüber gegangen, das sie sol verquinen und vergahn; es wäre nur der dritte Theil gewesen, sonst wäre sie umgekommen.


19. August 1584. Trina Benckens bekandt, wen sie ein geböthet, darauf ›unsteden‹ gewesen, so spreche sie:


Drei möteden,

drey böteden,

der ein ist der vatter,

der ander ist der sohn,

der dritte wer der heilig geist.


Wenn sie den Kindern den halß gezogen, so hette sie gesagt:


Nein stich stedeloß,

nein kindt vaderloß,

sondern der heilig Cerst allein.


Wenn sie den lebendigen wurm gebötet, so hette sie gesagt:


der wurme sind 9,

den blaen und grawen,

den ecken, den stecken,

den kellen, den schwellen,

den riden, den spliten,

den lopen und rondenden,

du schalt dith blueth nicht suegen,

diße knaken nicht gnaen,

die sehnen nicht thanen,

dein angel schal in diesem fleische stilstahn

alß ich hab in mutterleib gestahn,


und hette drumb geschlagen zehr und knobbelock.[24]

Wenn sie den zagen wegk gewiset, so hette sie gesagt:


Diß fleischk solstu nicht bißen,

diese knaken solstu nicht gnagen,

dein munth sol4 stil sthan

alß Christus am creutze stundt;


und wen ers im munde gehebt, so hette sie gesagt:


Die hillige viff wunden

segen dir das alß aus dem munde.


Auf Blocksberg sei sie auf einem Ziegenbock geritten mit den Worten:


auf und davon

und nergens an,

auf und der nedder,

umb der dritten stundt hir wedder.


Auf dem Berge wäre ein Teich, drin stunde mitten ein roth mummelcken bloth, und wenn man das herauskriegen könnte, ›so muste der düfel drauf kein thunt mehr haben‹. Sie hätten nach der lulcken pfeiffe getanzt. Ferner habe sie den Satan gebadet, dazu Wasser gegen den Strom gefüllt, er sah aus wie ein Kind, der eine Fuß wie ein Gänsefuß, der andre wie eine Ochsenklaue, an den Händen hatte er Krowel. Einem habe sie ein goeth vor die Thür gegossen, ihm dann aber wieder gebötet und hatte gesagt: der gennig, der die es gethan, der benehm es dir wieder in der düfel nahmen und führe es in abgrundt der hellen. – Bekandt, das sie Meister Clauessen dem zimmerman zugesagt, er solte bei seinem dienste zu Warnemünde wol pleiben, und sie hette ihm derenthalben gelehret, das er des morgens die hende waschen solte und sagen:


Ich nehme wasser auf meine hende:

Gott und die ware werde hillig lichnam

kome my zu hulpe an meinem lesten ende.

ich sach blöden 3 gesellen

in allen seinen wapen,

das alle meine viende schlapen

und wesen doff und blindt.
[25]

Solchs hette sie ihm wol vor 1/2 stige Ihar geleret, und er hette ihr wol ein par kannen bier davor gegeben. – Bekandt, das ein edelman ungefer vor 6 jaren zu sie gekommen und rath bei sie gesucht, das er verdorrete und verquene, den ehr hette ein krügersche verdacht, das ihm solchs angethan, den ehr ihr tochter beschlapen; do hette dies weib gesagt: Die Krügersche hette erde auß seinem fuethsparen genommen und in den Ramen gehenget und gedroget, nun solte ehr wieder erde nehmen auß der Krügerschen fuethsporen in aller † namen und in den rock hengen, so soltes dem weib bestahn und ihm vorgahn, davor hette ihr der eddelman gegeben 21 sch. lbs.

Bekandt, das sie Hans Sauren zum Roverßhagen im Uberhagen, wen man nach Ribnitz zicht an die lincke handt, den pferden die füße gewaschen auf den donnerstag in aller düfel nahmen, das dieselbigen wieder gedien solten, die Quaiar hetten ihr das wasser gebracht, darnach hette Hans Saure das wasser bei einen dorenbuschk gegossen, die davon verdorret bei dem Sekenhause. – Sie habe einem Pferd, ›so twerschlaget gewesen‹, mit einem neuen Besen über den Leib gefegt, in aller † namen, und es wäre wieder aufgestanden. – Sie habe den Pferden Salz und Brod übergeworfen und den Satanas davon in Abgrund der Hellen gewiesen. – Endlich, das sie Peter Lüchten ein Poth zugerichtet, den er unter den sül vor der hußthür gegraben, das er guden dege krigen und sein broth wol verkeuffen solte.


8. September 1584. Brigitta Gouwen bekennt, sie habe von einem blinden Weibe zaubern gelernt auf S. Wolbrechts-Abend, ein Teufel wurde ihr zugewiesen, der erschien als Bulle, dann als Mann, er habe bei ihr gelegen. Sie habe ihn Donnerstags citirt und gebadet. – Auf Blocksberg sei ein Teich mit Karpfen; man habe Bullenfleisch gegessen, Güstrower Bier, Knisenack, auch Barsche Bier getrunken. – Zu dem Bade brachte ihr der Satan eines Diebes Gemächte, das er vom Galgen abgerissen, Ottern, Schlangen, Lindwürme, Quadepoggen, Haare von allerlei Thieren, Erde auß dem Gerichte; alles zu Pulver gebrannt, in einen neuen Pott gethan, und den Leuten vor die Thür gegossen. – Sie habe einem ein goeth gegossen, aber ein Hund sei drüber gegangen, der davon krank geworden. In einem[26] andern Falle habe sie gießen wollen, sei aber gefallen und über den goeth zu liegen gekommen und sei krank geworden.


10. September 1584. Elsebete Schulten bekennt, die alte Pralsche in der Bluethstraten hätte ihr gesagt, wenn sie den Kindern ›den halß in den haken toge‹, so solte sie sprechen:


Es stünde kein stich stedelos,

und wer kein kind vaderloß,

sonder die werde hillige Crist,

der ein ist der vatter,

der ander ist der son,

der dritte ist der heilige geist.


Von einem Manne habe sie zaubern, von ihrer Mutter mit zwölf Jahren segnen und böten gelernt. Mit dem Satan habe sie gebuhlt, ihn gebadet Donnerstags Abends, er war wie ein Kind, an Händen und Füßen mit Hundeklauen. Auf Blocksberg ritt sie auf einem schwarzen Bock.


11. September 1584. Anneke Swarten bekennt, sie sei auf einem weißen Ziegenbock auf Blocksberg geritten, habe sich vorher mit schwarzem Zeug aus einem unbenützten Pott geschmiert und gesagt:


Auf und davon

und nirgens ahn.


Ein Teich geht um den Berg, mit grünem Wasser, ›und dar flosse ein krone drauf‹, aber es wer nhur des düfels trog. Beim Tanze war ein altes blindes Weib, das konnte nicht weiter, da hätten die Teufel sie auf den Kopf gesetzt, und ihr einen Besenstiel zwischen die Beine gesteckt, und drei brennende Lichter oben in den Besenstiel gesetzt, und die andern tanzten drum herum. – Bekandt, wen sie den leuten den halß in den haken getagen, so hette sie gesagt:


Ich ziehe dich den halß in den haken,

das dich die düfel nicht nake,


in namen des vatters, sons und des heiligen geistes. Amen.


11. September 1584. Anneke Tengels bekennt, sie habe von einer Frau zaubern gelernt, ihr ward ein Teufel, Claus, zugewiesen,[27] er erschien in Gestalt einer schwarzen Katze. Auf Blocksberg ritt sie auf einem schwarzen Hund, hatte sich mit schwarzem Zeug geschmiert und gesagt:


Auf und davon

und nergens an,

und hir wieder hero.


Ein Weib aus Rostock spielte auf einer gestohlenen Zither. Zum Baden des Teufels verwendete sie: drei Steine, schwarze Rafen, Knochen von Menschen, so auf dem Rade gelegen, breide Steinwürme, quadepoggen, qualstere die so stincken. – Bekandt, das Dorothea (ein junges Mädchen) zu sie gekommen und sie gebeden, das sie müchte mit ihr ghan nach S. Jurgen, den sie wol ee gehort, wen sich zwei haben wollen, das man sol nehmen erde von dem, so der kopff abgehawen, und schmitens creutzweis uber sie hero, so müsten sie sich wol nehmen. Bekandt, da wer sie mit sie gegangen, und hette auf Hans Schroders seine begreftnus erst mal Dorothea mit dem forderfuße creutzweis auf die erde getreden, und dis weib hette in Curth Wedigen nahmen auch creutzweis auf dieselbig erde getreden, darnach hette Dorothea ein weinig erde aus der trede genommen, und ihr in den schot gelecht, darnach hette diß weib auß derselbigen trede auch erde in des satanas nahmen genommen, und hettes darnach in ihrem hause Wedigen und Dorotheen in des düfels nahmen creutzweis uber den Kopff geschmeten. – Bekandt, das Anneke Ferckens maget ihr müll gebracht uth Jacob Netelnblades fußsporen, das sie in einer koste von ihm gekregen, und gesagt, das sie solchs verwaren solte, biß Netelnblath in ihre hauß keme. Bekandt, das sie Jacob Netelnblath kurtz vor seiner koste den fußdreck in des düfels nahmen uber den kopf geschmeten und den düfel dartzugehalten, das ehr sollen seiner brauth viend und Ferckens tochter guet werden, und solte von dieser lauffen und die ander nehmen. Bekandt, das sie den Satanas dahin gehalten, das er müssen 2 messer aus dem schappe bei dem feuwere nehmen, und dem breutigam ins bedde zu gade leggen, das er seine brauth damit umbbrengen solte. Bekandt, das der Satanas noch grimmig gewesen auf Jacob Netelnblath, do er mit der brauth in die kirche gegangen, das ehr die frie nicht wehren konnen, und als sie zusamende geben, hette ehr von beiderseits fuethsparen[28] erde genommen, und alß sie die brauth schenken wollen und beide aus einer kanne getruncken, hette der düfel solchs in die kanne gemacht, das er mit ihr nicht konnen zu thunde haben 12 wochen langk. – Bekandt, das der Satanas die Pötische auf den kopf gesetzet mitten manckent den hauffen auff Blocksberge und ihr ein groß licht inß leib gestochen, und die andern hetten drumb herogetanzet. – Von einem Bauern habe sie Wasser genommen und durch ein wagen aven und darnach durch den ring an der kercken gegossen und hette klockenfeth darzu gehabt, und hettes Meister Hans des Raths Barbirer vor die thür gegossen, das ehr nicht solte mit keinem weib zuthunde haben. – Ferner, das ihr die alte Badtstöfersche auf dem Moledam offte den kopff getzogen und gesagt:


Zwei düfel haben dir angesehen,

drei haben dich wieder angesehen,

der eine ist der vatter,

der ander der sohn,

der dritte ist die heilige geist.


so bötte ich dich.


22. März 1586. Cersten Sasse (20 Jahr alt) bekennt, dass als er in Kurland gedient, ein toller Hund einen Mann gebissen, und ›ein edder junckfer‹ hätte ihm ratten wollen; da sie blind gewesen, habe sie ihm befohlen, ›er solte im schappe, das sie aufgeschlossen, suchen nach einem buche, drin stünde, wie man dem man helffen kündte. Dor hette er alda ein ander Buch von der swartzen kunst gefunden, das hette er zu sich genommen und ein woche oder drei bei sich behalten, und ein stück oder acht draus geschrieben‹. So schrieb er draus: ›Wen man sich unsichtig machen wolte, so solte man ein jungen swartzen Raben aus dem neste nehmen, und denselbigen solte man in einen roden siden fadem baven dem nest hengen, so kheme der alte hero und holete einen stein aus dem mere und stecke denselbigen dem jungen in die mundt, auf das er denselbigen nicht sehen kundte, sonsten schuwette sich der alte, das er zu den ander jungen nicht fliegen dürfte, und wan man alßdan drauf wartede, so krege man den stein, und wer denselbigen bei sich truge in aller teuffel nahmen, der wer unsichtig‹. Bekandt, auch solte man[29] acht haben des morgens auf des jungste swaleken, dem die eltiste aufm morgen zum ersten die speise bröchte, dem solte man den kopff abschneiden, dar fünde man einen stein ein, und wen man denselbigen in goldt faßen ließe, und an ein schloth hielte, so sprüngen die schloßer auff, und solchs müste man auch thun in aller † nahmen. Bekandt, das man solte ein turtteltauben schießen in aller † nahmen und die zunge davon in unbenutzet wachs machen und leggens unter die zunge, und da man ein junckfer begerde zur unzucht, so solte man die junckfer oder die frawe anreden, mit sie schertzen oder sie anblasen, so künde sie es ihm nicht versagen. – Bekandt, wen man ein fenlein knechte wolte aufbrengen, so solte man einer swartzen katzen den kopff abschlan in aller † nam, und mit dem blode solte man in des † namen ein stock anstrichen und ein tuch anbinden, und solte alßden sagen:

Ich lade den düfel mit reuter und pferden, mit harnischk und bücksen wol staffirt, das sie mir nachfolgen dieser fhane, und thuen was ich ihnen befehle;

und wen man stormen oder etwas nehmen wolte, so solte man also thun; und wen sie die kriges leute wieder wegken solten, so solte man die fhane wieder achter ein berg oder graben schmießen und lauffen davon und sagen:

Bleibt da du unrein geist und kum nicht ee wieder, ee ich die stange wieder aufhebe.

Bekandt, wen man die bucksen besprechen wolte, so solte man also sagen:


Ich besprech dy, bückse, mit krauth und loth,

im nahmen Ihesu Christi und sein viff wunden roth,

dastu nicht ee loß gehest,

ee die Moder Ihesu ihren andern sohn geberet.


Und wen man sie loßsprechen wolte, so sagete man:

Ich spreche dich loß, du verbundene bückse, dastu must wieder schießen und treffen, ee ein augenblick mus vorgahn, in aller † namen.

Bekandt, das man ein wedehoppen kopff sol bei sich tragen, so würde man im handel und wandel nicht betrogen. Bekandt, das er Daniel Wulffen geleret, das er solte ein crucifix machen und solte es unter[30] ein altar leggen und drei sontag den segen des herrn drüber sprechen lassen, und wen solchs geschehen, so solte er dan dardurchschießen und sagen:

Ich swere mich dem † das ich moge schießen und treffen, im fliegende stahnde gahnde und lauffen, und wil es in sieben jahr wieder von mir lehren oder ich wil deine sein.

Bekandt, das er ein messer in Bertold Banen hause verloren, do hette ehr einen schlüßel, der nicht schließen konnen, in ein Buch an den orth dar S. Johans Evangelien gestanden verschloßen, und aller der gennigen nahmen, so im hause gewesen, drin gelegt in aller † namen, da wer das buch als die frawe genömpt worden, umbgelauffen und die frawe hette das messer auch gehabt und ihm darnach wieder zugestellet. – Er habe einen die Kunst von dem freischöth geleret; habe etliche Fenster aus der alten Schule auf S. Jacobs Kirchhofe gebrochen und von dem Blei Hagel und Kugeln gegossen.


22. März 1586. Bekentniß Daniel Wulfes, sonsten Gleitzman: in sieben Jahren müße man die Kunst wieder einen andern lehren, sonst ist man des Teufels.


Hans Kröpelin (1586) bekennt, daß ihm Cersten Saße gesagt von dem freien Schuß, man müße ein Kreuz machen und es unter den Altar legen zwei bis drei Meßen lang, und dann nehme man ›ein erbrhor und dasselbige durchschießen sagend das ers nicht noder schonen wolte als wan Got daselbst stünde, und darnach solte mans wieder weck nehmen und bei sich tragen‹, und sich dem Teufel sieben Jahre lang ergeben, und während der Zeit es einen andern lehren. – Um sich unsichtig zu machen, ›so solte man machen ein vierkantte schrein und leggen ein lebendige katze drin, auch zwei schwartze bonen und grabens in aller † namen auf ein freitag in die erde, und lassens 9 tage in die erde liggen und darnach solte mans wieder aufgraben, so funde man ein gulden rinck dabei, wen man denselbigen bei sich trüge, so würde man unsichtig; auch solte man nehmen ein swalcke und steken derselbigen die augen aus und leggen sie wiederumb in den nest drei tag, so fünde man daselbst im nehest ein stein, wer[31] denselbigen bei sich trüge, so kündte er unsichtig gehen. Bekandt, das man solte nehmen hasenbloth und streichen es auf ein haßelnstock und schmießen den stock einer maget für, und wen die drüber ginge, so müste sie sich aufboren wo sie unehrlich wehr, und solche stücke hette ehr aus einem Buch gelernet. – Auch habe er ein Fenster ausgeschlagen, und von dem Blei Kugeln gemacht.‹


Hans Holste (1586) bekennt, das er aus Cersten Saßen Buch gelesen, wie man die rore besprechen solte, so solte man sagen:

Ich bespreche dich büchse, krauth und loth, das du nicht abgaest, ee Maria einen andern sohn geberet, im nahmen des vatters und des sons und des heiligen geistes amen,

und wan man die bückse wolte wieder loßsprechen, so müste man sagen:

Du Bückse ich spreche dich weder los, die du zuvorn gebunden werest, dastu loß gaest und schiesest im augenblick und röckest.


Doden Buch. 1586.5

21. April 1587: Herman Schultze, aus Hamburg, bekennt, Heinrich ein Kruseflicker, so einen scheuen mundt hette unnd in Franckreichen zu Haus gehörte, hette ihme eine eisenn kettenn umb die handt gemacht, in Jasper Spyringes Hause, inn der hundestraßen zu Lubeck, unndt gesagt, die solt ehr seint halben tragenn, und wen ehr die umb die handt hette, so kundt er gewinnen auf dem spiele, ebenso trug er S. Johannes Evangelium und Creutzbohm bei sich, zu diesem Zwecke; einem Windeworff habe er den Fuß abgebißen und ihn bei sich getragen.


23. December 1587. Bekenntniß Gertrudt Schwarthen: wenn sie Leute badete, so nehme sie neunerlei Kräuter (Witten munte, Zesenbrahm oder Krusen Balsam, Veltkhöm, Unsteden kruth, Polei, Göldeke, Krutzruede, Huederbluthbrecke Kraut, Sma) das tede sie ins wasser und wrefe den luden die glieder damit, darnach nehme sie schmer und alte putter und schmultze das aufs wasser,[32] nehm es wider ab, unnd thette gestoßen gelen schweffel, schaffonnie gestossenn, Lehrbernen und Quicksilber zusamen unnd machte eine salbe darvonn, damit schmerde sie die lude. Bekant, wen sie zu den leuten khome, so spriche sie:

Des welde godt der vatter der sohne und der werdige heilige geist! hefft dich alle die feinde angeblasen, die brun edder blauw, schwartze, rode oder grune, so böhthe dich gott min hemmelsche vater, die vorlöse dich uth diesen bösen bandenn damit du gebunden bist in namen des vaters des sons und des heilligen geistes amen.

Bekandt, das sie die beiden wester ruden von haßeln, so bei ihr nebenst der christallenn gefundenn, gebrukede, wen sie bei den krancken wolte erkunden, ob es ein böse oder guethe stunde wehr oder nicht. Bekandt, das Marcks ein ungeborn, so ein küster zue Görcke vor Ancklam gewesen, ihr solchs gelerth. Bekant, das sie bei Hinrich Bützow nicht mehr gethan, alß das sie ihm gesegnet und geschmeret mit salwen, unnd hette die nagell von seinen fueßen und henden genohmen, auch das somicken von dem hembde vor der rechter handt, unbenutzet wachs, und hette von ihm genohmen etzliche har vonn beiden dumigen ahm haupte, auch von dem barthe under beide armen und vom schöte, hiruan hette sie ein licht gemacht, wehr vor ihm sitzen gangen, und hette unsern gott beköret, das ehr ihm helffen solte, darnach hette sie wasser genohmen und ihm creutzweiß uber das leib gesprengt und gesagt:


Gott er diese stette,

diesen armen sunder dar mede


im namen deß vaters deß sohns und deß heilligen geistes, amen.

Darnach sprieche sie nach dem segen uber dem menschen und das liecht unnd sagte:

Als ich dieß licht geeschet und vorkleret hebbe durch gott almechtigk und deß minschen nahmen, das ihn unser her gott muchte erlosenn von den bösen banden damit ehr gebundenn ist durch Ihesum Christum seinen einig gebornen sohn.


28. December 1587 bezeugt Anna Khale in dieser Sache: ihr Mann sei krank gewesen, da habe ihr Gertrud Schwarten gesagt,[33] er habe es von bösen Leuten, und auf ihre bitte ihr zu melden, wie es gethan, habe sie zwe stockschenn inn die handt genohmen, und ein corallenn auf den schott gelegt, und dieselb beschworenn unnd hette ferner gesagt, sie solte nehmen Donnernettel, Poppeln und Schorffladdicke und alt bier unnd laßen es feine weck sieden, unnd binden ihm das krautt auf den ahrm, das hette sie etzliche mahl gethan, er sei nun besser, er könne die Arme rühren und besser sprechen. – Ferner sollte sie aus Eferich, Crutzrude, hilligen rouen, alt botter und schmer eine Salbe machen.6

1

Es steht ihs ihs.

2

Abgedruckt Wöchentliche Nachrichten 1839, Nr. 10.

3

Auch Quaiars geschrieben.

4

Hs. so.

5

Schließt sich unmittelbar an das vorige an, ist aber nur zum kleinsten Theile vollgeschrieben.

6

Dieses Zeugenverhör, welches nicht beendet ist, schließt das Ganze, der übrige Band ist leer.

Quelle:
Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 2, Wien 1879/80, S. 5-34.
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Geschichten aus dem Biedermeier. Neun Erzählungen

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Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Dass das gelungen ist, zeigt Michael Holzingers Auswahl von neun Meistererzählungen aus der sogenannten Biedermeierzeit.

434 Seiten, 19.80 Euro

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