1284. An Grete Meyer

[169] 1284. An Grete Meyer


Mechtshausen 24. Oct. 1900.


Liebe Grete!

Grolle nicht mit der Post. Der Brief, den ich hiermit gleichzeitig an dich abschicke, war fix und fertig in der Mappe liegen geblieben.

Übrigens bringt unser Abendbote jetzt nur Packete und Werthsachen; Briefe und Zeitungen giebt er bei Knolle ab, der sie durch seinen Jungen herum tragen läßt. Wollen wir abends Briefe weg senden, so müßen wir sie rechtzeitig zu eben dem Knolle bringen; eine Unbequemlichkeit gegen früher. Deshalb entschloß sich Otto, an die Direktion zu schreiben wegen Einrichtung einer Agentur, worauf denn auch sofort die nöthigen "Erhebungen" von berufener Seite in die Hand genommen sind. Gelingt's, dann kriegten wir jedenfalls auch eine kleine regelmäßige Fahrgele[ge]nheit nach Rhüden, was recht erwünscht wäre, wie du weißt.

Wie weit seid ihr denn mit der Einrichtung eures Ateliers? Die Aussicht ist jedenfalls gut von da.

Herzliche Grüße von deinem alten

Onkel Wilhelm.

Quelle:
Busch, Wilhelm: Sämtliche Briefe. Band II: Briefe 1893 bis 1908, Hannover 1969, S. 169.
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