Vergieb!

[9] Du gutes altes Mütterlein,

Du hattest mich so lieb,

Verließ Dich auch Dein wildes Kind –

Vergieb mir doch – vergieb!


Wie gerne kehrt ich heim zu Dir,

An Deinen stillen Heerd,

Wie gern vermißt ich Alles jetzt,

Was einst ich heiß begehrt.


Wie gern läg' ich an Deiner Brust,

Dem letzten, wahren Hort –

Wie gern läg' ich zu Füßen Dir

Und lauschte Deinem Wort.


Und kläng' Dein Wort auch noch so hart,

Einst hattest Du mich lieb –

Du gutes altes Mütterlein

Vergieb mir doch – vergieb! ...

Quelle:
Ada Christen: Schatten, Hamburg 1872, S. 9-10.
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