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1876 |
17. August: Theodor Däubler wird im damals österreichischen Triest geboren, wo er zweisprachig aufwächst. Sein Vater, der Großkaufmann Karl Wilhelm Josef Däubler, stammt aus Augsburg, Mutter Helena Oktavia Antonie Lucie, geborene Brehmer, aus Breslau. |
1891 |
Aufgrund der schlechten Schulleistungen ihres Sohnes schicken Däublers Eltern ihn als Schiffsjungen auf eine Seefahrt. Der Junge ist jedoch den körperlichen Belastungen nicht gewachsen. Fortan unterrichten ihn zwei Hauslehrer und Däubler macht in Fiume als Externer sein Abitur. |
1898 |
Er lebt in verschiedenen Orten Italiens. Am Fuß des Vesuvs beginnt er sein Lebenswerk, das Versepos »Das Nordlicht«, zu schreiben. |
1901 |
Däubler geht nach Paris, wo er sich intensiv mit den bildenden Künsten beschäftigt und weiter am »Nordlicht« schreibt. |
1910 |
Er zieht nach Florenz und freundet sich mit Ernst Barlach an. Die erste, so genannte »Florentiner Fassung« des »Nordlichts« erscheint. |
1914 |
Däubler schreibt sein erstes Prosawerk »Wir wollen nicht verweilen«, das autobiografische Fragmente enthält. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrt er nach Deutschland zurück. Als Kunstberichterstatter wird er jedoch vom Kriegsdienst freigestellt. Als solcher arbeitet er zunächst in Dresden, dann in Berlin. |
1916 |
Unter dem Titel »Der neue Standpunkt« schreibt Däubler eine Essaysammlung, die heute als die bedeutendste kunsttheoretische Begründung des Expressionismus gilt. |
1919 |
»Im Kampf um die moderne Kunst« erscheint. Däubler geht in die Schweiz, um sein Hauptwerk zu überarbeiten. |
1921 |
»Das Nordlicht« erscheint in seiner »Genfer Fassung«. |
1921–1926 |
Däubler lebt und reist in Griechenland, was ihn und sein weiteres Werk nachhaltig prägt. |
1924 |
Seine »Attischen Sonette« erscheinen. |
1926 |
Schwer erkrankt kehrt Däubler nach Berlin zurück. Er wird Präsident der Deutschen Sektion des PEN-Clubs und Mitglied der Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste. |
1930 |
In Frankreich vollendet Däubler die dritte, »Athener Fassung« des »Nordlichts«, die jedoch nicht mehr veröffentlicht wird. |
1931 |
Rückkehr nach Griechenland. |
1932 |
Er erhält die Diagnose einer schweren Tuberkulose-Erkrankung. |
1933 |
Däubler erleidet einen Schlaganfall und kommt in ein Sanatorium in St. Blasien im Schwarzwald. |
1934 |
13. Juni: Theodor Däubler erliegt in St. Blasien seiner Tuberkulose-Krankheit. |
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Im Jahre 1758 kämpft die Nonne Marguerite Delamarre in einem aufsehenerregenden Prozeß um die Aufhebung ihres Gelübdes. Diderot und sein Freund Friedrich Melchior Grimm sind von dem Vorgang fasziniert und fingieren einen Brief der vermeintlich geflohenen Nonne an ihren gemeinsamen Freund, den Marquis de Croismare, in dem sie ihn um Hilfe bittet. Aus dem makaberen Scherz entsteht 1760 Diderots Roman "La religieuse", den er zu Lebzeiten allerdings nicht veröffentlicht. Erst nach einer 1792 anonym erschienenen Übersetzung ins Deutsche erscheint 1796 der Text im französischen Original, zwölf Jahre nach Diderots Tod. Die zeitgenössische Rezeption war erwartungsgemäß turbulent. Noch in Meyers Konversations-Lexikon von 1906 wird der "Naturalismus" des Romans als "empörend" empfunden. Die Aufführung der weitgehend werkgetreuen Verfilmung von 1966 wurde zunächst verboten.
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