Trost-Liedchen

Was sollen wir denn machen?

Hie hilfft kein wiederstandt.

Wir, Welt vnd alle Sachen

Sind vnter Gottes Handt.

Mit Gotte wollen rechten

Ist vnvernunfft vnd Schuld,

Wer wieder Ihn wil fechten,

Der fechte mit Gedult.


Gedult vermag zu dringen

Durch alles Creutzes Mordt,

Sie kan selbs Gott bezwingen

Durch Glauben an sein Wort.

Wer sie nicht weis zu üben

Hat keines Glaubens Rhum,

Gedultig seyn vnd lieben

Ist wahres Christenthum.


Wenn wir vns Ihm ergeben,

Ihm tödten Fleisch vnd Sinn,

Vnd stellen Todt vnd Leben

In seinen willen hin,

Als dan kriegt vnser Leiden

Bey seiner Güte stat,

Daß wir noch frölich schneiden

Die heisse Thränen-Saat.


Er schlägt vns nie von Hertzen

Vnd sieht aus lieber Trew,

Daß vnsre Krafft den Schmertzen

Auch gnug gewachsen sey,

Er wird vns Rettung senden:

Das Leiden dieser Zeit,

Wie lang es währet, wenden

In ewig' Herrlicheit.


Die Boßheit hab' auff Erden

Ihr gantzes Himmelreich,

Mag hie gekröhnet werden,

Den Frommen gilt es gleich,

Sie lassen Gott stets walten

In Trübsal, Schmach vnd Hohn,

Wenn sie nur dort erhalten

Die ewig' Ehren-Krohn.

Quelle:
Simon Dach: Gedichte, Band 3, Halle a.d.S. 1937, S. 169-170,176.
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