Jacob Schlein und Catharina Vogt

[26] 1634.


Der Herr Breutgam an seine Braut, vnd an Christum:


Nvn du hast mein festes hoffen,

Liebste Seel, einmahl gestillt,

Komm, mein Hertze steht dir offen

Außgeschmückt vnd angefüllt

Mit standhaffter Flammen,

Die so lange Wehrt,

Biß vns Gott Zusammen

Durch den Todt begehrt.


Dir, O Christe, wahres Leben,

Heyrahts Stiffter, Breutigam,

Sey von Hertzen danck gegeben,

Das du, als ich Zu dir kam

Vmb ein Lieb zu bitten,

Eine mir geschenckt

Von so schönen Sitten,

Als mein Hertz gedenckt.


Wer auff deinen Nahmen bawet

Als der niemals hat gefehlt,

Vnd sich dir in Hoffnung trawet,

Hat das allerbest' erwehlt,

Wird's jhm sawr' vnd Bitter,

Bleibt er doch bestehn,

Biß das Vngewitter

Mus vorüber gehn.


Darumb wil ich allem gleuben,

Was mir, Gott, dein Wort fürhelt,

Du kanst, was du sagest, treiben,

Daß es dir zu Willen fellt,

Alles mus geschehen

Auff dein Wort allein,

Ob gleich wir nicht sehen,

Wie es könne sein.
[27]

Alles Wesen, was wir kennen

In dem grossen Weltgebew,

Wird vnd muß zuletzt verbrennen,

Wenn du wirst ein Feldgeschrey

In den Wolcken machen,

Da der Erdenkreis

Auß dem Grab' erwachen

Wird auff dein geheiß.


Welches auch die klügsten Heyden

Wiederstritten vnd verneint,

Die natürlich gar nicht leiden,

Wenn dein Wort was anders meint,

Des sich doch ein Christe

Tröstet in der Pein,

Oder sonsten müste

Gar kein Gott nicht sein.

Quelle:
Simon Dach: Gedichte, Band 1, Halle a.d.S. 1936, S. 26-28.
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