Eyn new vnd das letzt außschreyben der xv. bundtgenossen

[170] J. E. M. W.


Biß gedultig, die zceyt nahent.

[171] Ain new. aber doch das letzst vßschreyben der xv. bundtsgnossen von nachgeschriebnen artikeln.


  • j Wie der zehenden verbinde die Christen, vnnd wie er an die Christen kommen sey, vnd wo her sein myßgbruch erwachssen.

  • ij Ob man auch den zehenden mög vnderlassen zegeben, oder in besser gebruch verwandlen.

  • iij Ob man möge die meßpfronden, oder Capellanien ablassen gen, vnd woher sie ain vrsprung haben, vnd das güt sey, das vill dorffer ain pfarren haben.

  • iiij Von dem opffer, das man vff den altar pflegt zelegen, ßo man meß haltet.

  • v Von den ritter orden, welche vnder dem crewtz widder die Turcken fechten, zcu verdechtnuß yhr seelen.

  • vi Wider die pfaffen schander, welche wider got vnd vernunfft wollen die pfaffen verfolgen.

  • vij Wider das schweren, fluchen, vnd schelten,

  • viij Wider das vnzalich bücher schriben in Christlichen sachen, dar vß nicht vill gůts wachst, vnd wie man sich in die Biblia soll richten.


[172]


Vom zehenden.


Der Zehenden ist von gott gebotten gsyn im alten testament den Juden, zů notturfft der priester vnd der leuiten, als vß wysent Moses bücher, Leuiticus vnd Numeri.

Im newen testament ist kain tempel, kain opfer, kain pfafhait lyplich, welchen zehenden zů gehöre. Christus ist vnser pfaff vnnd opfer, vnd wir selbs sendt der tempel gottes. 1. Cor. vi. Dar vmb bindet vns das gebot vom zehenden nit mer.

Im newen testmnent haben wir prediger des gottes wordts, vnnd diener. der armen, solliche nennet Paulus alte oder priester, diacon oder diener der gmain.

Christus ordnet Judam Ischarioth zů aim sollichenn diener. Joh. xiij. vnnd die Apostel erwelten siben diener der armen, derer ainer S. Stephan gsyn ist. Actu. vi.

Darnach durch die Apostel vnd yre iunger wurden andere ordiniert zů diesen amptern. Act. xiiij. vnd Ti. j.j. Timo. iij.

Sollichen dienern der kirchen oder gmain gibt Christus gwalt yre lybßnarung zunemen. Luce. x. Math. x. wo yr hin kompt zů predigen, so essen vnd trincken was euch furgesatzt wurt, dan ain arbaiter ist seyns lohns werdt.

Vnd das ain prediger sollichs gwalt habe, zaigt an Paulus .i. Cor. ix. durch vernunfftig vnd geschriefftlich bewerung, spricht also.

Bin ich nicht ain Apostel? bin ich nicht fry? hab ich nicht vnsern Hern Jhesum Christ gesehen? seyt nicht ir mein werck in dem herren? byn ich andern nicht ain Apostel, ßo bynn ich doch ewr Apostel, dan das sygel mynes Apostel ampts seyt yr, in dem Herren, wann man mich fragt, so antwurt ich also, haben wyr nicht macht zů essen vnd zů trincken? haben wir nicht auch macht eyne schwester zum weybe mit vmbher zufuren, wie die andern aposteln, vnd die brüder des herren, vnd Kephas? odder haben allain ich vnd Barnabas nicht macht das zuthun? wilcher raiset yhemals vff seynen aigen sold? wilcher pflantzt ain wynberg, vnnd isset nicht von seyner frucht? odder[173] wilcher weydet aine herdt, vnd isset nicht von der milch der herden?

Rede ich aber sollichs auff menschen wyse? saget nicht solchs das gsatz auch? dan im gsatz Mosi stat, gschriben, du solt dem ochsen nit das maul verstopfen, der do dreschet. Sorget got fur die ochsen?

Odder saget ers nicht aller ding vmb vnnser willen? den es ist iah vmb vnser willen geschrieben? dan der do pflügt, sol vff hofnung pflügen, vnd der do dreschet, sol vff hoffnung dreschen, das er yhenes hoffnung taylhafftig werde. So wir euch das gaistlich haben geseet, ists ain groß ding, ob wir ewr ftayschlichs erndten? Vnd dar nach spricht Paulus, wisset ir nicht, das die da schaffen im tempel, die neeren sich des tempels, vnd die des altars pflegen, geniessen des altars? Also hat der herr befolhen, das die das Euangelion verkundigen, sollen auch vom Euangelio sich neeren.

In ietz gemelten worten bewert Paulus durch vernunfftig mittel, das aim prediger zymme lybs narung vom predigen haben, da er furtragt die glychnus vom reyser vnd sold, vom wyngartner vnd fruchten, vom hirten vnd herde, vom ackerman vnd traide. Beweret es auch durch deutung vnd werck des gsatz Mosy, furderlich aber durch die wort Christi oben beschrieben.

Auch Gala: vi. gebiettet er den Christen, das sie yren predigern sollen lybs narung geben, vnd spricht. Der aber vnterricht wurt mit dem wort, der taile mit allerlay guttis dem, der yn vnterricht.

Deren glichen geschichten mer findt man in der lere der haylgen Apostel, welche leren das ain prediger möge nemenn lybs narung, vnd die zuhörer sendt schuldig solliche dar raichen.

Die haylgen Apostel haben auch verordnet, das man den armen Christen in Judea, welche yre lybs narung beraubt warenn durch die vngleubigen, solt by andern samlen das almusen. Gal. ij. ca. Das auch Paulus vnd Barnabas flyssig gethon haben. In Corinthijs. Romanis. Achaia. Macchonia: etc.

Vnnd vnsere altfordern, als christlich lewt, haben[174] grosse acht gehabt vff die versehung der kirchen diener, vnd der armen menschen.

Für die priester hat man an vil orten Widemhoff geordnet, do vonn ain pfarrer sein lybs narunge habenn möcht, so er sie flyssig bawet, als noch vil stifftungen anzaigen mögen.

Dar vß auch schinlich ist, das die pfaffen vor zyten in vnsern landen nit sendt miessig ganger gsein, haben yre acker gearbeitet mit yrem hußgsindt, war zů solten ynen sonst die widemhoff?

Vnd mich gedunckt bewerlich, das sy dar zů auch angenommen haben die ordnung vom zehenden, als ain tregliche wyß zehelffen. Also durch das gantz iar fallet manigerlay zů, auch richen leuten, das sie nit mögen alweg zů der handt haben was zegeben den armen. Dar vmb hat man geordnet, das man zů der zyt, so got iederman gibt den erdwucher, als in eeret, herbst: etc. ietlicher gebe den zehenden tail, zů narung der armen vnd kirchen diener, oder zů andern gmainen notten. Welchem vil wurt, der gebe vil, welchem wenig, der gebe wenig, als Paulus vnd Tobias leren.

Hat mann dar noch vber solliche gütter verordnet etlich trew, erber manner, zů pfleger, do mit trewlich vmbzegen, behiettenn, verschaffen, zů nutz der gmain, ains vmb das ander zegeben, verkauffen, wo das gelt nutzer were, auch vßtailen etlichen gar vmb sonst an widerlegung, etlichen gelihen vff willige wiedergebung zů bequemer zyt, als so man in teuren iaren gelt vnd korn vßlihet, vnnd man das wieder in nympt in wolfflen iarenn, wie auch zů Entringen im Württenbergischen land verordnet ist.

Das man armen kinden zů lernung do mit helffe. Arme lewt in die ee stewre. Also hat gestifft zů Gintzburg in Schwaben Hans Winckler. So dan got ainem zymliche narung anderßwo har zuschickt, ists billich, das er ain widerlegung thü.

Wo aber alt, kranck, ellendt: etc. leut sendt, denen sol man vergebens helffen. Also redt Paulus von den armen, trostlosen, hilfflosen witfrawen .i. Timo. v.[175]

Hat man auch ain zimlichen lon gestifft den trewen dienernn vnd pflegern sollicher gütter.

Vnd hat man wol mögen diese gütter größlich meren, so man trewlich do mit ist vmbgangen, vnnd so die armen widerlegung gethon haben vmb entpfangen gütthat.

Ist auch abzenemen, das man aim pfarrer furderlich befolhen habe, ain vffsehen zehaben vff diese vßtailung vnd verwarttung, als ainem gotzforchtigen glaubrychen man.

Haben aber die pfarrer mit den pflegern mit der zyt so vil practiciert, das yr aigner nutz do by gewachsen ist, vnnd sie das volck beredt haben, yhnen gebüre sollicher gütter vßtailung vß ordenlichem gwalt, vnd die layen haben kain gwalt dar zů, ist auch lychtlich gsyn, ainen schyn der wyhung oder ordnung dar zethon vß der erwelung der priester vnd diacon, oben gemeldet in Paulo.

Do sie ain won gefiert haben in das volck, als ob sie etwas sonders im volck weren, haben sie stül vnd benck, zamen gesamlet, das ist allerlay gschriefft vnd gschicht, do mit zebeweren, man sol inen nicht dar in tragen, sonder man sol das vrtail got befelhen, haben angericht manigerlay erfindung, als got zů dienst im schin, aber durch nyeman mog dieser dienst dan durch sie selbs verricht werden, auch sey ein gotzs diener werdt synes lohn, dar vmb gebüre yhnen gebruchen das gmain almusen als die gaben des altars, so sie dem altar dienend.

Durch solliche wyse ist bald so vil gepracticiert worden, das vß den dienern herren send worden, vß den pflegern pfaffenn, vß den pfaffen pfarrer, vß den pfarrern Iunckerbischoff, welcher mer gůts gehabt hat von dem zehenden, ist ains grössern gwalts gsyn.

Haben es do hingebracht, das man vß der kirchen oder gmain gůt hat ain tempel gůt gemacht, ist gfallen vonn den armen vff die pfaffen, von der notturfft der prediger vff die verthoner oder thumherren.

Ist auch zewissenn, das mann vil münch gebrucht hat im ansang zcu bekerung Deutscher nation zů christlichem glauben, als noch schotten klöster in allen statten sendt, mit alten priuilegia zů grössen güttern, sollich münch haben sich wol mögen hinder der gmain almusen mit aim[176] schyn bringen, so sy in den grossen stetten vnd flecken sich der pfar ampter haben angenommen, vnnd auch wollen das gmain güt trewlich verschaffen, Ja die armen in aigner hüt vnd behusung halten, als ietz die hailiggaister vnd Antonier vnnd Valentiner furgebenn, also ist yhnen der kirchenn gůt gar in die hendt worden, als den hailgen welt verschmehern, hat das volck kain sorg mer do fur gehabt, haben gemaint, die sache sy wol versehen.

Habenn die Munch sich gesamlet do hin, wo ryche almusenn gsein sendt, vnnd do wollen dienen der gmein, biß das sie klöster angericht haben.

Der teuffel verburgt sich nit lang, sie mochten nit lang werck thon den andern nutz, vnd do mit sich auch fullen, dar vmb fielen sy do von, vnd gaben für, sie wolten die kindt leren in gutten sitten vnd glauben, do mit wolten sie ainem gantzen landt nutz sein, vnd liessen gmahlich ab vonn der armen trost, gabenn fur, gaistliche vbung in gebet vnnd leren were besser dan vsserliche vbung, also schickt mann ynen zů edle vnnd gmaine kindt, do durch sie auch grössern gunst erlangten vonn manigklich, vnd zogen zů sich, an hindernus, gmain gůt. Aber leren wil synn vnnd arbayt haben, entspringt auch vil gůts dar vß, möcht es der teuffel nit lyden, getrachtent die falsche hertzen der kirchen dieb zů argern wercken, vnd trugen fur ain sonderlichen gotzsdienst, in singen vnd schreyen: etc. do durch aigen vnd frembder, todter vnd lebendigen sundt abgetilgt wurde.

Also fiele auch das leren in klöstern ab, vnnd blybe ain sondere wyß gottes dienst, an geschriefft, an warhait vffgericht, vnnd wurden alle gmayne gütter in die klöster gezogen.

Der teuffel mocht auch nicht vnder so guttem schyn ligen, dar vmb gab er rat, das man klöster schyn abwurffe, vnd stifft, thum, chorherren dar vß wurden, welche im fuß an hindernus lebten, zů ergernus aller welt, vnd den tempel dienst also verrichten zů grossem gespott gottes vnd syner hailgen.

Vnd also ists offenbar, wie gar by alle pfarren vnd[177] zehenden by kommen sendt in die handt der klöster vnd stifften, und das mit grossem schaden der armen, ia aller christen. Wenig ist bliben in freyer ordnung gmainer christen, vnd dar nach haben münch vnd pfaffen aigne recht gemacht, do mit sie möchten bschirmen vnrechte besitzung gmainer gütter.

Also vß fraintlicher hilff vnnd handtraychung der gmainen christen ist dem Antichrist vnd synem huffen vffgericht worden ain königklich rych, darin in gottes namen wider got taglich gehandlet wurt, als dieser tag zaigt, vnd sendt münch vnd pfaffen worden herren aller welt.

Das hayst der hetzen zessen geben, das ist ain klughayt, so lang dienen, biß das der knecht dem herrenn vff dem kopff sitzet, wie grosser schaden erwachsse vß obgemelten myßgebruch, ist nit lychtlich vß zesprechen.

Do vnsere vorfaren gemerckt haben, das durch zehenden kain hilff geschehen ist den armen vnnd bilgern, haben sie Spitall gestifft, dar in kranck lewt zetrosten, aber bald gaben sich etlich fur, sie wolten den armen vnnd krancken dar in dienen, dar durch sie auch zů herren der selbigen gütter worden sendt, vnd kains dings minder acht haben dan der armen, vnnd doch vnder der armen nammen die gantz welt vß betlen, vß schöpfen. Es ligt am tag als der pawr ann der Sonnenn, wie die Anthonier, Valentiner, Spitalherren sich selbs verratten.

Es hat auch ain schin, das die pfarrer vnnd bischoff zů letzst gar zů sich zogen haben die gütter, in krafft des kloster stands, vnd ist den nebenpfaffen oder diacon nicht vber blyben, dar vmb hat mann erdacht pfronden, stifften, messerien, das doch der pfarrer vicarien etwas, an der pfarr schaden, hatten, biß zů letst auch die nebenpfaffen oder Caplan nicht mer hilflich sendt den pfarren, sie miessen helfferpfaffen dar zů bedingen in aignem kosten.

Die Münch vnnd Stifftherren wolten Junckern sein, müsten sie doch auch lewt haben, welche den pfarren versehung[178] thetten, aber doch an yren schaden, darumb müstenn die vicarien lernen die lewt schinden vnd schaben.

Kain sacrament raichen an geldt, kain gebet thon in gmain an geldt, also, sol man vff der Cantzel verkünden etwan lang fur ain selen zebitten, můß man sonder geldt do von geben.

Sie haben vff gericht bruderschafftenn, Patrocinia, sonder hailigen dienst, vil opfer, seelgerait, do von die armen vicarien sich ergerlich vnd schwerlich erneren miessen, sitzen die somen pferdt, die mest schwyn in klöstern, stifften etc. vnd fullen sich vom kern, lassen den andern den sprewer.

Die kirchen dieb (also nenne ich sie, dan sie stelen vnder gotz dienstlichem schyn den armen vnnd predigern yre narung) hatten fur gehalten, man solte tempel bawen vnd zieren, got zů lob, von gemainem almusen, (wan es ist ain hüpscher schyn zestellen, wan sich am Abt an nympt das kloster zebawen) dar vber wolten sy öberlewt seyn. Als sy zeletzst offentlich zů sich zogen das almusen, blyben die tempel bawfallig, mußten sie vom zehenden ain stucklin lassen fur die tempel, genant der hailigen güt, aber an etlichen enden haben sie so gar kain stucklin do von gelassen, das man auch all feyrtag můß in vnd vor der kirchen an der hailgen baw samlen, yha das gantz landt vß samleten auch an stifft kirchen, so doch am Stifft herren ain iar iiij hundert gulden zeverzerendt hat, mit pferden, voglen, hüren etc.

Ich main, so ain wyser synricher man diser sachen ansang woll bedencken, solle er höher werden ermessen, wie der haß sey in pfeffer kommen.

Wie der mißbruch sy ingewachßen, wollen wir lassen ston, vnd nit achten wie man thüt, aber meer wie man thon soll.

Es ist kundtlich ainem ietzlichen Christen, vß obgeschriebnen puncten, das man sol den predigern vnnd den dienern gemainer christen notturfftige narung geben, dar[179] zcu auch das Christlich volck durch geschryfften vnd vernunfftig anzaigung geraitzt soll werden, als Paulus thüt.

Aber die prediger vnd diener sollen grosse beschaidenhait haben, das sie an ergernuß das yhnnemen.

Ein priester soll nit geytzig sein, auch vff rechtfertig güt, sonder mer gast frey. 1. Timo. 3. Er soll noch vill mynder schandtlichs gewynsts gyrig sein, wan sollichs thond die do mainendt, gotsalikait sey vmb genieß willen.

Darumb soll am pfarrer mercken, was im Paulus fur ain regell furschrybt, wie vil er nemen soll fur sein arbait .i. Tim. vi. Es ist ain grosser genieß, wer gotsalig ist vnd lest yhm genugen, den wir haben nichts in die welt bracht, darumb offenbar ist, wir werden auch nichts hynauß bringen. Wan wir aber futter vnnd decke haben, so last vnns benugen, den die do reych wollen werden, die fallen in versuchung vnd stricke, vnd viel torichter vnd schadlicher luste, welche versencken die menschen ynß verderben vnd verdamniß, den geytz ist ain wortzel alles vbels, welcher hat etliche gelustet vnnd sindt vom glauben yrre gangen, vnnd haben sich selbs gemengt vnder viel schmertzen.

Vß diesem text hastu, wie vil ain pfarrer mag nemen von seynen pfarkinden, vnd nit mer. Er hats nit mit got, was er mer nimpt, wie gůt der schyne ist. Merck auch den text .i. Timo. v. Die eltisten die wol furstehen, die halte man zwifacher eehren werdt, sonderlich die do arbaiten ym wort vnd in der lere. Dan es spricht die gschriefft. Du solt nicht dem ochsen das maul verpinden, der do dreschet, vnd ain arbaiter ist seynes lohns werdt. Vß diesem text lernen die zuhörer, wie sy sollen yre pfarrer halten, auch die pfarrer lernen, das sie sollen arbaiten im wordt vnd yn der lere, als auch der papisten Canones sagen. Beneficium datur propter officium.

Mir faldt zů ain groß mitlyden, das ich hab mit denen, so biß har vnder dem vnchristlichen gsatz des bapsts gelebt haben, welche, so sie nit gar verlassen wolten die wort heylger gschrifft, vnd doch gefurt wurden durch aygne böse naiglichait zů geytz vnd schandtlichem gwyn, auch gerechtfertigt dar in durch gwonhayt vnnd bapstlichem gwalt, an dem sy nit wol zwyflen möchten, sendt sie vmbgetriben[180] worden durch fragen vnd antwurten, wie doch yr furnemen bston mochte by haylger gschryfft, mit glosen sendt sie vmbher so ferr gefurt, biß sie gelert sendt worden, der bapst mog nit irren, vnd alle gsatz, auch hailger gschrifft vßlegung, standt in synem gwalt, so bald fiel alle gotsalikait vnd gwissen ab, vnd lage alles in der pfitzen des yrsals biß vber die oren, das hat vnser sundt vmb got verdient. Aber got sy globt, das wir wieder erlost sendt.

Das ist offenbar vß Paulo, aim priester zympt nit mer haben von seynem ampt dan futter vnd decke.

Auch ist vast not aim priester, das er fursichtig sey, vnd nit alweg sein notturfft neme vom ampt, wo do durch das volck bschwerdt oder geergert wurde, das ain argwon des geytz entstonn mocht wider ain priester, vnnd man auch den falschen predigern vrsach do durch gebe, also zů thon, oder die menschenn minder achteten gottes worts. Also schribt Paulus von yhm selbs .i. Cor. ix. do er lang vnd vil beweret hat, man sey schuldig aim prediger lybs notturfft geben, spricht er. Ich aber habe der keynes gebrucht, Ich schribe auch nit darumb do von, das mit mir also gehalten werde etc. Item, ich predige das Euangelion, vnd thu dasselb frey vmb sonst, auff das ich nicht meiner fryhait mißbrauche yhm predig ampt. Sihe, der Apostel verschonet so fast der schwachait der andern, das er auch alles des sich enthalt, das er mocht nemen als ain apostel, do zů auch der andern Apostel exempel hat. Also schribt er auch. 2. Cor. xi. ich habe euch das Euangelion vmb sonst verkundigt, vnd hab andere gmain beraubt, vnd sold von yhn genommen, das ich euch predigte, vnd do ich bey euch war gegenwertig, vnd mangel hatte, war ich niemant beschwerlich, dan mein mangel erstatten die brüder, die von Macedonia kamen, vnd hab mich in allen stucken euch vnbeschwerlich gehalten, vnd wil auch noch mich also behalten etc. Was ich aber thu vnd thon wil, das thu ich darumb, das ich die vrsach abhawe denen, die vrsach suchen, das sie rhümen mochten, sie seyen wie wir, den solche falsche Apostel vnd trügliche arbaiter verstellen sich zů Christus aposteln, vnd das ist auch kain wunder, den er selb, der teuffel, verfielt sich zum engel des liechts, drumb[181] ists nicht am grosses, ob sich auch syne diener verstellen zů diener der gerechtigkait. Sihe, Paulus wolt ain vnderschaid anzaigen zwischen im selbs vnnd den falschen Aposteln durch das, das er vmb sonst predigte, vnnd lieber wolt anderßwo har lybßnarung gewarten, dan von denen, welchen er predigt.

Ja er name nit alweg vonn frembden auch sein lybs narung. Er arbait aber mit synen henden tag vnd nacht, das er yhm selbs vnd seynen gesellen narung gewunne.

Also redt er zů den eltisten vß der gmain Ephe. Act. xx. ich hab ewr kaines sylber noch golt, noch klaider begerd, dan yhr wyst selber, das mir diese handt zů meiner notturfft, vnd deren, die mit mir gewesen sendt, dienet haben, ich habs euch alles gezaigt, das man also mit arbaiten müsse die schwachen auffnemen, vnd gedencken an das wordt des hern Jesu, das er gesagt hat, Geben ist saliger dan nemen. Item. 2. Tessa. iij. wir haben nit vmb sonst das brot genommen von yemant, sondern mit arbait vnd mühe, tag vnd nacht haben wir gewirckt, das wir nit yemant vnder euch bschwerlich weren, nicht darumb, das wir des nit macht haben, sondern das wir vnns selb zum furbild euch geben vnns nach zefolgen etc.

Sihe, wie moge beston bey disen fewrin worten Sancti Pauli das stroin gaistlich recht, dar in man bannet, bindet, iagt, betriebt, beraubt das arm volck von der pfaffen zcinß wegen. Sihe auch, wie der pfaffen müssikait mag beston mit den worten Pauli hie, so er sagt, do wir bey euch waren, gebotten wir euch solchs, das so iemandt nicht wil arbaiten, der sol auch nicht essen, den wir hören, das etlich vnder euch wandlen vnordig, vnd arbaiten nichts, sondern triben furwitz. Solchen aber gebietten wir und ermanen sy durch vnsern hern Jhesum Christ, das sie mit stillem wesen arbaiten vnd yhr eigen brott essen.

In disen worten redt Paulus von ym vnd andern von handt arbait.

Es ist ain groß ding ain pfarrer sein zcu vnsern zcyten, do der vicarien narung nicht ist dan schnöder gewyn, turpe lucrum, alss offenbar ist, so man alle gebet,[182] meß, sacrament raichung, begrebtnuß, ee, vnd kindtbetterin in vnd vß segnen müß sonder gelt geben.

Es ist ain ergerlich ding vmb ain pfaffen, welcher miessig gat, dar auß nit allain furwitz entspringt, sonder auch alle laster, alss man ietzt woll sicht an gemainer priesterschafft.

Ich sage, welcher pfaff durch ban oder gepott, durch gewalt der bischoff oder schulthaiß trybt syne vnderthon zů laysten ym syn lybs narung, der sundigt wider Christum, vnd ist kain pfarrer, sonder ain verderber. Ihm ist erlewbt, das er predige die wort Christi vnd Pauli, in welchen sie leren das volck, wie man sol den predigern futter vnd decke geben, wie oben gezaichnet ist, vnd auch. 1. Thessa. 5. Wir bitten euch, lieben brüder, das yhr erkennen die an euch arbaiten, vnd euch furstehen yn dem herren, vnd vermanen euch, halten sie deste mehr yn der liebe vmb yhres wercks willen, vnd seyt fridsam mit yhnen.

Es ist auch nit zweyffel zehaben, das aim prediger abgang an lybs narung die lenge, so er luterlich vnd rain predigt Christum, wan Christus hat yhnen verhaissen, sie werden genug haben, wo sie hin kommen. Dan wo die menschen das Euangelion annemen, werden sie durch den gayst Christi gelert, den predigern futter geben, mer dan sie bedorffen, vnd das den predigern mer not wurt sein vß zeschlahen, dan yhnzeziehen die gaben.

Wo man aim prediger nit gibt lybs narung, ist ain zaichen, das er ain lumpen prediger ist, vnd sein falsch nit erlitten mag werden die lenge, oder das die zuhörer nit annemen das Euangelion, predigte er die warhait gottes, vnnd weren dy zcuhörer Christenn, der prediger hette auch genug. Wo aber also die sach gethon were, das ain prediger vnder bösen Christen were, vnd yhm sein not nit wurde, vnd er auch nit abtretten wolt, yn hoffnung, sein lere wurdt ain mal sahen, soll er sich mit arbait erneren, do mit er nichts bedorffe vnd nit zwinge die ihenen durch schindery vnd zwang, welches vnerbarlich were, aber[183] er sol erbarlich wandlen gegen die, die draussen sendt .1. Thessalo: iiij.

Ein pfaff mag alweg so vil thon, das man yhm darmub seyn narung gebe, mag er nit grosse kostlich arbait thon, so thü er kleine verachte arbait, ist yhm kain schand, wan auch Christus wiesch synen iungern die sueß, ya all Apostel wurden zcu spott vonn des Euangelion wegen.

Wan er so kranck oder alt ist, das er nit mag schaffen, wurdt in got nit lassen, wan er spricht, ich will dich nit verlassen, noch verseumen, Josue 1. c. Also das wir thuren sagen, der herr ist mein helffer, vnnd will mich nicht forchten, das mir ain mensch thon werd, Psalm. cxvij.

Das volck were wol genaigt den priestern lybtz narung, wan sich die priester fromcklich hielten, vnnd an der notturft beniegig weren. Das wort gottes were auch krafftig genug, das volck zetryben darzu, aber zcu sollichen pomp vnd vberfluß, wie yetzt der gaystlich stand fuert vnd hatt, ist das volck vnwillig, auch trybt sie das gottes wort nit zů geben, aber mer zcu nit geben.

Darumb miessen die gaystlichen ain ander vngotlichs vnwarhaftigs wort vnnd recht furtragen, do mit sie den armen huffen erschrecken, zegeben alles was sy begeren, vnd thondt das vnder dem nammen gottes vnd synes Christi, das hat yhn got lang vertragen, aber sein zorn gat yetz an, vnd wil das nit mer vertragen, er wil offenbar machen, das sein gebot vnd nam nit sey by sollicher beschisserey. Wollen die lewt yhnen furt hin geben gewonlichen vberfluß, mogen sie thon, ßo ferr das sy wissen sollen, das sie durch gottes wort do hyn nit gedrungen werden.


Von verandrung der zehenden.


Ein christen mensch soll alle vnrecht lyden mit gedult so lang man in nit tribt offentlich wieder got zethon. Darumb soll er nit widerston aim gmainem gebruch, ob er schon schwer ist vnd vntreglich, dwyl ander lewt in gmain sich lyden, soll er sich furderlich dar in lyden, Roma. xiij. So nun die pfaffen nit als christen, sonder[184] als Haiden zwingen das volck zů dem zehenden, sollen sie den gebenn als ain andere schatzung.

Wo aber dar vonn zereden ist, sollen sie bekennen die warhait gottes, wie das kain götlich recht zů laß, das man in gottes namen zwinge das volck, sonderlich so das die prediger vnd pfarrer thondt.

Ain christ mag auch vnd sol mit gottes wordt andere vermanen, das sie helffen ain solliche gotzlesterung abstellen, das mann so vnchristlich farett im namen Christi.

Ain Furst oder ain gmain hat gwalt ain sollichen myßbruch abstellen, wil es nit zů gon durch ain öberkait oder gmain, sol man dem wasser sein fluß lenger lassen, vnd kain sonder vnfrid ansahen.

Es hat ain gmain gutten gwalt mit yhr oberkait, den pfaffen abschlahen oder nit mer geben gwonlichen vberftuß, aber nach gelegenhait der stat vnd zyt aim pfarrer geben ain zymliche narung.

Das vberig mögen sie yhnen selbs behalten, oder in andere nutz gebruch wenden.

Vnnd ist wol zcu ratten, das man solchs thu, kain fraw, kain edelman, kainer, welcher nit der christlichen gmain dienet in predigen, sacrament raichenn, in dienst der armen etc. oder der selbs nit so arm vnnd kranck ist, das er sich sonst nit möge neren, der mag den zehendenn yhm nemen, darumb luge yederman zů yhm selbs, got wurt syn nit lang lassen spotten, wellen sie den zehenden haben, so můß er den namen verlieren, das yederman wisse, das man sollichs nit gebe als ain gottes gabe, sonder als ain andere landtschatzung. So das volck sollichs waißt, wollen sie dar nach geben, frage ich nit dar nach, ich maine aber, so man die warhait vom zehenden furhielt, man wurdt sich bald ains andern bedencken etc.

Das volck sol auch an sich halten mit geben den rychen klöstern, rychen pfaffen, do mit yhnen ains tails vrsach abgang an yhrem vngotlichen ergerlichen wandel.

Wollen sich die pfaffen nit selbs reformieren, ist not, das sie die layen reformieren, als kayser Sigmundt ym[185] Concilio zů Constentz sagt. Aber das ist ain fridliche reformation, so man yhn nit mehr gibt, dan zimliche lybßnarung, vnd das man kain offenlich schandtlich wesen von ynen mer lydet, aber strasse welcher straflich funden wurt, vnnd das durch weltliche richter, wo die gaystlichen nit dar zcu thon wollen.

Es ist kain dorflin so arm, so man den zehenden zammen samlet, man gebe aim pfarrer zymliche narung, das vberig geb man andern armen im dorflin, wan sie seyn bedorfften, arme kind do mit lassen handtwerck lernen, yn die ee do mit helffen, aim huß armen man sein schuldt do mit hülffe abzalen, odder in gemain vfschutten kornn, so ain thewr iar kame, das man aim gantzen dorff do mit hulffe.

Es ist auch nit not, das yetlichs dorff ain aygen pfaffen hab, vnsere vorfarn in teutschlanden haben es wol angesehen, das etwan .x. oder xij. dorffer nit mer dan ain pfarrer haben sollen.

Als bald aber die oren beycht vnd die papistischen messen vberhandt name, vnd so vil sacrament, do mainet man, nit bessers were dann ain pfaffen vnnd sollichen gotzs dienst bey sich haben als Micheas. Judicum xviij.

Wan dich dein gewissen nagt, so such rat vnd trost bey ainem frummen Christen, magst nit ain pfaffen haben, so nym ain layen, magst nit ain man haben, so nym ain weyb, es sey im leben oder ym sterben.

Las dich beniegen am feyrtag zcu kirchen gon, meß vnd predig horen, magst nit kommen, so laß dich am glawben beniegen.

Magst du an deim todt nit das sacrament haben, so ist dyr genüg dein begirdt dar zcu.

Ist nit nodt, das man darumb so vill voller pfaffen halte.

Vnser altfordern haben auch also gethon, wie man. wayßt, das vil dorffer gantz newe pfarren vnd pfronden angenommen haben, vnd sendt doch yre vetter vill hundert iar Christen gsein, on sie.[186]

Ietlichs dorff habe ain ort, do man die tobten corper hin grabe, ist nit not, das ain pfaff do sey. ist auch nit not, das am pfaff vigilg vnd meß fur die selen halte, was gemainer Christen geben nit vßrichtet fur die selen bey got, ist vngethon.

Auch ist offt kain pfaff, der wysse zeleren, oder der im dorff sey, so man sol krancke lewt haimsuchen, der kranck schryet nach dem sacrament, das kindt wartet vff den tauff, der pfaff ist vber ain myll weg bey dem wyn, oder hurerey, vnd dar zcu sol man nicht reden? Ja bona dies, her domine, die gemainen layen sollen dar ab klagen, vnnd euch die herschafft schmal machen. Valete.


Von den messerey pfaffen.


Ich hab offt gedacht, war zů doch die messerey pfaffn geordnet seyen.

Habe ich gedacht, es sey ain nachlaube der Apostolischen ordnung, das ietlich gmain vil alte haben solt zů irem christlichen regiment. Auch so das zů hilf ainem pfarrer soliche nebenpfaffen gestift sendt. Aber ain grosser tail ist gestift vff die hüffigen papistischen messen.

Nun ym sey wie im wol, man gebrucht nit mer sollich Caplon zcu regiment des volcks.

Auch laisten sie kain hilff den pfarrern, wollen die pfarrer hilff haben, so miessen sie sonder helffer bestellen.

Auch ist es widder die ordnung Christi, das man meß halte yn mainung wie man etlich hundert iar gehalten hatt.

Darumb volgt, das man sol lassen abgon sollich pfrönden als vnnutz, ya mer schadtlich vnd ergerlich allen menschen, vnd ob vnsere alt fordern verfiert sendt worden der messen halb, so sollen wir doch irem yrsal nit volgen, vnd so wir sehen, wie zcu grossem schaden vnser vnd vnsern nachkommen das pfaffen volck gemeret wurdt, ist kain besser mittel, dan man entziehe in die vberfluß.

Also, man predige ynen gottes wort, wie sie mit got nit mogen yre pfrönde verrichten, auch noch minder den[187] genieß on ampt do von nemen, wollen sie williklich die pfrönden lassen, wol vnd güt, wollen sie nit, so laß man sie die pfronden niessen, so lang sie leben. So sie absterben, verlyhe man die pfronden kainem andern, aber mann wende die pfrondt zů gmainem nutz, wie es gůt erfunden wurt.

Der bapst ist witziger dan der Kayser, wan in allen flecken hat der bapst vil soldner gsatzt, das ist die pfaffen, doch vff der layen sold, vnnd haben die soldner pfaffen die sache do hyn gebracht, das alle kaiserischen layen muessen alle yr gedanck offenbaren des bapsts soldner, also, das dar nach der bapst sich kan vnnd waiß zerichten, durch anbringen syner soldner, wie man dem layen möge vnd sol entgegnen.

Aber die Fursten mit dem Kayser wollen fur garten götzen gehalten sein, so man wil helffen zů erlösung yhr gwissen, zcu nutzlicher ordnung yhrer land, wollen sie trewen rat nit annemen, verfolgen alle yhren besten freunde, als weren sie die bösten finde, hangen aber an yhren hauptfinden, vnnd mit offnen augen wollen sie blindt seyn. Aber ob ain mensch seynen schaden vor augen hat, vnd im got nit gibt synn vnd hilff, yhn ze myden, so můß er in die gruben fallen, also geschicht auch vnsern herren vnd furwesern, got helff yhnen vnd vns. Amen.


Vom opfer vff den altar.


Es ist offenbar, das ain christ fry ist in allen vsserlichen dingen, er mag essen alles, was er wil, wann er wil, wie er wil, wo er wil. Er mag klaider tragen von tuch vnd farb wie er wil, wo er wil, wan er wil. Er mag arbaiten, wan vnd wo er wil. Aber der gaist Christi leret den christen, das er maß halt in allen dingen, vnd das er sich vor ergernus hiettet.

Das sag ich darumb, am christ mag sein gelt geben wem er wil, vnd wo er wil, aber er soll ergernus myden.

Dwyl aber ingewachsen ist ain grosser yrsal der meß halb, das man achtet der pfaff opfer die meß vff gott fur[188] alle menschen, todt vnd lebendig, fur sich vnd fur andere, vnd man leret, das man sich solle diß opfers tailhafftig machen, darumb auch man gelt vff den altar opfert, in der selbigen mainung, vnnd ob ain gutter christ gutte mainung dar in hatt, verstondt aber schwache oder böse christen sein mainung nit, darumb solle er nit opffern vff den altar in der meß, wil er dem pfaffen etwas vmb gotzwillen geben, so gebe er das vsserhalb der meß. Also sagt auch Sant Paulus 1. Cor. 8. der abgot ist nichts, vnd das die spyß, dem abgot geopfert, aim christen nicht schadet. Es hat aber nicht yederman ain sollich wissen, dan etlich machen yhn noch ain gewyssen vber dem gotzen, vnd essens fur gotzen opfer, do mit wurt yhr gwissen, weyl es so schwach ist, befleckt. Die speyß furdert vnns nit by got, so hindert sie vns nit. Sehet aber, spricht Paulus, das diese ewr fryhait nicht gerate zů ainem anstoß der schwachen, dan so dich (der du das erkentniß hast) yemand sehe zů tisch sitzen im abgot huß, wurde nicht seyn gewissen, die weyll es schwach ist, vor vrsacht das gotzen opffer zeessen? vnnd wurt also vber deyner erkantnutz der schwache brüder vmbkommen, vmb welches willen Christus gestorben ist, wan ir aber also sundiget an den brüdern vnd schlacht yhr schwachs gewyssen, so sundigt yhr an Christon.

Also ists auch mit dem altar opffer, ain grosse abgotterey ist es, so man die meß handlet, wie man pflegt zethon, ficht dich ain loser christ opffern, nympt er dar vß ain behilff synes irsals, sicht es ain gutter, aber noch schwacher christ, so wurdt er klainmütig in hailsamer lere von der meß, welche er villeicht gehort hat von gutten predigern, vnd wurt mer gezogen vff alten mißbruch, durch dein exempel (so er dein gutten glauben nit verstat noch ervolgen mag) dar er zcu gezogen ist durch gutte lere.

Darumb vnderlaß sollich dein opffer so lang, biß das die christen daß im glauben vnderwysen vnd gesterckt werden.

Alß ich oben gesagt hab, gib dem armen pfaffen almusen[189] vom altar, die rychen bedorffen dyner gabe nicht, gibe sie armen lewten, dar an es angelegt ist.

Ob dieser mein rat nit gewonlich ist in dynem hertzen, ligt nit dar an, luge mer vff hailge gschrifft, dan vff dyn aignen gutdunckel, vnd ich wil noch mer sagen, mich gedunckt vast, das ain Christen mag nit mer mit gutter gewissen by der papisten meß sein, dan bey der abgot opffer. Do von redt Paulus also. 1. Cor. x. Richtet yr was ich sage, mit den klugen rede ich. der kelch der benedeyung, welchen wir benedeyen, ist er nit die gemainschafft des blüts Christi? das brot, das wir brechen, ist das nicht die gemainschaft des leybs Christi? Dan wir viele sendt am brot vnd ain leybe, die weyl wir alle aines brodts tailhafftig sendt. Sehet an den ysrael nach dem flaisch, welche die opffer essen, sendt die nicht ynn der gemainschafft des altars? Was sol ich sagen? sol ich sagen, das der abgot etwas sey? odder das der abgot opffer etwas sey? Aber ich sage, das die haiden, was sie opfern, das opffern sie den teuflen, vnnd nicht got. Nu wil ich nicht, das yhr yn der teuffel gemainschafft sein solt, yhr kundt nicht zegleych trincken des heren kelch, vnd der teuffel kelch. yhr kundt nit zcugleych tailhafftig sein des heren tischs, vnnd der teuffel tischs.

Jetz nymme ab, was ich sage, dye papisten machen vß der meß etwas anderst dan Christus. Das D: Martinus Lutther schon do mit vermanit hatt als ain lerer beweret, in aim biechlin von der abstellung der sonderen messen, ßo sie dan andern gotzs dienst vffrichten, dan gott haben wil, volgt, das sie auch gott anderst furbilden, dan er ist, vnnd volgt, das sie den waren gott mit seynem waren gotzs dienst verlassen vnnd rychten vff ain falschenn gott vnd gotzs, dienst vnder guttem scheyn vnnd namen, aber das ist die ergst abgotterey, vor deren sich wenig hielten mogen, die weyl er also verdeckt ist vnder güttem namen gottes vnd seynes dienst. Also wo die wort got, gotzs dienst etc. in biblia stendi, Ziehen vnnd zcwingen sie die selbige wort vff yren got vnd gottes schyn, wie die[190] Juden thatten, do sy dem gulden kalb eer vnnd opfer bewysen in namen des wares gotzs, Exo: am .xxxij. vnnd .iij. Reg: xij.

Es ist nit gnůg, das man mit dem wort gottes schrey wider die meß, man můß auch die meß vermeyden, als ain abgottischen dinst. Biß das nußlin wer do mag, irre ich, so wil ich mich lassen beßsers leren. Die argument im biechlin de abroganda missa priuata sollen auch hie zů gelesen werden.


Von den Ritter orden.


Kommend her alle frummen christen, vnd helffen mir waynen vnnd klagen, sehenn, nemen war, wie gwaltigklich der teuffel herschet vber das christlich volck, vnns zů verderbung seel vnnd lybs, ya eer vnnd gůts. Vß viler ernsthafftiger lerer biechlin vnd worten haben yr gehort vnd vernommen, wie wir mit bapsts gsatzen, schulleren vnd Munchstandt verderbt sendt worden, also das nit not ist, das ich vil do von schribe.

Die blüm christlichs volcks ist in hohen schůlen verderbt worden an sytten vnd mainungen. Die ernstlichsten gwissen send durch Munchstand in Baals dienst gefurt worden. Alle welt ist durch bapsts gsatz verknupfft. Aber noch ist ain subtiler list verborgen, das auch der kern aller stendt, die man auch nennet den adel, so er vß naturlicher vernunfft vnnd anmut, auch muttikait, hat des bapst gsatz mögen verachten, vonn beychten, fasten etc, Auch der munchstandt hat mögen verspotten, Die hohen schůlen hassenn, als am tag ligt, hat der teuffel ain subtyl netz gelegt allen adelichen gemütten, vnnd vffgericht orden zů fechtenn mit dem schwerdt, menschlich blůt zevergiessen an recht, wieder gottes gebot.

Got verbeut vff das höchst, man sol nit menschen blüt vßgiessen.

Man soll auch die Haiden nit von yhrem gůt triben an sondere gebot gottes.[191]

Christus wil, mann sol in synem namen so gar nit fechten vmb kainerlay vrsach, das man auch sol den mantel zů dem rock lassen faren, vnnd so man an ain backen geschlagen wurt, sol man den andern dar bietten, vnd gůts thon vnsern feynden.

Der teuffel gibt fur, man soll wider gottes vnd der christenhait seindt kriegen, do mit gottes ehre furgang habe, vnd das ist ware, aber man sol nit mit dem schwerdt, mer aber mit gottes wort fechten wieder sie, das selbig predigen. Darnach schleust der teufel vß der vernunfft, man möge dem feindt nemen alle sein habe, auch das leben, vnd zwingt dar vff die exempel der biblia, aber er verhalt das, das got kain streyt gelobt hat, dan welchen er sonderlich gebotten hat.

Also treybt der teuffel etlich hohe gemüt dar zcu, das sie wollen got zcu dienst widder die unglaubigen kriegen, wan sie zcu krieg genaigt sendt. Aber sie haben des kain füg, dan kain gschryfft leret sie das, kain sondere offenbarung haben sie von got dar zů. Auch verbewt Christus vff das hochst, man soll in synem namen kain schwert gebruchen, vnd welcher sollich krieg anricht ym namen Christi, der thüt ym die hochst vneer.

Der Christlich streyt stat ym predigen, der Christlich syg statt in sterben vmb der warhait willen, vnd in lyden alles vbel, in gedult vnnd hoffnung zcu gott.

Aber wir wellen Paulum horen, wie er von der Christen harnasch vnnd streytte redet. Ephe. vi. cap. spricht er also. Meyne brůder, krefftig euch in dem herren, vnd yn der macht seyner stercke, zihet an den harnisch gottes, das yhr bestehen kundt gegen den listigen anleuft des teuffels. Dan wir haben nicht zů kempffen mit flaisch vnd blüt, sonder mit surften vnd gewaltigen, mit den welt regenten der finsternuß yn diser welt, mit den gaistern der boßhait vnder dem hymel, vmb des willen, so ergreyft den harnasch gottes, auff das yhr kundt wider stehen an dem bösen tage, vnd yn allen dingen gerust seyn.


[192] Was der harnisch gottes sey.


So stehet nu, vmbgurtet ewre lenden mit der warhait, vnd angezogen mit dem krebs der gerechtikait, vnd geschucht an ewern fiessen, mit rustung des Euangelion von dem fryd, yn allen dingen aber ergreyft den schildt des glaubens, mit welchem ir kundt vßleschen alle fewrige pfeyle des boßwichts, vnd den helm des hails nempt an euch, vnd das schwerdt des gaists, welchs ist das wort gottes, vnd bettet stets yn allen anliegen mit bitten vnd flehen, ym gayst, vnnd wacht dar zcu mit allem anhalten vnd flehen.

Sehet zcu alle Christen, was sant Paulus sage, wie ain Christ fechten sol, mit wem, vnd was sein harnasch ist. So kompt der teuffel vnd richtet ab sich den streyt, vnd wendet yhn vff die menschen. Vnnd das er dem bößen mutwillen zcustreytten (welcher yn vilen hertzen verborgen ist, vnnd gewurtzlet) ain schyne mache, als er allen lastern gutten schyn vffsetzt, so leret er, man sol lyplich fechten wider die menschen, vnd das nit ain erber gemüt erschrecke ab diser morderey, sonderlich, so Christus leret bruderliche liebe, so leret der teuffel, man soll wider die vngleubigen kriegen, nit als wider vnser feindt, sonder als wider gottes feindt. Dar zů sol man an fenlin vnd klaidern das hailig creutz tragen, do mit den heupthandel vnd yre leybe zeschyrmen. Vnnd das solliche buberey mer furgang habe, so raiz er die furnemsten in allen landen also zcustrytten. Auch richt er an orden, dar in aller welt güt zesamlen, schloßer, stadt, dorff, dar yn edel lewt nach yrem standt mogenn leben, do mit zeraytzen den armen adel, ain zceyt lang zestreytenn vmb ritterliche eren, vnd darnach ain ewige pfrondt haben.

Vnd das in allen landen dem vnsynigen kriegen ain furdernuß geschehe, so wil der teuffel, das in allen stetten getragen werd ain wyß oder schwartz creutze an sondern klaidern von dem ritter orden, do mit also durch bywonung sollicher lewt das vnrechte vnchristlich blüt vergiessen ain[193] gůt ansehen gewynne, als man an teutschenn orden vnnd Johanniter orden sehen mag.

Also furet der teuffel den edlen adel, auch mit yhnen so vil faufet mithelffer, on alle rew vnd zwyffel zum todt, vnd in abgrundt der hellen, vnd mainen do mit got ain dienst zethon, also, welcher sie wolt vermanen aigens yrsals, der müßt von yren handen sterben.

Aber ich bitte got, er wolle sein liecht wort schicken in yhr hertz, das sie aigne finsternuß des yrsals erkennen, vnnd yr leyb, leben, vnnd selen nit so vbel verderben. Auch nit das creutz Christi also schmalich handlen, so sie vnder dem creutz yre vnchristliche handlung entschuldigen vnd volfieren.

Ain Christ sol nit fechten weder wider christen noch wider haiden. Thut aber ain haid ain vnbillichen widerdrieß ainer stat oder landt, mag ain oberkait wider sie fechten, nit als Christen, sonder als haiden, dar zů gebruchen das weltlich schwerdt, wie do von geschrieben ist in aim biechlin, von den zwayen schwerten odder regimenten, aber hiet sich yderman, das er vber sollich krieg nitt decke den namen Christi, wan er mag es nit erlyden.

Wan der Bapst ablaß zů sollichen kriegen gibt, thut er als ain vatter der gotzlesterung.

Der teuffel hat auch die drey gelübdt gebracht in dise ritter orden, das alle büberey auch mit dem schwerdt beschyrmpt werde, durch den adel.

Ich habe vill gütter fraindt in diesen orden, disen vnd allen glidern der ritter orden wunsche ich gnad vnd hilff von got, wan yhre seelen erbarmen mich, das wayßt gott.

Das man aber die gütter sollicher orden ließ blyben, zcu hilff der armen edelleut, were nit vnbillich, aber das kriegen vnd glubdtlich leben soll man abstellen.


Vermanung.


Schamen euch, yr erliche ritter vnd knecht, das yr also schandtlich wolten gebunden sein mit munch gelubdt[194] zcu schaden ewren seelen vnd leyben. So ir doch nit mögt on wyber sein, werden yr gezwungen Nunnen vnnd andere suchen, wo yr mogt, thondt das nit, nemen ee wyber, sendt ir arm, so gebruchen euch ewrs ordens gütter, so lang biß got euch oder ewr kindt daß versicht, got wurt euch nit lassen, glauben mir, ya glauben got dar vmb, thond das creutz von ewrn klaidern, dar in yhr zcu spyl, zcu hurn, zcu tantz gondt, auch schamen euch ain sondere sect machen, zcu hilff dem antichrist, blybt bey gemainem Christen hussen. Darumb wurt euch got gnad vnd hilff verlyhen fur euch vnd ewer kinde. Habi ir nit genug, so gryffen die stifftungen ewr altfordern an, doch mit willen ewrs landts fursten, vnd ziehen den klostern vnd thummen etlich feder vß, da mit beklainden euch vnd ewr kindt zů der not. Ist besser dan sollich ritter orden dem teuffel zcu lieb tragen, Nemen furgütt von vnns xv. bundts genossen, wir mainen es güt.


wider die pfaffen schander.


Die großen narren send die, welche in aller warhait sich selbs witzig achten, vnd die bösten menschen send, welche in allen lastern sich frum schelten lassen vnd wollen. Die hochst blindthait ist, so man blindt ist, sagen, wir gesehen. Joan: ix. cap. darumb moge yr sundt nyemant abnemen. Vß deren zcal sendt die blinden lewt vnserer zceyt, welche sich vnd ander dar vmb güt Christen achten, so sie pfaffen verachten mogen. Als ainer zcu nehst sprach, hohe in der stadt N. ist man gůt Euangelisch, sie schlahen die pfaffen nyder als die hundt. Eyn anderer sprach, ich wayß ain prediger, der ist güt Euangelisch, er schilt die pfaffen waidlich. Der drit redt von ainem vnd sprach, der ist gůt Euangelisch, er hat die gantz fasten flaisch geessen. Item, der ist güt luterisch, er bychtet nit, er opfert nit, er achtet nach kainem feyrtag etc. Ist nit das am grosser freuel, das man mutwillen wil decken vnder dem namen Christi?

Ich will aber reden von den pfaffen schandern. Sage mir, du pfaffen schauder, wie darfst du sagen, ich verfolge die pfaffen vmb Christus willen? Werest du ain Christen,[195] du furest nit alßo mit yn, Christus hat am creutz fur sie gebetten, vnnd du wilt sie verderben. Bistu ain mensch, las sie geniessen, das sie auch menschenn sendt wie du, laß sie geniessen, das sie auch creatur gottes sendt, als du. Bist ainn gelert mann, laß sie geniessen, das ir vill gelert sendt, bistu ain erber man, laß sie geniessen, das yhr vil ain erber leben furen, ya ir vil verstendig, wyß lewt sendt. Bistu ain Christ, las sie geniessen, das sie auch getaufft sendt mit dem blüt Christi, vnd ynen fur anderen gottes wort vertrawt send worden. Roma: iij. vnd. ix. cap. vnd du wayßt nicht, welche vß ynen zcu ewiger salikait vßerwelt sendt, das du nit ain fraindt für ain feint hassest, ob sie ietz schon boß sendt. Also redt von den feinden auch Augustinus super psalmos, forcht dich, das dich nit got auch verstosse, als Paulus diemütigen wolt die Romer, do sie widder die Juden vff standen. Rom. xi. Du sprichst, ich verfolge yhr blindthait, aber Paulus wainet vber die blindthait, der Juden, vnd bat got tag vnd nacht fur sie. Roma: ix. Auch Christus lestert nit die Juden in yhr blindthait, aber mer wainet vber die stadt Hierusalem. Luce xix. Vnd do etlich iunger wolten bitten got, das das fewr vom hymmel fiel vnd verbrannet die stat, dar in man nit wolt Christum lassen gon, sprach Christus, wißt yr nit, welchs gaist ir sendt, der son des menschen ist nit kommen, die selen zeverderben, mer aber salig zemachen.

Du thust ym wie du wilt, so magst du dich nit beschirmen mit geschrifft, oder vernunfft in deinem furnemen.

Ich beken, der zcorn gottes sy vber die gaistlichen, aber ich wolt vngern gottes rüt sein wider sie, ich besorgte, ain grosser vrtail wurd vber mich gon, dan vber sie. Also troet gott dem reych babilonis, welche doch got geschickt hat wider die Juden, vnnd vil andere konigrych. Esa. xiiij. vnd wider die Assirer, Naum .iiij. cap. Lise die text woll, du wurdst finden, wie billich du dich forchten solt, ain rüt gottes wider die pfaffhait sein. Auch frewe dich nit in der pfaffen vngluck, das nit auch got andere laß sich frewen in dynem leyden, als er durch den propheten troet, Sopko. ij. c. Ach lieber fraindt, wie sollen ym die pfaffen thon, ir lyb, narung, ehr ist in des bapst[196] gesatz, stond dir nit mer dan ain acker in bapsts gewalt, du wurdest dich glimpflich gegen ym halten. Nit das ich do mit wolle der pfaffen args güt machen. Nain. Nain. aber ich wil dich do durch wysen vff dein aigen blodikait, vnd das du fremde sund klainern solt, nit grossern, als auch Christus that, do er syner feindt boßhait nennet ain vnwissenhait, vnd Paulus nennet die sundt ain sele, Gala. vi.

Kain menschlich hilff ist gnugsam, die pfaffen vß bepstlichem gewalt zebringen, kain menschlicher rat mage yre gewissen vß seinem gesatz erlosen, gottes wort, gottes gewalt mage alain sollichs zethon.

Wiltu mit ynen handlen, thu es mit gottes wort, das predige ynen mit zcungen vnd feder, wie du magst, vnd thu das in senfte vnd demüt, so schaffest nutz an yhnen, on das machst boß erger.

Du bist auch nit besser dan sie, dweyl du so freuel vnd mütwillig bist wider gottes gesatz, wider das exempel Christi vnd seyner iunger, du handlest mit gotzlesterung wider ire gotzlesterung. Es was ain hußvatter, in aygner mainung vast gotzforchtig, ain knecht sagt zcu dem andern, das dich die triesen ankommen, der maister entzyrnet vber yn, vnd sprach, das dir got die bylen gebe, soltu also ftuchen. Der maister flucht darumb, das der knecht flucht, was glych an glych böß.

Also thust du auch. Nit also, lieber fraindt, far gemach, vnd stelle nit nach der pfaffen güt, es ist so boß gůt, das dir kain nutz dar vß mag volgen. Befilhe sie got dem herren, er sol sie wol straffen, vnd bitte got fur sie, auch bitte got, das er dich nit laß sein rütten sein wider die pfaffen, das dir nit ergang wie dem Jehu wider das huß Achab. Osea 1. cap. Ein erschrocklich ding ists, wan got ain menschen gebrucht fur ain werckzug zů straff wieder andere, selten kompt es yhm zů guttem, als vns die Propheten anzaygen.

Auch ist got nit mit diesen pfaffenschander, yhr sach wurt kain furgang habenn, got wil nit, das sie mit lyplichem,[197] aber mit gaistlichem schwert gottes wort zerstort werden.

Auch haben die pfaffen an sich weltlichen gwalt so vast, das nit menschlich ist, das yhnen widerstand geschehen moge, zů letst wurt aller vnfall vßgon wider die schander, auch mit gespott gottes worts.

Die pfaffhait bedarff ainer Reformation, aber du waißt nit, wie ym zethon ist, got waißt es alain, dem selbigen befelhe es.

Es sendt noch vil frummer pfaffen, deren man schonen soll, vnnd auch der bösen von yhren wegen, wie auch got wolt aim gantzen land schonen von .x. frummer wegen. Gen: xviij. Aber von solchem exempel waist du minder dan ain ganß, du blappest hin als ein mugk in ain habermuß. Darumb wurdstu in dyner thumhait verderben.

Man muß doch priester haben, es were so gut, man brachte die alten vff rechte ban, mocht mit klainer arbait geschehen, dan sol man newe annemen, satt mugken bissen nit vbel, aber das rede ich mer menschlich, dan götlich. Myn rat ist, du haltest dein handt rain, die straff muß durch gantze gmain oder ordenlich oberkait getriben werden, sol yr recht geschehen.


wyder schweren. fluchen. schelten.


Ain vnderschid ist vnder schweren, fluchen vnd schelten.

Schweren ist, so man etwas hoches zu zügen nympt, als by got, by allen hailgen, by myner selen hail etc.

Schweren ist hoh verbotten. Math. v. cap. Ich sag euch, das yr aller ding nit schweren solt, wider by dem hymmel, dan er ist gottes stul, noch by der erden, dan sie ist seyner füsse schemel, noch by Hierusalem, dan sie ist aines grossen künigs stadt, auch soltu nit by dynem haubt schweren, dan du vermagst nit am ainigs har weyß oder schwartz zu machen. Ewr rede aber sey ya ya, nain nain, was dar vber ist, das ist vom argen.

Do by merck, das alles schweren vnd aiden verbotten ist hie in disem text, das der mensch von ym selber thut,[198] wens aber die liebe, nodt, nutz des nechsten, oder gottes ehre fordert, ists wol gethon, wie auch der zorn verboten ist, vnd doch löblich, wan es vß liebe vnd gottes ehren erfordert wurt.

Vnd wan sollich redlich vrsachen erfordern, das man sol schweren, so sol man alain by gottes namen schweren, also hat got gebotten. Deu. vi.

Auch sol man gottes namen nit on redlich sach in mundt nemen.

Dar vß volgt, das man vilfaltig sundet in dem schweren, so mann on nöttig sach schweret.

Ja das man falsch schweret. Vber das, das man schweret by andern dingen, dan by gottes namen, als by den hailgen, by deiner selen etc. Ist alles wider got, ob schon die sach gut were.

Nun merck by dir selbs kurtzlich, wie vil vnd offt du großlich sundest im schweren.

Fluchen ist, wan du aim etwas vbels wunschst, als sant Valtins plag, die pestilentz, die frantzosen, den gahen todt, das hellisch fewr, das dich der teuffel holle etc. das ist wider das gebot, du solt nit zirnen im hertzen, im mundt, in geberden, ia nit todten mit wercken, kain morder sundet so vil wider das gebot, als ainer, der gwonlich flucht, ain tag thut er tusent mordt, was ist grosser? aim wünschen die frantzosen, pestilentz, oder aim ain wunden schlagen?

Was ist grosser, ermorden den lyb, oder aim fluchen den gahen todt, das du erstochen, erhenckt, ertrenckt werdest, das du den hals abfallest etc.

Ja etlich sprechen, das dich der teuffel hin fiere, das dich das hellisch fewr verbrenne, das dir got feindt sey. Was ist das anderst, dann das du die selen Christo ab spruchst, vnnd wider in alle vnsalikait furest? also legst du das gantz Euangelion dar nider, welches verkundet erlosung von dem teuffel, hell vnd feindtschafft gottes. Etlich fluchen auch inen selbs args, das mich der teuffel hin fiere, das mich die pestilentz erwürge etc. Ja etlich sprechen, das mich oder dich gotzmarter schende. O du vnnutzer hellprandt, war zu gebruchst du gottes marter? Gottes marter bringt[199] alle ding zcu eren, vnnd du wildt do durch schandt fluchen. Du spruchst, es ist schimpf. Ich sage, got laßt nit schympfen mit sollichen grossen sachen. Got hat alle syne creaturen gebenedeyt, vnd du vnsaliger mensch, wilt sie verfluchen? von aim sollichenn flucher spricht der prophet, Psal. cviij. Ihm ist wol gsyn mit fluchen, darumb ist im der fluch zehanden kommen, vnnd hat den segen nit gewolt, darumb ist er frei von im blyben. Wan ain teuffel in aim huß, wonet, wolt ich mir minder forchten, dan by aim flucher.

Fluchen ist ain grosse sundt, wurdt lycht geschatzt, aber das thut der teuffel, do mit er ain sichern zugang habe zu vns, so wir ain ander verfluchen, ia vns selbs, ob wir schimpfen do mit, dem teuffel ist es aber ain ernst.


Vom schelten.


Schelten ist, wan du aim etwas schmahlichs zulegst in warhait oder vnwarhait, als, du dieb, du lugner, du morder, du pfaffen sun, du lügst, ein grosse schmahe ists, wann man aynen ain lugner schiltet. Trawe kainem mer, welcher dich ain mal scheltet. Ecclesia. xxij. cap.

Das schelten ist wieder brüderliche liebe, sonderlich do Paulus sagt. Ro: 12. ainer sol den andern in ehren furkommen, aber du schmahest deynen nechsten, vnnd got wurdt dich auch zeschanden lassen werden, so du andere schmahest durch schelten.

Christus spricht, du sollest deynemsündt guts thon, wolreden denen, welche dich lestern, vnd bitten fur die, welche dich verfolgen. Aber du fluchst vnd schiltest auch deyne fraindt.

Es ist doch alle gotlosikait in vns, wan wir ain ander griessen, vnd fraintlich mit ain ander reden wollen, sprechenn wir, das dich sandt Veltin ankem, das dir got drieß gebe, das dich gotzmarter schande etc. O ir armen haillosen menschen, wie wollen yr ymmer wider zu recht gefurt werden? wie mag euch hail geschehen?[200]

Got laßt nit mit seynen creaturen schympfenn, auch ob sie sunder sendt, dan yhm allain sundet man, er soll auch allain vrtaylen, fluchen vnd. schelten. Roma: xij.

Wir sendt alle aines vatters kindt, welcher synem nechstenn layds thut, der thut es gott, vnnd got wurt dir nit lang vertragen, das du dyne mitknecht vnd mitbruder also vbel handlest. Math, xxiiij.

O wie ain salig ding were das, so ain mensch sein zungenn behiettet vor schweren, fluchenn, scheltenn, wie vil sunde were er ab, wie vilen straffen were er obe?

Got muß vns vil plagen schicken, dan wir rieffen allen plagen mit vnserm fluchen vnd schweren.

Wan ich hore ainen lychtlich schweren, fluchen oder schelten, glaub ich nit, das er ain christ sey, dan der gaist Christi laßt das glaubig hertz nit so mercklich aber bald vnd offt fallen her vß zu ergernus auch des nechsten. Do wieder redt Paulus. Ephe. iiij. cap. Coloss. iij.

Ain huß vatter mocht seine gsindt wol durch klaine straflin abschrecken von sollichen lastern, als man sagt, Frantz von Sickingen, der lyde kain knecht an synem hoff, welcher sollicher laster ains begat.

Ain ort ist zu Vuittenberg, welcher tischgnoß ain schwur, fluch oder schelten begat, muß ain pfennig geben, do durch entwonen alle tischgnossen diser laster, vnd sagen darumb grossen dank.

Aber gottes forcht were der beste zuchtmaister, got gebe vnns, das wir yhn forchten.


wieder das biecher schriebenn in gotlichen sachen.


Ich habe gehort an D: Martin Lutthers predig, das er sagt, yhn neme wunder, das kam, lerer hatte gschrieben vom glauben an Christum, vnd were do by blyben, seyen all vff die werck gefallen, ob vilicht got woll nit haben, das man in götlichen dingen andere biecher schreybe dan die Biblia.[201]

Wol spricht Salomon Ecclesiastes xij. cap. kain endt ist biecher zemachen.

Vnd der Luther wunscht, das syne vnd aller lerer biecher verbrant weren, das die christen sich allain vff die Biblia geben, vnd do by blyben. Sollichs begeret auch der Melanchthon.

Vnd das ist war, etlicher mag es abnemen, wie klainer nutz erwachßet vß der lerer biecher, so ietlicher des andern maynung verwurfft vnd doch selten ain bessere dar thut, werden auch die leser vnains dar ob, auch ytel vnd ode.

Liese Origenem, Hieronimum etc., was findest anderst dan blumen der wort, vnd menschen thandt, Chrysostomus hatte ein bessern marckt richter geben, dan ein kirchen lerer, Augustinus hat so lang geschrieben, biß das er gezwungen warde, sein aigne geschrieften an vil orten wider rieffen, vnd ain vrtail fallet vber alle aller lerer gschrifften. In episto. xx. ad Hierony. wann man halbs so vil flyß legt vff mundtliche lere, als man vff biecher schrieben legt, erwachset tusent mal mer nutz dar vß, sonderlich im newen testament thut es selten gut, so man wil mit biecher vmb gon, mer yrsal dan nutz erwachßen dar vß, man laß sich beniegen an der biblia, wil ainer antwurt haben vff ain hailsame frage, so zaige im text der Biblia dar vff, vnd laß den gaist seinen expositor vnd lerer sein. Ist nit not, das du dein rat an schriebst wie die Juristen yre consilie, welche doch nit zu rat, aber zu vnrat dienen.

Wyse yederman zu der Biblia, dar in wurdt man auch nach dynem todt finden, was not ist, der gaist gottes leret alweg in der biblia, aber nit alweg in dynem talgen vnnd losen zotten.

Gregorius hat vonn sitlichen dingen gschriben so vil biecher voll, welcher .x. bletter in der Biblia im glaubenn betrachtet, funde mehr in yhm selbs, dan alle biecher Gregorij zaygen mögen.[202]

Was hat Boetius von der hailgen dryhait gschryben? were es nit gschriben, dannocht blybe die christenhait.

Der maister von den hohen synnen hat vns vnsynnig gemacht in synem buch, dar vß alle Sophisten vrsach genommen haben, alle schulen zebeschyssen.

Der schul lerer lere ist do hin kommen, das man sich yhr beschamen muß.

Ist es doch ain iamer, wann man siht, das so vil köstliche ingenia sich vmb sonst vnd vmb nicht gemiet haben in gaistlichen rechten.

In menschlichen künsten vnd rechten wil ich nicht geurtailt haben, dan, das mich gedunckt, so man by den alten blybe, auch by dem text an gloß, brachte grossere erkantnuß. Aber menschliche vernunfft ist so furwitz, das man yhr nit geweren mag.

Ein christglaubig hertz laßt sich beniegen an erkantnuß seynes gotzs in hailiger Biblia, vnnd in erkantnuß sein selbs, was er anders lernen wil, forcht er sich do by, das yhm die wissenhait nicht mehr schaden bring, dan nutz, auch bemieet er sich nit zeuil in lernen ihener menschlicher kunsten, was nit on groß arbait vnd on vil zyt zufall, last er faren.

Ich hab ain mall disputiert do von mit aynem gelerten man, der sagt, er maint, das auch die alten gemerckt haben, wie vil bücher schriben nit vast gut were, darumb haben sie geordnet, man solt sich lassen beniegen an sant Hierony: August: Ambrosi: Gregorius biecher, darnach maint petrus Lombardus, man solt sich an synem büch laßen benügen, was alle lerer vber die biblia geschryben guts haben, mocht ain flyssiger leser der biblia alles durch zamen haltung der texten selbs lernen, wan er ain wenig erkantnuß hatte dryer sprachen, latin, hebraisch, grekisch, dar in sein text wol fassen vnnd corrigieren. Vil lesen macht öd, ernstlich betrachten ain text vnd geschrift zcu gschrift halten das erleuchtet vnd sterckt. Lege es an vbung,[203] du wurdst es erfaren, also, das vber ain klaine zcyt du kaines lerers bucher mer achten wurdst, also sieß wirt dir sein des hailgen gaists wyß zereden, ya aller lerer lere wurt dich geduncken finster zesein gegen der biblia, dar in gottes liecht leuchtet.

Ich wayß wol, das ich vast vngelert bin, ich wayß aber wol, das mein vrtail von den lerern gegen der biblia auch gut ist, vnd kain christen mag es mit got verwerffen, bistu in aim lerer so lang lesest, das du dich vß seiner lere waißt verrichten, vnnd das du seine widerige wortt verainigen magst, auch yhn wider andere lerer beschyrmen, so hattest du so vil in der biblia gelernet, das du auch deinen lerer leren mochtest, vnd gewontest auch der sprach des hailgen gaists ee, dan du aines lerers sprach gewonest. Do von redt ps. cxviij. Ich hab mer verstanden dan alle, die mich gelert haben, wan dein zügknuß, das ist, dein hailge geschrifft hab ich betrachtet. Ich habe auch mehr verstanden dann die alten lerer, wan ich hab gesucht deine gebot.

Lyß mit flyß in hailger gschryfft, mit gebet zu got vmb rechten verstandt, vnd begere auch mit hertzen vnd mit wercken dem verstandt zevolgen, halte klare text zcu den dunckeln, vnd verharre vi. monat: darnach wurdstu selbs wissen, was hailger gschrift mainung ist, on aller lerer geschryfften. Eyn wyßer man sagt, Ein schüler hailger geschryfft hat kain grosser gifft vnd hyndernuß dan der lerer gloß vnnd vßlegung.

Ain ietlicher gotzforchtiger mensch sol sich wol vmbsehen, vnd vast forchten, bücher zeschriben in christlichen sachen, so man yetz greyfft, wie grossen schaden auch hailger lerer biecher geborn haben, wie sie geyrret haben vnd vns yrr gemacht, vnnd das wir auch yhren yrsall beschirmen, vnd vns mit der lerer biecher verschlagen das liecht gotlicher gschryften, mehr achten der lerer geschrift, dan klare[204] text der biblia. Sihe fur dich, das du nit vfrichtest grossers vbel mit dynen geschriften.


Wyr xv. bundtsgnossen haben vil geschryben, als vnsere ersten xv. biechlin zaigen mogen, auch die vij. christloßen pfaffen, der pfaffen trost, vnd zcu letst diß biechlin, wir wollen auch vffhoren schryben, vnd alle menschen vermanen wir, das sie hailge schrift selbs lesen, betrachten, vnd mit mundt leren, do by blyben vnd bitten got fur vns.


I: E:

M: W:


Lebe in hoffnung.[205]

Quelle:
Johann Eberlin von Günzburg: Sämtliche Schriften, 3 Bände, Band 1, Halle a. S. 1896–1902, S. 170-206.
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