Neue Liebe

[219] Herz, mein Herz, warum so fröhlich,

So voll Unruh und zerstreut,

Als käm über Berge selig

Schon die schöne Frühlingszeit?


Weil ein liebes Mädchen wieder

Herzlich an dein Herz sich drückt,

Schaust du fröhlich auf und nieder,

Erd und Himmel dich erquickt.


Und ich hab die Fenster offen,

Neu zieh in die Welt hinein

Altes Bangen, altes Hoffen!

Frühling, Frühling soll es sein!


Still kann ich hier nicht mehr bleiben,

Durch die Brust ein Singen irrt,

Doch zu licht ist's mir zum Schreiben,

Und ich bin so froh verwirrt.


Also schlendr ich durch die Gassen,

Menschen gehen her und hin,

Weiß nicht, was ich tu und lasse,

Nur, daß ich so glücklich bin.

Quelle:
Joseph von Eichendorff: Werke., Bd. 1, München 1970 ff., S. 219.
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