Biographie

1764

9. August: Carolina Augusta Ferdinandini Venturini wird in Braunschweig als Tochter des Hofmusikers und späteren Hoffouriers Karl Heinrich Ernst Venturini und der Charlotte Juliane Wilhelmine Köchy geboren.

Sie erhält eine gute Ausbildung, über ihren Bildungsweg ist jedoch nichts näheres bekannt.

1791 (?)

Heirat mit dem Theologen und Pädagogen Christoph Johann Rudolph Christiani, der seit 1788 Prediger der Gottorper Gemeinden Kahleby und Moldenit im zu Dänemark gehörenden Herzogtum Schleswig ist.

1792

Geburt der Tochter Sophie in Kahleby, die bereits im Alter von drei Jahren stirbt.

1793

Christiani wird als deutscher Hofprediger nach Kopenhagen berufen.

1794

Christiani errichtet in Kopenhagen ein Erziehungsinstitut für Knaben aus den höheren und mittleren Ständen. Die Mitwirkung seiner Gattin beschränkt sich vermutlich auf die Führung des Haushalts.

1796

Freundschaftlicher Verkehr mit Jens Baggesen und anderen Mitgliedern der kulturellen Führungsschicht Kopenhagens.

1797

27. Januar: Geburt des Sohnes Carl Rudolph Ferdinand.

Herbst: Beginn der Spannungen im Verhältnis zu ihrem Ehemann.

1798

20. April: Offizielle Trennung von Christiani. Die Ursachen sind unbekannt, möglicherweise gab es eine kurze Liaison zwischen Caroline Christiani und Jens Baggesen. Sie reist vorübergehend nach Deutschland.

1801

29. Mai: Scheidung der Ehe mit Christiani. Das Sorgerecht für den Sohn fällt dem Vater zu, er wird später erfolgreicher Jurist und Politiker und steht mit Heinrich Heine in freundschaftlicher Verbindung, dessen Cousine er heiratet. Mit seiner Mutter hat er keinerlei Kontakt mehr.

Noch vor der Scheidung verläßt sie Kopenhagen, angeblich mit dem ehemaligen Institutslehrer Joseph Jacob Gumprecht.

Übersiedlung nach Dresden, wo sie ohne Familie, aber durch die Alimente ihres geschiedenen Mannes finanziell unterstützt, weitgehend unabhängig lebt.

Beginn der Beziehung zu dem Schriftsteller Christian August Fischer, mit dem sie ohne Trauschein zusammenlebt, ohne ihr Verhältnis in der Öffentlichkeit zu verbergen.

Spätestens nach der Scheidung beginnt Caroline zu schreiben. Ihre ersten Romane »Gustav Verirrungen« und »Vierzehn Tage in Paris« erscheinen anonym.

1802

Im von Friederike Helene Unger herausgegebenen »Journal der Romane« erscheinen anonym drei Märchen, darunter die Literatursatire auf Jean Paul »Paridamia oder die Krebsscheren«.

Ihr bekanntester Roman »Die Honigmonathe« (2. Auflage 1804) erscheint anonym. Sie polemisiert hier gegen das von Caroline Wilhelmine von Wobeser propagierte Frauenbild, während ihr Lebensgefährte Christian August Fischer 1800 einen zweiten Teil zu Wobesers »Elisa oder das Weib wie es seyn sollte« (1795) verfaßt und die reaktionäre Tendenz des Werkes noch verstärkt hatte.

1803

21. Dezember: Geburt ihres Sohnes Albert Ferdinand in Heidelberg, dessen Vater Christian August Fischer sich zeitweilig von Caroline getrennt hat und in Südfrankreich lebt. Der Sohn wird bei der Taufe zunächst einem Ehepaar Calm zugeschrieben, erst 1823 gibt Caroline ihn als ihren und Christian August Fischers Sohn an.

1808

»Der Güstling« (Roman).

September: Heirat mit dem seit 1806 an der Universität Würzburg tätigen Christian August Fischer.

1809

April: Nach nur sieben Monaten wird die Ehe mit Fischer wieder geschieden. Er strengt ein Klage »wegen böswilligen Verlassens« an, wird jedoch zu Unterhaltszahlungen für seine Frau und den Sohn verurteilt.

Frühjahr: Übersiedlung nach Heidelberg gemeinsam mit ihrem Sohn.

Bekanntschaft mit der Schriftstellerin (und Enkelin von Anna Louisa Karsch) Helmina von Chézy, die 1810 nach Heidelberg kommt.

1812

Ihr letzter Roman »Margarethe«, eine Auseinandersetzung mit der romantischen Kunst- und Liebesauffassung, erscheint in Heidelberg.

1813

Ihr angeblich in diesem Jahr erschienenes Werk »Über die Weiber« ist nirgendwo mehr nachweisbar.

Caroline Auguste Fischer gerät in finanzielle Schwierigkeit, da die unregelmäßig eintreffenden Unterhaltszahlungen von Fischer nicht für den Lebensunterhalt ausreichen. Angeblich eröffnet sie ein Erziehungsinstitut in Heidelberg. Vermutlich gründet sie eine Leihbibliothek. In den gesellschaftlichen und literarisch-künstlerischen Kreisen der Stadt verkehrt sie wahrscheinlich nicht, sondern lebt zurückgezogen.

1814

Anfang: Übersiedlung nach Würzburg.

1816

Beginn einer zweiten Phase der Publikationstätigkeit (bis 1820). Sie veröffentlicht eine Reihe von Beiträgen in der »Zeitung für die elegante Welt«, von denen einige in einem Band mit Erzählungen (1818, unter dem Pseudonym »Caroline Auguste«) zusammengefaßt erscheinen. Der geplante zweite Band wird nicht mehr veröffentlicht.

1820

Ende der schriftstellerischen Tätigkeit. Caroline Auguste Fischer lebt in den fogenden zwei Jahrzehnten bis zu ihrem Tod in finanziell bedrängten Verhältnissen.

1833

Jahresende: Kurzzeitiger Aufenthalt in einem Hospital wegen »Geisteskrankheit«. Zwei Wochen später wird sie entlassen und siedelt zu ihrem Sohn Albert nach Frankfurt am Main über.

1834

10. Juni: Tod ihres Sohnes Albert in Frankfurt am Main.

1842

26. Mai: Caroline Auguste Fischer stirbt im Alter von 77 Jahren im »Hospital zum heiligen Geist« in Frankfurt am Main. Sie hinterläßt ein »Vermögen« von knapp sechs Talern.

Buchempfehlung

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich

Deutsche Lieder aus der Schweiz

Deutsche Lieder aus der Schweiz

»In der jetzigen Zeit, nicht der Völkerwanderung nach Außen, sondern der Völkerregungen nach Innen, wo Welttheile einander bewegen und ein Land um das andre zum Vaterlande reift, wird auch der Dichter mit fortgezogen und wenigstens das Herz will mit schlagen helfen. Wahrlich! man kann nicht anders, und ich achte keinen Mann, der sich jetzo blos der Kunst zuwendet, ohne die Kunst selbst gegen die Zeit zu kehren.« schreibt Jean Paul in dem der Ausgabe vorangestellten Motto. Eines der rund einhundert Lieder, die Hoffmann von Fallersleben 1843 anonym herausgibt, wird zur deutschen Nationalhymne werden.

90 Seiten, 5.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Spätromantik

Große Erzählungen der Spätromantik

Im nach dem Wiener Kongress neugeordneten Europa entsteht seit 1815 große Literatur der Sehnsucht und der Melancholie. Die Schattenseiten der menschlichen Seele, Leidenschaft und die Hinwendung zum Religiösen sind die Themen der Spätromantik. Michael Holzinger hat elf große Erzählungen dieser Zeit zu diesem Leseband zusammengefasst.

430 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon