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[57] Entschuldige liebe für langsamen trutz

Den dumpfen trägen brech ich von dir auf!

Sollt ich enteilen wo du bist? Nicht nutz

Ist bis ich wiederkehr ein schleuniger lauf.


Was dann mein armes tier entschuldigend sagt

Wenn äusserstes der schnelle mir dünkt rast?

Ich gäb die sporen selbst vom wind gejagt

Und stillstand fänd ich in beschwingter hast.


Dann hält kein pferd mit meiner sehnsucht schritt

Und sehnsucht soll – die vollster lieb entspross –

Wiehern · kein dumpfes fleisch · in glühendem ritt.

Aus lieb entschuldige liebe dann mein ross:


›Einst · von dir gehend · ging es trotzig-lang.

Hin zu dir lauf ich · lass ihm seinen gang.‹[57]


Quelle:
George, Stefan: Shakespeare. Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 12, Berlin 1931, S. 57-58.
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