XXVI

[32] Herr meiner liebe der in lehenspflicht

Hält meine schuld geknüpft an seine gunst!

Dir send ich diesen schriftlichen bericht ·

Nur zeichen meiner schuld nicht meiner kunst.


So grosse schuld die eine kunst so klein

Bar scheinen lässt – denn redend bleibt sie stecken –

Doch hoff ich · eine gute meinung dein

In deiner seele wird die nackte decken.


Bis jener stern der mich zum gang getrieben

Mit günstigem stande gnädig auf mich lacht ·

Gewänder legt um mein armselig lieben ·

Mich würdig zeigt für deine süsse acht:


Dann wag ich mich zu rühmen erst ›dich lieb ich‹

Bis dahin wär es gut · verborgen blieb ich.


Quelle:
George, Stefan: Shakespeare. Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 12, Berlin 1931, S. 32-33.
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