Novemberlied

[40] Dem Schützen, doch dem alten nicht,

Zu dem die Sonne flieht,

Der uns ihr fernes Angesicht

Mit Wolken überzieht,


Dem Knaben sei dies Lied geweiht,

Der zwischen Rosen spielt,

Uns höret und zur rechten Zeit

Nach schönen Herzen zielt.


Durch ihn hat uns des Winters Nacht,

So häßlich sonst und rauh,

Gar manchen werten Freund gebracht

Und manche liebe Frau.


Von nun an soll sein schönes Bild

Am Sternenhimmel stehn,

Und er soll ewig, hold und mild,

Uns auf- und untergehn.


Quelle:
Johann Wolfgang von Goethe: Berliner Ausgabe. Poetische Werke [Band 1–16], Band 1, Berlin 1960 ff, S. 40.
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