Biographie

Catharina Regina von Greiffenberg (anonymer Kupferstich aus der Leichenpredigt von G. A. Hagendorn, Nürnberg 1694)
Catharina Regina von Greiffenberg (anonymer Kupferstich aus der Leichenpredigt von G. A. Hagendorn, Nürnberg 1694)

1633

7. September: Catharina Regina von Greiffenberg wird auf Schloß Seisenegg bei Amstetten an der Ybbs in Niederösterreich geboren. Sie ist die älteste Tochter des Johann Gottfried Freiherrn von Greiffenberg und der Eva Maria, geb. Freiin von Pranckh zu Reinthal und Frondsberg. Wie viele Standesgenossen des niederösterreichischen Landadels ist die Familie protestantisch.


1641

Tod des Vaters. Sein dreißig Jahre jüngerer Stiefbruder Hans Rudolph von Greiffenberg tritt die Erbschaft an, übernimmt die Güter und die Aufsicht über die Erziehung seiner Nichte Catharina Regina. Er vermittelt ihr solide humanistische Kenntnisse und Sprachfertigkeiten.

Später wird sie unter dem Namen »Ister-Clio« Mitglied des statutenlosen adligen Freundschaftsbundes, der »Ister-Gesellschaft«, der u. a. auch Wolf Helmhard von Hohberg und Johann Wilhelm von Stubenberg angehören.


1651

Nach dem Tod ihrer Schwester hat Catharina Regina von Greiffenberg bei einem Gottesdienst in Preßburg eine Art Erweckungserlebnis.

In den folgenden Jahren studiert sie theologische, philosophische, historische und wissenschaftliche Werke.

Erste dichterische Versuche, gefördert von ihrem Nachbarn Johann Wilhelm von Stubenberg.


1658

Beginn einer lebenslänglichen Augenkrankheit.

Neben poetischen Übersetzungen entstehen neue Gedichte, meist Sonette und Lieder.


1660

April: Beginn der Bekanntschaft mit Sigmund von Birken. Catharina Regina von Greiffenberg übersetzt die vier Gesänge des »Triomfe de la Foy« von Guillaume Salluste Du Bartas (gedruckt 1675).


1661

Hans Rudolph von Greiffenberg macht seiner Nichte einen Heiratsantrag, den sie jedoch wegen der engen Verwandtschaft zunächst zurückweist.


1662

Frühjahr: Die von Hans Rudolph von Greiffenberg zusammengestellten »Geistlichen Sonnette, Lieder und Gedichte« erscheinen in Nürnberg. Die Drucklegung besorgt Sigmund von Birken.


1663

Beginn der Arbeit an der »Sieges-Seule«.

Sommer: Die Türkengefahr veranlaßt Catharina Regina von Greiffenberg, mit ihrer Mutter nach Nürnberg überzusiedeln.

Herbst: Erste persönliche Begegnung mit Birken, der im Auftrag von Hans Rudolph von Greiffenberg mit Markgraf Christian Ernst von Brandenburg-Bayreuth über die Möglichkeit einer Eheschließung zwischen Onkel und Nichte verhandelt.


1664

12. Oktober: Heirat mit Hans Rudolph von Greiffenberg in Frauenaurach bei Nürnberg.


1665

Nach der Rückkehr von Hans Rudolph von Greiffenberg nach Seisenegg wird er wegen »Konkubinats« verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Catharina Regina von Greiffenberg bleibt in Nürnberg.


1666

April: Freilassung von Hans Rudolph von Greiffenberg aufgrund einer kursächsischen Interzession und einer Supplik von Catharina Regina von Greiffenberg.

September: Gemeinsame Reise nach Wien. Catharina Regina von Greiffenberg verfolgt zehn Jahre lang den Plan, Kaiser Leopold I. zum Luthertum zu bekehren. Bekanntschaft mit Pater Philipp Müller, dem Beichtvater des Kaisers.


1667

Januar–Februar: Zweite Reise nach Wien.


1671

Juni: »Andacht-Reise« nach Regensburg.

Juli: Dritte Reise nach Wien.

Auf Bitten von Herzog Anton Ulrich von Braunschweig verfaßt sie ein Lobgedicht für den dritten Teil seiner »Durchleuchtigsten Syrerinn Aramena«.


1672

Oktober: »Des Allerheiligst- und Allerheilsamsten Leidens und Sterbens Jesu Christi / Zwölf andächtige Betrachtungen« (»Passions-Betrachtungen«) erscheinen (2. Auflage 1683).


1673

Mai: Aufenthalt in Nürnberg.


1674

Januar: Vierte Reise nach Wien.

Mai: Aufenthalt in Nürnberg.


1675

März–April: Aufenthalt in Nürnberg.

Juni–Juli: Fünfte Reise nach Wien.

Juli: Die bereits 1663/64 entstandene »Sieges-Seule der Buße und des Glaubens / wider den Erbfeind Christlichen Namens« erscheint zusammen mit »des Herrn von Bartas geteutschtem Glaubens-Triumf« und dem Anhang »Tugendübung, Sieben Lustwehlender Schäferinnen«.

Oktober: Tod der Mutter.


1676

Mai: Aufenthalt in Nürnberg.

September: Sechste Reise nach Wien.


1677

Mai: Tod von Hans Rudolph von Greiffenberg. Es folgen jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen um dessen Güter. Catharina Regina von Greiffenberg gerät in wirtschaftliche Not.

August: Aufenthalt in Nürnberg.

November–Dezember: Aufenthalt in Regensburg.


1678

»Der Allerheiligsten Menschwerdung / Geburt und Jugend JESU Christi / Zwölf Andächtige Betrachtungen« (2. Auflage 1693).

Juni–Juli: Aufenthalt in Nürnberg.

August: Aufenthalt in Regensburg. Anschließend siebenter und letzter Aufenthalt in Wien (bis April 1679).


1679

Mai: Aufenthalt in Regensburg, dann in Nürnberg, dann erneut in Regensburg (bis Dezember). Der Ausbruch der Pest in Wien verhindert eine nochmalige Reise dorthin.


1680

Catharina Regina von Greiffenberg verliert den Prozeß um die Güter ihres verstorbenen Mannes und kann lediglich das mütterliche Erbe retten. Sie läßt sich endgültig in Nürnberg nieder, wo sie in der Stille des St. Egidienhofs lebt und arbeitet.


1681

12. Juli: Tod Sigmunds von Birken.


1692

»Des Allerheiligsten Lebens JESU Christi Sechs Andächtige Betrachtungen Von Dessen Lehren und Wunderwerken« und »Des Allerheiligsten Lebens JESU Christi Ubrige Sechs Andächtige Betrachtungen Von Dessen Heiligem Wandel / Wundern und Weissagungen« erscheinen.


1694

8. April: Catharina Regina von Greiffenberg stirbt im Alter von 60 Jahren in Nürnberg.

Buchempfehlung

Hoffmann, E. T. A.

Die Serapionsbrüder

Die Serapionsbrüder

Als Hoffmanns Verleger Reimer ihn 1818 zu einem dritten Erzählzyklus - nach den Fantasie- und den Nachtstücken - animiert, entscheidet sich der Autor, die Sammlung in eine Rahmenhandlung zu kleiden, die seiner Lebenswelt entlehnt ist. In den Jahren von 1814 bis 1818 traf sich E.T.A. Hoffmann regelmäßig mit literarischen Freunden, zu denen u.a. Fouqué und Chamisso gehörten, zu sogenannten Seraphinen-Abenden. Daraus entwickelt er die Serapionsbrüder, die sich gegenseitig als vermeintliche Autoren ihre Erzählungen vortragen und dabei dem serapiontischen Prinzip folgen, jede Form von Nachahmungspoetik und jeden sogenannten Realismus zu unterlassen, sondern allein das im Inneren des Künstlers geschaute Bild durch die Kunst der Poesie der Außenwelt zu zeigen. Der Zyklus enthält unter anderen diese Erzählungen: Rat Krespel, Die Fermate, Der Dichter und der Komponist, Ein Fragment aus dem Leben dreier Freunde, Der Artushof, Die Bergwerke zu Falun, Nußknacker und Mausekönig, Der Kampf der Sänger, Die Automate, Doge und Dogaresse, Meister Martin der Küfner und seine Gesellen, Das fremde Kind, Der unheimliche Gast, Das Fräulein von Scuderi, Spieler-Glück, Der Baron von B., Signor Formica

746 Seiten, 24.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon