Vierzehntes Capitel
Eine Morgenstunde

[1431] Es war sieben Uhr Morgens, als Justizrath Schlurck mit seinem »guten Hannchen« am Kaffeetische saß und das Frühstück verzehrte.

Franz Schlurck war im seidenen, leichten Schlafrock, Johanna Schlurck in einer leichten Morgenrobe, über dem Haupte eine Dormeuse alten Geschmackes, jedoch neuester Mode. Die Spitzen lagen bis tief über die Stirn der klugen und besonnenen Frau, die heute den Kaffee lobte, weil – ihn Jeannette nicht gemacht hatte. Auch die Aufmerksamkeit des zweiten Mädchens, frische Blumen, die gestern Abend geschnitten, aber frisch benetzt heute früh schon um sechs Uhr auf dem Markte gekauft wurden, neben den Zwieback in einer Vase auf den Kaffeetisch zu stellen, lobte Hannchen Schlurck ausnehmend und stellte dadurch die Ruhe des Justizraths wieder her, die von der Nachricht, Melanie hätte eben der Mutter aus ihrem Schlafzimmer zugerufen, Jeannette wäre von ihr verabschiedet, etwas gestört schien.

Auch die Mutter hatte diese Nachricht ungern vernommen. Sie haßte alles Gewaltsame, alles Extreme.[1431]

Da aber Melanie einmal darauf bestand, mußte diese Anordnung so bleiben wie sie war.

Auf des Justizraths Einrede, daß solch verletztes Volk viel Gift und Galle verspritze, viel klatsche und austrüge, erwiderte seine Gattin, die ebenso gedacht, daß man wol, wenn Melanie's Zorn vorüberwäre, Jeannetten diesen oder jenen Beweis freundlicher Gesinnung geben könne, was Schlurck um so natürlicher fand, als er sich auch noch damit trösten zu können glaubte, daß Neumann mit der Zeit doch wol die Jeannette heirathen würde.

Jetzt wartete aber bereits eine andere unangenehme Nachricht. Man hatte Neumann, wie die Frau Justizräthin heute in aller Frühe schon erfahren, halbtodt von einem nächtlichen Balle heimgebracht und während noch die bedächtige Frau darüber nachsann, ob sie oder Bartusch dies neue unangenehme Ereigniß dem durch solche Bedrängnisse der nächsten Umgebung überaus leicht zu verstimmenden Gatten vortragen sollte, wollte dieser denn doch ein wenig genauer wissen, worüber die Jeannette nach dreijährigem Dienst so über Hals und Kopf aus dem Hause fort müsse? Er hoffe, sagte er, daß sie noch auf ihrem Zimmer wäre und nur verboten erhalten hätte, zum Serviren des Frühstücks herunter zu kommen ...

Sie ist boshaft, gefährlich und fügt sich nicht in Melaniens jetzt recht empfindlichen Charakter! sagte die Mutter.

Ja, ja, setzte Schlurck hinzu, Melanie ist seit kurzem wirblich und wunderlich geworden! Ich glaube, daß es[1432] Zeit ist, sie entschließt sich zu irgend einer Partie. Diese Tändeleien und kleinen Romane stumpfen das Interesse für ein Mädchen ab. Man muß nicht zu lange gefallen wollen und Alle blenden. Das Auftauchen einer hübschen Erscheinung sei wie das kurze Leben eines Schmetterlings! Weibliche Liebenswürdigkeit muß ein Ziel haben, die Ehe. Hernach kann sie sich ja noch einmal entpuppen und sehen, wie es sich in dieser Welt in anderer Form leben läßt. Die Ehe gibt ja erst die wahre Freiheit. Ich wünsche um so mehr ein Ende, als es Zeit ist, auch einmal über ihre Mitgift nachzudenken, die nicht groß sein wird.

Nicht groß? versetzte die Mutter etwas befremdet. Was verstehst du unter groß?

Ich habe Verluste gehabt, sagte Schlurck verdrüßlich, und werde deren noch mehr haben. Die Verwaltung der Hohenbergischen Güter ist in andere Hände übergegangen, die Administration der Johanniterhäuser wird mir auch noch genommen werden –

In Folge des Prozesses?

So wie so! Bei der Stadt bleiben diese Güter und Häuser nun schwerlich länger und der Staat würde ihre Nutzung ganz anders ausbeuten, als wir bisher. Man wird alle die milden Stiftungen, die auf sie angewiesen sind, wie früher unterstützen, aber den Ertrag wird man zu erhöhen, die Kosten der Verwaltung zu vereinfachen suchen. Brechen damit zwei meiner Hauptstützen zusammen, so wird die Wendung unseres Gerichtsverfahrens[1433] mir nicht einmal mehr den alten Credit als Sachwalter lassen; denn bei Einführung des mündlichen Verfahrens kann es nur den Rednern gelingen, sich einen Namen zu erwerben und ich bin kein Redner. Das Bischen Politik, das ich, angestachelt von den conservativen Vereinen und besonders dem verdammten Reubunde, getrieben habe, hat mich bereits mit allen meinen Arbeiten in Rückstand gebracht.

Das sind ja traurige Aussichten! Wir wollen uns einschränken ... sagte die Justizräthin seufzend.

Sprich das Wort nicht aus! antwortete Schlurck. Einschränken! So wie mich Mangel oder Sorge begrüßt, ist mein Lebensende da. Etwas entbehren, etwas gehabt haben und sich's nun versagen müssen, nein, liebes Kind, Das wäre mein Tod!

Du sprichst wie ein Verschwender, Schlurck ...

Der ich doch nicht bin, willst du sagen? Herz, wir haben keine Übersicht über Das, was wir besitzen und brauchen. Wir geben aus und geben, weil wir einnehmen. Plötzlich sich nun einrichten müssen, die Reflexion bei sich zu Tische sehen und mit der Weisheit soupiren, das Alles würde vielleicht äußerlich gehen, aber du würdest erleben, daß ich innerlich anfinge recht zusammen zu fallen und an einem stillen Herzweh hinzusiechen. Ich würde lachen, scheinbar heiter sein, aber den Ruck hätt' ich doch weg und eines Tages bliese mich ein kühler Abendwind von dieser schönen Erde weg.

Franz! Franz! Welche düstere Gedanken![1434]

Frau Schlurck weinte fast.

Sie hatte ihren Franz lieb, als Charakter, als Gemüthsmenschen, wenn auch die Sage ging, daß der vorurtheilslosen Frau Bartusch näher stehen sollte. Weltmann, wie Schlurck war, ignorirte er alle Mysterien und hielt sich an das Offene, an das Nothwendige und Schickliche. Auch ihm war sein Weib so nöthig wie er ihr. Er hatte in ihr die mildeste Richterin und die bequemste Freundin. Sie duldete alle seine großen und kleinen Schwächen, nahm sie für gegebene Thatsachen und quälte ihn nie mit etwaigen Zumuthungen, sich zu ändern, in sich zu gehen oder dergleichen angewandter Moral, die er um so mehr ablehnte, als er oft sagte: Kind, es gibt ein Dutzend moralischer Systeme! Welches ist das rechte? Er liebte im Vollen zu leben, und sie rechnete nie, da sie reichlich von ihm empfing. Sie schonte selbst seine geheimen, kleinen Neigungen, von denen er nicht frei war. Gern hatte sie dabei freilich, daß er sich unter seiner Sphäre hielt. Der kleine Roman mit der Justizdirektorin von Zeisel, geborenen Nutzholz-Dünkerke, der sich unter ihren Augen in Hohenberg entsponnen hatte, überraschte sie unangenehm und doch hatte sie sich auch bereits in diesen gefunden.

Du hast gestern Nachmittag nach Plessen geschrieben? sagte sie, um ihm einen Beweis ihrer Güte zu geben.

Ja, antwortete Schlurck etwas verlegen; ich habe dem Justizdirektor eiligst angezeigt, daß Prinz Egon die Verwaltung der Güter selbst antritt. Ich habe ihm gesagt,[1435] er möchte auf seiner Hut sein vor dem neuen Generalpächter, einem gewissen Ackermann, der aus Amerika gekommen ist, um seine Dollars in allerlei agronomischen Experimenten zu verpuffen. Bis er völlig zu Grunde gerichtet ist, wird dieser anmaßende Sonderling viel Menschen zusammenhetzen und recht quälen können.

Du hast doch Frau von Zeisel gegrüßt? sagte die Justizräthin mit mildem und versöhntem Ton. Sie ist eine gute und liebe Frau, die uns wol einmal besuchen könnte? Meinst du nicht, Franz?

Schlurck war über solche Beweise von Güte leicht gerührt. Schwach, charakterlos wie er war, hatte er wirklich ein weiches Herz und fühlte nie unzart. Er sah scharf genug, daß ihn seine Frau mit ihrer frivolen Philosophie trösten und erheitern wollte ...

Du bist wehmüthig gestimmt über unsere finanzielle Lage, sagte er. Noch läßt sie sich aber ertragen. Wir nahmen viel ein, aber leider wir sparten nicht. Dennoch werd' ich Melanie, wenn sie endlich sich verheirathet, funfzehntausend Thaler sogleich baar mitgeben können und mich gern verpflichten, meinem Schwiegersohn jede Erleichterung zu gewähren. Viel größer, liebes Kind, ist nämlich nicht mein baares Geld, das durch den Fall der Papiere um die Hälfte im Werthe sank. Deine Zukunft, liebes Hannchen, sichert dir eine in dem Londoner »Janus« eingeschriebene Rente und die Gothaer Bank ...

Ich werde sie nie benutzen ... antwortete Madame Schlurck, die sich lange nicht von ihrem Manne mit liebes[1436] Hannchen angeredet gehört hatte und auch darin ein ominöses Zeichen sah ...

Nie! Nie! wiederholte sie gerührt und weinerlich.

Das wäre schlimm, Herz! sagte Schlurck jetzt wieder mit seinem gewöhnlichen Humor; soll ich London und Gotha reich machen, jährlich Gelder einzahlen in Kassen, die mir dann nicht einmal solvent würden? Nein, Kind, den Gefallen thu' ich ihnen nicht ... ich sterbe vor dir.

Frau Schlurck brach diese Gedankenreihe, die zu trüb' war und zu dem comfortablen Frühstück, der hellen Morgensonne und den Blumen in den Porzellanvasen nicht paßte, ab und knüpfte eine andere an.

Fünfzehntausend Thaler! sagte sie. Wer gibt auch jetzt mehr von seinem baaren Gelde einer Tochter mit? Bei den reichsten Familien erstaunt man über die geringen Summen, die die Schwiegersöhne baar in die Hand bekommen, und so viel weiß ich doch auch, daß der Credit jede baare Summe im Geschäftsverkehr verdoppelt.

Ganz Recht! Machte nur Melanie endlich Anstalten! rief Schlurck halb zufrieden, halb ärgerlich und sah dabei auf einige alte Papiere, die er unter den Zeitungen neben sich liegen hatte ...

Sie hat heute in aller Frühe schon geschrieben; antwortete die Mutter und legte die Papiere so, daß ihr alterthümliches Aussehen nicht die schöne Symmetrie und die Wäsche ihres Frühstückstisches störte; um fünf Uhr war sie auf und hier in den Zimmern. Um sechs schon mußte Johann einen Brief forttragen. Sie sagte mir nicht[1437] an wen? Aber Johann zeigte mir die Adresse: An Lasally.

An Lasally! Hm!

Ich glaube fast, daß sie sich entschließt, dem wirklich treuen Bewerber nun zuzusagen. Zwar in Hohenberg, wo sie sich einbildete, den Prinzen erobert zu haben, hat sie ihn kalt, fast zurückstoßend behandelt, allein Das ist noch kein Beweis. Die Parthie hatte nie deinen Beifall ...

Schlurck zog die Achseln.

Ein junger Mann, sagte er; von sehr reichen Ältern, zurückgekommen, aber im Reichthum erzogen, mismüthig, verstimmt, verlebt, halb bankerutt, ein Israelit ... ich muß gestehen, etwas Seltsameres konnte uns nicht begegnen. Aber aus dem ganzen Leben weiß' ich, nichts kommt so wunderbar wie ein Schwiegersohn. Man träumt von einem Gelehrten und es ist ein Soldat, von einem Pfarrer und es ist ein Schauspieler. Das menschliche Herz!

Die Mutter suchte mancherlei Günstiges für Lasally vorzubringen. Er wäre längst getauft, wäre gutmüthig, gefällig, oft edel denkend, nur etwas verwildert und ohne Erziehung. Auch sie begreife nicht, wie ihnen Das geschehen mußte, ihr schönes, gefeiertes, liebenswürdiges Kind gerade zu solcher Parthie hergeben zu sollen, aber ein nachdrücklicher Bewerber stellte sich sonderbarer Weise ja nicht ein. Was wäre da zu thun? Man würde Lasally's Finanzen verbessern und dann vielleicht die Gewißheit haben, daß gerade Melanie in dem lebhaften Treiben seines Berufes sich gefallen würde ...[1438]

Schlurck schüttelte ungläubig, verdrießlich den Kopf.

Sonderbar, sagte er, ich liebe Vieles, was gefährlich ist, nur nicht die Öffentlichkeit, und auch du bist bescheiden und zurückhaltend und dies unser Kind nimmt den Lasally vielleicht nur, um immer gesehen zu werden, immer von Männern umringt zu sein, sich auffallend tragen zu können, auf allen Parthieen und Corsos in der ersten Reihe zu stehen, zu Wagen, zu Pferde, wie eine Komödiantin ... ich begreife nicht, welche Geheimnisse in der Natur liegen und manchmal glaub' ich doch, daß es mit den Sternen etwas Eigenes auf sich hat. Wer weiß z.B., ob ich nicht da etwas in der Hand habe, was uns doch von der Nothwendigkeit, aus Melanien die Frau Stallmeisterin Lasally zu machen, vielleicht befreit?

In der Hand? Diese alten Papiere?

Die Sterne bringen mich drauf. Es gibt mondhelle Nächte, Hannchen, in denen die Geister geschäftiger sind als sonst. So könnt' ich fast den Wallenstein parodirend sagen. Du hast mir von der Verwechselung des Prinzen mit einem jungen, hübschen Manne, Namens Dankmar Wildungen, gesprochen; Bartusch erzählte mir Wunderdinge über Melanie's Gefallen an diesem Fremden ...

So lange sie ihn für den Prinzen hielt ... ergänzte die Mutter mit achselzuckender Bitterkeit.

Es wäre möglich, daß dieser junge Mann in die Lage kommen könnte, mit dem Prinzen Hohenberg nicht zu tauschen.

Wie? fragte die Justizräthin erstaunt ...[1439]

In seltsamer Aufregung war Schlurck aufgestanden, die alten vergilbten Papiere in der Hand, die er als die wichtigsten Dokumente aus dem im untern Studirzimmer befindlichen Schrein mit dem Kreuze zu sich hin auf genommen hatte ... Eben wollte er sich anschicken, seiner Frau eine interessante Auseinandersetzung zu machen, als ein Wagen an sein Haus rollte und er durch's Fenster blickte.

Was? rief er. Das ist ja Drommeldey's Wagen. Er steigt aus. Was will denn Drommeldey bei uns so früh? Ist Jemand im Hause krank?

Die Justizräthin errieth, daß der Sanitätsrath eben kam, um Neumann's ihm gemeldeten Zustand zu untersuchen. Einen nahegelegenen, gewöhnlichen Wundarzt hatte man schon in der Nacht gerufen ... Sie verwünschte den unangenehmen Zufall, daß ihr Mann nun doch etwas erfuhr, was man ihm verschweigen wollte. Da er aber diese Absicht sogleich merkte, drang er auf Wahrheit und ängstigte sich schon, es möchte Melanien selbst etwas begegnet sein, da sie zu lange ausbliebe. Nun mußte ihm seine Frau erzählen, was die Nacht geschehen war. Es berührte ihn das Alles höchst unangenehm. Die Nothwendigkeit, einen andern Diener für seine Pferde zu dingen, wenn auch nur für einige Zeit, ja auch einen Kranken im Hause zu haben, das Alles, sagte er, griffe seine Nerven an. Auch von moralischer Seite zeigte er sich heute empfindlicher als sonst. Er fand dies heimliche Auslaufen auf Bälle und auf nächtliche Vergnügungen[1440] abscheulich und als gar auf Hackert die Rede kam und die Mutter sagte: Neumann wäre eigentlich Recht geschehen, da es wieder Hackerten hätte gelten sollen! brach er in heftige Verwünschungen gegen alle Welt und die Seinigen insbesondere aus und polterte sich in diese Stimmung so hinein, daß Madame Schlurck bedacht war, sie rasch auf Hackert allein zu lenken und sagte:

Bartusch ist auch unverrichteter Sache aus der Brandgasse wiedergekommen. Fritz will Lasally's Prozeß abwarten und nicht von hier fort gehen.

Diese Worte hatte die eben eintretende Melanie gehört.

Melanie war im weißen Morgenkleide mit einem langen Kragen, der von den reizenden Schultern fiel. Obschon sie ihr Haar bereits geordnet hatte, mußte doch etwas Überwachtes, Gestörtes an ihr auffallen. Sie schien sehr erschöpft, fast hinfällig, fast leidend. In aller Ruhe bot sie den Anwesenden einen guten Morgen und setzte sich zum Frühstück.

Die Ältern waren erstaunt. War Das ihre heitre Melanie, die immer so sorgenlos hereinhüpfte? War Das der Schalk, der dem Väterchen um den Hals fiel und ihn herzlich küßte? Sprachlos sahen die Ältern auf diese feierliche Umwandlung und hörten mit seltsamem Befremden, daß Melanie, den Zwieback sich in ihren Milchkaffee brockend, ganz kurz äußerte:

Lasally läßt den Prozeß fallen. Das wird ja nun abgemacht sein.[1441]

Schlurck näherte sich auf diese Worte. Sein Unmuth war vorüber. Voll Zärtlichkeit setzte er sich an die Seite seiner Tochter, faßte ihren Arm, von dem die weißen seidenschnurbesetzten Oberärmel herabglitten und fragte:

Mein Herzblättchen, was hast du denn nur?

Spracht Ihr nicht eben ... sagte sie stockend.

Von Hackert, leider von dem ewigen Thema unsres Hauses, antwortete Schlurck.

Eure Besorgnisse werden nicht mehr nöthig sein, fiel Melanie ruhig ein. Weiß der Himmel, es ist eine große Plage, die auf uns ruht; aber sie wird ein Ende nehmen. Lasally wird nicht so boshaft sein, diesen Gegenstand öffentlich zu machen. Ich habe ihm geschrieben und ihm bei Allem, was ihn noch an uns bindet, gebeten, die Vergangenheit ruhen zu lassen ...

Kind, du hast ihm doch keine Versprechungen gegeben? fragte Schlurck besorgt.

Warum? Werden diese Dinge nicht damit enden müssen, daß ich mich unter einen sichern Schutz und in ein festes Schicksal flüchte? Wessen Schuld ich so hart büßen muß, ... ich weiß nicht, ob es ganz die meine ist!

Diese Worte sprach Melanie mit großer schmerzlicher Bitterkeit.

Du wirfst mir vor, daß wir Hackert schonen? sagte Schlurck. Ich schone ihn, weil er gefährlich ist, Schlurck sprach Dies mit einer Miene, die es verrieth, daß er nicht[1442] im rechten Ernste sprach; – ich schone ihn, weil er in meinem Geschäftsgange manches Durcheinander beobachtet hat.

Melanie lachte höchst bitter auf.

Du bist erregt, sagte die Mutter zu ihr, ungemein besorgt. Schweig, Franz, wir wollen nicht mehr davon sprechen ...

Immer nicht sprechen, rief Melanie; immer nicht die Wunde berühren! Allmächtiger Gott, was bin ich doch unglücklich!

Damit stürzten ihr die Thränen aus den Augen ... Melanie weinte ... Sie, die die Thränen haßte, vergoß Thränen und ihre Ältern ... verstanden diese Thränen.

Nach einer langen, ängstlichen Pause sagte der Justizrath:

Die Schuld ist unser! Ich nahm ein Kind aus dem Waisenhause, weil ich Kinder liebe – und keins hatte. Ich wählte ein Findelkind aus Mitleid und erzog es wie mein eignes. Da schenkt mir die Mutter dich! Das Findelkind wird eine Stufe herabgesetzt. Ich erzieh' es für mein Bureau. Es ist anschlägig, aber voll schlimmer Eigenschaften. Wir achten ihrer nicht, weil wir das Vergnügen lieben und das Leben genießen wollen. Melanie und Fritz wachsen auf wie Geschwister und sind es nicht. Was dann später gekommen sein mag, was der schlimme, leidenschaftliche Bursche gethan hat ...

O! Franz! rief die Mutter vorwurfsvoll.

Melanie sah in die Tasse und stützte das schöne Haupt[1443] auf den linken Arm; der rechte spielte mit dem Löffel. Schlurck aber seufzte und sprach in sich hinein:

Es ist unsre Schuld ... und unser Kind muß uns vergeben.

Melanie war da gewiß nicht ohne Gefühl, wo es ihr nächstes eignes Empfinden berührte. Sie liebte ihren Vater, sie stürzte auf ihn zu, sie weinte und bedeckte ihn mit ihren Küssen.

Von diesem Augenblicke an schwiegen alle drei und ließen die sonst so stolzen Fittiche hängen ...

Endlich begann die Mutter:

Du wolltest von jenen Papieren sprechen?

Schlurck sammelte sich.

Er hätte gern ein Thema angeregt, das ihn oft beschäftigte, ob nicht eine bessere Entwickelung Hackert's eine Heirath zwischen ihm und Melanie möglich machte. Er wußte, daß er jedesmal mit Entrüstung abgewiesen wurde, er wußte, daß Melanie zitterte, wenn sie nur den Namen Hackert's nennen hörte. Er hatte vielfache Forschungen nach seinem wahren Ursprunge angestellt. Er hatte sogar einige Resultate, die er gern erzählte. Er zeigte gern den zerbrochenen Ring, der bei Hackert in dem Korbe, in dem man ihn am Waisenhause ausgesetzt hatte, gefunden worden war ... er schickte Bartusch oft in das Rathsarchiv, um in den hier gesammelten Registern der Gebornen und Getauften von der Stadt und der nächsten Umgegend zu suchen ... er hatte eine Vermuthung von einer heimlichen Geburt, die einmal unter sonderbaren[1444] Umständen einige Meilen weit von der Stadt vorgekommen war und betrieb längst unter dem Deckmantel der größten Behutsamkeit Nachforschungen aller Art, selbst in den höchsten Kreisen; ... aber er kannte den Widerstand der Frauen, die einmal glaubten, ein Vorhang müßte diese Vergangenheit für immer bedecken. Er liebte Hackerten, weil er anschlägig, talentvoll und so bizarr war, wie er selbst zuweilen sein konnte. Selbst daß der unerzogne Knabe von Leidenschaft für das ihm sorglos zur Gespielin gegebene Mädchen entbrannt war, fand er menschlich und ganz in seinem Geschmack. Er hatte wohl, als er erfuhr, daß Hackert Melanie als Kind zu den wildesten Streichen, zu Männertrachten, zu nächtlichen Spaziergängen, Maskeraden überredet hatte, im wildesten Zornausbruche ihn schon öfters aus dem Hause geworfen und fast mit Füßen getreten. Allein er nahm ihn immer wieder auf. Sah er doch, wie Hackert die Herrschaft im Hause hatte, wie er Melanie und die Mutter tyrannisirte, ja Allen nothwendig war! Später aber kam Ärgeres. Da Melanie heranwuchs, durfte er ihn nicht mehr dulden. Aber auch nun rührte es ihn, als er hörte, daß die dämonische, kranke Anlage des Knaben sich bis zum Nachtwandeln da steigerte, als Melanie in wachsender, jungfräulicher, kälterer Überlegung sich von ihm abwandte, ihn haßte und verabscheute und er dennoch nächtlich an ihre Thür schlich und vor ihrer verriegelten Schwelle auf dem nackten Erdboden schlief, ganze Nächte ihrer Rückkehr aus Gesellschaften wartete und sich in Sehnsucht[1445] um seine Halbschwester verzehrte ... er war gerecht genug, so etwas wie thatsächlich, ohne Einmischung persönlichen Mismuthes, zu beurtheilen und hätte sein eignes Lebensglück hingegeben, wenn er die leichtsinnigste Erziehung von der Welt durch feinere Ausbildung Dessen, der ihm so vielen Kummer machte, hätte wieder berichtigen und zu seiner eigenen Herzenserleichterung schließen können. Vergebens! Die Frauen sträubten sich immer dagegen und glaubten, alle diese Schwierigkeiten würden sich befriedigend lösen lassen, bis dann wieder die leidenschaftliche Liebe des verstoßenen, kranken, sich mishandelt fühlenden Pfleglings alle ihre Berechnungen durchkreuzte und Gewaltthätigkeiten veranlaßte, wie jener gestrige Überfall im Wagen war, dessen glückliches Gelingen an dem Übermaß gesteigerter Lebenskraft und entflammter, toller Freude, die wir bei Hackert beobachteten, wohl sich abnehmen läßt.

Gern hätte Schlurck diese höchst schwierige Angelegenheit in gewohnter Weise zur Sprache gebracht, aber seine Frau duldete es nicht.

Sie drängte nun um Das, was er aus jenen Papieren, die er auf den Tisch hingelegt hatte, für Melanie's Zukunft entnehmen wollte.

Was ist's mit den Sternen? sagte sie fast frivol; du schlimmer Patron, was soll's mit den Mondnächten?

Schlurck zog seine Brille auf die Stirn und sah in die Papiere ...

Ja, fing er an, wenn sich Alles so fügte, wie man hoffen[1446] möchte ... Melanie müßte die Frau eines Millionärs werden.

Laß Das Vater, sagte Melanie ruhig und gefaßt; Eure Millionärs kosten gewöhnlich ein Leben. Ich rüste mich in aller Duldsamkeit darauf, daß Lasally als Lohn für meine Bitte meine Hand begehrt und ich gebe sie ihm.

Ich beschwöre dich, sagte die Mutter; nur keine Übereilung!

Ich gebe sie ihm. Lasally ist der einzige Mann, mit dem ich mich über meine Vergangenheit und Zukunft verständigen kann. Er hat klare und vorurtheilslose Anschauungen. Er bedarf mich, er liebt mich, Das seh' ich aus seinem Schmerz, daß er mich nicht nehmen könnte, wenn ich kein Vermögen hätte. Nicht alle Männer sind darum nur Spekulanten, weil sie nach Vermögen heirathen. Das macht ihn in meinen Augen nicht geringer.

Aber Herzlieb! sagte Schlurck schmeichlerisch und tätschelnd. Was wird denn aus jenem jungen Mann in Hohenberg! Jener prächtige Dankmar Wildungen! Ich entsinne mich ja seiner – ei, ich sah ihn ja auf dem Heidekrug bei Justus dem Gerechten! Er ist ja schön, geistreich, unternehmend; Himmel, ein Gott von einem Mann!

Vater!

Kind! Wenn dieser Mensch mir sagt: Ich liebe Ihre Melanie, so sag' ich: Herr, ich wiege Ihnen das Wort mit einer Million auf! Diese Papiere lagen in dem Schrein, den der[1447] tolle Bursch sich anzueignen wußte und den ich auffinden sollte. Weiß er sie zu benutzen, Kinder, so bringen sie ihm alle die Güter und Häuser und Liegenschaften, um die jetzt der große Proceß zwischen dem Staate schwebt und der Stadt ...

Die Frauen waren im höchsten Grade erstaunt und Schlurck setzte ihnen den Zusammenhang auseinander.

Natürlich war die Wirkung eine außerordentliche. Melanie liebte Dankmar als Persönlichkeit, vergab ihm zwar nicht, daß er ein unendlich Geringerer war, als sie vermuthet hatte; vergab ihm nicht, daß sie ihm lächerlich erschienen war; vergab ihm nicht, daß er nicht kam und selbst um Verzeihung bat. Sie hätte ihn, aus Wuth über sich selbst, mit kaltem Blute »morden« können ... sie sagte das so hin zur Mutter, aber ... glaubte sie es selbst? Es war ein Act von Verzweiflung, wenn sie vorzog, Lasally's Gattin zu werden ... Dankmar hatte das Bild empfangen, der Amerikaner hatte ihr es gestern in diesem Hause gesagt, wie pünktlich er ihren stummen Auftrag vollzogen, als sie Hackert's Anblick unfähig machte, es selbst in das offene Zimmer Dankmar's hineinzureichen ... Zerrissen von der Vorstellung, nur misbraucht zu sein, nur getäuscht von den abscheulichen Männern, entrüstet darüber, daß man ihr gestern nicht zu Füßen sank, Niemand sich zeigte und sie wie eine Göttin anbetete, ewig und ewig der schaudervollen Möglichkeit ausgesetzt, von Hackerten gefoltert zu werden, wollte sie, wenn auch verzweifelnd, selbst das Äußerste wagen, um wenigstens[1448] von diesem frei zu werden, und Lasally nun erhören, wenn er auf die Bedingung bestand ... aber ihre Liebe gehörte Dankmarn.

Der Justizrath ließ sich vollständig über seine Beziehung zu Dankmar Wildungen aus, auch das Bild kam zur Sprache. Die Art, wie Melanie es gewonnen hatte, verbreitete, da sie nichts verschwieg, sogleich wieder die heiterste Stimmung. Als Melanie dabei nicht umhin konnte, erröthend zu gestehen, wie sie sich vielleicht entschließen könnte, ihren Zorn gegen Dankmar Wildungen zu mäßigen, wenn ...

Wenn er dir gesteht, daß er dich feurig liebt! unterbrach sie Schlurck. Und dir den Schein des Irrthums ersparte? Den Schein, dich lächerlich gemacht zu haben, als du ihn für einen Prinzen nahmst?

Das wird er nicht! Er wird mich ewig verspotten, sagte Melanie. Ich werde das Gelächter aller jungen Männer der Residenz werden.

Ah bah! antwortete Schlurck. Es kommt auf einen Versuch an. Wie die Dinge jetzt stehen, sind zwei Fälle möglich, entweder dieser Wildungen ist unser Freund oder unser Feind. Ein unternehmender, kecker Mann muß es sein. Kann ich Hand in Hand mit ihm gehen, so wird es einer kurzen Verständigung zur Freundschaft bedürfen. Dem, der um meine Tochter wirbt, Dem, der eingesteht, daß er mein Sohn werden könnte, geb' ich freudig die Mittel an die Hand, eine Million zu erwerben. Hat er aber Melanien's Freundlichkeit nur misbraucht, gehört er zu[1449] dem räthselhaften Complot, das sich mit der Zurückkunft des Prinzen Egon von Paris gegen mich zusammenzuziehen scheint, so zeig' ich ihm meine Stirn und einen Ernst, den er schon heute früh kennen gelernt haben wird ...

Man brachte dem Justizrath in diesem Augenblick ein kleines zierliches Billet.

Die Frauen wollten von diesem Kennenlernen seines Ernstes etwas wissen.

Aber Schlurck erbrach das Billet.

Es kam von der Geheimenräthin von Harder und lautete:

»Himmlischer Justizrath! Theuerste Freudesseele! Mit Zittern führe ich die Feder und danke Ihnen aus innigstem Herzen für Ihre Güte! Das Bild ist da und das Geheimniß von mir endlich entdeckt. Ich lese – die Memoiren der Fürstin Amanda von Hohenberg! Jeder Nerv meines Daseins zittert. Fühlen Sie es diesen Buchstaben nach, wie ich bebe! Aber auch der Dank meines Herzens ist ohne Schilderung. Sie braver, guter, herrlicher, edler Freund! Um sechs Uhr hatt' ich das Bild! Gott! Welch ein Moment. Das Äußere des Bildes geht zu den übrigen Geräthschaften, die heute noch, mit Ausnahme der Ihnen und dem Prinzen gehörenden Familienportraits, an den Hof abgeliefert werden. Verschweigen Sie Alles Ihrer Tochter, die höchst, höchst liebenswürdig war, Alles bezaubert hat und ein wahrer Engel, das Idol meiner Zärtlichkeit werden soll. Einen Kuß auf diese edle Götterstirn![1450]

Wann seh' ich Sie? Bester! Bester! Dank! Dank! -Ihre Pauline.«

Schlurck, von den Frauen beobachtet, lächelte und runzelte doch wieder die Stirn.

Er fühlte, wie ernst das Alles wurde, wie furchtbar seine Verantwortlichkeit stieg.

Man drängte in ihn, etwas von diesem Brief zu er fahren, seine Geheimnisse zu durchschauen ...

Er wich aus.

Die Geheimräthin ist von deinem Erscheinen entzückt! sagte er.

Melanie wollte Das selbst lesen ...

Er bog den Brief um und zeigte ihr die Stelle, die ihr natürlich viel Freude machte.

Und das Übrige? fragte sie.

Geschäftssachen ...

Frau Justizräthin schüttelte den Kopf und seufzte leise.

Es schien ihr fast, als wenn auch hier das stark pulsirende, aber flüchtige Herz des Gatten mit im Spiele wäre. Sie wollte scherzen, aber Bartusch trat ein ...

Bartusch berichtete über Neumann, der wol ein Vierteljahr liegen könne, wie Drommeldey gesagt hätte, über Jeannette, die die Nacht bei ihm gewacht und ganz die Kokette verläugnet hätte und auf diese Art auch wol nicht aus dem Hause käme; zugleich auch über einen Kutscher, Namens Peters, der sich melde, um für Neumann einzutreten und unten warte ...

Schlurck's Erstaunen, wie doch auf jeden Verlust sich[1451] in diesem grausamen Menschenleben gleich ein Ersatz dränge, seine weitern Betrachtungen über Wiege und Grab und ähnliche Philosopheme, zu denen der sehr aufgeregte Justizrath geneigt war überzugehen, unterbrach Bartusch durch die trockene Äußerung:

Auch Herr Dankmar Wildungen ist unten. Es ist wirklich der junge Mann von Hohenberg, den wir für den Prinzen Egon hielten. Er fodert den Schrein mit dem Kreuz und scheint in einer sehr entschiedenen Stimmung zu kommen.

Schlurck mußte sich zusammennehmen.

Er wurde blaß und die Papiere zitterten in seiner Hand.

Die Frauen baten ihn, sich nicht aufzuregen.

Schalkhaft aber drohte er doch seiner Tochter mit dem Finger und sagte:

Wart', Hänschen, wart'! Wenn er nun sagte: Herr, Sie haben wie gegen einen Spitzbuben gegen mich verfahren! und ich antworte: Spitzbube du selbst! Du hast mir mein Töchterchen gestohlen! Was?

Vater, ich beschwöre dich! rief Melanie. Welcher Einfall! Was würd' er denken über einen solchen plumpen Antrag ...

Hm! Wenn ich aber nicht plump, sondern fein in meinem Antrage wäre – und der Trotzkopf sagte: Herr Justizrath, die Welt um Melanie!

Nie sagt' er Das!

So wie ich, sagt er's nicht! Nein, er sagt es schöner, inniger, als meine fahlen Lippen Das malen können ...[1452]

und ich böte ihm dann die Rechte und sagte: Schlagen Sie ein! Hinfort gehen wir, ausgerüstet mit diesen hochwichtigen Papieren da, Hand in Hand, junger Mann!

Melanie fing hier in einer Weise an zu lachen, daß man wohl sah, ein Herzenskrampf mußte sich Luft machen.

Sie lachte so anhaltend, so ängstlich, daß die Mutter in Sorge gerieth.

Melanie nahm die Blumen, zerzauste sie, tanzte im Zimmer, klatschte mit den Händen und riß, um sich nur helfen zu können, das Fenster auf und lehnte, Allen den Rücken kehrend, sich hinaus in die freie frische Luft, deren ihr krankhaft erregter Zustand wirklich bedurfte.

Schlurck, ergriffen von diesem Ausbruche der wahnsinnigsten Liebe, die Melanie für Dankmar gefaßt hatte, ließ die wichtigen Papiere in der Zerstreuung liegen und ging gefaßt nach jenem hintern Zimmer, von dem die Wendeltreppe hinunter zu seinen Arbeitsräumen führte.

Die Frauen aber und Bartusch, als sie Schlurck's seidenen Schlafrock nicht mehr rauschen hörten, folgten ihm behutsam, um von oben zu horchen, was man unten verhandeln würde.[1453]

Quelle:
Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste. [Band 1–3], Frankfurt a.M. 1998, S. 1431-1454.
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Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.

424 Seiten, 19.80 Euro

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