Hamburgs Brand

[172] Mel. Unsre Väter sind gesessen.


Schwach sind unsrer Dichter Klagen,

Schwach ist fremder Hohn und Spott,

Gott der Herr, Er muß es sagen,

Und so spricht dann unser Gott.


Und Er thut in Hamburgs Flammen

Uns die alte Wahrheit kund:

»Deutschland, halte fest zusammen!

Eins und einig sei Dein Bund!«[173]


Und in Deutschland hallt es wieder

Überall von Hamburgs Brand:

Leidet Eines unsrer Glieder,

Leidet unser Vaterland.


Und es tönt nach Ost und Westen

Nur ein Ruf und Hülfeschrei

In den Hütten und Palästen:

Auf! und stehet Hamburg bei!


Niemals trat in schönrer Reinheit

Noch hervor zu einer Zeit

Solch Gefühl von deutscher Einheit,

Solch Gefühl für deutsches Leid.


Ja, in Hamburgs Flammenscheine

That uns Gott die Wahrheit kund,

Und des Neubaus erste Steine

Sind der neue deutsche Bund.

Quelle:
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Deutsche Lieder aus der Schweiz, Hildesheim/New York 1975, S. 172-174.
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