Fünfter Akt


[539] Wohn- und Arbeitszimmer Dr. Gehrkes. Helle, billige Tapete. Im Hintergrund ein Fenster mit Kattungardinen und eine Tür, die auf eine Loggia geht. Dazwischen ein kleines Bücherbrett mit wenigen Büchern, auf dem eine ausgestopfte Eule steht. Vorn links über einem aus Korb geflochtenen Blumentisch mit einem Aquarium in der Mitte die Ölporträts des Ehepaars; Dr. Gehrke Brustbild, Meischen Kniestück, beide Lebensgröße. Die Rahmen sind aus bronzierten, unbehobelten Brettern zusammengeschlagen. Um das Porträt Gehrkes hängt der große, rote Kranz, die Inschrift draus ist mit Reißpinnen unter dem Bild befestigt. Über dem Konterfei Meischens Schleier und Brautkranz. Weiterhin die Schlafstubentür; drüber ein Plakat: »Willkommen!« In der Ecke ein japanischer Sonnenschirm, darunter ein einbeiniges Tischchen mit gehäkelter Decke und Wasserkaraffe. Rechts, ganz vorn, eine Chaiselongue, vor der ein weißes, abgeschabtes Ziegenfell liegt. Über das Möbel ist eine alte Chenilledecke gebreitet. An der Wand eine Schmetterlingssammlung, um die kleine japanische Fächer genagelt sind. Weiterhin die Nähmaschine und die Tür zum Korridor. Vor der Chaiselongue ein Tisch, auf dem Groggläser,

Tassen, Teller und ein Petroleumkocher. Morgenlicht. Die Lampe auf dem Tisch brennt noch. Werner, Fiebig und Hahn schnarchend. Werner, über die Beine eine gestrickte Decke, zusammengerollt auf der Chaiselongue; Fiebig, um die Schultern ein großes Wolltuch von Meischen, ganz im Vordergrund auf einem Lehnstuhl, die Beine auf einem andern Stuhl, Hahn auf der andern Seite des Tisches, den Kopf auf der Tischplatte. Hahn schnarcht am lautesten.


WERNER im Schnarchkonzert plötzlich steckengeblieben. Sich aufrichtend. Reibt sich die Augen. Gähnt. Da hat mer doch von son Lutschproppn jetreimt? Die Hand vor der Stirn. Den hab ick doch mit Salz ausjeriem? ... Sie, Ha[539] Hahn! Packt ihn an die Schulter. Is dn der Ast noch nich balde durch?

HAHN noch im Schlaf. Komme nach.

WERNER. Prost! Gutmütig. Wachn Se man uf, Hähneken. Se verstänkern ja dn Doktor de janze Bude.

HAHN auffahrend. Jajajajaja! Is dn der Herr Doktor schon da? Sieht sich wirr um, zieht seine Uhr, blickt nach dem Fenster. Ach, das ist ja schon Morgen!

WERNER Weste auf, Hosenträger. Nu Jott sei Dank! Son Dussel bin'k nich noch mal! Uf den ham wir jut jelauert. Der klebt womejlich noch in sein Arnswalde! Der zerstreute Jelehrte verpaßt den Zuch, und de Jrattulantn schlagn sich die Nacht um de Ohrn. Wenn er nu nich jewehlt is, witt je nu doch nischt aust neue Zentralorjan!

HAHN der sich auf seine Weise ebenfalls etwas in Ordnung bringt. Sieht noch mal nach der Uhr. Ja, meine Uhr ist wirklich schon nach sieben, Herr Werner.

WERNER. No, Fahrplan hab'k in Kopp. Denn könntn je der Herr Jraf nu bald widder da sind. Ufn neechstn Zuch will'k dn noch wahtn. Um achte steht mein Personal vor de Diere.

HAHN. Wenn der Herr Doktor wenigstens noch n Telegramm geschickt hätte! Dann wüßte man doch wenigstens!

WERNER. Nu ja. Jewehlt mit eene Stimme pluß. Oder: Verhaun un rausjeschmissen, Jehrke ... Nischt! Man bloß jut, det wir nich noch ufn Bahnhof jebliem sind. Die ham doch de janze Nacht durchjesoffn!

HAHN. Ach ja, der Herr Doktor ist doch nun richtig effektiv populär geworden.

WERNER. Ja nu, det muß man ihn je lassn: uf det Resultat kommt zuletzt jeder: wat de Wanze in menschlichn Lebn, dets der Jude in Volkskörper. Mir ham se jut vorjehabt die Nacht. Nach der Chaiselongue hin. Schenken wir mal die Familie for fünfzig Fennje Insektenpulver. Hat vom[540] Tisch ein Stück Zucker genommen und wirft es nun Fiebig in den offenen Mund. Cchh?


Hahn lacht diskret.


FIEBIG Grimasse. Nu, da simmer doch injeschlafn?

WERNER. Ja, un ick habe derweil jesessn un hab euch die Fliejen von de Neese jefangn!

FIEBIG unterm Tuch noch Kragen hoch. Det is ja so kalt?

HAHN. Guten Morgen, Papa.

FIEBIG. No? Wat saachste nu? Wie in de Abruzzn! De Freunde in wollne Tiecher, un von Jefeiertn is noch nischt zu sehn. Wenn se n nu nich jewehlt ham, kriej'k wat zu hörn. De Weiber verstehn doch von nischt.

WERNER. Jaja, Oska. Trau du dir man jetz nach Hause. In dein Schlaf rock möcht'k denn nich steckn!

FIEBIG sich noch fester einwickelnd. Ach wat, det'k meine Frau nich bedrieje, weeß se! In mein Alter jeh'k doch nich mehr in de Feensäle? Zu Hahn. Brauchste jarkeene Angst ze ham. For Annan komm'k uf. Jehrkn haste ausjenutzt!

HAHN. Ach Gott, nun ja, nicht wahr, das Geld wäre ja vielleicht doch wohl verlorengegangen.

FIEBIG. Nu, uf alle Fälle!

WERNER. Jippt dn noch keen Kaffe? De Jattin liecht wol noch ins Bett? Mit dem Fuß gegen die Tür. Sie! Madamkn! Wachn Se uf! Dreimal Kaffe for de Jäste!

FIEBIG zu Hahn. Du Rudolf! Fühl doch mal da in de Tasche nach. Da hab'k doch noch son paa Fefferminzplätzkns?


Hahn zum Paletot Fiebigs.


MEISCHEN Nachtjacke, »Papilloten«; sieht durch die Tür. Nu, is'n mei Benno schon da?

WERNER. Ach wat! Mandarinn secht der Chinese! Reißt die Tür auf, man sieht Meischen in einem sehr kurzen Unterrock und Pantoffeln; sie kreischt auf und verschwindet. Werner drückt die Tür wieder zu. No, ick will nich indiskret[541] sein. Schüttelt sich. Brrr. Nee. Sowat ufn nüchtern Magn? Hat dn keener n Schnaps da uf die Reize?

FIEBIG. Wilhelm! De bist hier Jast.

WERNER hat an einer Stelle die Decke aufgehoben und zieht einen langen Zippel Werg aus der Chaiselongue. Drum ooch. Da sind doch schon de Sprungfedern kaputt?

HAHN. Da, Papa.

FIEBIG die Schachtel aufdrehend. Det Weib is n Abjrund mit Blumn. Ißt. Det tut jut, wenn man noch nischt jejessn hat. Hält die Schachtel Hahn rüber. Da! Is jesund!

HAHN nimmt. Ja, aber ich muß doch nun schon um neune aufm Büro sein.

FIEBIG lutschend. Ach wat, det mach'k schon mit Dröschern ab. Wenn sich dein zukinftjer Schwiejervater mit dein Kanzleirat steht, denn haste ooch n Stein int Brett bei de Rejierung.

WERNER mit dem Petroleumkocher schwappernd. Is je noch janz voll. Zu Hahn. Handbewegung nach der Karaffe. Machn sich verdient. N bißkn Wasser! Nimmt ein Glas vom Tisch. Noch n Neeje Jrock drin. Gießt sie in den Topf. Dets jut. Schmeckt der Kaffe besser.

FIEBIG. Spuck doch noch rin!

WERNER. Jott, wah je mein Jlas.

HAHN der seinen Auftrag erledigt hat, setzt den Topf auf den Petroleumkocher, holt Streichhölzer aus der Tasche und steckt an; die beiden andern haben einen Augenblick zugesehen.

WERNER klopft ihm auf die Schulter. Jaja, Ha Hahn! Wir Jungjeselln! Lange dauert det nu nicht mehr!

FIEBIG sich vor den Leib fassend. Ick weeß nich, seit die jraulichn drei Kerls neulich hab'k doch n Knacks wech?

MEISCHEN Hausrock, Pantoffeln, Nachtjacke, Tuch drüber. Nee, was sagn Se nu bloß zu mei Benno? Muß mer sich da nich widder emal reeneweg zuschandn ärchern? Gestern ahmnd hatter nu schon da sein sollen! Und ob er iberhaupt[542] gewählt is, weeß kee Mensch. Wie ä Dummer is mer.

FIEBIG Prise. Ja, nu, det is doch so in die Poletik? E muß doch mit die Leite noch n Jlas Bier trinkn? Firrchohn kann achtzehn Seidl verdragn.

MEISCHEN. I cha wohl! So dumm bin ich auch nich. Das wissen mer schon, was de Männer machn, wenn de Frauen nich derbei sin. Aber das will ich Sie bloß saachn: den ham Sie aufm Gewissn. Sie harn mir mei Benno bloß echal ufjehetzt. Schämen sollter sich in n Hals nein, so ä verheirater Mann.

FIEBIG Beine vom Stuhl. Natierlich! Ick habe allns ufn Jewissn! Hahn je wol ooch! Den hab ick je wol ooch ufn Jewissn – Stark betont. – det seine Tante ihn det Jeld nu schon jleich for die Kinder festjeleecht hat? Hab'k ooch! Der soll sich mal erst son zweetn Schwiejervater suchn! Wat, Rudolf? Det wahn Stick Zeitjeschichte mit dein »Sozialaristokrat«!

MEISCHEN. Nu, Sie heirat er doch nich?

FIEBIG. Nich? So. No! Wer hat dn zu Ihrn Doktor immer jesaacht, Se sind der neue Ahlwart? Solln Se sehn, der jeht jetz ufn Reichskanzler los!

MEISCHEN. Nu, mer soll nischt verschweern! Mei Benno kann alles, wasser will. Er saacht doch, uns Frauen wähln se auch noch mal in de Gesetzgebung?! I gucke da, 's Wasser ham Se wohl schon aufjesetzt? Na da! Da missen mer wohl heite mal ene Bohne mehr nein dhun?

WERNER. Sollste sehn, Oska, der kann denn wieder vor Schwäche nich aus de Kanne loofn.

MEISCHEN die Tassen ordnend. Schimpn, schimpn dhut nich weh, wer mich schimpf, hat Lais und Fleh!

WERNER. Jaa, fein is det hier nich. Abber jemietlich!

FIEBIG der jetzt aufgestanden ist. Nu, sonst? Dets doch hier son wissenschaf tlichet Stübkn? Jott, fühl'k mein Kadawer ... Da! Der Vogel der Jelehrsamkeit, Herrscher der Lüfte! Son Aqwarjum hab'k mer schon lange jewünscht. [543] Steckt den Finger hinein. Zu Hahn. Siehste, Rudolf? So sin mir ooch mal int Wasser rumjehuppt. Sin unsre Vorfahrn. »Kraft un Stoff« hab'k je ooch! Zu Meischen. No, abber meine Frau kenn Se doch? Die is nich for de Naturkunde.

MEISCHEN. Cha, mit die alde Schweinerei hab'ch auch immer mein Grach. Da studiert mei Benno immer die Natur dran. Wolln Se mersch glauben, Herr Werner? Neilich, wie ich ausm Bette steiche, bin ich Sie auf son nackten Molch mitm Beene getretn?

WERNER. Heern Se uf! Hahn, der Fiebig nachgegangen ist. Wieder nach der Uhr sehend. Na, der Zug muß eigentlich aber schon längst wieder da sein.

FIEBIG. Nu versteht sich? Do! Is ja schon't Morjenrot! Zu Meischen zurück. Aurora in Ehl! Hat die Tür zur Loggia aufgeklinkt. Siehste, is det nu nich jut, dette deine Jedichte nich hast druckn lassn? Hier haste alles! Hier haste Wald, hier haste Jarten, hier haste Jemiese, hier haste alles!

WERNER. Diere zu! 't zieht!

HAHN macht hinter Fiebig und sich die Türe zu.

WERNER dreht die Lampe aus. Keen Petroljum mehr drinne. Pustet von oben in den Zylinder. Pppph! Nu setzn sich doch, Frau Dokter! Der Kaffe kocht ooch alleene. Se jrauln sich doch nich?

MEISCHEN. Ach nee, Herr Werner, ich gann doch nich hier so alleine mit Sie bleibn? Ich bin doch auch noch ghar nich angezoochen. Das schickt sich je ghar nich.

WERNER. Nu watn? Se sin doch ne verheirate Frau? Se denkn doch nich, det ick Ihn hier wat dhun wer?

MEISCHEN. Ja, ihr Männer! Das hat mei Benno auch immer gesaacht.

WERNER. Nu, sehn Se! Un der hat Ihn doch ooch nischt jedan? Hm? Nach dem Bild hin. Da! E macht orntlich nochmal son dummet Jesichte![544]

MEISCHEN verschämt. Gott, ich bin ja nur mei Benno sei Meischen. Aber ich mach n so glicklich!

WERNER hat ihre Hand genommen. Ach nee, die Fingerkns.


Von der Straße her, aus der Ferne, hat Gesang eingesetzt. Man unterscheidet deutlich die Melodie von »Deutschland, Deutschland über alles«.


FIEBIG in höchster Ekstase. Tür auf. Kinder, se kommn!

WERNER. Dunnerwettstock!

FIEBIG. Saacht'k nich? Der hat uns bloß wieder iberraschen wolln! Da hatter je't Mandat!

MEISCHEN mit einem Schrei aufgefahren, Hand am Herzen. Ach, mei Benno! Hab ich n Schreck gekricht. Und – Selig. – wie scheene se singen!

HAHN. Soll ich auflassen?

FIEBIG die Tür schnell schließend. Um Jotts willn! Zu den übrigen. Nu wat improvisiern!

WERNER. Riejeln wir doch de Diere zu.

MEISCHEN. Ach, gehn Se weg, Herr Werner! Sie mißtn iberhaupt noch mal auf de Benähmige!

HAHN. Ja, wenn wir jetzt son Kostüm hätten, denn könnte vielleicht so Frau Doktor als Germania n Kranz überreichen?

WERNER. Kranz ham mer. Det läßt sich machn. Feste! Steigt auf einen Stuhl und hakt ihn runter. Da, Ha Hahn.

FIEBIG. Dets ne Idee! Los, Wilhem! Und de Germania mit'n Brautschleier! Paßt! Is det anjetraute Volk!

WERNER jetzt auch Kranz und Schleier reichend. Do! Vorspiejlung falscher Tatsachn.

FIEBIG den Schleier Meischen aufgeregt um Tuch und Nachtjacke drapierend. Det Weib in Schmucke der Myrte! Die Jungfrau als Jattin und Mutter!

MEISCHEN. Ach nee, Herr Fiebch. Se reißen mer je alle Haare aus. Nu soll'ch mich auch noch zu so was hergebn.

FIEBIG. E poltert je schon de Treppe hoch![545]

WERNER von seinem Stuhl wieder runtergeklettert. Der scheint jut jeladn.

HAHN den Kranz reichend. Bitte schön, Frau Doktor.

MEISCHEN. Was? Dän auch noch? Nee! Das tu'ch nich. Da gomm'ch mer zu komisch vor.

FIEBIG. Ach wat, schnell! Det mauer'k doch nu ooch noch in mein »Weltunterjank«! Hat selbst den Kranz genommen, und steht damit parat.

WERNER Taschentuch. Ungeheure Trompete. Da kann eener orntlich jeriehrt bei wern.

GEHRKE gegen die Tür gepoltert. In der einen Hand einen kleinen Koffer, in der andern einen Regenschirm. Bleiche Züge, Hut in die Stirn, etwas schwere Zunge. Nun? das ist ja ... Fiebig hat ihm ohne weiteres den Kranz übergestülpt. Welche Überraschung! Meinen herzlichsten Dank!

FIEBIG. Jaja, Dokter! De Poesie, die de Wissenschaft krehnt! Se kommn jrade mit de ufjehende Sonne.

WERNER sein Taschentuch schwenkend. Judn raus!

GEHRKE. Oh, liebe Freunde! Mietzemeischen! Ja, wo soll ich denn nun eigentlich meinen Koffer hinstellen?

HAHN. Oh, bitte Herr Doktor!


Hat ihm den Koffer abgenommen und vors Fenster gestellt.

Von draußen, wo der Gesang unterdessen aufgehört hat: »Gehrke! Gehrke! Reden! Reden! Hut ab! Gehrke!« Man sieht durch Tür und Fenster eine vielköpfige Menge.


GEHRKE. Die guten Leute! Hat die Tür zur Loggia aufgemacht. Fiebig sich als erster rausdrängelnd. Das Tuch noch immer um die Schultern. Ins Zimmer zurück. Sehste Wilhelm, dets jetz hier nich mehr Friedrichs hagen, dets jetz hier Friedrichs ruh!


Gehrke ist als zweiter auf die Loggia getreten, Hahn als dritter.[546]


WERNER den Zug schließend, die Tür hinter sich auflassend. Halb zu Meischen. Ja: Bismarck und Ahlwart in eens.


Meischen zurückgeblieben, selig an der Tür. Gesicht ins Zimmer.


GEHRKE den Kranz schräg um die Schulter, den Hut ins Genick, in der Linken den Regenschirm, mit der Rechten pathetische Gebärde. Volksgenossen! Ich danke Euch! Harrt aus im Kampfe gegen Mammonismus und Überkultur für germanisches Volkstum und die antikratische, sozialitäre Gesellschaftsform der Zukunft! Für Freiheit, Treue, Glauben, Wahrheit und Recht!


Von draußen: »Schirm uf!«


GEHRKE. Die Saat, die wir gesät haben in Leiden, geht auf in Freuden. Der Schnitter naht! Bei Philippi sehen wir uns wieder!


Draußen: »Bravo, bravo! Da capo!« Fiebig, der die Rede mit Gestikulationen begleitet bat, klatscht in die Hände; von neuem setzt der Gesang ein: »Deutschland, Deutschland« und so weiter. Hahn schwenkt sein Taschentuch, Fiebig fällt über Werner her und umarmt ihn. Die Sonne ist aufgegangen, ihr Schein füllt das Zimmer. Gehrke allein zurück. Noch immer Kranz, Hut und Regenschirm.


MEISCHEN sinkt ihm in die Arme, schluchzend, die Tränen laufen ihr über die Backen. Mei Benno! Liebste mich? Biste glicklich?

GEHRKE. Mäuschen! Mäuschen! Küßt sie. Geste nach draußen hin. Siehst du, mein Kind? Wie Ibsen sagt: Die Sonne, die Sonne!

Quelle:
Naturalismus_– Dramen. Lyrik. Prosa. Band 2: 1892–1899, Berlin und Weimar 1970, S. 539-547.
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