[261] Thusnelda tritt, einen Vorhang öffnend, zur Seite auf. Die Vorigen.
HERMANN.
Thuschen!
THUSNELDA.
Was gibt's?
HERMANN.
Geschwind! Ventidius sucht dich.
THUSNELDA.
Wo?
HERMANN.
Von dem äußern Gang.
THUSNELDA.
So? Desto besser.
So bin ich durch den mittlern ihm entflohn.
HERMANN.
Thuschen! Geschwind! Ich bitte dich!
THUSNELDA.
Was hast du?
HERMANN.
Zurück, mein Herzchen! Liebst du mich! Zurücke!
In deine Zimmer wieder! Rasch! Zurücke!
THUSNELDA lächelnd.
Ach, laß mich gehn.
HERMANN.
Was? Nicht? Du weigerst mir –?
THUSNELDA.
Laß mich mit diesem Römer aus dem Spiele.
HERMANN.
Dich aus dem Spiel? Wie! Was! Bist du bei Sinnen?
Warum? Weshalb?
THUSNELDA.
– Er tut mir leid, der Jüngling.
HERMANN.
Dir leid? Gewiß, beim Styx, weil er das Untier gestern –?
THUSNELDA.
Gewiß! Bei Braga! Bei der sanften Freya:
Er war so rüstig bei der Hand!
Er wähnte doch, mich durch den Schuß zu retten,
Und wir verhöhnen ihn!
HERMANN.
Ich glaub, beim Himmel,
Die römische Tarantel hat –?
Er wähnt ja auch, du Törin, du,
Daß wir den Wahn der Tat ihm danken!
Fort, Herzchen, fort!
EGINHARDT.
Da ist er selber schon![261]
HERMANN.
Er riecht die Fährt ihr ab, ich wußt es wohl.
– Du sei mir klug, ich rat es dir!
Komm, Eginhardt, ich hab dir was zu sagen.
Ab.
|
Ausgewählte Ausgaben von
Die Hermannsschlacht
|
Buchempfehlung
Im zweiten Punischen Krieg gerät Syphax, der König von Numidien, in Gefangenschaft. Sophonisbe, seine Frau, ist bereit sein Leben für das Reich zu opfern und bietet den heidnischen Göttern sogar ihre Söhne als Blutopfer an.
178 Seiten, 6.80 Euro