Dritter Auftritt

[48] Die Vorigen. Kurfürst Ludwig von der Pfalz. Erzbischof Richard von Trier. Landgraf Philipp von Hessen.


RENNER ihnen entgegen, sich verbeugend.

Willkommen, meine hochgnädigen Herrn!

Was steht zu Eurer Kurfürstlich und Fürstlich

Gnaden Befehl?

ERZBISCHOF RICHARD.

Es trugen unsre Rosse

Von Worms uns her, Herr Rat, weil wir Geschäfte

Von Wichtigkeit mit Seiner Majestät

Verhandeln müssen.


Zu Ludwig.


Glaubt, Herr Pfalzgraf, besser

Als irgendwo geht Eure Sache hier

Zu ordnen. Der Legat, mein Jugendfreund,

Der einz'ge noch, der Einfluß hat auf Karl

Und mit ihm hier ist, hat mir fest versprochen,

Mir beizustehn, und selber diesen Schritt

Für Euch mir angeraten.

RENNER.

Meine gnäd'gen Herrn!

Zwar lautet mein Befehl, niemand zu melden,

Da Majestät zu wichtiger Besprechung

Den Ritter herbeschied. Doch wag ich nicht,

Solch hohen Fürsten gegenüber an

Dem Wortlaut meiner Ordre festzuhalten.


Mit einer Verbeugung ab ins kaiserliche Kabinett.


Quelle:
Ferdinand Lassalle: Franz von Sickingen. Stuttgart 1974, S. 48.
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Franz von Sickingen; a tragedy in five acts (1910)
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