XXXVI.

1Ein Psalm Dauids des HERRN Knechts / vor zu singen.


2ES ist von grund1 meines Hertzen von der Gottlosen wesen gesprochen / Das kein Gottes furcht bey jnen ist.

3Sie schmücken sich vnternander selbs das sie jre böse Sache fordern / Vnd andere verunglimpffen.

4Alle jre Lere ist schedlich vnd erlogen / Sie lassen sich auch nicht weisen / das sie guts theten.

5Sondern sie trachten auff jrem Lager2 nach schaden / Vnd stehen fest auff dem bösen weg / Vnd schewen kein arges.

6HERR deine Güte reicht so weit der Himel ist /Vnd deine Warheit so weit die wolcken gehen.

7Deine Gerechtigkeit stehet wie die berge3 Gottes /Vnd dein Recht wie grosse tieffe / HERR du hilffest beide Menschen vnd Vihe. 1. Tim. 4.

8WJe thewr ist deine güte / Gott / Das menschen Kinder vnter dem schatten deiner Flügel trawen.

9Sie werden truncken von den reichen Gütern deines Hauses / Vnd du trenckest sie mit wollust / als mit einem strom.

10Denn bey dir ist die lebendige Quelle / Vnd in deinem Liecht4 sehen wir das Liecht.

11BReite deine Güte vber die / die dich kennen /Vnd deine Gerechtigkeit vber die Fromen.

12LAs mich nicht von den Stoltzen vntertretten werden / Vnd die hand der Gottlosen stürtze mich nicht.

13Sondern las sie / die Vbeltheter / daselbst fallen /Das sie verstossen werden / vnd nicht bleiben mügen. [298b]


1 Wenn ich gründlich die warheit sagen sol. Denn die Gottlosen scheinen als seien sie from vnd heilig / Vnd ist doch im grundfalsch.

2 Das ist / On auffhören / rugen nicht etc.

3 Das ist / Fest vnd vnuerstörlich.

4 Das ist / trost / freude.


Quelle:
Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.
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