Siebenter Auftritt

[138] Vorige, ohne der Kaprice und Mode.


FRITZ. Was soll das Gelächter? In dem Hause da – sind die Bedienten ziemlich keck!

SATIRE. Und doch muß man sich an diese halten, wenn man sich der Gunst der Herrschaft versichern will.

FRITZ. Also muß man sich geduldig auslachen lassen – von dem Gesindel; in dem Haus des Herrn von Luxus kann man allerhand lernen. Was seh ich, kommt dort nicht mein Weib her? Wie s' ausschaut, geputzt wie ein Tortenengel! Voll Schmuck, als wann s' die Prinzessin Evakathel spielen wollt; ich muß ihr entgegen, so schön hat s' noch nie ausg'schaut!

SATIRE. Wo willst du hin?

FRITZ. Sie umarmen! ihr ein Bussel geben.

SATIRE. Gemeine Seele! Das geht hier nicht an!

FRITZ. Aber warum denn nit? Ah, das ist kurios!

SATIRE. Sie wird dich schon rufen, wenn sie dich haben will.

FRITZ. Du wirst es sehen, sie ruft mich auf der Stelle; ich kenne ihr edles Herz; wann kein anders Mannsbild da ist, diskuriert sie alleweil mit mir.

SATIRE. Laß uns sie unbemerkt belauschen. Sie ziehen sich zurück.


Quelle:
Das Wiener Volkstheater in seinen schönsten Stücken. Leipzig 1960, S. 138.
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