Biographie

Sophie Friederike Mereau (Zeichnung, um 1798)
Sophie Friederike Mereau (Zeichnung, um 1798)

1770

27. oder 28. März: Sophie Friederika Schubart wird in Altenburg als zweites Kind des herzoglich-sächsischen Sekretärs und Obersteuerbuchhalters Gotthelf Heinrich Schubart und seiner Ehefrau Johanna Sophie Friederike, geb. Gabler, verw. Pierer, geboren.

1785

Tod des Bruders Carl.

1786

Tod der Mutter.

1787

Bekanntschaft mit dem Juristen Friedrich Ernst Karl Mereau, der als Advokat am Gesamthofgericht in Altenburg arbeitet.

1788

Verlobung mit David Georg Kurtzwig aus Livland, der 1788 in Jena promoviert. Die Verlobung wird bereits nach kurzer Zeit wieder gelöst.

1791

Tod des Vaters. Ihr drei Jahre älterer Stiefbruder (aus der ersten Ehe der Mutter) Friedrich Pierer, der spätere Begründer der Piererschen Hofbuchdruckerei und Verlagshandlung in Altenburg, übernimmt die Vormundschaft.

10. September (?): Verlobung mit Karl Mereau.

Ende: In Friedrich Schillers Zeitschrift »Thalia« erscheint anonym ihre erste Veröffentlichung, das Gedicht »Bei Frankreichs Feier. Den 14ten Junius 1790«. In den folgenden Jahren folgen zahlreiche weitere Gedichtveröffentlichungen in Zeitschriften und Musenalmanachen.

1792

Sophie Schubart wird Mitglied des »Tugendbundes«.

1793

4. April: Heirat mit Karl Mereau, der im selben Jahr Universitätsbibliothekar in Jena wird.

Umzug nach Jena.

1794

23. oder 27. Januar: Geburt des Sohnes Gustav.

Liebesbeziehung zu dem Jenaer Jurastudenten Johann Heinrich Kipp aus Lübeck.

»Das Blüthenalter der Empfindung« (Roman, anonym).

1795

Karl Mereau wird außerordentlicher Professor der Rechte in Jena.

Sophie Mereau besucht als einzige weibliche Höherin die Vorlesungen von Johann Gottlieb Fichte und studiert die Schriften von Immanuel Kant.

Beginn des Briefwechsels mit Johann Heinrich Kipp, der aus Geldmangel Jena verlassen muß.

Beginn der Korrespondenz mit Friedrich Schiller (regelmäßig bis 1802).

1796

September–Oktober: Sophie Mereau reist gemeinsam mit dem Jenaer Studenten Georg Philipp Schmidt nach Berlin, Potsdam und Leipzig. In Berlin trifft sie heimlich mit Johann Heinrich Kipp zusammen.

1797

4. September: Geburt der Tochter Hulda Ermina Gisela.

In Schillers Zeitschrift »Die Horen« erscheinen die ersten acht Briefe der Erstfassung ihres Romans »Amanda und Eduard«.

1798

Im Salon von Caroline Schlegel lernt Sophie Mereau den als Studenten der Medizin nach Jena gekommenen Clemens Brentano kennen.

Sophie Mereau ist Mitherausgeberin des »Göttinger Roman-Kalenders für das Jahr 1799« (ebenso 1799 für den Jahrgang 1800 und 1802 für den Jahrgang 1803) und veröffentlicht hier ihre Übersetzung des Romans »Die Prinzessin von Cleves« von Madame de La Fayette.

1799

23. Juli: Gemeinsam mit Clemens Brentano reist Sophie Mereau auf Wielands Gut Oßmannstedt bei Weimar, um Sophie von La Roche (Brentanos Großmutter) und Sophie Brentano (seine Schwester) zu treffen.

Sommer: Längerer Aufenthalt in Dornburg.

Sophie Mereau übernimmt die Herausgabe des »Berlinischen Damen-Calenders auf das Jahr 1800«.

1800

28. Januar: Tod des Sohnes Gustav.

Sophie Mereau trennt sich von ihrem Mann, der im selben Jahr ordentlicher Professor der Rechte in Jena wird. Sie zieht nach Camburg zu ihrer Stiefschwester Amalie Brawe.

Abbruch der Beziehung zu Clemens Brentano. Engere Freundschaft und Briefwechsel mit Friedrich Schlegel.

»Gedichte« (2. Band 1802).

1801

Sophie Mereau gibt die Zeitschrift »Kalathiskos« heraus (zwei Bände, bis 1802).

21. Juli: Scheidung von Karl Mereau. Sophie Mereau erhält eine jährliche Unterhaltszahlung von 200 Talern und darf ihre Tochter Hulda bei sich behalten. In den folgenden Jahren führt sie als eine der ersten Frauen in Deutschland ein Leben als selbständige freie Schriftstellerin. Mit ihrer umfangreichen literarischen Tätigkeit erzielt sie ein Jahreseinkommen von etwa 700 bis 800 Talern.

November: Sophie Mereau siedelt nach Weimar über.

1802

Juli: Gemeinsam mit Henriette von Egloffstein Reise nach Bad Lauchstädt.

1803

»Amanda und Eduard. Ein Roman in Briefen« (zwei Bände).

14. Mai: Wiedersehen mit Clemens Brentano in Weimar.

Mai–August: Zusammenleben mit Clemens Brentano in Jena.

August–September: Reise nach Dresden gemeinsam mit Charlotte von Ahlefeld.

November: Sophie Mereau siedelt nach Marburg über.

29. November: Nach langem Widerstand entschließt sie sich aufgrund ihrer Schwangerschaft zur Heirat mit Clemens Brentano. Die Ehe wird zu einer enormen Belastung für sie. Sophie Brentano arbeitet in den folgenden Jahren vor allem als Herausgeberin und Übersetzerin.

»Die Margarethenhöhle« (Übersetzung, vermutlich gemeinsam mit ihrer Schwester Henriette).

1804

11. Mai: Geburt des Sohnes Achim Ariel Tyll, der jedoch schon nach wenigen Wochen stirbt (beerdigt 21. Juni).

Sommer: Längerer Aufenthalt im Elternhaus von Clemens Brentano in Frankfurt am Main.

Ende August: Umzug nach Heidelberg.

»Spanische und Italienische Novellen« (zwei Bände bis 1806, gemeinsam mit Clemens Brentano).

1805

13. Mai: Geburt der Tochter Joachime Elisabetha Claudia Caroline Johanna, die bereits wenige Wochen später (am 17. Juni) an Scharlach stirbt.

Sommer: Aufenthalt von Achim von Arnim bei den Brentanos. Arbeit an »Des Knaben Wunderhorn«.

September: Gemeinsame Rheinreise mit Clemens Brentano und Achim von Arnim.

Jahresende: Sophie Brentano hat eine Fehlgeburt, nach der sie schwer erkrankt.

1806

Juni: Wallfahrt nach Wallthürn gemeinsam mit Clemens Brentano und ihrer Tochter Hulda. Besuch in Amorbach.

31. Oktober: Sophie Brentano stirbt im Alter von 36 Jahren in Heidelberg bei der Geburt eines toten Kindes. Clemens Brentano adoptiert später ihre Tochter Hulda.

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