Fülle

[9] Genug ist nicht genug! Gepriesen werde

Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!

Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte,

Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.


Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!

Die saft'ge Pfirsche winkt dem durst'gen Munde!

Die trunknen Wespen summen in die Runde:

»Genug ist nicht genug!« um eine Traube.


Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen

Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,

Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,

Genug kann nie und nimmermehr genügen!


Quelle:
Conrad Ferdinand Meyer: Sämtliche Werke in zwei Bänden. Band 2, München 1968, S. 9.
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Conrad Ferdinand Meyer
EAN 9783843008839, 133 Seiten

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