Schweigen

[110] In Eins verleibt, in engster Innigkeit

Sind Kräfte: doppellebig – so geschweißt

Ein Bild von jener Zwillings-Wesenheit

Aus Stoff und Licht, die Körper ist und Geist.

Da ist ein zweifach Schweigen – Strand und Meer –

Körper und Seele. Einer wohnt am Ort,

Jüngst übergrünt; ein tränenvolles Wort,

Gedenken und Ehrzeichen, ernst und hehr,

Verhüllen alles Graun – er heißt: Nie mehr!

Er ist vereinigt Schweigen; fürcht ihn nicht,

Da ihm zum Bösen alle Macht gebricht.

Doch solltest du begegnen (traurig Los!)

Seinem Gespenst (dem Kobold Namenlos,

Der spukt auf nie vom Mensch betretnen Pfaden

Der Einsamkeit), befiehl dich Gottes Gnaden.

Quelle:
Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 1: Gedichte, Herausgegeben von Theodor Etzel, Berlin: Propyläen-Verlag, [1922], S. 61-62,110110.
Lizenz:
Buchempfehlung: Poe, Edgar A.: Schweigen ISBN-13 9783785731581
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Poe, Edgar A.

Schweigen

Schweigen
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