Das andere Capitel.

[20] Der Guckguck fing gleich denselben Tag das erste mal im Jahre an zu ruffen, als ich in Schelmerode von meiner Fr. Mutter Abschied nahm, ihr um den Halß fiel, sie auf jedweden Backen zu guter letzte 3mal hertzte und hernach immer zum Thore hinaus wanderte.

Wie ich nun vor das Thor kam, o sapperment! wie kam mir alles so weitläufftig in der Welt vor! Da wuste ich nun der Tebel hohl mer nicht, ob ich gegen Abend oder gegen der Sonnen Niedergang zu marchiren sollte; hatte wol 10 mal in Willens, wieder umzukehren und bey meiner Frau Mutter zu bleiben, wenn ich solches nicht so lästerlich verschworen gehabt, nicht eher wieder zu ihr zu kommen, bis daß ich ein brav Kerl geworden wäre. Doch hätte ich mich endlich auch nicht groß an das Verschweren gekehret, weil ich sonst wohl eher was verschworen und es nicht gehalten hatte, sondern[20] würde unfehlbar wieder zu meiner Fr. Mutter gewandert seyn, wann nicht ein Graf auf einen Schellen-Schlitten wäre qver Feld ein nach mir zu gefahren kommen und mich gefraget: wie ich so da in Gedancken stünde? Worauf ich den Grafen aber zur Antwort gab: Ich wäre willens die Welt zu besehen, und es käme mir alles so weitläufftig vor und wüste nicht, wo ich zugehen solte. Der Graf fing hierauf zu mir an und sagte: Msr., es siehet ihn was rechts aus seinen Augen u. weil er Willens ist, die Welt zu besehen, so setze er sich zu mir auf meinen Schellen-Schlitten und fahre mit mir, denn ich fahre deßwegen auch in der Welt nur herum, daß ich sehen will, was hier und da passiret. So bald der Hr. Graf dieses gesagt, sprang ich mit gleichen Beinen in seinen Schellen-Schlitten hinein und stackte die rechte Hand forne in die Hosen u. die lincke Hand in den rechten Schubesack, daß mich nicht frieren solte, denn der Wind ging sehr kalt und hatte selbige Nacht Ellen dicke Eiß gefroren. Doch war es noch gut, daß der Wind uns hinten nach ging, so kunte er mich nicht so treffen, denn der Hr. Graf hielt ihn auch etwas auf. Der saß hinten auf der Pritsche und kutschte.

Damit so fuhren wir immer in die Welt hinein und gegen Mittag zu. Unterwegens erzehleten wir einander unser Herkommens; der Herr Graf machte nun den Anfang und erzehlete seinen Gräfl. Stand und daß er aus einen uhralten Geschlechte herstammete, welches 32 Ahnen hätte und sagte mir[21] auch, in welchen Dorffe seine Grosse-Mutter begraben läge; ich habe es aber wieder vergessen. Hernach so schwatzte er mir auch, wie daß er – als noch ein kleiner Junge von 16 Jahren gewesen wäre – seine Lust und Freude an den Vogelstellen immer gehabt hätte und einsmals auf einmal zugleich 31 Pumpel-Meisen in einen Sprenckel gefangen, welche er sich in Butter braten lassen und ihn so vortrefflich wohl bekommen wären.

Nachdem er nun seinen Lebens-Lauff von Anfang bis zum Ende erzehlet hatte, so fing ich hernach von meiner wunderlichen Geburth an zu schwatzen und wie es mit der Ratte wäre zugegangen, da sie meiner Fr. Mutter ein gantz neu seiden Kleid zerfressen gehabt und meiner Schwester zwischen die Beine durchgelauffen wäre und unversehens in ein Loch gekommen, da sie hätte sollen todt geschlagen werden; wie auch von meinen Blase-Rohre, mit welchen ich so gewiß schiessen können. O sapperment! wie sperrete der Herr Graf Maul und Nasen drüber auf, als ich ihn solche Dinge erzehlete und meinte, daß noch was rechts auf der Welt aus mir werden würde.

Nach solcher Erzehlung kamen wir an ein Wirths-Haus, welches flugs an der Strasse im freyen Felde lag, daselbst stiegen wir ab und giengen hinein, uns ein wenig da auszuwärmen. So bald als wir in die Stube kamen, ließ sich der Herr Graf ein groß Glaß geben, in welches wol hier zu Lande auf 18 bis 20 Maaß ging; dasselbe ließ er sich [von] den Wirthe[22] voll Brantewein schencken und brachte mirs da auf Du und Du zu. Nun hätte ich nicht vermeinet, daß der Graf das Glaß voll Brantewein alle auf einmal aussauffen würde! Allein er soffs der Tebel hohlmer auf einen Soff ohne absetzen und Barth wischen reine aus, daß sich auch der Wirth grausam drüber verwunderte. Hernach so ließ ers wieder eben so voll schencken und sagte zu mir: Nun allons, Herr Bruder Schelmuffsky! Ein Hundsfott der mirs nicht auch Bescheid thut! Sapperment! Das Ding verdroß mich, daß der Graff mit solchen Worten flugs um sich schmiß und fieng gleich zu Ihm an: Tob Herr Bruder! Ich wils Bescheid thun. Als ich dieses Ihn zur Antwort gab, fieng der Wirth höhnisch zu den Grafen an zu lächeln und meinte, ich würde es unmöglich können Bescheid thun, weil der Herr Graff ein dicker corpulenter Herre und ich gegen Ihn nur ein Auffschüßling wäre und in meinen Magen das Glaß voll Brantewein wohl schwerlich gehen würde. Ich war aber her und satzte mit dem Glase voll Brantewein an und soff es der Tebel hohl mer flugs auff einen Schluck aus. O Sapperment! was sperrete der Wirth vor ein paar Augen auff und sagte heimlich zum Grafen, daß was rechts hinter mir stecken müste! Der Graff aber klopfte mich hierauf gleich auff meine Achseln und sagte: Herr Bruder, verzeihe mir, daß ich dich zum Trincken genöthiget habe! Es soll hinfort nicht mehr geschehen. Ich sehe nun schon, was an dir zuthun ist und daß deines gleichen von Conduite[23] wohl schwerlich wird in der Welt gefunden werden. Ich antwortete den Herrn Bruder Grafen hierauf sehr artig wieder und sagte, wie daß ich warlich ein brav Kerl wäre und noch erstlich zu was rechts werden würde, wenn ich weiter in die Welt hinein kommen solte. Und wenn Er mein Bruder und Freund bleiben wolte, solte Er mich künfftig mit dergleichen Dingen verschonen. O Sapperment! wie demüthigte sich der Grafe gegen mich und bath mirs auf seine gebogenen Knien ab und sagte, dergleichen Excesse solten künftig nicht mehr von Ihm geschehen. Hierauf bezahlten wir den Wirth, satzten uns wieder auf unsern Schellen Schlitten und fuhren immer weiter in die Welt hinein.

Wir gelangeten zu Ende des Octobris, da es schon fast gantz dunckel worden war, in der berühmten Stadt Hamburg an, alwo wir mit unsern Schlitten am Pferde-Marckte in einen grossen Hauße einkehreten, worinnen viel vornehme Standes-Personen und Damens logireten. Sobald als wir da abgestiegen waren, kamen 2 Italiänische Nobels die Treppe oben herunter gegangen. Der eine hatte einen meßingenen Leuchter in der Hand, worauff ein brennendes Wachs-Licht brandte, und der andere eine große töpfferne brennende Lampe, welche geschwüpte voll Bomolie gegossen war. Die hiessen uns da willkommen und erfreueten sich meiner wie auch des Herrn Bruder Grafens seiner guten[24] Gesundheit. Nachdem Sie nun solche Compliment gegen uns abgeleget hatten, nahm mich der eine Nobel mit den brennenden Wachs-Liechte bey der Hand und der andere mit der brennenden Bomolien-Lampe fassete den Herrn Grafen bey den Ermel und führeten uns da der Treppe hinauff, daß wir nicht fallen solten, denn es waren 6 Stuffen oben ausgebrochen. Wie wir nun die Treppe oben hinauff kamen, so praesentirete sich ein vortrefflicher schöner Saal, welcher um und um mit den schönsten Tapezereyen und Edelgesteinen ausgezieret war und von Gold und Silber flimmerte und flammte. Auf denselben Saale nun stunden 2 vornehme Staaden aus Holland und 2 Portugiesische Abgesandten, die kamen mir und meinen Herrn Bruder Graffen gleichfalls entgegen gegangen, hiessen uns auch willkommen und erfreueten sich ebenfals unserer guten Gesundheit und glücklichen Anherokunfft. Ich antwortete denselben flugs sehr artig wieder und sagte: Wenn Sie auch noch fein frisch und gesund wären, würde es mir und den Hn Grafen sehr lieb auch seyn. Als ich mein Gegen-Compliment nun auch wieder abgeleget hatte, so kam der Wirth in einen grünen Sammet-Beltze auch dazu, der hatte nun ein groß Bund Schlüsseln in der Hand, hieß uns auch willkommen und fragte, ob ich und der Hr Graf belieben wolten, noch eine Treppe höher mit ihn zu steigen, alwo er uns anweisen wolte, wo wir unser Zimmer haben solten. Ich und der Herr Bruder nahmen hierauff von der[25] sämbtlichen Compagnie mit einer sehr artigen Mine Abschied und folgeten dem Wirthe, daß er uns in unser Zimmer führen sollte, welches wir zu unserer Bequemlichkeit innen haben solten.

Sobald wir nun mit ihn noch eine Treppe hinauff kamen, schloß er eine vortreffliche schöne Stube auf, worinnen ein über allemassen galantes Bette stund und alles sehr wohl in derselben Stube auffgeputzt war. Daselbst hieß er uns unsere Gelegenheit gebrauchen, und wenn wir was verlangeten, solten wir nur zum Fenster hinunter pfeiffen, so würde der Haußknecht alsobald zu unsern Diensten stehen; und nahm hierauf von uns wieder Abschied. So bald als der Wirth nun den Rücken gewendet hatte, war ich her und zog gleich meine Schuh und Strümpffe aus und pfiff dem Hauß-Knechte, daß er mir ein Faß frisch Wasser bringen muste, damit ich meine Knochen waschen kunte, denn sie stuncken abscheulich. Meinen Herrn Bruder Grafen waren seine schwarztrüpnen Sammthosen zwischen den Beinen aus der Nath gerissen; derselbe pfiff der junge Magd, daß sie Ihn eine Nehnadel mit einen Faden weissen Zwirn bringen muste, daß Er selbige wieder flicken kunte. Da sassen wir nun allebeyde, ich wusch meine stinckende Füsse und der Hr Bruder Graf flickte seine zerrissenen Sammthosen, welches sehr artig ließ.

Nachdem wir uns nun so ein Bißgen ausgemaustert hatten, so kam der Wirth in grünen Sammt-Beltze wieder hinauff zu uns und ruffte uns zur Abend-Mahlzeit, worauf ich und der Hr Bruder Graf gleich mit ihn giengen. Er führete uns die Treppe[26] wieder hinunter, über den schönen Saal weg und in eine große Stube, alwo eine lange Tafel gedeckt stunde, auf welche die herrlichsten Tractamenten getragen wurden. Der Hr Wirth hieß uns da ein klein wenig verziehen, die andern Herren wie auch Damens würden sich gleich auch dabey einfinden und uns Compagnie leisten.

Es währete hierauf kaum so lange als er davon geredet hatte, so kamen zu der Tafel-Stube gleich auch hinein getreten die 2 Italiänische Nobels, welche uns zuvor becomplementirt hatten, ingleichen auch die 2 Staaden aus Holland und die 2 Portugisischen Abgesandten und brachte ein jedweder eine vornehme Dame neben sich an der Hand mit hinein geschlept. O Sapperment! als sie mich und meinen Herrn Bruder Grafen da stehen sahen, was machten sie alle mit einander vor Reverenze gegen uns und absonderlich die Menscher, die sahen uns der Tebel hohlmer mit rechter Verwunderung an! Da nun die gantze Compagnie beysammen war, welche mit speisen solte, nöthigten sie mich und meinen Herrn Bruder Grafen, daß wir die Oberstelle an der Tafel einnehmen musten, welches wir auch ohne Bedencken thaten. Denn ich satzte mich nun gantz zu oberst an, neben mir zur lincken Hand saß der Herr Bruder Graf und neben mir rechten an der Ecke sassen nach einander die vornehmen Dames. Weiter hinunter hatte ein[27] iedweder auch seinen gehörigen Platz eingenommen.

Unter währender Mahlzeit nun wurde von allerhand Staats-Sachen discurriret – ich und der Bruder Graf aber schwiegen darzu stockstille und sahen, was in der Schüssel passirete, denn wir hatten in 3 Tagen keiner kein Bissen Brod gesehen! Wie wir uns aber beyde brav dicke gefressen hatten, so fieng ich hernach auch an, von meiner wunderlichen Geburth zu erzehlen und wie es mit der Ratte wäre zu gangen, als sie wegen des zerfressenen seidenen Kleides hätte sollen todt geschlagen werden. O Sapperment! wie sperreten Sie alle Mäuler und Nasen auf, da ich solche Dinge erzehlete und sahen mich mit höchster Verwunderung an. Die vornehmen Damens fiengen gleich an, darauf meine Gesundheit zu trincken, welche die gantze Compagnie Bescheid that! Bald sagte eine, wenn sie soff: Es lebe der vornehme Herr von Schelmuffsky! Bald fieng ein andere drauf an: Es lebe die vornehme Standes-Person, welche unter den Nahmen Schelmuffsky seine hohe Geburth verbirget! Ich machte nun allemahl eine sehr artige Mine gegen die Menscher, wenn sie meine Gesundheit so nach der Reihe soffen.

Die eine vornehme Dame, welche flugs neben mir an der Tisch-Ecke zur rechten Hand saß, die hatte sich wegen der Begebenheit von der Ratte gantz in mich verliebet! Sie druckte mir wohl über 100 mahl die Fäuste übern Tische, so gut meinte Sie es mit mir, und stoß mich auch immer mit ihren Knie an meine Knie, weil Sie sich in mich so sehr verliebet hatte. Doch war es nicht zu verwundern, weil ich[28] so artig neben Ihr saß und alles dazumahl der Tebel hohl mer flugs an mir lachte!

Nachdem ich nun mit meinen Erzehlen fertig war, so fieng mein Hr Bruder gleich auch an, von seinen Herkommen zu schwazen und wo seine 32 Ahnen alle herkomm[en], und erzehlte auch, in welchen Dorffe seine Großemutter begraben läge und wie er, als er noch ein kleiner Junge von 16 Jahren gewesen, 31 Pumpel-Meisen zugleich auf einmahl in einen Sprenckel gefangen hätte, und was das Zeugs mehr alle war. Allein er brachte alles so wunderlich durch einander vor und mengete bald das 100 in das 1000 hinein und hatte auch kein gut Mundwerk, denn er stammerte gar zu sehr, daß er auch – wie er sahe, daß ihn niemand nicht einmahl zu hörete – mitten in seiner Erzehlung stille schwieg und sahe, was sein Teller guts machte! Wenn ich aber zu discurriren an fieng! Ey Sapperment! wie horchten Sie alle wie die Mäußgen, denn ich hatte nun so eine anmuthige Sprache und kunte alles mit so einer artigen Mine vorbringen, daß sie mir nur der Tebel hohl mer mit Lust zu höreten.

Nachdem der Wirth nun sahe, daß niemand mehr aß und die Schüsseln ziemlich ausgeputzt waren, ließ er die Tafel wieder abräumen. Wie solches geschehen, machte ich und der Bruder Graff ein sehr[29] artig Compliment gegen die sämtliche Compagnie und stunden von der Tafel auf. Da Sie das über Tische nun sahen, fiengen Sie alle mit einander auch [an] auf zu stehen. Ich und der Herr Bruder Graf nahmen hierauf ohne Bedencken zu erst wieder unsern Weg zum Tafel-Gemach hinaus und marchireten nach unsern Zimmer zu. Die sämtliche Compagnie aber begleitete uns über den schönen Saal weg und biß an unsere Treppe, wo wir wieder hinauf gehen musten. Aldar nahmen sie von uns gute Nacht und wünschten uns eine angenehme Ruhe. Ich machte nun gegen Sie gleich wieder ein artig Compliment und sagte, wie daß ich nemlich ein brav Kerl wäre, der etwas müde wäre wie auch der Herr Graf, und daß wir in etlichen Wochen in kein Bette gekommen wären, als zweiffelten wir gar nicht, daß wir wacker schlaffen würden und Sie möchten auch wohl schlaffen. Nach dieser sehr artig gegebenen Antwort gieng nun ein iedweder seine Wege, ich und mein Hr. Bruder Graf giengen gleich auch die Treppe vollends hinauff und nach unsrer Stube zu. Wie wir da hinein kamen, so pfiff ich den Hauß-Knechte, daß er uns ein Licht bringen muste, welcher auch Augenblicks damit sich einstellete und wieder seiner Wege gieng. Hierauff zog ich mich und mein Herr Bruder Graf splinter nackend aus und sahen, was alda in unsern Hembden gutes passirete:

O Sapperment! wie war der Schweiß darinn lebendig geworden! Wir brachten der Tebel hohl mer über 3 gantzer Seiger-Stunden zu, ehe wir mit[30] todt schlagen kunten fertig werden. Doch wars bey mir noch nicht so arg, als wie bey dem Herrn Grafen, der war der Tebel hohl mer über 20000 Mann gut stärcker als ich, daß ich Ihn auch, wie ich mein Hembde wieder renoviret hatte, in seinem über eine gute Stunde noch muste todt knicken helffen, ehe das Rabenzeug alle wurde! Da solche nothwendige Arbeit gethan war, legten wir uns beyde in das schöne Bette, welches in der Stube stund. Sobald als der Herr Bruder Graf sich dahinein weltzte, fieng er gleich an zu schnarchen, daß ich vor ihn kein Auge zu den andern bringen kunte, ob ich gleich sehr müde und schläffrig auch war.

Indem ich nun so eine kleine Weile lag und lauschte, so pochte gantz sachte iemand an unsere Stuben-Thüre an! Ich fragte, wer da wäre, es wolte aber niemand antworten. Es pochte noch einmal an, ich fragte wieder, wer da wäre, es wolte mir aber niemand Antwort geben. Ich war her, sprang nackend zum Bette heraus, machte die Stuben-Thüre auff und sahe wer pochte! Als ich selbige eröffnete, so stund ein Mensche draussen und hatte ein klein Brieffgen in der Hand, both mir im finstern einen guten Abend und fragte, ob der frembde vornehme Herr, welcher heute Abend über Tische die Begebenheit von einer Ratte erzehlet, seine Stube hier hätte. Da Sie nun hörete, daß ichs selbst war, fieng Sie weiter an: Hier ist ein Brieffgen an Sie und ich soll ein paar Zeilen Antwort drauf bringen. Hierauf ließ ich mir den Brieff geben, hieß sie ein wenig vor der Stuben-Thüre verziehen, zog geschwinde mein Hembde und Hosen an und pfiff den Hauß-Knechte,[31] daß er mir das Licht anbrennen muste, welches er auch alsobald that und mit einer grossen Laterne die Treppe hinauff gelauffen kam. Damit so erbrach ich den Brieff und sahe, was drinnen stund. Der Inhalt war wie folget also:


Anmuthiger Jüngling.


Woferne Euchs beliebet diesen Abend noch mein Zimmer zu besehen, so lasset mir durch gegenwärtige Servante Antwort wissen.

Adjeu!

Eure affectionirte Dame

welche bey Euch heute Abend über Tische an der Ecke zur rechten Hand gesessen und manchmahl mit den Knie gestossen


La Charmante.


Sobald ich diesen Brieff nun gelesen, pfiff ich dem Hauß-Knechte wieder, daß er mir Feder, Dinte und Papier bringen muste. Darauf satzte ich mich nur hin und schrieb einen sehr artigen Brieff wieder an die Dame Charmante zur Antwort. Derselbe war nun auf diese Manier eingerichtet:


Mit Wündschung alles Liebes und

Gutes zuvor Wohl-Erbare

Dame Charmante.


Ich will nur erstlich meine Schue und Strümpffe wie auch meinen Rock wieder anziehen (denn das[32] Hembde und Hosen habe ich schon wieder angezogen, ob ich gleich nackend aus den Bette sprang, als das Mensche – die Servante – anpochte und ich ihr auch nackend auffmachte, da Sie mir Euren Brieff über brachte, so zweiffele ich, daß sie in finstern was an mir wohl groß gesehen hat.) Hernach wil ich gleich zu Euch kommen. Ihr müsset aber, Wohl-Erbare Dame, die Servante unfehlbar wieder zu mir schicken, daß sie mir die Wege wei[s]t, wo ich Eure Stube finden soll; und lasset sie eine Laterne mit bringen, daß ich auch nicht in finstern falle, denn alleine komme ich der Tebel hohl mer nicht. Warumb? es ist ietzo gleich zwischen 11 und 12, da der Hencker gemeiniglich sein Spiel hat und mir leichtlich ein Schauer ankommen möchte, daß mir auf den Morgen hernach das Maul brav ausschlüge und was würde Euch denn damit gedient seyn, wenn ich eine grindigte Schnautze kriegte! Wornach Ihr Euch zu achten wisset! Haltet nun wie Ihrs wollet. Hohlt das Mensche mich ab – wohl gut. Kömt Sie aber nicht wieder, wie bald ziehe ich die Hosen und mein Hembde wieder aus und lege mich wieder zu meinen Herrn Bruder Grafen ins Bette! In übrigen lebet wohl – ich verbleibe dafür


Meiner Wohl-Erbarn Madame

Charmante

allezeit

treu-gehorsambst dienst-

schuldigst Reisefertigster


Schelmuffsky.
[33]

Diesen Brieff schickte ich nun der vornehmen Dame Charmante zur Antwort wieder und suchte meine Schue und Strümpffe unter der Banck flugs hervor, daß ich sie anziehen wolte. Ich hatte kaum den einen Strumpff an das lincke Bein gezogen, so stund die Servante schon wieder drausen und hatte eine grosse papierne Laterne in der Hand, worinnen eine töpfferne Lampe mit zwey Daachten brannte, und wolte mich nach der Dame Charmante ihren Zimmer leuchten, daß ich nicht fallen solte. Sobald als ich mich nun angezogen, nahm ich meinen Degen, welches ein vortrefflicher Rückenstreicher war, unter den Arm und gieng mit nach der Charmante Ihrer Stube zu. Das Mensche die Servante kunte mir mit der papierne Laterne überaus stattlich leuchten; sie führete mich von meiner Stube an die Treppe wieder hinunter über den schönen Saal weg, einen langen Gang im Hoff hinter, alwo ich 6 Treppen hoch mit ihr wieder steigen muste, ehe ich an der Charmante ihr Zimmer kam. Wie mir das Mensch die Stuben-Thüre nun zeigte, so klinckte ich gleich auf und gieng ohne Bedenken unangemeldet hinein. Da mich die Charmante nun kommen sah, sprang Sie gleich in ihren Nacht-Habith aus den Bette heraus, empfieng mich auf Frantzösische Manier mit einen gedoppelten Kusse und bath bey mir um Verzeihung, daß ich solches nicht ungeneigt auffnehmen möchte, daß Sie bey später Nacht noch zu mir geschickt und mich in Ihr Zimmer bemühet hätte! Ich antwortete der Charmante aber hierauf sehr artig wieder und sagte: wie daß ich nemlich ein brav Kerl wäre, desgleichen man[34] wohl wenig in der Welt antreffen würde und es hätte nichts auf sich, weil ich indem vor meines Hn. Bruder Grafens seinen Schnarchen nicht einschlaffen können. Als ich Ihr dieses nun so mit einer überaus artigen Mine zur Antwort gab, so bath Sie mich, daß ich mich doch zu Ihr auff Ihr Bette setzen möchte und Ihr die Begebenheit doch noch einmahl von der Ratte erzehlen solte und in was vor ein Loch sie doch gelauffen wäre, da man sie wegen des zerfressenen seidenen Kleides mit den Besen todt schlagen wollen.

Ich erzehlete der Charmante hierauf Augenblicks die gantze Begebenheit und sagte: was das Loch anbelangete, worein die Ratte gelauffen wäre, hätte ich zwar nicht gesehen, allein so viel ich von meiner Schwester Nachricht erhalten, wäre die Ratte, als sie Ihr zwischen die Beine unversehens durchgekrochen kommen, vor ihren Augen verschwunden und kein Hencker hätte hernach wissen wollen, wohin das Rabenaß sich doch immer und ewig müste versteckt haben! O Sapperment! wie fiel mir das Mensche, die Charmante, um den Halß, da Sie von den Verstecken hörete! Sie stackte mir der Tebel hohl mer Ihre Zunge eine gantze halbe Elle lang in mein Maul, so lieb hatte Sie mich, und druckte mir ein Spanisch Creutze über das andere, daß ich auch manchmahl nicht anders dachte, Himmel und Erden läge auf mir, vor solcher Liebes-Vergnügung, welche mir das Mensche erzeugte. Wie Sie nun die Liebes-Regungen durch Ihre allzu grossen Caressen[35] bey mir gantz Schamloß gemacht hatte und ich der Tebel hohlmer selber nicht wuste, was ich thate, so gab Sie hernach Freyens bey mir vor und sagte: Ich solte Sie nehmen! Ich antwortete der Charmante aber hierauf sehr artig wieder und sagte: Wie daß ich nemlich ein brav Kerl wäre, aus dem was rechts noch erst werden würde, wenn er weiter in die Welt hinein käme, und daß ich so balde noch nicht Lust hätte, eine Frau zu nehmen. Doch wolte ich Ihrs nicht abschlagen, sondern es ein wenig überlegen. O Sapperment! wie fieng das Mensche an zu heulen und zu gransen, da ich Ihr von den Korbe schwatzte! Die Thränen lieffen Ihr immer die Backen herunter, als wenn man mit Mulden gösse! Und macht sich da ein paar Augen wie die grössesten Schaff -Käse Näppe groß!

Wolte ich nun wohl oder übel, daß Sie sich nicht gar über mich zu todte heulen möchte, muste ichs der Tebel hohl mer zu sagen, daß ich keine andere als Sie zur Frau haben wolte. Da nun solches geschehen, gab Sie sich wieder zu frieden und stackte mir hernach so artig Ihr Züngelgen eine gantze halbe Elle lang wieder in mein Maul und nutschte mir damit in Halse wie ein klein Kind an der Mutter Pietze. Nach unterschiedlichen dergleichen Liebes-Vergnügungen nahm ich selben Abend von Ihr Abschied und ließ ich mich durch die Servante mit der papiernen Laterne wieder auf meine Stube leuchten und legte mich zu meinen Hn. Bruder Grafen ins Bette, welcher noch eben uf der Stelle da lag und in einen[36] Weg schnarchte! Ich war kaum ins Bette wieder hinein, so kriegte ich auch etwa seine Laune und schnarchten da alle beyde wie ein altes Pferd, welches dem Schinder entlauffen war.

Den andern Tag früh, da es etwan um 9 Uhr seyn mochte und ich in besten Schlaffe lag, so stieß iemand mit beyden Beinen an unserer Stuben-Thür lästerlich an, daß ich aus dem Schlaffe Klafftern hoch vor Erschröcknüß in die Höhe fuhr! Das Anschlagens wolte aber kein Ende nehmen – ich war her und sprung flugs mit gleichen Beinen aus dem Bette heraus, zog mein Hembde an und wolte sehen wer da war. Wie ich aufmachte, so stund des einen Staadens aus Holland sein Junge draussen, welcher fragte: Ob der von Schelmuffsky seine Stube hier hätte? Da ich den Jungen nun zur Antwort gab, daß ichs selber wäre, sagte er weiter: Sein Herr, der hielte mich vor keinen braven Kerl, sondern vor einen Ertz-Bärenhäuter, wenn ich nicht zum allerlängsten um 10 Uhr heute vormittags mit einen guten Degen auf der grossen Wiese vor den Altonaischen Thore erschiene, und da wolte er mir weisen, was raison wäre! O Sapperm. – wie verdroß mich das Ding, als mir der Kerl durch sein Jungen solche Worte sagen ließ! Ich fertigte den Jungen aber alsobald mit folgender Antwort ab und sagte: Höre, Hundsf[ott], sprich du zu deinen Hn. wieder, ich ließe ihn sagen: Warum er denn nicht selbst zu mir gekommen wäre und mir solches gesaget – ich hätte bald mit ihn fertig werden wollen. Damit er aber sehen solte, daß ich mich vor ihn nicht scheuete, so wollte ich kommen und ihn nicht[37] allein zu Gefallen einen guten Degen, welches ein Rückenstreicher wäre, mit bringen, sondern es solten auch ein paar gute Pistohlen zu seinen Diensten stehen. Damit wolte ich ihn weisen, wie er den bravsten Kerl von der Fortuna ein andermahl besser respectiren solte, wenn er was an ihn zu suchen hätte. Hierauf gieng des Staadens sein Junge fort und mupte nicht ein Wort weiter, ausgenommen, wie er an die Treppe kam, so schielte er mich von der Seite mit einer hönschen Mine recht sauer hinterrücks an und lieff geschwinde die Treppe hinunter. Ich war aber her, gieng in die Stube wieder hinein, zog mich geschwinde an und pfiff den Hauß-Knechte, daß er eiligst zu mir kommen muste. Welcher sich auch flugs Augenblicks bey mir einstelte und sagte: Was belieben Euere Gnaden? Das Ding gefiel mir sehr wohl von den Kerl, daß er so bescheidentlich antworten kunte. Ich fragte ihn hierauff: Ob er mir nicht ein paar gute Pistohlen schaffen könte? Das und das gienge vor sich, wolte ihn keinen Schaden daran thun, und er solte dafür ein Trinckgeld zu gewarten haben. O Sapperment! als der Kerl von den Trinckgelde hörete, wie sprang er zur Stuben-Thüre hinaus und brachte mir im Augenblick ein paar wunderschöne Pistolen geschlept, welche dem Wirthe waren! Die eine muste er mir mit grossen Haasen- Schroten und die andere mit kleiner Dunst füllen und 2 Kugeln drauff stopffen; da solches geschehen, gürtete ich meinen[38] Rückenstreicher an die Seite, die Pistohlen stackte ich ins Gürtel und marchirte da immer stilleschweigens nach dem Altenaischen Thore zu.

Wie ich nun vor das Thor kam, so erkundigte ich mich nun gleich, wo die grosse Wiese wäre? Es gab mir aber ein kleiner Schiffer-Junge alsobald Nachricht davon. Da ich nun ein klein Eckgen von der Stadt-Mauer gegangen war, so kunte ich die grosse Wiese sehen und sahe, daß ihrer ein gantz Hauffen dort stunden, auf welche ich gleich Sporenstreichs zu marchirete. Als ich nun bald an Sie kam, sahe ich, daß der eine Staade da stund und Ihrer etliche noch bey sich hatte. Ich fragte ihn aber gleich, wie ich zu ihn kam, ob er mich durch seinen Jungen vor einer Stunde wohin hätte forde[r]n lassen und was die Ursache ware? Worauf er mir zur Antwort gab: Ja, er hätte solches gethan und das wäre die Ursache, weil ich die vergangene Nacht bey der Madame Charmante gewesen und das könte er gar nicht leiden, daß ein Frembder Sie bedienen solte! War hierauff Augenblicks mit der Fuchtel heraus und kam auf mich zu marchiret. Da ich nun sahe, daß er der Haare war – O Sapperm., wie zog ich meinen Rückenstreicher auch von Leder und legte mich in Positur! Ich hatte ihn kaum einen Stoß auspariret, so that ich nach ihn einen Saustoß und stach ihn der Tebel hohl mer mit meinen Rückenstreicher die falsche Quinte zum lincken Ellebogen hinein, daß das Blut Arms dicke heraus schoß und kriegte Ihn hernach beym Leibe und wolte ihn mit[39] der einen Pistohle, welche starck mit Dunste und Kugeln geladen war, das Lebens-Licht vollends ausblasen! Es wäre auch in bösen Muthe geschehen, wenn nicht seine Cammeraden mir wären in die Arme gefallen und gebethen, daß ich nur sein Leben schonen solte, indem ich Revenge gnug hätte. Die Sache wurde auch auff vielfältiges Bitten also bemittelt, daß ich mich wieder mit ihn vertragen muste, und zwar mit den Bedinge, daß er mir durch seinen Jungen niemahls mehr solche Worte sagen ließe, wenn ich der Madame Charmante eine Visite gegeben hätte. Welches er mir auch zu sagte. In was vor Ehren ich hernach von seinen Cammeraden gehalten wurde, das kan ich der Tebel hohlmer nicht genug beschreiben! Wo auch nur eine Action vorgieng, da muste ich allezeit mit darbey seyn und die Contra-Parten aus einander setzen. Denn wo ich nicht darbey mit war, wenn Schlägerey vorgiengen und wurde nur in Geheim so vertragen, davon wurde gar nichts gehalten. Wo es aber hieß, der von Schelmuffsky hat den und den wieder secundiret, so wusten Sie alle schon, wie viels geschlagen hatte!

Die gehabte Action mit den einen Staaden aus Holland erzehlete ich alsobald der Dame Charmante, und sagte, daß es Ihrentwegen geschehen wäre. Das Mensche erschrack zwar anfänglich sehr darüber, allein wie sie hörete, daß ich mich so ritterlich gehalten hatte, sprung Sie vor Freuden hoch in die Höhe und fiel mir um den Halß, hertzte mich[40] und stackte mir Ihre Zunge lang wieder in meine Schnautze, welches mir der Tebel hohl mer recht wohl von den Menschen gefiel.

Hernach so gieng ich zu meinen Herrn Bruder Grafen hinauf in die Stube, welcher zwar noch im Bette lag und lauschte. Denselben erzehlete ichs auch, was mir schon begegnet wäre in Hamburg. Der war nun so gifftig, daß ich ihn nicht aufgeweckt hatte! Er hätte wollen auf seinen Schellen-Schlitten mit hinaus fahren und mich secundiren helffen. Ich gab ihn aber zur Antwort, daß sich ein brav Kerl auch vor ihrer hunderten nicht scheuen dürffte!

Hierauf kam der Wirth in grünen Sammt-Peltze hinauf zu uns und ruffte uns wieder zur Mittags-Malzeit. O Sapperment! Wie sprung mein Herr Bruder Graf nackend aus den Bette heraus und zog sich über Halß über Kopff an, daß er das Essen nicht versäumen wollte; wie er sich nun angezogen hatte, marchireten wir beyde mit den Hn Wirthe wieder hinunter zur Tafel. Es stellte sich die gantze Compagnie bey Tische wieder ein, welche vorigen Abend mit gespeiset hatte, ausgenommen der eine Staade, welchen ich die falsche Quinte durch den Arm gestossen hatte. Der war nicht da. Ich und mein Herr Bruder Graff nahmen nun ohne Bedencken die Oberstelle wieder ein; da meinte ich nun, es würde über Tische von der Action was gestichelt werden – allein der Tebelhohlmer – nicht ein Wort wurde davon erwehnet und ich hätte es auch keinen rathen wollen, denn die falsche Quinte und der Saustoß lag mir noch immer in Sinne. Sie fiengen von allerhand wieder an zu discurriren und meinten, ich[41] würde auch etwan wieder was erzehlen, darüber Sie sich verwundern könten. Sie gaben mir auch Anleitung darzu, allein ich that der Tebel hohl mer als wenn ichs nicht einmahl hörete.

Die Dame Charmante fieng meine Gesundheit an zu trincken, welche die gantze Compagnie auch wieder Bescheid that. Mein Herr Bruder Graff fieng hernach von seinen Pumpelmeisen an zu erzehlen, die er auf einmahl in dem Sprenckel gefangen hätte, und daß dieselben ihn so gut geschmeckt hätten, als seine verstorbene Frau grosse Mutter ihn solche in Butter gebraten. Über welcher einfältigen Erzehlung die gantze Compagnie lachen muste!

Nach gehaltener Mittags-Mahlzeit satzte ich mich mit meiner Liebsten der Charmante auf eine Chaise de Roland und fuhren auf den Wällen spatziren, besahen da die Ring-Mauer der Stadt Hamburg, wie sie gebauet war, welche denn an etlichen Orten nicht aller dings feste gnug zu seyn schiene. Ich sagte solches den Stadt-Capitaine, wie sie gantz auf eine andere Manier perspectivisch könte repariret werden. Er schriebs zwar auf – ob sie es nun werden gethan haben, kan ich nicht wissen, denn ich bin von der Zeit an nicht wieder hingekommen. Nach diesen fuhren wir in die Stern-Schantze und besahen dieselbe auch. O Sapperment! was lagen da vor Bomben, welche von voriger Belägerung waren hinein geworffen worden! Ich will wetten, daß wohl eine über 300 Centner schwer hatte. Ich versuchte es auch, ob ich eine mit einer Hand in die Höhe heben[42] kunte – alleine es wolte der Tebel hohlmer nicht angehen, so schwer war sie; knap daß ich sie mit beyden Händen 3 Ellen hoch in die Höhe heben kunte. – Von dar fuhren wir hinaus an die Elbe und sahen da die Schiffer-Jungen angeln. O Sapperment! was fingen sie da vor Forellen an der Angel! Es waren nicht etwan solche kleine Forellen wie hier zu Lande bey Gutenbach oder sonsten dergleichen Orten herum giebt, sondern es waren der Tebel hohlmer Dinger, da eine Forelle gut zwantzig bis dreysig Pfund hatte. In denselben Fischen hatte ich mich zu Hamburg gantz überdrüßig gefressen und wenn ich die Stunde noch Forellen erwehnen höre, wird mir flugs gantz übel davon. Warum? sie haben in Hamburg keine andere Fische als nur Forellen Jahr aus, Forellen Jahr ein! Man muß sich darinnen verstänckern, man mag wollen oder nicht. Bisweilen, etwan um Licht-Messe herum, kommen irgend ein paar Donnen frische Häringe da an, aber auch gar selten, und darzu wo erkleckt das unter so einer Menge Volck! Der tausende kriegt keinen nicht einmahl davon zu sehen.

Nachdem ich mit meiner Liebsten den Angeln so eine Weile zugesehen, fuhren wir wieder in die Stadt und nach unsern Qvartiere zu. So bald als wir abstiegen, stund ein kleiner bucklicher Tantz-Meister im Thorwege, der machte gegen die Madame Charmante, wie auch gegen mich ein sehr artig Compliment und invitirete uns zu einen Balle. Meine Liebste, die Charmante, fragte mich, ob ich[43] Lust mit hin zu fahren hätte, denn sie könte es der Compagnie nicht abschlagen und sie würden wohl indem alle schon auf sie warten? Ich gab ihr zur Antwort: Ich fahre schone mit und sehe was da paßirt. Hierauf gab sie den Tantzmeister Befehl, daß sie gleich kommen wolte. O Sapperment! wie sprung der Kerl vor Freuden herum, daß sie kommen wolte und noch iemand mit sich bringen! Er lieff immer zum Hausse hinaus und nach den Tantz-Boden zu, als wenn ihn der Kopff brannte. Wir satzten uns gleich wieder auf unsere Chaise de Rolande und fuhren nach den Tantz-Boden zu.

So bald als wir nun hinauf kamen, O Sapperment! was war vor aufsehens da von den vornehmen Damens und Cavalliern, welche sich auch auf den Tantz-Boden eingefunden hatten; es war ein Gelispere heimlich in die Ohren und so viel ich hören kunte, fing bald dieser an und sagte: Wer muß doch nur der vornehme Herr seyn, welchen die Madame Charmante mitgebracht hat? Bald sagte ein Frauenzimmer zu den andern: Ist das nicht ein Wunder-schöner Kerl? Sieht er doch flugs aus wie Milch und Blut! Solche und dergleichne Reden giengen wohl eine halbe Stunde unter der Compagnie auf den Tantzboden heimlich vor. Der Tantzmeister praesentirte mir einen rothen Samt-Stuhl, worauf ich mich niedersetzen muste; die andern aber, wie auch meine Charmante, musten alle stehen. Damit so ging nun die Music an. O Sapperment! wie kunten die Kerl streichen! Sie machten mit einen Gassenhauer den Anfang, wornach der kleine bucklichte Tantzmeister die erste Entrée tantzte. Sapperment![44] wie kunte das Kerlgen springen! Es war der Tebel hohlmer nicht anders, als wenn er in Lüfften flöhe! Wie derselbe Tantz aus war, so schlossen sie alle mit einander einen Kreiß und fingen an Schlangen-weise zu tantzen; meine Charmante, die muste nun in den Creiß hinein treten und drinnen alleine tantzen. O Sapperment! was kunte sich das Mensche Schlangen-weise im Kreisse herum drehen, daß ich auch der Tebel hol mer alle Augenblick dachte, ietzt fällt sie übern Hauffen! Allein es war, als [ob] ihr nichts drum wäre. Die andern Mädgens dantzten der Tebel holmer galand auch. Ich kans nicht sagen, wie artig sie die Knochen auch setzen kunten! Meiner Charmante aber kunte es aber doch keine gleich thun.

Nachdem der Kreiß-Tantz Schlangen-weise nun aus war, so fingen sie allerhand gemeine Täntze auch an zu tantzen, als Couranden, Chiquen, Alemanden und dergleichen. Solch Zeug solte ich nun auch mit tantzen! Es kamen unterschiedne Dames zu mir an den Sammt-Stuhl, worauf ich saß und forderten mich auch zu einen Täntzgen auf. Ich entschuldigte mich zwar erst und sagte: Wie daß ich nemlich ein brav Kerl wäre, den zwar was rechts aus den Augen heraus funckelte, aber tantzen hätte ich noch nicht recht gelernet. Es halff aber der Tebel hohlmer kein Entschuldigen, die Dames trugen mich mit samt den Stuhle in den Tantz-Kreiß hinein und küpten mich mit den Stuhle um, daß ich der Tebel hohlmer die Länge lang hinfiel! Ich stunde aber mit[45] einer sehr artigen Mine wiederum auf, daß sich auch die gantze Compagnie auf den Tantz-Boden über mich sehr verwunderte und ein Cavallier immer zu den andern sagte: daß ich wohl einer von den bravsten Kerlen auf der Welt mit seyn müste. Hierauf fing ich nun an zu tantzen und nahm 3 Frauenzimmer – die eine muste mich bey der lincken Hand anfassen, die andere bey der rechten, und die dritte muste sich an mein linck Bein halten. Damit hieß ich die Musicanten den Altenburgischen Bauer-Tantz aufstreichen. Da hätte man nun schön tantzen gesehen, wie ich auf den rechten Beine solche artige Sprünge thun kunte; wie ich mich nun so ein klein wenig erhitzt hatte, so sprung ich auf den einen Beine der Tebel hohlmer Klafftern hoch in die Höhe, daß auch die eine Dame, welche sich an mein linck Bein gefast hatte, fast mit keinen Fusse auf die Erde kam, sondern stets in der Lufft mit herum hüpffte. O Sapperment! wie sahen die Menscher alle, als ich solche Sprünge that! Der kleine bucklichte Tantzmeister schwur hoch u. theuer, daß er dergleichen Sprünge Zeitlebens nicht gesehen hätte. Sie wolten hernach auch alle wissen, was vor Geschlechts und Herkommens ich wäre, allein ich sagte es der Tebelhohlmer keinen. Ich gab mich zwar nur vor einen Vornehmen von Adel aus, allein sie wolten es doch nicht glauben, sondern sagten: Ich müste noch weit was Vornehmers seyn, denn meine Augen, die hätten mich schon verrathen, daß ich aus keiner Hasel-Staude entspru[n]gen wäre. Sie fragten auch meine Charmante, alleine der Hencker hätte sie wohl gehohlt, daß sie was von meiner Geburt[46] erwehnet hätte! Denn wenn sie die Historie von der Ratte gehöret hätten, Ey Sapperment! wie würden sie gehorcht haben!

Nach gehaltenen Ball fuhr ich mit meiner Charmante in die Opera, welches der Tebel hohlmer auch da schön zu sehen war, denn sie spielten gleich selben Tag von der Zerstörung Jerusalem. O Sapperment! was war das vor eine grosse Stadt, das Jerusalem, welches sie in der Opera da vorstelleten! Ich will wetten, daß es der Tebel hohlmer 10 mahl gut grösser war als die Stadt Hamburg ist; und zerstöreten da das Ding auch so lästerlich, daß man der Tebel hohlmer nicht einmahl sahe, wo es gestanden hatte. Nur immer und ewig schade war es um den wunder-schönen Tempel Salomonis, daß derselbe so mit muste vor die Hunde gehen! Es hätte mich sollen deuchten, wenn nur ein Fleckgen daran wäre gantz geblieben. Nein, es muste von denen Soldaten der Tebel hohlmer alles ruiniret und zerstöret werden! Es waren Crabaten und Schweden, die das Jerusalem so zu schanden machten.

Nach dieser gesehenen Opera fuhr ich mit meiner Charmante auf den Jungfern-Stieg (wie es die Hnn Hamburger nennen), denn es ist ein sehr lustiger Ort und liegt mitten in der Stadt Hamburg an einen kleinen Wasser, welches die Elster genennet wird. Da stehen wohl 2000 Linden und gehen alle[47] Abend die vornehmsten Cavalliers und Dames der Stadt Hamburg dahin spatziren und schöpffen unter der Linden frische Lufft; auf denselben Jungfer Stiege war ich mit meiner Liebsten Charmante nun alle Abend da anzutreffen. Denn der Jungfern Stieg und das Opern-Hauß war immer unser bester Zeitvertreib. Von der Belägerung Wien spielten sie auch einmahls eine Opera, welche vortrefflich zu sehen war. Ey Sapperment! was schmissen die Türcken vor Bomben in die Stadt Wien hinein! Sie waren der Tebel hohl mer noch 20 mahl grösser als wie die, welche in der gedachten Stern-Schantze zu Hamburg liegen. Wie sie aber von denen Sachsen und Polacken dafür bezahlet worden, werden sie wohl am besten wissen. Denn es blieben wol von den Türcken über 30000 Mann auf den Platze, ohne die, welche gefangen genommen wurden und tödtlich plessiret waren, so ich ohngefehr auch etwan auff 18 biß 20000 Mann schätze, und 40000 Mann warens gut, welche die Flucht nahmen. Ey Sapperment! wie giengen die Trompeten da, wie die Stadt entsetzt war! Ich will wetten, daß wohl über 2000 Trompeter auf den Dinge hielten und Victoria bliessen.

Mit dergleichen Lustigkeit vertrieben ich und mein Charmante damahl täglich unsere Zeit in Hamburg. Was michs aber vor Geld gekostet, das will ich der Tebel hohlmer niemand sagen. Es geräuet mich aber kein Heller, welchen ich mit der Charmante durchgebracht habe, denn es war ein[48] vortrefflich schön Mensche, und ihr zu gefallen, hätte ich die Hosen ausziehen und versetzen wollen, wenns am Gelde hätte fehlen sollen, denn sie hatte mich überaus lieb und hieß mich nur Ihren anmuthigen Jüngling, denn ich war da zumal weit schöner als ietzo. Warum? man wird ferner hören, wie mich die Sonne unter der Linie so lästerlich verbrannt hat.

Ja Hamburg, Hamburg! wenn ich noch dran gedencke, hat mir manche Lust gemacht. Und ich wäre der Tebel hohlmer wohl noch so bald nicht heraus gekommen (ob ich gleich 3 gantzer Jahr mich da umgesehen hatte), wenn mein Rückenstreicher mich nicht so unglücklich gemacht hätte. Welches zwar wegen meiner Liebsten der Charmante herkam, doch kunte das gute Mensche auch nicht dafür, daß ich bey Nacht und Nebel durchgehen muste. Denn ein brav Kerl muß sich nicht praviren lassen. Die gantze Sache war aber also beschaffen: Ich wurde mit meiner Charmante in eine lustige Gesellschafft gebeten und musten an denselben vornehmen Orte, wo die Compagnie war, des Abends mit da zu Gaste bleiben. Wie wir nun abgespeiset hatten, war es schon sehr spät in die Nacht hinein. Wir wurden auch gebethn, da zu bleiben, allein meine Charmante wollte nicht da schlaffen. Der vornehme Mann aber, wo wir waren, ließ seine Carosse anspannen, dieselbe solte uns nach unsern Qvartiere zu bringen, damit wir keinen Schaden nehmen möchten. Wie wir aber bald an den Pferdemarckt kamen, so[49] bath mich meine Charmante, daß ich mit ihr noch ein halb Stündchen möchte auf den Jungfern-Stieg fahren, sie wolte nur sehen, was vor Compagnie da anzutreffen wäre. Ich ließ mir solches gefallen und befahl den Kutscher, daß er uns dorthin fahren solte. Als wir aber durch ein enge Gäßgen nicht weit von Jungfern-Stiege fahren musten, fingen welche an zu wetzen in derselben Gasse. Nun ware ich Blut übel gewohnet, wenn mir einer vor der Nase herum in die Steine krigelte und hätte der Tebel hohlmer 10 mal lieber gesehen, es hätte mir eines eine derbe Presche gegeben, als daß er mir mit dergleichen Wetzen mir wäre aufgezogen kommen. Ich war her und sagte zu meiner Charmante, sie solte nur mit den Kutscher wieder umlencken und nach den Qvartiere zu fahren, ich wolte sehen, wem dieser Affront geschähe, und es stünde mir unmöglich an, daß man den bravsten Kerl von der fortune vor der Nase so herum wetzen solte. Meine Charmante aber wolte mich nicht von sich weg lassen und meinte, ich möchte etwan zu Unglück kommen. Sie fiel mir um den Halß, zuhertzte mich und stackte mir ihre Zunge weit wieder in meine Schnautze hinein, so gut meinte Sie es mit mir, daß ich bey Ihr bleiben solte. Allein ich sprang, ehe Sie sichs versahe, mit gleichen Beinen zur Kutsche[50] heraus, hieß den Kutscher umlencken und marchirete da den Nacht-Wetzern nach, welche ich am Ende des engen Gäßgens noch antraf und zu ihnen anfieng, welche wohl auf ihrer 30 waren: was habt ihr Bärenhäuter da zu wetzen? Die Kerl aber kamen mit ihren blossen Degen auf mich hinein gegangen und meinten, ich würde mich vor ihnen fürchten. Ich trat zwar einen Schritt zurücke und da kriegte ich meinen Rückenstreicher heraus: Ey Sapperment! wie hieb und stach ich auf die Kerl hinein! Es war der Tebel hohlmer nicht anders, als wenn ich Kraut und Rieben vor mir hätte: Ihrer 15 blieben gleich auf den Platze, ihrer etliche, die ich sehr beschädiget hatte, baten um gut Wetter, und etliche die gaben Reißaus und schrien nach der Rädel-Wache. Ey Sapperm., als ich von d' Rädel-Wache hörete, dachte ich, das Ding dürffte wohl nicht gut mit dir ablauffen, wenn die dich kriegen solten! Ich war her und marchirete immer Spornstreichs nach den Altonaischen Thore zu. Da spendirete ich den Thorwärter einen gantzen Doppel-Thaler, daß er mich durch das Pförtgen muste hinaus lassen. Draussen satzte ich mich nun auf dieselbe Wiese, wo ich den einen Staaden aus Holland die falsche Qvinte durch den lincken Elbogen gestossen hatte und gransste da wie ein klein Junge Rotz und Wasser.

Wie ich nun ausgegransst hatte, so stund ich auf, kehrte mich noch einmahl nach der Stadt Hamburg zu, ob ich sie gleich in finstern nicht sehen kunte, und sagte: Nun gute Nacht, Hamburg, gute Nacht Jungfer Stieg, gute Nacht Opern-Hauß, gute Nacht[51] Herr Bruder Graf und gute Nacht mein allerliebste Charmante! Gräme dich nur nicht zu Tode, daß dein anmuthiger Jüngling dich verlassen muß. Vielleicht kriegst du Ihn bald wiederum anders wo zu sehen! Hierauf gieng ich in dunckeln fort und immer weiter in die Welt hinein.

Ich gelangete bey frühen Morgen in der Stadt Altona an, welches drey starcke Teutsche Meilen von Hamburg liegt. Da kehrete ich in den vornehmsten Wirths-Hause ein, welches zum Weinberge genennet wurde, worinnen ich einen Landsmann antraff, welcher in der Hölle hintern Kachel-Ofen saß und hatte zwey vornehme Dames neben sich sitzen, mit welchen Er in der Karte »falsch und alles« spielete. Denselben gab ich mich zu erkennen und erzehlete ihn, wie mirs in Hamburg gegangen wäre. Es war der Tebel hohlmer ein brav Kerl auch, denn er war nur vor etlichen Tagen aus Franckreich gekommen und wartete allda bey dem Wirthe im Weinberge auf einen Wechsel, welchen ihn seine Frau Mutter mit ehster Gelegenheit schicken würde. Er erzeigte mir sehr grosse Ehre, daß ichs der Tebel hohlmer Lebenslang werde zu rühmen wissen und gab mir auch den Rath, ich solte mich nicht lange in Altona aufhalten, denn wenns erfahren würde in Hamburg, daß der und der sich da aufhielte, welcher so viel Seelen caput gemacht hätte, dürffte die Rädel-Wache, wenns gleich in einem andern Gebiethe wäre, wohl nachgeschickt werden und mich lassen bey den Kopffe nehmen. Welchen guten[52] Rathe ich auch folgete und weil selben Tag gleich ein Schiff von dar auf der See nach den Lande Schweden zuseegelte, dingte ich mich auf dasselbe, nahm von meinen Herrn Landsmanne Abschied und marchirete von Altona fort.

Wie mirs nun dazumahl auf der See ging, was ich da und in den Lande Schweden gesehen und erfahren habe, wird in folgenden Capitel überaus artig zu vernehmen seyn.

Quelle:
Christian Reuter: Schelmuffskys kuriose und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande. Stuttgart 1979, S. 20-53.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Schelmuffskys kuriose und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und Lande
Schelmuffskys wahrhaftige, kuriose und sehr gefaehrliche Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande

Buchempfehlung

Hoffmann, E. T. A.

Nachtstücke

Nachtstücke

E.T.A. Hoffmanns zweiter Erzählzyklus versucht 1817 durch den Hinweis auf den »Verfasser der Fantasiestücke in Callots Manier« an den großen Erfolg des ersten anzuknüpfen. Die Nachtstücke thematisieren vor allem die dunkle Seite der Seele, das Unheimliche und das Grauenvolle. Diese acht Erzählungen sind enthalten: Der Sandmann, Ignaz Denner, Die Jesuiterkirche in G., Das Sanctus, Das öde Haus, Das Majorat, Das Gelübde, Das steinerne Herz

244 Seiten, 8.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Geschichten aus dem Sturm und Drang II. Sechs weitere Erzählungen

Zwischen 1765 und 1785 geht ein Ruck durch die deutsche Literatur. Sehr junge Autoren lehnen sich auf gegen den belehrenden Charakter der - die damalige Geisteskultur beherrschenden - Aufklärung. Mit Fantasie und Gemütskraft stürmen und drängen sie gegen die Moralvorstellungen des Feudalsystems, setzen Gefühl vor Verstand und fordern die Selbstständigkeit des Originalgenies. Für den zweiten Band hat Michael Holzinger sechs weitere bewegende Erzählungen des Sturm und Drang ausgewählt.

424 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon