Biographie

Rainer Maria Rilke (Fotografie, 18. September 1900)
Rainer Maria Rilke (Fotografie, 18. September 1900)

1875

4. Dezember: René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke wird in Prag als Sohn des Eisenbahninspektors Josef Rilke und seiner Frau Sophie, geb. Entz, geboren.

1882

Eintritt in die Volksschule des katholischen Schulordens der Piaristen.

1886

Nach der Trennung der Eltern lebt Rilke bei der Mutter.

1. September: Eintritt als Stipendiat in die Militärunterrealschule von St. Pölten.

1890

Besuch der Militäroberrealschule in Mährisch-Weißkirchen.

1891

Abbruch des Schulbesuchs wegen Krankheit.

Rilke tritt in die Handelsakademie Linz ein.

1892

Mai: Rilke bricht die Ausbildung in Linz ab und kehrt nach Prag zurück.

Private Vorbereitung auf das Abitur.

1893

Bekanntschaft mit Valerie (Vally) von David-Rhonfeld.

1894

Nachdem Rilke bereits sehr viele einzelne Gedichte in Zeitschriften veröffentlich hat, erscheint die erste eigenständige Buchveröffentlichung, der Vally gewidmete Gedichtband »Leben und Lieder«, der vor allem belanglose Liebesgedichte enthält.

1895

Juli: Rilke legt in Prag die Abiturprüfung ab.

Immatrikulation an der Prager Universität zum Studium der Philosophie und der Kunst- und Literaturgeschichte.

»Wegwarten« (Gedichte).

»Larenopfer« (Gedichte, vordatiert auf 1896).

1896

Sommersemester: Rilke wechselt zum Studium der Rechtswissenschaften.

Zahlreiche Veröffentlichungen von Gedichten und Erzählungen.

August: Einmalige Aufführung seines naturalistischen Einakters »Jetzt und in der Stunde unseres Absterbens« am Prager deutschen Volkstheater.

»Traumgekrönt« (Gedichte, vordatiert auf 1897).

Übersiedlung nach München zum Studium der Kunstgeschichte und Ästhetik.

1897

März: Reise nach Arco und Venedig.

Begegnung mit Lou Andreas Salomé.

Juli: Rilkes »Im Frühfroste« wird am deutschen Volkstheater aufgeführt.

»Advent« (Gedichte, vordatiert auf 1898).

Herbst: Umzug nach Berlin zur Fortsetzung des Studiums.

Bekanntschaft mit Stefan George und Carl und Gerhart Hauptmann.

1898

Frühjahr: Reise nach Arco und Florenz, Arbeit am »Florenzer Tagebuch«.

»Am Leben hin« (Novellen und Skizzen).

»Ohne Gegenwart« (Drama).

Dezember: Reise nach Hamburg und Worpswede.

1899

Frühjahr: Reisen nach Arco, Prag und Wien, wo er Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal trifft.

»Zwei Prager Geschichten« (Erzählungen).

April-Juni: Reise nach Rußland mit Lou und ihrem Mann. Besuche in Moskau bei Leonid Pasternak und Tolstoi.

August-September: Aufenthalt in Bibersberg.

»Mir zur Feier« (Gedichte).

Die Prosadichtung »Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« entsteht (gedruckt 1906).

1900

Mai-August: Rußlandreise mit Lou.

August-Oktober: Aufenthalt in Worpswede bei Heinrich Vogeler. Bekanntschaft mit der Malerin Paula Modersohn-Becker und der Bildhauerin Clara Westhoff.

»Vom lieben Gott und Anderes« (Novellen).

1901

März: Reise zur Mutter nach Arco.

Umsiedlung nach Westerwede bei Worpswede.

April: Heirat mit Clara Westhoff.

Dezember: Geburt der Tochter Ruth.

»Das tägliche Leben« wird in Berlin aufgeführt (erscheint 1902).

»Die Letzten« (Novellen, vordatiert auf 1902).

1902

»Worpswede« (Künstlermonographien, vordatiert auf 1903).

August: Übersiedlung nach Paris.

September: Bekanntschaft mit Auguste Rodin.

»Das Buch der Bilder«, das seit 1898 verfaßte Gedichte enthält, erscheint.

1903

Reise nach Viareggio.

Sommeraufenthalt in Worpswede.

»Auguste Rodin« (Studie).

September: Rilke reist über München, Venedig und Florenz nach Rom (bis Juni 1904).

1904

Reise von Rom über Kopenhagen nach Schweden.

Dezember: Ankunft in Oberneuland, wo Rilke mit seiner Familie den Winter verbringt (bis Februar 1905).

1905

Aufenthalte in Dresden, Berlin, Worpswede, Göttingen (Treffen mit Lou), Kassel, Marburg, Darmstadt.

September/Oktober: Wohnung bei Rodin in Meudon.

Vortragsreise nach Köln, Dresden, Prag und Leipzig.

Dezember: Aufenthalt in Oberneuland.

Der Lou Andreas-Salomé gewidmete Gedichtzyklus »Das Stunden-Buch« erscheint.

1906

Januar bis Mai: Rilke arbeitet bei Rodin in Paris als Privatsekretär.

Frühjahr: Vorträge in Elberfeld, Berlin und Hamburg.

März: Tod des Vaters.

Juli/August: Reise nach Belgien.

Aufenthalte in Godesberg, Schloß Friedelhausen.

Oktober/November: Berlin.

Dezember: Rilke fährt nach Capri (bis Mai 1907).

1907

Mai: Reise nach Paris.

Herbst: Vortragsreise nach Prag, Breslau und Wien, wo er Rudolf Kassner kennenlernt.

November: Aufenthalt in Venedig.

Liebesbeziehung zu Mimi Romanelli.

Dezember: Besuch in Oberneuland (bis Februar 1908).

»Neue Gedichte« (2 Bände, 1907–08).

1908

Februar: Reise nach Berlin, München und Rom.

Ende Februar bis April: Aufenthalt auf Capri. Besuche in Rom und Florenz.

Ab Mai: Wohnung in Paris.

1909

Mai: Reise in die Provence.

September: Besuch in Bad Rippoldsau.

Oktober: Aufenthalt in Avignon.

»Requiem« (Gedicht).

Dezember: Bekanntschaft mit der Fürstin Marie von Thurn und Taxis.

1910

Frühjahr: Vortragsreise nach Elberfeld, Leipzig, Jena, Berlin und Weimar.

März-Mai: Italienreise: Rom, Duino und Venedig.

Mai-Juli: Aufenthalt in Paris. Bekanntschaft mit André Gide.

Sommer: Besuch bei der Familie in Oberneuland.

Herbst/Winter: Reisen nach München, Köln, Paris, Algier und Tunis.

Der autobiographisch geprägte Künstlerroman »Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge« erscheint.

1911

Januar-März: Reisen nach Italien und Ägypten, Nilfahrt.

April-Juli: Aufenthalt in Paris.

Juli/August: Reise nach Böhmen.

September: Deutschlandreise: Leipzig, Weimar, Berlin und München.

Oktober: Aufenthalt in Paris.

Autoreise im Auto der Fürstin von Thurn und Taxis von Paris nach Duino, wo er bis Mai 1912 bleibt.

1912

Sommeraufenthalt in Venedig.

Oktober: Reise nach München.

November: Spanienreise nach Toledo, Madrid, Sevilla und Ronda (bis Februar 1913).

1913

Februar-Mai: Paris.

Sommer: Reise nach Bad Rippoldsau, Göttingen, Leipzig, Weimar, Berlin und Heiligendamm.

September/Oktober: Aufenthalte in München, Dresden und Hellerau. In München nimmt Rilke mit Lou am »Psychoanalytischen Congress« teil.

Oktober: Ankunft in Paris.

»Das Marien-Leben« (Gedichte).

1914

Februar-März: Reise nach Berlin, München und Zürich.

März/April: Paris.

April-Mai: Italienreise nach Duino, Venedig, Assisi und Mailand.

Mai-Juli: Aufenthalt in Paris.

Juli-September: Reise nach Leipzig, München und Irschenhausen, wo er die Malerin Lulu Albert-Lazard kennenlernt.

September: Umsiedlung von Paris nach München.

November/Dezember: Aufenthalte in Frankfurt, Würzburg und Berlin.

1915

In München Umgang mit den Erzählerinnen Annette Kolb und Regina Ullmann, dem Kunstwissenschaftler Wilhelm Hausenstein und dem Lyriker und Erzähler Hans Carossa.

Februar: Besuch in Irschenhausen.

November: Rilke wird zum Militärdienst einberufen.

Dezember: Rilke fährt nach Berlin, um sich vom Militärdienst zurückstellen zu lassen.

Aufenthalt in Wien, wo er bei der Fürstin von Thurn und Taxis wohnt, und Besuch bei Sigmund Freud.

1916

Januar: Beginn des Militärdienstes als Schreiber im Kriegsarchiv.

Wiedersehen mit Hofmannsthal und Bekanntschaft mit Stefan Zweig und Rudolf Kassner.

Juni: Rückkehr nach München.

1917

Sommer: Aufenthalt auf Gut Böckel in Westfalen bei Herta Koenig.

Juli und Oktober/November: Besuche in Berlin.

Dezember: Ankunft in München.

1918

In München Umgang mit Ernst Toller.

September: Reise nach Ohlstadt und Ansbach.

Bekanntschaft mit Claire Studer, der späteren Frau Ivan Golls.

1919

Wiedersehen mit Lou in München.

Juni: Rilke reist in die Schweiz, u.a. nach Bern, Genf, Lausanne, anschließend Vortragsreise nach Zürich, St. Gallen, Luzern, Basel und Winterthur (bis November).

Dezember: Aufenthalt in Locarno (bis Februar 1920).

1920

März-Juni: Aufenthalt in Schönenberg bei Basel.

Juni/Juli: Venedig.

August-November: Reisen in der Schweiz, zwischendurch Aufenthalt in Paris.

Mitte November: Aufenthalt in Schloß Berg am Irschel (bis Mai 1921).

1921

Erste Bekanntschaft mit Gedichten von Paul Valéry.

Reisen nach Genf und Zürich.

Mai/Juni: Aufenthalt in Prieuré d'Etoy und Sierre.

Übersiedlung nach Château de Muzot.

1922

Mai: Heirat der Tochter Ruth.

Juni: Besuch der Fürstin von Thurn und Taxis in Muzot.

1923

Sommer: Reisen in die Schweiz.

August/September: Aufenthalt im Sanatorium Schöneck bei Beckenried.

September/Oktober: Reisen nach Luzern, Schloß Malans, Meilen und Bern.

Dezember: Kuraufenthalt im Sanatorium Valmont sur Territet (bis Ende Januar 1924).

Die 1912 in Duino und 1922 in Muzot verfaßten »Duineser Elegien« erscheinen, ebenso die 1922 als Ergänzung zu den »Duineser Elegien« in Muzot geschriebenen »Sonette an Orpheus«.

1924

April: Begegnung mit Paul Valéry

Clara Westhoff besucht Rilke.

Juli: Reise nach Bad Ragaz.

Herbst: Aufenthalt in Lausanne und Bern.

November: Rilke fährt nach Valmont, wo er bis Januar 1925 bleibt.

1925

Januar-August: Aufenthalt in Paris. Begegnungen mit Valéry, Claudel, Hofmannsthal und Gide.

September: Rückreise nach Muzot.

Aufenthalt in Ragaz.

Dezember: Sanatorium in Valmont (bis Mai 1926).

1926

Juni: Rückkehr nach Muzot.

Juli/August: Reise nach Ragaz.

In Anthy Treffen mit Valéry.

»Vergers suivi des Quatrains Valaisans« (Gedichte).

September-November: Aufenthalte in Lausanne und Sierre.

Dezember: Rilke fährt ins Sanatorium nach Valmont.

29. Dezember: Rilke stirbt in Valmont an Leukämie.

Buchempfehlung

Schnitzler, Arthur

Traumnovelle

Traumnovelle

Die vordergründig glückliche Ehe von Albertine und Fridolin verbirgt die ungestillten erotischen Begierden der beiden Partner, die sich in nächtlichen Eskapaden entladen. Schnitzlers Ergriffenheit von der Triebnatur des Menschen begleitet ihn seit seiner frühen Bekanntschaft mit Sigmund Freud, dessen Lehre er in seinem Werk literarisch spiegelt. Die Traumnovelle wurde 1999 unter dem Titel »Eyes Wide Shut« von Stanley Kubrick verfilmt.

64 Seiten, 4.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon