Auferstehung

[524] Der Graf vernimmt die Töne,

er sieht einen lichten Riß;

er weckt seine dreizehn Söhne

im Erb-Begräbnis.


Er grüßt seine beiden Frauen

ehrerbietig von weit –;

und alle, voll Vertrauen,

stehn auf zur Ewigkeit


und warten nur noch auf Erich

und Ulriken Dorotheen,

die, sieben- und dreizehnjährig,


(sechzehnhundertzehn)


verstorben sind im Flandern,

um heute vor den andern

unbeirrt herzugehn.


Quelle:
Rainer Maria Rilke: Sämtliche Werke. Band 1–6, Band 1, Wiesbaden und Frankfurt a.M. 1955–1966, S. 523-524.
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