Biographie

Joseph Viktor von Scheffel (Photographie um 1881)
Joseph Viktor von Scheffel (Photographie um 1881)

1826

16. Februar: Joseph Viktor von Scheffel wird in Karlsruhe als Sohn eines Majors und Oberbaurats geboren. Er besucht das Gymnasium in Karlsruhe.


1843–1844

Jurastudium in München.


1844–1845

Studium in Heidelberg.


1845–1846

In Berlin.


1846–1848

Seine zum Teil in Heidelberg entstandenen studentischen Lieder (Unter anderen »Als die Römer frech geworden«, »Im schwarzen Walfisch zu Askalon«, »Alt-Heidelberg, du feine«) werden durch Zeitschriftenabdrucke weit verbreitet. Sie sind die Hauptursache für Scheffels Popularität.


1848

Burschenschafter. Juristisches Staatsexamen.


1849

Doktor juridicus; Sekretär des badischen Bundestagsgesandten Welcker in Frankfurt.


1850

Scheffel wird Rechtspraktikant in Heidelberg.


1850–1851

In Säckingen.


1851–1852

In Bruchsal.


1852

Er unternimmt eine Reise nach Italien (in Rom bei Eggers und Heyse) als Malerpoet.


1853

Rückkehr nach Karlsruhe, Austritt aus dem Staatsdienst. Wanderleben als freier Schriftsteller am Bodensee, bei St. Gallen.


1854

»Der Trompeter von Säckingen« (Stuttgart).

Wieder in Heidelberg.


1855

»Ekkehard. Eine Geschichte aus dem 10. Jahrhundert« (Frankfurt/Main).

Italien- und Südfrankreichreise.


1856–1857

Winter: Scheffel hält sich in München auf und hat Verbindung zum Münchner Dichterkreis.


1857–1859

Er wird Fürstenbergischer Bibliothekar in Donaueschingen.


1860

Er erkrankt.


1863

Bei Freiherr von Laßberg in Meersburg, dann beim Großherzog von Sachsen-Weimar auf der Wartburg.


1864

In Karlsruhe; Scheffel heiratet die Baronesse Caroline von Malsen.


1865

Er ist sächsischer Hofrat.


1867

Scheidung von Caroline.


1868

»Gaudeamus. Lieder aus dem Engeren und Weiteren«, (Stuttgart).

»Juniperus. Geschichte eines Kreuzfahrers«, (Stuttgart).

Scheffel gilt als Lieblingsdichter des neuen (1871 geeinten) Deutschlands. Diesen Ruhm verdankt er vor allem drei Werken: der Verserzählung »Der Trompeter von Säckingen«, dem »Ekkehard. Eine Geschichte aus dem 10. Jahrhundert« und der Sammlung »Gaudeamus. Lieder aus dem Engeren und Weiteren«.


1870

»Bergpsalmen«, (Stuttgart).

Scheffel erreicht bis in die Weimarer Republik hohe Auflagenzahlen (die Originalausgabe des »Trompeters« erreicht 334 Auflagen bis 1927, die des Ekkehard 284 bis 1918). Von der literarischen Kritik wird er dagegen teilweise heftig angegriffen (vgl. z.B. Hermann Hesse in »Gefühlswelt der Altdeutschelei«).


1872

Seelisch erkrankt, hält er sich in seiner Villa auf der Mettnau bei Radolfszell/Bodensee auf.


1876

Zu seinem 50. Geburtstag empfängt Scheffel national empfindende Vertreter Deutschlands - Reichskanzler Bismarck und den badischen Landesfürst an erster Stelle - und wird mit Ovationen geehrt, die das für einen lebenden Dichter gekannte Maß weit übersteigen.


1880

»Waldeinsamkeit«, (Stuttgart).


1884

»Hugideo«, (Stuttgart, entstanden bereits 1857).


1886

9. April: Scheffel stirbt in Karlsruhe; seine Grabstätte befindet sich dort auf dem Hauptfriedhof.

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