Erste Szene

[249] Im Gefängnis.


Es treten auf der Herzog, Claudio und der Schließer.


HERZOG.

So hofft Ihr Gnade von Lord Angelo?

CLAUDIO.

Im Elend bleibt kein andres Heilungsmittel,

Als Hoffnung nur:

Ich hoffe Leben, bin gefaßt auf Tod.

HERZOG.

Sei's unbedingt auf Tod! Tod so wie Leben

Wird dadurch süßer. Sprich zum Leben so:

Verlier' ich dich, so geb' ich hin, was nur

Ein Tor festhielte. Sprich: du bist ein Hauch,

Abhängig jedem Wechsel in der Luft,

Der diese Wohnung, die dir angewiesen,

Stündlich bedroht; du bist nur Narr des Todes,

Denn durch die Flucht strebst du ihm zu entgehn,

Und rennst ihm ewig zu. Du bist nicht edel;

Denn alles Angenehme, das dich freut,

Erwuchs aus Niederm. Tapfer bist du nicht;

Du fürchtest ja die zartgespaltne Zunge

Des armen Wurms: – dein bestes Ruh'n ist Schlaf,

Den rufst du oft, und zitterst vor dem Tod,

Der doch nichts weiter. Du bist nicht du selbst;

Denn du bestehst durch Tausende von Körnern,

Aus Staub entsprossen. Glücklich bist du nicht:

Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach,

Vergessend, was du hast. Du bist nicht stetig,

Denn dein Befinden wechselt seltsam launisch

Mit jedem Mond. Reich, bist du dennoch arm;

Dem Esel gleich, der unter Gold sich krümmt,[249]

Trägst du den schweren Schatz nur einen Tag,

Und Tod entlastet dich. Freunde hast du keine;

Denn selbst dein Blut, das Vater dich begrüßt,

Die Wirkung deiner eignen innern Kraft,

Flucht deiner Gicht, dem Aussatz und der Lähmung,

Daß sie nicht schneller mit dir enden.

Du hast zu eigen Jugend nicht noch Alter,

Nein, gleichsam nur 'nen Schlaf am Nachmittag,

Der beides träumt; denn all dein Jugendglanz

Lebt wie bejahrt und fleht vom welken Alter

Die Zehrung sich: und bist du alt und reich,

Hast du nicht Glut noch Triebe, Mark noch Schönheit,

Der Güter froh zu sein. Was bleibt nun noch,

Das man ein Leben nennt? Und dennoch birgt

Dies Leben tausend Tode; dennoch scheu'n wir

Den Tod, der all die Widersprüche löst.

CLAUDIO.

Habt Dank, mein Vater!

Ich seh', nach Leben strebend, such' ich Sterben,

Tod suchend, find' ich Leben. Nun, er komme! –


Isabella kommt.


ISABELLA.

Macht auf! Heil sei mit euch, und Gnad' und Frieden!

SCHLIESSER.

Wer da? Herein! Der Wunsch verdient Willkommen!

HERZOG.

Bald, lieber Sohn, werd' ich Euch wiedersehn.

CLAUDIO.

Ehrwürd'ger Herr, ich dank' Euch.

ISABELLA.

Ich wünsche nur ein kurzes Wort mit Claudio.

SCHLIESSER.

Von Herzen gern; Herr, Eure Schwester ist's.

HERZOG beiseit.

Schließer, ein Wort mit Euch!

SCHLIESSER.

So viel Ihr wollt.

HERZOG.

Verbergt mich, Freund, wo ich sie sprechen höre'


Der Herzog und der Schließer ab.


CLAUDIO.

Nun, Schwester, was für Trost? –

ISABELLA.

Nun ja, wie aller Trost ist; gut, sehr gut! –


Lord Angelo hat ein Geschäft im Himmel

Und sucht dich aus als schnellen Abgesandten,

Wo du ihm bleibst als ew'ger Stellvertreter.[250]

Drum schick' dich an zur Wand'rung ungesäumt;

Auf morgen reisest du.

CLAUDIO.

Ist denn kein Mittel?

ISABBLLA.

Nein; nur ein Mittel, das, ein Haupt zu retten,

Zerspalten würd' ein Herz.

CLAUDIO.

So gibt es eins? –

ISABELLA.

Ja, Bruder, du kannst leben. –


In diesem Richter wohnt ein teuflisch Mitleid:

Willst du dies anflehn, wird dein Leben frei,

Dich aber fesselt er bis in dein Grab.

CLAUDIO.

Wie! Ew'ge Haft?

ISABELLA.

Ja, nenn' es ew'ge Haft; es wär' ein Zwang,

Der, stünd' auch offen dir der weite Weltraum,

Dich bänd' an eine Qual.

CLAUDIO.

Von welcher Art?

ISABBLLA.

Von solcher Art, daß, wenn du eingewilligt,

Du schältest ab die Ehre deinem Stamm

Und bliebest nackt.

CLAUDIO.

Laß mich die Sache wissen!

ISABELLA.

O Claudio, ich fürchte dich und zittre,

Du möcht'st ein fiebernd Leben dehnen wollen;

Sechs oder sieben Winter teurer achten

Als ew'ge Ehre. Hast du Mut zum Tod? –


Des Todes Schmerz liegt in der Vorstellung;

Der arme Käfer, den dein Fuß zertritt,

Fühlt körperlich ein Leiden, ganz so groß,

Als wenn ein Riese stirbt.

CLAUDIO.

Weshalb beschämst du mich?

Meinst du, ich suche mir entschloßnen Mut

Aus zartem Blumenschmelz? Nein, muß ich sterben,

Grüß' ich die Finsternis als meine Braut

Und drücke sie ans Herz!

ISABELLA.

Das sprach mein Bruder:

Das war wie eine Stimme

Aus meines Vaters Grab. Ja, du mußt sterben! –


Du bist zu groß, ein Leben zu erkaufen

Durch niedre Schmach! – Der außenheil'ge Richter –


Des finstre Stirn und tiefbedachtes Wort[251]

Die Jugend ängstigt und die Torheit scheucht,

So wie der Falk die Taub' – ist doch ein Teufel:

Sein innrer Schlamm hinweggeschöpft, erschien' er

Ein Pfuhl, tief wie die Hölle.

CLAUDIO.

Der fromme Angelo?

ISABELLA.

Das ist die list'ge Ausstattung der Hölle.

Den frechsten Schalk verkleidend einzuhüllen

In fromme Tracht. Glaubst du wohl, Claudio,

Wenn ich ihm meine Unschuld opfern wollte,

Du würdest frei?

CLAUDIO.

O Himmel! Ist es möglich?

ISABELLA.

Ja, er vergönnte dir's, für solche Sünde

Noch mehr hinfort zu sünd'gen. Diese Nacht

Soll das geschehn, was ich mit Abscheu nenne,

Sonst stirbst du morgen.

CLAUDIO.

Das sollst du nie!

ISABELLA.

O wär' es nur mein Leben,

Ich würf' es leicht für deine Freiheit hin

Wie eine Nadel!

CLAUDIO.

Dank dir, teure Schwester!

ISABELLA.

Bereite dich auf morgen denn zum Tod! –

CLAUDIO.

Ja. – Fühlt auch er Begierden,

Für die er das Gesetz mit Füßen tritt,

Indem er's schärfen will? Dann ist's nicht Sünde,

Die kleinste mind'stens von den Todessünden! –

ISABELLA.

Welch' ist die kleinste?

CLAUDIO.

Wär' sie verdammlich: ein so weiser Mann,

Wie könnt' er eines Augenblicks Genuß

Mit Ewigkeiten büßen? Isabella! ...

ISABELLA.

Was sagt mein Bruder?

CLAUDIO.

Sterben ist entsetzlich!

ISABELLA.

Und leben ohne Ehre hassenswert!

CLAUDIO.

Ja! Aber sterben! Gehn, wer weiß, wohin,

Da liegen, kalt, eng eingesperrt, und faulen;

Dies lebenswarme, fühlende Bewegen

Verschrumpft zum Kloß; und der entzückte Geist

Getaucht in Feuerfluten, oder schaudernd

Umstarrt von Wüsten ew'ger Eisesmassen;[252]

Gekerkert sein in unsichtbare Stürme,

Und mit rastloser Wut gejagt rings um

Die schwebende Erd'; oder Schlimmres werden

Als selbst das Schlimmste,

Was Phantasie wild schwärmend, zügellos,

Heulend erfindet: das ist zu entsetzlich! –


Das schwerste, jammervollste ird'sche Leben.

Das Alter, Meineid, Schmerz, Gefangenschaft

Dem Menschen auflegt, – ist ein Paradies

Gegen das, was wir vom Tode fürchten!

ISABELLA.

Ach! –

CLAUDIO.

O Liebste, laß mich leben! –


Was du auch tust, den Bruder dir zu retten,

Natur tilgt diese Sünde so hinweg,

Daß sie zur Tugend wird.

ISABELLA.

O Tier!

O feige Memm'! o treulos Ehrvergeßner,

Soll meine Sünde dich zum Mann erschaffen? –


Ist's nicht blutschänd'risch, Leben zu empfahn

Durch deiner Schwester Schmach? Was muß ich glauben?

Hilf Gott! War meine Mutter falsch dem Vater?

Denn solch entartet wildes Unkraut sproß

Niemals aus seinem Blute. Dir entsag' ich,

Stirb, fahre hin! Wenn auch mein Fußfall nur

Dein Schicksal wenden möcht', ich ließ' es walten:

Ich bete tausendmal für deinen Tod,

Kein Wort zur Rettung.

CLAUDIO.

Schwester, hör' mich an!

ISABELLA.

O pfui, pfui, pfui! –


Dein Sünd'gen war kein Fall, war schon Gewerbe,

Und Gnade würd' an dir zur Kupplerin:

Am besten stirbst du gleich.


Will abgehn.


CLAUDIO.

O hör' mich, Schwester! –


Der Herzog kommt zurück.


HERZOG. Vergönnt ein Wort, junge Schwester, nur ein einziges Wort!

ISABELLA. Was ist Euer Wunsch?[253]

HERZOG. Wenn Eure Zeit es zuließe, hätte ich gern eine kurze Unterredung mit Euch; diese Gewährung meiner Bitte würde zugleich zu Euerm Frommen sein.

ISABELLA. Ich habe keine überflüssige Zeit; mein Verweilen muß ich anderen Geschäften stehlen; doch will ich noch etwas verweilen.

HERZOG beiseit zu Claudio. Mein Sohn, ich habe mit angehört, was zwischen Euch und Eurer Schwester vorging. Angelo hatte nie die Absicht, sie zu verführen; er hat nur einen Versuch auf ihre Tugend gemacht, um sein Urteil über das menschliche Gemüt zu schärfen. Sie, im wahren Gefühl echter Ehre, entgegnete ihm die fromme Weigerung, die er mit höchster Freude vernahm. Ich bin Angelos Beichtiger und weiß, daß dieses wahr ist. Bereitet Euch deshalb auf den Tod; schmeichelt Eurer Standhaftigkeit nicht durch trügliche Hoffnungen; morgen müßt Ihr sterben. Fallt auf Eure Kniee und macht Euch fertig!

CLAUDIO. Laßt mich meine Schwester um Verzeihung bitten. Die Liebe zum Leben ist mir so vergangen, daß ich bitten werde, davon befreit zu sein.

HERZOG. Dabei bleibt's. Lebt wohl! –


Claudio ab.


Der Schließer kommt zurück.


Schließer, ein Wort mit Euch!

SCHLIESSER. Was wünscht Ihr, Pater?

HERZOG. Daß Ihr, wie Ihr kamt, jetzt wieder geht. Laßt mich ein wenig allein mit diesem Fräulein; meine Gesinnung und mein Kleid sind Euch Bürge, daß sie von meiner Gesellschaft nichts zu fürchten hat.

SCHLIESSER. Es sei so. – Geht ab.

HERZOG. Dieselbe Hand, die Euch schön erschuf, hat Euch auch gut erschaffen. Güte, von der Schönheit gering geachtet, läßt auch der Schönheit nicht lange ihre Güte; aber Sittsamkeit, die Seele Eurer Züge, wird Euch auch immer schön erhalten. Von dem Angriff, den Angelo auf Euch versucht, hat mich der Zufall in Kenntnis gesetzt, und böte nicht die menschliche Schwachheit Beispiele für sein Straucheln, ich[254] würde mich über Angelo wundern. Wie wollt Ihr's nun machen, diesen Statthalter zufrieden zu stellen und Euren Bruder zu retten?

ISABELLA. Ich gehe gleich, ihm meinen Entschluß zu sagen: ich wolle lieber, daß mir ein Bruder nach dem Gesetz sterbe, als daß mir ein Sohn wider das Gesetz geboren werde. Aber, oh, wie irrt sich der gute Herzog in diesem Angelo! Wenn er je zurück kommt, und ich kann zu ihm gelangen, so will ich meine Lippen nie wieder öffnen, oder diese Verwaltung enthüllen.

HERZOG. Das würde nicht unrecht getan sein. Indes wie die Sache nun steht, wird er Eurer Anklage entgegnen, er habe Euch nur prüfen wollen. Darum leihet Euer Ohr meinem Rat; denn meinem Wunsch, Gutes zu stiften, bietet sich ein Mittel dar. Ich bin überzeugt, Ihr könnt mit aller Rechtschaffenheit einem armen gekränkten Fräulein eine verdiente Wohltat erzeigen; Euern Bruder dem strengen Gesetz entreißen; Eure eigne fromme Seele rein erhalten und den abwesenden Herzog sehr erfreuen, wenn er vielleicht dereinst zurückkehren und von dieser Sache hören sollte.

ISABELLA. Fahrt fort, mein Vater! Ich habe Herz, alles zu tun, was meinem Herzen nicht verwerflich erscheint.

HERZOG. Tugend ist kühn, und Güte ohne Furcht. Hörtet Ihr nie von Marianen, der Schwester Friedrichs, des tapfern Helden, der auf der See verunglückte?

ISABELLA. Ich hörte von dem Fräulein, und nichts als lauter Gutes.

HERZOG. Eben die sollte dieser Angelo heiraten: mit dieser war er feierlich verlobt und die Hochzeit festgesetzt. Zwischen der Zeit des Verlöbnisses aber und dem Trauungstage ging das Schiff ihres Bruders Friedrich unter, und mit ihm das Heiratsgut der Schwester. Nun denkt Euch, wie hart das arme Fräulein hiedurch getroffen ward. Sie verlor einen edlen und berühmten Bruder, dessen Liebe für sie von jeher die zärtlichste und brüderlichste gewesen; mit ihm ihr Erbteil und den Nerv ihres Glücks, ihr Heiratsgut: mit beiden zugleich den ihr bestimmten Bräutigam, diesen redlich scheinenden Angelo! –[255]

ISABELLA. Ist es möglich? Und Angelo verließ sie wirklich?

HERZOG. Verließ sie in ihren Tränen und trocknete nicht eine durch seinen Trost; widerrief sein Treuwort, indem er Entdeckungenüberihre verletzte Ehre vorgab; kurz, überließ sie ihrem Kummer, dem sie noch immer um seinetwillen ergeben ist; und er, ein Fels gegen ihre Tränen, wird von ihnen benetzt, aber nicht erweicht. –

ISABELLA. Wie verdienstlich vom Tode, wenn er dieses arme Mädchen aus der Welt nähme! Welcher Frevel von diesem Leben, daß es diesen Mann leben läßt! Aber wie soll ihr hieraus Hülfe werden?

HERZOG. Es ist eine Wunde, die Ihr leicht heilen könnt; und diese Kur rettet nicht allein Euren Bruder, sondern schützt Euch vor Schande, wenn Ihr sie unternehmt.

ISABELLA. Zeigt mir an, wie? Ehrwürdiger Vater!

HERZOG. Jenes Mädchen hegt noch immer ihre erste Neigung; seine ungerechte Lieblosigkeit, die nach Vernunftgründen ihre Zärtlichkeit ausgelöscht haben sollte, hat sie wie eine Hemmung im Strom nur heftiger und unaufhaltsamer gemacht. – Geht Ihr zu Angelo, erwidert auf sein Begehren mit scheinbarem Gehorsam; bewilligt ihm die Hauptsache, nur behaltet Euch diese Bedingungen vor: erstlich, daß Ihr nicht lange bei ihm verweilen dürft; dann, daß für die Zeit alle Begünstigung der Dunkelheit und Stille sei; und daß der Ort den Umständen entspreche. Gesteht er dies zu, dann gelingt alles. Wir bereden das gekränkte Mädchen, sich an Eurer Statt zur bestimmten Verabredung einzufinden. Wenn die Zusammenkunft hernach bekannt wird, so muß ihn das zu einem Ersatz zwingen, und dann wird auf diese Weise Euer Bruder gerettet, Eure Ehre bewahrt, die arme Mariane beglückt und der böse Statthalter entlarvt. Das Mädchen will ich unterrichten und zu dem Versuch überreden. Willigt Ihr ein, dies alles auszuführen, so schützt die doppelte Wohltat diesen Trug vor Tadel. Was dünkt Euch davon? –

ISABELLA. Der Gedanke daran beruhigt mich schon, und ich hoffe, es wird zum glücklichsten Erfolg gedeihn.

HERZOG. Es kommt alles auf Euer Betragen an. Eilt ungesäumt[256] zu Angelo! Wenn er Euch um diese Nacht bittet, so sagt ihm Gewährung zu. Ich gehe sogleich nach Sankt Lukas – dort in der einsamen Hütte wohnt diese verstoßene Mariane –; dort sucht mich auf; und mit Angelo macht es ab, damit die Sache sich schnell entscheide.

ISABELLA. Ich danke Euch für diesen Beistand – lebt wohl, ehrwürdiger Vater!


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Quelle:
William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 2, Berlin: Aufbau, 1975, S. 249-257.
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