Neunzehnter Auftritt.

[75] Gotthold und Sichel. Sturmwald schlafend.


SICHEL.

Wer will lieben, muß auch wagen,

In Gefahr nicht gleich verzagen,

Wenn das Glück auch nicht gleich lacht!

Nur beherzt, die Liebe wacht! –


Er nimmt Sturmwald das hölzerne Bein ab, dann Rock, Weste, Degen und Stock.


GOTTHOLD.

Sag' Er mir, was will Er machen?

SICHEL legt die Dinge beiseite.

Stille doch!

GOTTHOLD.

Wozu helfen uns die Sachen?

SICHEL.

Stille, stille, packen Sie nur an!

Beide tragen Sturmwald mit dem Stuhl nach links in Stößels Laboratorium.

Sichel verschließt dann die Thür und läßt den Schlüssel stecken.

Das Zwischenspiel ist nach Erfordernis zu

wiederholen.
[75]

SICHEL ohne Zeitmaß und gesprochen.

Nun, Bramarbas, magst du träumen!


Zu Gotthold, gesungen.


Herr, wir wollen jetzt nicht säumen,

Diese Sachen nehmen wir,


Er nimmt Sturmwalds Sachen: Rock, Weste, Degen, Stock und das hölzerne Bein wieder an sich.


Und Sie sind als Sturmwald hier,

Früh, sobald es nur wird grauen,

Lassen sich statt seiner trauen,

Und somit ist alles aus!


Er nimmt den Hausschlüssel vom Thürpfosten an der Mittelthür.


Hierdurch sind wir Herrn vom Haus,

Ist das nicht klug ausgedacht?

GOTTHOLD war ihm in allem behilflich.

Ganz vortrefflich ausgedacht!

BEIDE.

Wer will lieben, muß auch wagen,

In Gefahr nicht gleich verzagen,

Wenn das Glück auch nicht gleich lacht,

Nur beherzt, die Liebe wacht!

Wer will lieben, muß auch wagen,

In Gefahr nicht gleich verzagen,

Nur beherzt, die Liebe wacht!


Zweimal erst nach rechts, dann zweimal nach links grüßend.


Gute Nacht! Gute Nacht! Gute Nacht! Gute Nacht!


Dann nach beiden Seiten grüßend.


Gute Nacht! Gute Nacht! Gute Nacht! Gute Nacht!


Sie gehen ab durch die Mitte und nehmen Sturmwalds Sachen mit.


Umzug: Sichel und Gotthold.
[76]

Quelle:
Karl Ditters von Dittersdorf: Doktor und Apotheker. Dichtung von Stephanie dem Jüngeren, Leipzig [o. J.], S. 75-77.
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