Biographie

Christian Felix Weiße (Stich von J.F. Bause, nach einem Gemälde von Anton Graff)
Christian Felix Weiße (Stich von J.F. Bause, nach einem Gemälde von Anton Graff)

1726

28. Januar: Christian Felix Weiße wird in Annaberg geboren.

Weiße stammt aus einer Gelehrtenfamilie.

1736

Besuch des Gymnasiums in Altenburg.

1745–1750

Er studiert in Leipzig Theologie und Philologie, später Rechtswissenschaft. In den ersten Studienjahren ist er eng mit Lessing befreundet. Außerdem freundschaftliche Beziehungen mit Rabener, Gellert, später mit Ewald von Kleist und Ramler.

1750

Nach dem Studium ist Weiße einige Jahre Hofmeister.

Weißes dramatisches Schaffen liegt im Wettstreit mit Lessing. Für die Schauspieltruppe Caroline Neubers übersetzen beide aus dem Englischen und Französischen und schreiben auch eigene Stücke. Weiße ist Theaterdichter für die Schauspieltruppe Gottfried Hermann Kochs in Leipzig, für die er auch Übersetzungen und Nachdichtungen anfertigt.

1751

Viele der Arien, Lieder und Couplets, die Weiße auch dichtet, werden zu regelrechten Schlagern.

1756

Weiße findet vor allem mit seinen Lustspielen, satirischen und rührenden, große Resonanz beim Publikum.

»Die Poeten nach der Mode« (Leipzig).

1758

Weiße schreibt Gedichte, Verserzählungen, Epigramme und Lieder, orientiert an antiken Vorbildern, an der zeitgenössischen französischen und englischen Lyrik und an der Lyrik Gleims und Hagedorns, die in verschiedenen Zeitschriften gedruckt werden. Eine Buchausgabe erscheint unter dem Titel »Scherzhafte Lieder« (Leipzig). Der Band wird ein großer Erfolg, mehrfach aufgelegt und auch nachgedruckt.

»Eduard III«, (Leipzig).

1759

Nach einer Parisreise übernimmt Weiße die Redaktion der »Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste« (12 Bände, Leipzig 1757–1765), die unter seiner bis 1788 dauernden Leitung zu einer sehr angesehenen Zeitschrift wird. Ab 1765 erscheint sie unter dem Titel »Neue Bibliothek der Wissenschaften und schönen Künste«.

Seine zumeist auch in Einzelausgaben veröffentlichten Dramen veröffentlicht Weiße auch in mehreren Sammelbänden: »Beytrag zum Deutschen Theater«, 5 Bände, Leipzig 1759–1768.

1760

»Amazonenliedern« (Leipzig).

»Krispus« (Leipzig).

»Die Haushälterinn«, (Leipzig).

1761

Er wird Kreissteuereinnehmer in Leipzig.

Weiße veröffentlicht seine Gedichte in einer dreibändigen Sammelausgabe: »Kleine lyrische Gedichte« (Leipzig). Weißes Gedichte sind auch in den Lyrikanthologien der Zeit stark vertreten und überaus populär.

»Der Mißtrauische gegen sich selbst« (Leipzig).

1764

»Die Befreiung von Theben« (Leipzig).

1765

Das Drama »Richard der Dritte« (Leipzig), wird von Lessing scharf kritisiert.

Die Tragödien »Die Befreiung von Theben« und »Atreus und Thyestes« sind die ersten deutschsprachigen Dramen in fünfhebigen Jamben.

1766

»Atreus und Thyestes« (Leipzig).

»Der Projectmacher« (Leipzig).

1767

»Die Freundschaft auf der Probe« (Leipzig).

Das Singspiel »Die Liebe auf dem Lande« erscheint (Leipzig).

»Lottchen am Hofe«, (Leipzig).

»List über List«.

1768

»Romeo und Julie« (Leipzig), eine Shakespeare-Adaption, ist in Prosa verfaßt und inhaltlich dem bürgerlichen Trauerspiel angenähert.

In den späteren Jahren wendet sich Weiße vor allem der Kinderliteratur zu. Er veröffentlicht »Kleine Lieder für Kinder« (Leipzig), die in ihrer moralisch-didaktischen Ausrichtung typisch für die Kinderlyrik der Aufklärung sind; der zweiten Auflage (Leipzig 1769) sind Vertonungen von Hiller beigegeben, mit dem Weiße seit den 60-er Jahren zusammenarbeitet: Weiße schreibt eigene Libretti und veröffentlicht mit Hiller mehrere Singspiele. Sie sind gesammelt in einer zunächst zwei, dann drei Bände umfassenden Ausgabe: »Komische Opern« (Leipzig 1768–1771)

Zu seinen erfolgreichsten Komödien gehört »Amalia« (Leipzig), die zunächst als bürgerliches Trauerspiel konzipiert ist.

1772

Besonders erfolgreich ist auch das in Weimar uraufgeführte Singspiel »Die Jagd« (Leipzig).

Das »Neue A, B, C, Buch« (Leipzig) wird bis ins 19. Jahrhundert immer wieder neu aufgelegt.

»Der Aerndtekranz« (Leipzig).

»Armuth und Tugend« (Leipzig).

1773

»Die Jubelhochzeit«. (Leipzig).

1774

»Der Fanatismus oder Jean Calas« (Leipzig).

1775

Weiße gibt die weitgehend von ihm selbst verfaßte Wochenschrift »Der Kinderfreund« heraus, die bis 1782 erscheint. Mit dieser Zeitschrift für Kinder, deren 24 Teile umfassende Buchausgabe (Leipzig 1776–1782) mehrere Auflagen und Nachdrucke hat, schafft Weiße ein Vorbild für die Kinderliteratur der Zeit, das häufig nachgeahmt wird.

1776–1780

»Trauerspiele« 5 Bände, (Leipzig 1776–1780).

1783

»Lustspiele« (3 Bände, Leipzig 1783).

1790

Er erbt das Rittergut Stötteritz bei Leipzig, und wohnt während der Sommer dort.

1804

16. Dezember: Weiße stirbt in Leipzig.

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Der satirische Roman von Christoph Martin Wieland erscheint 1774 in Fortsetzung in der Zeitschrift »Der Teutsche Merkur«. Wielands Spott zielt auf die kleinbürgerliche Einfalt seiner Zeit. Den Text habe er in einer Stunde des Unmuts geschrieben »wie ich von meinem Mansardenfenster herab die ganze Welt voll Koth und Unrath erblickte und mich an ihr zu rächen entschloß.«

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