Auslage

[401] Auslage. Mit dem Namen »Auslage« bezeichnet man diejenige Anordnung der Baulinie eines neuen Deiches nach erfolgtem Durchbruch, bei dem der entstandene Kolk an der Binnenseite verbleibt.

Sie wurde früher vielfach wegen ihrer größeren Billigkeit ausgeführt; in neuerer Zeit wird jedoch die Herstellung einer Auslage nur selten von den Aufsichtsbehörden gestattet, weil sie in das Hochwasserprofil des Stromes vorspringt und dadurch einen Angriffspunkt für Hochwasser, Wellen und Eisgang bietet; auch wird die neue Deichstrecke in ihrem Bestande leicht durch den nicht verlandenden Kolk gefährdet. Der Kolk vermittelt nämlich – namentlich bei dem Vorkommen von Sandschichten im Untergrunde – das Eindringen von Kuverwasser, wodurch die Bildung von Abrutschungen an der Binnenseite des Deichs gefördert wird. Zur Verminderung dieser Uebelstände dient die Anordnung eines sogenannten Kuverdeichs (vgl. die Figur), indem das durchgesickerte Wasser zwischen diesem und dem Hauptdeich aufsteigt und dadurch die wirksame Druckhöhe des Außenwassers vermindert.

Frühling.

Auslage
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1904., S. 401.
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