Kleinrauchrohrüberhitzer

[333] Kleinrauchrohrüberhitzer für Lokomotiven. Diese ebenfalls von Schmidt entworfene Bauart unterscheidet sich von dem im Ergbd. I, S. 489, beschriebenen Rauchrohrüberhitzer dadurch, daß die aus zwei öder drei einfachen, U-förmig gebogenen Rohren bestehenden Ueberhitzerelemente nicht in besonderen, erweiterten Rauchrohren, sondern in den gewöhnlichen Heizrohren (Siederohren) mit 54 bis 70 mm Außendurchmesser eingebaut sind. Da fast sämtliche Heizrohre mit Rohrschleifen besetzt werden können, so ergibt sich eine im Verhältnis zur Verdampfungsheizfläche erheblich größere Ueberhitzerfläche (0,4 bis 0,5 der gesamten wärmeaufnehmenden Kesselheizfläche) als beim Großrauchrohrüberhitzer (0,25 bis 0,33) und damit ein rascheres Ansteigen der Ueberhitzung und schnelleres Erreichen hoher Heißdampftemperaturen. Der Kleinrauchrohrüberhitzer gewährt deshalb für häufig anfahrende Lokomotiven, wie Verschiebe-, Straßen-, Kleinbahnlokomotiven, den vollen Vorteil hoher Ueberhitzung.

Fig. 1 und 2 stellen eine der verschiedenen Anordnungen dieses Ueberhitzers dar, bei dem die einzelnen Ueberhitzerelemente a, die aus je drei wagrecht nebeneinanderliegenden, einfachen Rohrschleifen b bestehen, übereinander angeordnet und an zwei zu beiden Seiten der Rauchkammer stehend angebrachte Dampfsammelkasten c angeschlossen sind. Durch die Rohrstutzen d strömt der frische Kesseldampf in die Naßdampfkammern e, von hier aus durch die Ueberhitzerelemente und sammelt sich dann wieder in hochüberhitztem Zustande in den Heißdampfkammern f, aus denen er als Heißdampf nach den Dampfzylindern abströmt. Die beiden Heißdampfkammern sind zum Druckausgleich durch das Rohr g miteinander verbunden.


Literatur: [l] Zeitschr. d. Ver. deutsch. Ing. 1915, S. 645.

Dauner.

Fig. 1., Fig. 2.
Fig. 1., Fig. 2.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 1 Stuttgart, Leipzig 1920., S. 333.
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