Molekularvolum

[466] Molekularvolum, das Volum einer Grammolekel oder das Produkt des spezifischen Volums in das Molekulargewicht einer chemischen Verbindung.

Für alle Gase ist das Molekularvolum (bei gleichem Druck und gleicher Temperatur) gleich, und zwar bei 0° und 1 Atmosphäre 22,4 l.

Für organische Flüssigkeiten läßt sich ihr Molekularvolum beim Siedepunkt (als einer vergleichbaren Temperatur) additiv aus Volumwerten berechnen, die den die Verbindung zusammensetzenden Atomen entsprechen: Seien in der Verbindung die Anzahl der Atome: Kohlenstoff m, Sauerstoff (an ein Atom gebunden) n1, Sauerstoff (an zwei verschiedene Atome gebunden) n2, Wasserstoff o, Chlor p, Brom q, Jod r, Schwefel s, so ist das Molekularvolum M V = 11 m + 12,2 n1 + 7,8 n2 + 5,50 o + 22,8 p + 27,8 q + 37,5 r + 22,6 s. Für feste Körper scheinen innerhalb engerer Gruppen ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie für die organischen Flüssigkeiten zu bestehen.


Literatur: Ostwald, Lehrbuch der allgemeinen Chemie, 2. Aufl., Leipzig 1891, Bd. 1; Nernst, Theoretische Chemie, 5. Aufl., Stuttgart 1906/07.

Abegg.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 6 Stuttgart, Leipzig 1908., S. 466.
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