II. Amerikanische Sagen.

[74] Einer unserer besten Kenner amerikanischer Völkerkunde, Paul Ehrenreich, sagt in seiner vorzüglich orientierenden Schrift »Mythen und Legenden der südamerikanischen Urvölker«, S. 29:

»Die Idee einer Schöpfung aus dem Nichts ist ein Produkt priesterlicher Spekulation auf höherer Kulturstufe und dem Geiste des primitiven Menschen ganz fremd. Sie fehlt demgemäß auch allen indianischen Mythen Die in Nordamerika so gewöhnliche Vorstellung von einem Urwasser, aus dem die Erde durch Tiere herausgefischt wird, scheint in Südamerika zu fehlen. Nur die Guarayomythe berichtet von einem Urmeer mit daraus sich erhebendem Rohr, an dem eine Käferlarve (Guzano) sitzt und als Mbiracuchi Stammvater eines Teiles des Menschengeschlechts, nämlich der Weißen, wird1 (wahrscheinlich spätere Ausgestaltung der Sage, um die Herkunft der Weißen zu erklären).« Ebendort, S. 31, heißt es:

»Das Aussenden- von Tieren wird in den Flutsagen zwar erwähnt, aber in anderem Sinne als in den altweltlichen Mythen. Bei den Makusi ist die Aussendung der Ratte, um Land zu suchen, ein der biblischen Sage entlehntes Moment, wie schon Andree richtig erkannt hat. Im übrigen schaffen die Tiere das Land. Bei den Kaingang2 (im brasilianischen Staate Parana) holt das Wasserhuhn[74] Erde herbei, um das für die Geretteten verfügbare Terrain auf dem Berge zu vergrößern. Bei den Aré gesellt sich dazu noch ein Ibis, dessen langgekrümmter Schnabel so viel fassen kann, daß Berge sich daraus bilden lassen«. (Telemaco Borba: Observações sobre os indigenas do estado do Parana. Rev. do mus. Paulista, Vol. VI, 1902, p. 62.)

Wir werden zu diesen drei südamerikanischen Überlieferungen eine beträchtliche Anzahl nordamerikanischer hinzufügen, die mit jenen in eine und dieselbe Gruppe gehören und von ihnen nicht zu trennen sind. Von diesen nordamerikanischen Sagen aber läßt sich beweisen, daß ihre Herkunft keineswegs mit biblischen Flutsagen auch nur das geringste zu tun hat, sondern daß sie mit den nordasiatischen Schöpfungssagen aufs engste verwandt sind. Wenn aber der Beweis für die nordamerikanischen Sagen richtig ist, so folgt, daß auch die südamerikanischen nicht, wie Ehrenreich meint, einfach ein entlehntes biblisches Motiv enthalten, sondern ursprünglich kosmogonisch gemeint sind. Darauf weist schon die Tatsache hin, daß dort die Entstehung der Berge aus dem im Munde des Tauchers mitgebrachten Meersand erklärt wird. Die Vergrößerung des für die Geretteten verfügbaren Terrains ist offenbar durch Wachsen der heraufgeholten Erde zu erklären; beides sind Motive, die uns aus Europa und Asien wohl bekannt sind. Wenn von Aussendung von Tieren die Rede ist, so wissen wir bereits, daß in vielen asiatischen Varianten, in der Sage vom Tiberiasmeer und in russisch-galizischen Weihnachtsliedern, tauchende Vögel die Schöpfung verrichten. So spielt beispielsweise der Taucher (Eistaucher) und die Ente sowohl in Amerika als auch in Asien die gleiche Schöpferrolle. Das alles mag indes dem vorsichtigen Blick noch nicht genügend erscheinen, um den genetischen Zusammenhang beider Gruppen zu erweisen. Es wird sich aber aus den folgenden Sagen Nordamerikas erkennen lassen, daß es noch weitere Übereinstimmungen gibt, die eine geradezu überraschende Beweiskraft haben.


1. Maximilian, Prinz zu Wied, berichtet in seiner »Reise in das Innere von Nordamerika« (II, 152) folgende Sage der Mandan-Indianer:


Als die Erde noch nicht existierte, erschuf der Herr des Lebens den ersten Menschen (Numánk-Máchana). Dieser ging auf den Gewässern umher und traf einen Tau cher oder eine Ente, welche abwechselnd auf und nieder tauchte. Der Mensch, sprach zu dem Vogel: »Du tauchst so gut, so tauche denn hinab und bringe mir etwas Erde herauf.« Der Vogel gehorchte und brachte etwas Erde, welche der erste Mensch nun auf dem Wasser ausstreute, wobei er Beschwörungsworte sagte, um das Land erscheinen zu machen, und es erschien. Das neue Land war nackt, kein Grashalm sproßte darauf. Er wanderte nun umher und glaubte allein auf diesem Boden zu sein, als er plötzlich eine Kröte fand. »Ich glaubte, allein hier zu sein,« sagte er, »aber du bist hier?« Er sah die Kröte an. »Und wer bist du?« Sie gab keine Antwort. »Ich kenne[75] dich nicht, aber ich muß dir einen Namen geben. Du bist älter als ich, denn deine Haut ist rauh und schuppicht. Ich muß dich meine Großmutter nennen, weil du so sehr alt aussiehst.« Er findet darauf noch eine Scherbe und eine Maus und nennt beide ebenfalls seine Großmutter. Etwas weiter fort traf er mit dem Herrn des Lebens zusammen. »Ach, da ist ein Mensch wie ich!« rief er aus und ging nahe zu ihm hin. »Wie geht es dir, mein Sohn?« sagte der Mensch zu Ohmahank-Numákschi. Allein dieser antwortete: »Nicht ich bin dein Sohn, sondern du bist der meinige.« Der erste Mensch antwortete jetzt: »Ich bestreite deine Worte.« Aber der Herr des Lebens erwiderte: »Nein, du bist mein Sohn, und ich will es dir beweisen, wenn du mir nicht glauben willst. Wir wollen uns setzen und unsere Medizinstöcke, die wir in den Händen tragen, in den Boden stecken. Wer zuerst aufsteht, ist der jüngste von uns und der Sohn des andern.« Sie setzten sich und sahen einander lange an,3 bis endlich der Herr des Lebens blaß wurde und sein Fleisch von den Knochen fiel, worauf der erste Mensch in die Worte ausbrach: »Nun bist du doch gewiß tot!« Auf diese Art sahen sie sich zehn Jahre lang an. Und als nach dieser Zeit die nackten Knochen des Herrn des Lebens in einem verwitterten Zustande waren, stand der Mensch auf und sagte: »Ja, nun ist er gewiß tot!« Er nahm den Stock von Ohmahank-Numákschi und zog ihn aus der Erde. Aber in demselben Augenblicke stand der Herr des Lebens mit den Wollen auf: »Siehe, hier bin ich, dein Vater, und du bist mein Sohn.« Und der erste Mensch nannte ihn seinen Vater. Als sie nun miteinander fortgingen, sagte der Herr des Lebens: »Dieses Land ist nicht gut gebildet, wir wollen es besser machen.« Damals war der Bison schon auf der Erde. Der Herr des Lebens rief den Mink4 herbei, ließ ihn untertauchen und Gras heraufholen, welches geschah. Nun sandte er ihn wieder fort und ließ ihn Holz holen, das er ebenfalls heraufbrachte. Er teilte Gras und Holz und gab dem ersten Menschen die Hälfte davon. Der Herr des Lebens trug hierauf dem ersten Menschen auf, das nördliche Missouriufer zu machen. Er selbst bildete das schön mit Hügeln, kleinen Tälern, Holz und Gebüschen abwechselnde südwestliche Ufer. Der Mensch hingegen machte das ganze Land eben und brachte darauf in geringer Entfernung schon viel Wald an. Sie kamen alsdann wieder zusammen, und nachdem der Herr des Lebens das Werk des ersten Menschen gesehen hatte, sagte er kopfschüttelnd: »Du hast dies nicht gut gebildet. Alles ist eben, so daß man weder Bison noch Hirsche beschleichen und sich ihnen unbemerkt nähern kann. Die Menschen werden da nicht leben können. Sie werden sich in der Ebene in zu großer Entfernung sehen, einander nicht ausweichen können, sich also untereinander aufreiben.« [Darauf zeigt und lobt er seine eigene Schöpfung.] Der Herr des Lebens, und der erste Mensch wollten nun das Menschengeschlecht er schaffen. Sie begannen ihr Geschäft nahe am Ufer des Missouri. Um aber die[76] Vermehrung des Menschen bewerkstelligen zu können, setzten sie ihm einen dazu nötigen Teil an die Stirne. Allein jetzt kam der Frosch aus dem Wasser und rief: »Was macht ihr für alberne Dinge?« und änderte die Stelle. – »Was hast du hier mitzureden?« rief der Herr und schlug den Frosch mit seinem Stock auf den Rücken, und seit dieser Zeit hat der Frosch einen gewölbten Rücken behalten. [Der Herr bestimmt dann dem Menschen eine Lebenszeit von nicht länger als hundert Jahren.]


2. Im Journal of American Folklore I, 180 (vgl. Veselovskij Razyskanja XX, 118–120) teilt Hale folgende Huronensage mit:


Im Anfang gab es nichts als Wasser, nichts als einen großen Ozean, den verschiedene Tiere bewohnten, die in und auf dem Wasser lebten. Da geschah es, daß eine Frau aus den oberen Regionen herunterfiel.5 Man vermutet, sie sei durch einen unglücklichen Zufall von ihrem Manne durch eine Spalte im Himmel heruntergestoßen worden. Wenn sie auch »Frau« genannt wird, so war sie doch ein göttliches Wesen. Zwei Eistaucher, die über dem Wasser flogen, blickten zufällig in die Höhe und sahen sie fallen. Um sie vor dem Ertrinken zu retten, eilten sie herbei und flogen unter ihr her. Sie schlangen ihre Körper derart zusammen, daß sie eine Art Ruhekissen für die Frau bildeten. So hielten sie sie schwebend, während sie mit lauter Stimme die anderen Tiere zu Hilfe riefen. Der Schrei des Eistauchers ist weithin hörbar, und die Geschöpfe des Meeres vernahmen ihn und versammelten sich, um zu hören, was es gäbe. Da kam auch die Schildkröte heran, ein mächtiges Tier, das sich bereit erklärte, die Eistaucher von ihrer Last zu befreien. Sie setzten also die Frau auf den Rücken der Schildkröte und befahlen ihr, gut acht auf sie zu haben. Dann rief die Schildkröte alle anderen Tiere zu einer großen Beratung zusammen, um zu beschließen, was zu tun sei, um das Leben der Frau zu erhalten. Sie entschieden, daß sie eine Erde haben müßte, um darauf zu leben. Die Schildkröte schickte sie alle auf den Grund des Meeres, daß sie sich bemühen sollten, etwas Erde heraufzubringen. Viele versuchten es: der Biber, die Moschusratte, der Taucher und andere, aber erfolglos. Einige blieben so lange unten, daß sie tot waren, als sie wieder an die Oberfläche kamen. Die Schildkröte durchsuchte ihre Mäuler, aber sie konnte keine Spur Erde finden. Zuletzt tauchte die Kröte, und nachdem sie sehr lange unten geblieben war, kam sie ganz erschöpft und halbtot wieder herauf. Als die Schildkröte ihren Mund durchsuchte, fand sie etwas Erde, die gab sie der Frau. Diese nahm die Erde und streute sie sorgfältig um den Rand der Schildkrötenschale. Da wurde daraus der Anfang des Festlandes. Die Erde wuchs und breitete sich nach allen Seiten aus und bildete[77] zuletzt ein großes Land, auf dem vielerlei wachsen konnte. Die Schildkröte aber trug alles, so wie sie noch jetzt die Erde trägt.

Als die Frau herabfiel, war sie mit Zwillingen schwanger. Als diese geboren wurden, offenbarten sie entgegengesetzten Charakter; der eine war gut, der andere böse. Sogar ehe sie geboren waren, zeigten sie diesen verschiedenen Charakter. Sie kämpften zusammen, und ihre Mut ter hörte sie streiten. Der eine erklärte, daß es ihm recht sei. auf die gewöhnliche Weise zur Welt zu kommen, während der andere sich boshaft weigerte und seine Mutter tötete, indem er an der Seite herauskam. Sie wurde begraben, und aus ihrem Körper entsprangen die verschiedenen Gewächse, deren die neue Erde bedurfte, damit der Mensch sie bewohnen könne. Aus ihrem Kopf entsproß der Gartenkürbis, aus ihrer Brust der Mais, aus ihren Gliedern die Bohne und andere nützliche Nahrungsstoffe. Unterdessen wuchsen die Zwillinge heran und zeigten in allem, was sie taten, ihre entgegengesetzte Natur. Der gute hieß Tijuskeha, der böse Tawiskarong. Sie waren keine Menschen, sondern übernatürliche Wesen, die die Welt für den Aufenthalt der Menschen vorbereiten sollten. Da sie erkannten, daß sie nicht zusammenleben konnten, trennten sie sich und nahmen jeder einen Teil der Welt in Besitz. Ihre erste Tat war, verschiedene Tiere zu schaffen. Der böse Bruder machte stolze und schreckliche Geschöpfe, die die Menschheit erschrecken und vertilgen, Schlangen, Panther, Wölfe, Bären, alle von ungeheurer Größe, und mächtige Moskitos, so groß wie Truthähne ... Unterdes schuf der gute Bruder in seinem Reich die unschuldigen und nützlichen Tiere, darunter auch das Rebhuhn ... Folgt Begegnung der beiden Brüder; der gute macht die ungeheuren Tiere des anderen kleiner, so daß die Menschen sie bezwingen können. Es kommt darauf zum Kampfe, und sie bestimmen, daß jeder dem anderen diejenige Waffe nennen solle, die ihn bezwingen könne. Der gute Bruder sagte, daß er nur mit einem Sack Korn, Bohnen oder einer andern Getreideart zu Tode geschlagen werden könne, der böse, daß ihn nur das Horn eines Hirsches oder sonstigen wilden Tieres töten könne. [Sie kämpfen nun miteinander. Der Böse jagt seinen Bruder mit dem Sack Korn und schlägt ihn halb tot. Aber der Gute erholt sich wieder, jagt den Bösen und erschlägt ihn mit den Hörnern. Der Erschlagene jedoch war nicht ganz vernichtet.]6 Er erschien seinem Bruder nach dem Tode und sagte ihm, daß er nach Westen gegangen sei und daß von nun an alle Menschen nach dem Tode nach Westen[78] gehen würden wie er, »und«, sagte der Erzähler, »alle heidnischen Indianer glauben, daß ihre Geister nach dem Tode nach Westen gehen werden und dort wohnen«.

Variante: Als die Brüder die Erde vorbereiteten, daß die Menschen darauf leben könnten, geschah es so, daß – so oft der gute Bruder etwas Nützliches für die Menschheit schuf – der böse dem widersprach und sich etwas erdachte, das die gute Absicht soweit wie möglich zerstöre. So war es die Absicht des Guten, als er die Flüsse machte, auf denen die Indianer reisen, daß jeder Fluß ein zweifaches Bett haben solle, in dem die Wasser in entgegengesetzten Richtungen flössen. So hätten die Indianer stets stromabwärts fahren können. Diese bequeme Art gefiel dem Bösen nicht. Er sagte, das sei zu gut für die Menschen: »So laß sie wenigstens einen Weg sich stromaufwärts arbeiten.« Und er war noch nicht zufrieden, seines Bruders Absicht der zwei Flußbetten zu zerstören, sondern schuf auch noch Strudel und Wasserfälle zur weiteren Gefahr und Unbequemlichkeit der Reisenden.


Dazu vergleiche man eine Sage der Sioux-Indianer:


Bladder und Monster waren Zwillinge und Söhne der Schildkröte. Bladder verfolgt seinen Bruder über die ganze Welt, um ihn zu erschlagen, weil sein Körper aus Stein war und seiner Mutter Tod verursachte. Diese Sage beginnt mit der Schildkröte und dem Wasserhuhn auf den Gewässern einer Flut, mit dem Keim der Erde in Maul und Schnabel; der eine trägt nämlich Schlamm, der andere Gras. Beides wird zum Wachsen auf den Rücken der Schildkröte gelegt.

Eine andere Version sagt, daß Monster der zuerst Geschaffene war, daß er aus Stein war und ihm ein Bein abbrach, entweder dadurch, daß er fiel, oder dadurch, daß es absprang, als er vor dem Feuer lag, um zu trocknen. Darum wurde ein zweiter als Urvater der Menschen geschaffen, weshalb er diesem feind war.


  • Literatur: Meeker im Journ. of Am. Folklore XIV, p. 161.

Diese Sagen wurzeln im letzten Grunde in iranischen Vorstellungen. Der Streit der Zwillinge im Mutterleib und der gewaltsame Austritt aus ihm stellt sich zu der Eifersucht Ahrimans gegen Ormuzd in Zervans Leibe (s.S. 11). Das Sprießen der Gewächse aus dem Körper der Frau entspricht demselben Vorgang auf dem Körper des eingebornen Rindes (Bundehesh, Kap. 14). Die Teilung der Welt zwischen dem guten und bösen Bruder, die Erzeugung guter und böser Geschöpfe (zum Moskito des Bösen vergleiche Ahrimans Fliege, s. unten Kap. IV), die Errichtung eines eigenen Totenreiches, das sind die wesentlichen Übereinstimmungen. Dazu kommt die Einzelheit der Frage: Wer bist du? und der Anspruch des Gefragten, älter zu sein: ebenso im Zervanismus und im Indischen. Diese Gleichheit der amerikanischen und iranischen Sagen erklärt sich dadurch, daß auch die Mittelglieder Nordasiens iranisch-indischer Herkunft sind. An diese Mittelglieder wiederum finden sich noch auffallendere Anklänge in Amerika. Der »erste Mensch« der Mandan-Indianer ist kein anderer als Erlik, der erste Mensch einiger Tatarenstämme. Der Streit zwischen[79] Ohmahank und dem Menschen, welcher älter sei, wird durch eine Kraftprobe entschieden, die ganz offenbar der mongolischen Entscheidungsszene entspricht, wo auch zwei Götter einander gegenüber sitzen (siehe S. 72). Der Rat des Frosches bei den Einzelheiten der Schöpfung ist uns ebendort schon einmal begegnet. Endlich fehlt nicht der tauchende Vogel, auch nicht der Gegensatz zwischen der ebenen und der bergigen (waldigen) Schöpfung.7 In der Huronensage erinnert die Errichtung der Erde auf der Schildkröte an die völlig gleiche Verwendung des Frosches zu diesem Zwecke, wie wir sie bei den westmongolischen Stämmen kennen gelernt haben. Zu dem Meersand im Munde der Kröte haben wir zahlreiche Parallelen in Asien und Europa. Wenn die vom Himmel gefallene Frau von zwei Vögeln gestützt wird, so gemahnt das an die transkaukasische Episode, wo Gott von zwei Engeln vor dem Untersinken bewahrt wird. Die Frau mit den zwei Eistauchern ist uns bei den Jakuten als die Mutter Gottes mit Taucher und Ente bekannt geworden. Endlich ist es wohl nicht zu kühn, die mit dem Weltschöpfer schwangere Ilmatar der Finnen, der mit den zwei Schöpfern schwangeren himmlischen Frau der Huronen gleichzustellen. Auch eine zweite Übereinstimmung zeigt, daß wir es hier mit der Ausstrahlung einer und derselben Ursage zu tun haben. Zu der Flußlaufgeschichte der Huronen halte man die finnische Sage, daß früher alle Flüsse zwei Parallelläufe hatten; der eine lief aufwärts, der andere abwärts. Das war sehr bequem für die Schiffahrt, der Teufel aber änderte es. (Réville II, 184.)

Dazu gehört ferner noch eine Sage vom Theißstrudel:


Als Christus und Petrus die Theiß aufwärts fuhren, hörten sie die Schiffer wegen der Schwierigkeit der Fahrt gar oft fluchen. Da bat Petrus Jesus, er[80] möge bewirken, daß der Strom auf der einen Seite aufwärts, auf der andern abwärts fließe, damit dadurch die Fahrt erleichtert werde und die Schiffer nicht so viel fluchen sollten. Jesus gewährte seine Bitte, und die Folge davon war, daß nun die Schiffer bei erleichterter Fahrt erst recht Zeit hatten zum Fluchen. Da bat Petrus Jesus abermals, er möge den Strom wieder so fließen lassen wie früher. Auch dieser Bitte willfahrte Jesus, doch ließ er im Strome Wirbel zurück, die auch heutigen Tages das Wasser des heiligen Petrus (Szent Péter vize) heißen. (Szeged.)


  • Literatur: Ethnolog. Mitt. aus Ungarn, II, 8 (1890–92).

Beide Parallelen beweisen das Vorhandensein einer finnisch-ugrischen Sage, die über Asien nach Amerika gelangt ist.

Eine neue Übereinstimmung – nämlich das Umschreiten und Vergrößern der Erde (oben S. 9 u. 65) – zeigt eine Sage der Algonkins:


Alles war Wasser, ehe die Erde geschaffen wurde, und auf dieser großen Wasserfläche schwamm ein großes Holzfloß, darauf befanden sich alle verschiedenen Tierarten, die es auf der Erde gibt, und der Große Hase war der Anführer. Er suchte einen geeigneten festen Ort, um zu landen, aber da nur Schwäne und Wasservögel zu sehen waren, fing er schon an, die Hoffnung zu verlieren. Es blieb nichts anderes übrig, als daß man den Biber tauchen ließ, um etwas Erde vom Grund des Wassers heraufzuholen. Man versicherte ihm im Namen aller Tiere: wenn er auch nur mit einem Korn wiederkäme, so würde daraus eine Erde entstehen, die groß genug sei, sie alle zu fassen und zu ernähren. Aber der Biber versuchte dem zu entgehen und sagte, er habe ja schon in der Nähe des Floßes getaucht und keinen Grund gefunden. Man drängte jedoch so sehr in ihn, dies wichtige Unternehmen auszuführen, daß er es wagte und tauchte. Er blieb aber so lange unten, daß die, die ihn gebeten hatten, schon glaubten, er sei ertrunken; da sah man ihn halbtot und bewegungslos auftauchen. Die Tiere sahen sogleich, daß er nicht imstande war, auf das Floß zu klettern, zogen ihn herauf und untersuchten Pfoten und Schwanz, sie fanden aber nichts.

Ihre letzte Hoffnung richtete sich nun auf die Fischotter, und sie baten, sie möge doch einen zweiten Versuch machen, etwas Erde vom Grund des Meeres heraufzuholen. Sie stellten ihr vor, daß es ja ebensogut die Rettung der Fischotter bedeute wie die ihrige. Das sah die Otter ein, und sie tauchte. Sie blieb noch länger als der Biber unter Wasser und kam wie er wieder herauf, ohne etwas mitzubringen.

Jetzt hatte niemand mehr die Hoffnung, einen Wohnort zu finden, auf dem sie hätten leben können. Da bot sich die Moschusratte an, sie wolle versuchen, den Grund zu gewinnen, und sie meinte sogar, sie könne etwas Sand mit herauf bringen. Man versprach sich nichts von ihrem Unternehmen, da die viel stärkeren Tiere, der Biber und die Otter, nichts erreicht hatten. Doch ermutigten sie sie und versprachen ihr, daß sie die Erde beherrschen dürfe, wenn es ihr gelänge, das Ziel zu erreichen. Da stürzte sich die Moschusratte ins Wasser und tauchte voll kühnen Muts. Beinahe vierundzwanzig Stunden blieb sie unten, da erschien sie am Rande des Bootes, den Leib nach oben, bewegungslos und mit geschlossenen Pfoten. Die Tiere zogen sie vorsichtig auf das Floß herauf. Sie öffneten eine Pfote, dann die zweite, die dritte und – endlich! – in der vierten fand sich ein kleines Sandkorn zwischen den Krallen.[81] Der Große Hase, der sich vorgenommen hatte, eine ungeheuer große Erde zu schaffen, nahm das Sandkorn und ließ es auf das Floß fallen, da vergrößerte es sich. Er nahm wieder einen Teil davon und säte ihn aus. Dadurch wuchs die Erde mehr und mehr. Als sie so groß wie ein Berg war, wollte er um ihn herumgehen, und je mehr er ging, je mehr wuchs die Erde. Als sie ihm schon ganz groß erschien, befahl er dem Fuchs, sein Werk zu besichtigen mit der Macht, sie zu vergrößern. Als der Fuchs erkannte, daß sie geräumig genug sei, um ihm seinen Unterhalt zu geben, kam er zum Großen Hasen zurück und berichtete ihm, die Erde könne alle Tiere fassen und erhalten. Darauf freute sich der Große Hase über sein Werk und ging selber um die Erde herum. Dabei fand er, daß sie nicht genüge. Er wollte nun keinem andern Tiere wieder vertrauen und fuhr selbst fort, sie zu vergrößern, indem er unaufhörlich um sie herumging. Darum sagen die Wilden, wenn sie es in den Bergen dröhnen hören, daß der Große Hase die Welt vergrößere.


  • Literatur: Charencey, Une légende cosmogonique, in Publ. d.l. Soc. Havraise 1884, p. 270. (Nicolas Perrot, Mémoire sur les mœurs, coustumes et religion des sauvages de l'Amérique Septentrionale, publ. p. Tailhan. Chap. I, p. 3 f. Leipzig et Paris 1864.)

Hierauf seien verschiedene kürzere Überlieferungen angeführt, die nur in den Hauptzügen, dem Tauchmotiv und dem Vergrößerungsmotiv mit den asiatischen übereinstimmen, während Einzelheiten, wie bei den vorhergehenden Sagen, fehlen. Das Vorhandensein solcher Überlieferungen beweist, daß unsere in Asien so weit verbreitete kosmogonische Sage auch in Amerika nicht vereinzelt dasteht, sondern auch dort mit vielen Ausläufern und Varianten heimisch ist. Das Vergrößerungsmotiv und das Tauchmotiv zusammen zeigt eine Sage der Chippeway-Indianer:


Alles war ursprünglich Wasser. Wieska hieß den Biber untertauchen, um ein wenig Erde heraufzuholen, aber dieser vermochte es nicht. Der ausgesendeten Moschusratte gelang es besser, doch nur nach mehrfacher vergeblicher Anstrengung. Wieska nahm die Erde und blies darauf, da wurde sie größer. Darauf ließ er den Raben um sie herumfliegen, doch dieser kehrte schnell zurück, die Erde war noch zu klein. Wieska fuhr daher fort zu blasen, bis sie groß genug wurde.


  • Literatur: Waitz, Anthropologie III, S. 184.

Vergleiche dazu die Wogulensage (S. 63), wo der Rabe ebenfalls als Größenmesser ausgesandt wird. Ferner eine Sage der Ottawas vom Michabu-Stamm:


Der Große Hase war von ganz ungewöhnlicher Größe; er warf ein Netz in das 18 Klafter tiefe Wasser, das ihm kaum bis an die Achseln ging. Eines Tages während der Flut schickte er den Biber aus, um Land zu entdecken; da dieser aber nicht wiederkam, schickte er die Otter aus, die etwas mit Schaum bedeckte Erde brachte. Er begab sich an die Stelle des Sees, wo die Erde herkam, fand eine kleine Insel, um die er herumging, wodurch sie ungeheuer groß wurde. Darum wird ihm die Schöpfung der Erde zugeschrieben. Hierauf flog er wieder in den Himmel.


  • Literatur: Charencey, Une légende cosmogonique in den Publ. d.l. Soc. Havraise 1884, p. 284. (Choix de lettres édifiantes VII, 148, Paris 1809)

[82] Statt des Schöpfers, der die Erde durch sein Umschreiten vergrößert, treten auch Fuchs oder Wolf auf:


Überlieferung der Dènè Peaux-de-Lièvre.

»Le Sensé« schwamm mit Tieren aller Art auf einem Boot, und die Wasser hatten alles bedeckt.

Die Moschusratte tauchte zuerst hinunter und versuchte die Erde zu erreichen. Ach! sie kam ja halbtot an die Oberfläche, ohne sie berührt zu haben. »Es gibt keine Erde,« sagte sie. Ein zweites Mal tauchte sie, und als sie diesmal wieder heraufkam, sagte sie: »Ich habe den Geruch der Erde gespürt, aber ich konnte sie nicht erreichen.« Darauf tauchte der Biber und blieb lange unter dem Wasser. Endlich sah man ihn bewußtlos auf dem Rücken herauftreiben, aber in seiner Pfote hielt er etwas Schlamm, den gab er dem »Sense«.

Der Greis tat den Schlamm auf das Wasser und dachte: »Ich will, daß es wieder eine Erde gibt.« Dabei blies er darauf und belebte den Schlamm, daß er sich vergrößerte. Er setzte einen kleinen Vogel darauf, und sie wurde noch größer. Der Greis blies und blies, und sie wurde immer größer. Dann setzte er einen Fuchs darauf, der nun in einem Tag um die schwimmende Erde lief. Aber sie wurde noch größer. Der Fuchs lief von neuem herum, und sie vergrößerte sich wieder. Je mehr der Fuchs lief, desto mehr gewann die Erde an Ausdehnung. Ein-, zwei-, drei-, vier-, fünf-, sechsmal lief der Fuchs um die Erde, und sie wurde jedesmal größer. Als er das siebente Mal herumgelaufen war, war sie fertig, und so, wie sie vor der Flut gewesen war.


  • Literatur: Petitot, Trad. indiennes du Canada Nord Ouest 147, ganz ähnlich dort p. 318, Überl. d. Dunè Flancs-de-Chiens et Esclaves, dort bringt aber die Moschusratte die Erde, und p. 473, Überl. d. Cris, wo die Moschusratte die Erde im Maul heraufbringt.

Algonkin-Sage.

[Die Tiere, die Michapu (der Große Hase) geschaffen, sind auf dem Floß wie beim vorigen, dann heißt es weiter:] Michapu sah voraus, daß die Tiere sich nicht lange auf dem Floß erhalten könnten, und daß sein Werk unvollkommen wäre, wenn er nicht dem Elend und dem Hunger wehren könne. Da er damals nur Herr des Himmels war, nahm er seine Zuflucht zu Michinisi, dem Wassergott, und wollte etwas Erde von ihm borgen, um seine Geschöpfe darauf unterzubringen. Michinisi wollte aber seine Bitte nicht erhören, worauf Michapu den Biber, die Otter und die Moschusratte nacheinander auf den Grund des Meeres schickte, um etwas Erde von dort zu bringen. Aber nur der Moschusratte gelang es, etwas her aufzubringen, und es waren sogar nur einige Körner Sand. Michapu aber nutzte dies Wenige geschickt aus und bildete einen großen Berg daraus. Dem Fuchs wurde aufgetragen, um den Berg herumzulaufen, man versicherte ihm, daß dies die Erde vergrößern werde. Einige Zeit lief der Fuchs herum, um die Welt auszudehnen, dann wurde er aber müde, und Michapu nahm es ihm ab.


  • Literatur: Charencey, Une légende cosmogonique, p. 280 (De la Poterie, Histoire de l'Amerique Septentrionale. – Picart, Cérémonies et coutumes réligieuses de tous les peuples VII, 401. Paris 1808).
    Vgl. Müller, Geschichte der amer. Urreligionen. S. 111.

Sage der Winnebago.

[83] Als die Erde, die man im Maul und in den Klauen der Moschusratte fand, sich auf dem Wasser auszubreiten begann, saß Nanabozhu Tag für Tag dabei und beobachtete ihr Wachsen. Als er ihre Ausdehnung nicht mehr überblicken konnte, sandte er einen Wolf aus und befahl ihm, um die Erde herumzulaufen, damit er erfahre, wie groß sie sei. Der Wolf kehrte nach kurzer Zeit wieder. Bald darauf wurde er zum zweitenmal ausgeschickt und blieb zwei Jahre fort. Das dritte Mal kam er gar nicht wieder. (Vgl. die Wogulensage S. 64.)


  • Literatur: Emerson, Indian Myths, 117.

Es folgen nun einige Sagen, die nur die Tauchepisode enthalten, und zwar zuerst diejenigen, in denen sie einen Teil der Schöpfungssage bildet, nicht einer Flutsage, die wir in weit zahlreicheren Varianten weiter unten antreffen werden.


Cherokesen-Sage.

Als alles noch Wasser war, waren die Tiere droben in Gălûñ'lătĭ über dem Himmelsgewölbe, aber es war sehr voll da, und sie brauchten mehr Platz. Sie hätten gerne gewußt, was unter dem Wasser war, und endlich erbot sich Dâyuni'sĭ, »des Bibers Enkel«, der kleine Wasserkäfer, zu sehen, ob er es erfahren könne. Er flog nach jeder Richtung hin über das Wasser, doch fand er nichts, worauf er hätte festen Fuß fassen können. Da tauchte er bis auf den Grund und kam mit etwas weichem Schlamm herauf, der begann zu wachsen und sich nach allen Seiten hin auszubreiten, bis er zu der Insel wurde, die wir die Erde nennen. Sie wurde dann mit vier Stricken an den Himmel gebunden, aber niemand weiß mehr, wer das getan hat.


  • Literatur: Mooney im 19th Annual Report of the Bureau of American Ethnology p. 239.

Sage der Cree-Indianer.

Vor langer Zeit war die Welt mit Wasser bedeckt, und die Tiere wünschten, trocknes Land zu haben. Die Moschusratte bot sich an zu tauchen und zu versuchen, ob sie etwas heraufbringen könne. Sie brachte etwas Schlamm auf ihrem Schwanze herauf, es war aber zu wenig und sank gleich wieder unter. Danach machte die Otter einen vergeblichen Versuch. Zuletzt tauchte der Biber und brachte genug Erde herauf, daß eine kleine Insel entstehen konnte. Aus dieser erwuchs die Welt.


  • Literatur: Swindlehurst in Journ. of Am. Folklore 18, p. 139.

In British Columbia heißt es: Zu Anfang der Welt war nur Wasser und die Moschusratte. Diese tauchte und spuckte Inseln, die sich verbreiterten und das Festland bildeten.


  • Literatur: Andrew Lang, myth and religion 1, 191 f.

Die Mönnitarri-Indianer sagen (nach Maximilian, Prinz zu Wied, Reise in das Innere von Nordamerika 2, 121):


Früher existierte nur Wasser und keine Erde. Der Herr des Lebens (wörtlich übersetzt: der erste Mensch), der in Rocky Mountains wohnt, hatte[84] alles dies gemacht und den großen Vogel mit einem roten Auge hinabgeschickt, um Erde herauf zubringen, was dieser auch tat.

Die Hundsripp-Indianer und die Cepewyans lassen die Erde ursprünglich mit Wasser bedeckt sein. Kein lebendiges Wesen gab es außer einem gewaltigen, allmächtigen Vogel,8 dessen Augen Feuer, dessen Blicke Blitze, dessen Flügelschlag Donner war. Einst tauchte derselbe in das Wasser hinab, da erhob sich die Erde, und aus der Erde kamen auf des Vogels Befehl die Tiere hervor. Nach Vollendung seines Werkes zog sich der Vogel zurück, und seitdem erschien er nicht wieder.


  • Literatur: Vgl. Müller, Gesch. d. amer. Urreligionen 121 und dessen Nachweisungen, auch Waitz, Anthropologie III, 179.

Als Tiere, die die Erde herausbringen, finden wir Fische:

a) in einer Irokesen-Sage bei Majer, Myth. Lex. I, 136 (aus Allgem. Gesch. der Länder und Völker von Amerika I, 45).


Die Fischotter und die Fische holten Ton aus der Tiefe des Meeres und bauten eine kleine Insel darauf, welche sich allmählich vergrößerte und endlich die Gestalt bekam, in welcher wir unsere Erde noch jetzt erblicken.


b) in einer Sage der Sac- und Fox-Indianer (zur Gruppe der Algonquins gehörig):


»Als Wesukkä [der Hauptgott der oberirdischen Götter, den die unterirdischen durch die Wasserflut vernichten wollen] einige Tage auf dem Wasser umhergetrieben war, band er einen seiner größten Fische los und hieß ihn in die Tiefe tauchen, um etwas Erde zu holen. Dies gelang auch; er brachte ein gehöriges Maul voll, und Wesukkä schuf daraus das trockne Land, das seine roten Kinder noch heute bewohnen.«


  • Literatur: Andree, Flutsagen, S. 80 = Knortz, Märchen und Sagen der nordamerik. Indianer. Jena 1871, S. 231.

Das Heraufbringen der Erde wird vorzugsweise in Flutsagen erwähnt. In denen, die wir voranstellen, dient es dem Zwecke der Errettung der oder des Bedrohten. Das tauchende Tier ist am häufigsten die Moschusratte.


Die Molalla und die Chinook berichten, der Biber habe eine Flut verursacht. Die Tiere hätten sich im Boote gerettet, und es sei der Moschusratte gelungen, Erde heraufzubringen.


  • Literatur: Boas, Indianische Sagen p. 337.

Über die Odschibwä (Algonquins) berichtet Andree, Flutsagen S. 78 f. (= J.G. Kohl, Kitschi-Gami I, 321 ff. Vgl. Schoolcraft, The Indian in his wigwam. New York 1884, 204, und Andree, Nordamerika 284):


Menaboschu, ein Halbgott, war der einzige, der sich aus der großen Flut rettete. Fünf Tage und Nächte harrte er auf einer Tanne aus, an die das Wasser nicht reichte. »Endlich am sechsten Tage sah er einen einsamen Vogel – es war ein Loon (Eistaucher) – auf dem Wasser schwimmen.« Er rief[85] ihn zu sich und sprach zu ihm: »Bruder Loon, du geschickter Taucher, tu mir den Gefallen und tauche einmal in die Tiefe, und sieh nach, ob du die Erde, ohne die ich nicht leben kann, noch zu finden vermagst oder ob sie gänzlich ersäuft ist.« Der Loon tat das. Er tauchte mehrere Male hinab. Aber er konnte nicht tief genug hinabgelangen und kam immer wieder unverrichteter Dinge hervor, indem er die Trauerbotschaft brachte, die Erde sei nicht zu finden. Menaboschu wäre beinahe verzweifelt. Da sah er am folgenden Tage den erstarrten Körper einer Moschusratte von den Wellen zu sich herangetrieben. Er haschte sie, und indem er sie warm anblies, brachte er sie wieder zum Leben. Dann sprach er zu ihr: »Brüderchen Ratte, wir können beide ohne Erde nicht leben. Tauche hinab ins Wasser und bringe mir, wenn du kannst, etwas Erde herauf, wenn es auch nur drei Sandkörner sind; ich werde schon etwas daraus machen können.« Das gefällige Tier tauchte sogleich hinab und kam nach langer Zeit wieder zum Vorschein. Aber es war tot und schwamm auf dem Wasser. Menaboschu fing den Körper auf und entdeckte in dem einen Pfötchen ein paar Sandkörner. Er nahm sie, trocknete sie in seiner Hand an der Sonne und blies sie dann weg übers Wasser, und wo sie hinfielen, da schwammen sie und wuchsen und vergrößerten sich entweder infolge innerer Kraft des Erdreichs oder durch Menaboschus Zauberatem. Es entstanden erst kleine Inseln, die schnell zu größeren aneinanderwuchsen ... Und es wurden am Ende große Länder daraus.


Eine Chippewa-Version lautet kurz:


Manabozho bekriegt die Schlangen im See, verwundet ihren Anführer. Plötzlich entsteht eine Flut. Er rettet sich auf einen Baum. Das Wasser reicht ihm schon bis ans Kinn, da bemerkt er, daß es sich wieder senkt, und hofft von neuem. Er bittet einen Eistaucher, nach Erde zu tauchen; der kommt tot in die Höhe. Der Moschusratte wird eine Seenkette als Wohnung versprochen, sie taucht, kommt bewegungslos wieder herauf. Manabozho bläst sie an, so daß sie wieder belebt wird. Sie taucht noch einmal, bringt Erde in der Pfote. Aus der Erde und dem toten Eistaucher schafft Manabozho die Erde neu.


  • Literatur: Emerson, Indian Myths, p. 348.

Brinton, Myths of the New World, S. 204 bringt folgende Algonkin-Sage von 1634, die schon um ihres feststehenden Alters willen einiges Interesse erweckt. Sie lautet:


Eines Tages, als Messou jagte, wurden die Wölfe, die er als Hunde gebrauchte, in einem großen See zurückgehalten. Messou sah sich überall nach ihnen um, da sagte ihm ein Vogel: »Ich sehe sie mitten im See.« Er ging in den See, um sie zu retten, der aber überflutete seine Ufer und verschlang die Welt. Messou war darüber sehr erstaunt und sandte den Raben aus, ob er ein bißchen Erde fände, womit man das Land wieder machen könne, aber der Vogel konnte keine finden, darauf befahl er der Otter zu tauchen, aber das Tier kam ohne Erde wieder. Da sandte er die Moschusratte aus, die mit einem ganz winzigen bißchen Erde wiederkam, das Messou aber genügte, um das Land wieder daraus zu machen. Da die Bäume ihre Zweige verloren hatten, schoß er Pfeile an ihre nackten Stämme, rächte sich an denen, die seine Hunde zurückgehalten hatten, heiratete die Moschusratte und bevölkerte so die Welt.[86]


Auch zwei verschiedene Vogelarten werden genannt.

Die Sage der Caingang bringt zuerst die Erzählung der Flut und fährt dann fort:


Einigen Menschen gelang es, sich auf einen Baum zu retten. Sie dachten aber schon, daß sie sterben müßten, als sie den Gesang der saracura-Vögel hörten. Diese brachten in Körben Erde und warfen die Erde in das Wasser.. Danach riefen sie auch noch die Gänse zur Hilfe. Durch das so gebildete feste Land werden die Menschen gerettet. (Gekürzt.)


  • Literatur: Borba in Journ. of Amer. F.L. 18, p. 223. Ebenda 17, p. 75. Ähnliches bei den Arés oder Botokuden. Vgl. oben S. 74.

An Asien erinnert die Ente in folgender Version der Chippewas:


Ein Greis rettete sich in einem großen Kanoe, wobei er alle Tiere auflas, die ihm begegneten. Da er jedoch in diesem Zustande nicht lange leben konnte, ließ er nach und nach den Biber, die Fischotter, die Moschusratte und die nordische Ente tauchen, um die Erde aufzusuchen. Nur die letztere kam wieder mit etwas Schlamm an den Schwimmfüßen. Der Greis warf den Schlamm auf die Oberfläche des Wassers, der sich dort unter dem Einflüsse seines Atems so vergrößerte, daß er nach und nach alle Tiere darauf aussetzen und schließlich selbst darauf landen konnte, da der Schlamm zu einer großen Insel angewachsen war.


  • Literatur: Andree, Flutsagen 82 = Petitot, Monographie des Dènè-Dindjé, Paris 1876. Nach Andree S. 83 [Petitot, a.a.O. 75] haben die Hundsrippen- und Sklavenindianer die gleiche Flutsage wie die Montagnais.

In den nächsten Erzählungen wird ebenfalls die Erde nach der Flut neu geschaffen, doch ist es nicht ersichtlich, daß diese Neuschaffung Rettung vor der Gefahr des Umkommens bedeutet, wie es bei den vorhergehenden der Fall war. Als uns bekannte Tiere finden wir zuerst die Ente, danach den Biber, der aber keine erfolglosen Vorgänger hat, sondern allein das Heraufholen der Erde versucht und vollbringt.

Die Newettee erzählen:


Alle Wälder waren verbrannt, und nur nackte Felsen bildeten die Oberfläche der Erde. Da beschloß O'meatl (der Rabe, der Weltschöpfer), Erde und Gestrüpp zu erschaffen. Er ging in sein Boot Tātatlta und sandte die Lumme ins Meer hinab, dieselben zu holen. Diese aber fand nichts und ertrank im Meere. Dann schickte er den Podiceps und die Harlekin-Ente aus. Beide ertranken. Endlich sandte er die Oidemia-Deglandi (eine Ente?) aus. Diese tauchte bis auf den Grund des Meeres. Lange blieb sie unten und kam endlich mit einem Tannenzweig wieder herauf. Diesen nahm O'meatl und machte Berge, Erde und Bäume daraus. Er erschuf die Zeder ... die Tanne, die Hemlocktanne und alle anderen Arten von Bäumen und machte den Sand am Meere.


  • Literatur: Boas, Indianische Sagen, p. 173, vgl. 336.

Im Gebiet der großen Seen und um das Mackenzie-Becken ist diese Sage die allgemein verbreitete Flutsage.

Bei den Yokut (Süd-Kalifornien) heißt es:


Einst war die Erde mit Wasser bedeckt. Damals lebte ein Habicht, eine Krähe und eine Ente. Die letztere tauchte und kam tot in die Höhe, [87] brachte aber ein wenig Schlamm mit. Da nahmen der Habicht und die Krähe je eine Hälfte dieses Schlammes und machten die Berge daraus.


  • Literatur: Boas, ebda. S. 337.

Aus dem Arkansas-Territorium:


Als die ganze Welt überschwemmt war, zog ein weißgekleideter Gott, der einen kleinen Sack Tabak auf der Schulter trug, die Menschen aus dem Abgrund, dann stellte er sich an ihre Spitze, um ihnen einen Wohnort zu suchen. Die Erde war ganz im Dunkeln. Der Biber tauchte und brachte etwas Erde, das Symbol des neuen Landes, auf dem sie wohnen sollten. Danach kam ein weißer Adler, der einen grünen Zweig im Schnabel hatte. (Die Ausbreitung der Erde wird nicht weiter erzählt.)


  • Literatur: Charencey, Une légende cosmogonique 1884, p. 284. (Annales de la propagation de la foi, 2e année, p. 383–384.)

Schlußwort.

Zu der Frage, auf welche Weise der Zusammenhang asiatischer und amerikanischer Schöpfungssagen historisch zu erklären sei, verweise ich auf Konrad Häblers Ausführungen in Helmolts Weltgeschichte I, S. 181 f.: »Nirgends treten sich die Kontinente der Alten und Neuen Welt näher als im Nordwesten von Amerika, wo die Behringstraße nur als schmaler Wasserarm die Ländermassen trennt, und die alëutischen Inseln auch einem nur mit primitivsten Vorrichtungen versehenen Schiffer den Übergang von einem Kontinent auf den anderen möglich machen. Zu allen Zeiten sind Fahrzeuge der asiatischen Küstenbewohner gelegentlich von Wind und Wetter bis an den Strand von Alaska verschlagen worden, und eine noch in historischen Zeiten erfolgte Einwanderung in dieser Richtung ist beinahe eine geschichtliche Gewißheit. Die Ähnlichkeit der amerikanischen Ureinwohner mit mongolischen Völkerschaften, Anklänge gewisser ethnologischer Eigentümlichkeiten von Völkern der pazifischen Staaten Amerikas an die der asiatischen Kulturvölker haben dieser Hypothese seit langer Zeit viele Anhänger zugeführt.«

Ich verweise ferner auf den Bericht, den der ausgezeichnete Amerikanist Franz Boas über die Jesup North Pacific Expedition von 1897–1902 in den Proceedings of the International Congress of Americanists, 13th session, N.Y., 1902 (Easton, Pa., 1905) gegeben hat. Nach dem Auszuge, der danach im Journal of American Folk-Lore 18 (1905) S. 242 mitgeteilt ist, führt er als Ergebnis an, daß die Sprachen des nordwestlichen Sibiriens mit den Sprachen Amerikas in eine große Klasse gehören und daß die Tschuktschen, Korjaken, Kamtschadalen und Jukagiren eher zur amerikanischen als zur asiatischen Rasse gerechnet werden müssen, vielleicht auch noch einige andere isolierte Stämme Sibiriens. In British Columbia und Teilen von Alaska haben die Nachforschungen ergeben, daß ausgedehnte Wanderungen, insbesondere an der Küste, stattgefunden haben.[88]

Die Spezialwissenschaften werden gewiß noch manches zur Klärung der Wanderungsfrage beibringen können; auch wird wohl manch neues Material zutage kommen. So viel ist gewiß: es gibt auf der ganzen Welt keine zweite Sage, die eine gleiche Bedeutung in dem Geistesleben der Volker gehabt hat, wie diese Schöpfungssage. Zur Erkenntnis dieser Bedeutung werden auch die folgenden Kapitel dienen; in ihnen ist vielfach von Sagen gehandelt, die aufs engste mit der Schöpfungssage zusammenhängen und die somit auch ihrerseits deren mächtigen Einfluß beweisen.

Fußnoten

1 Cardus, Las misiones franciscanas entre los infieles de Bolivia. Barcelona 1886.


2 Wohl bei Lucien Adam, Le parler des Caingangs. Compte rendu des Am. Congr. Paris 1900.


3 Süd-Kalifornien. Mission-Indianer von San Luiseños: Im Anfang saßen Tú-co-mish (Nacht) und Ta-nó-wish (Erde) vor sich hinbrütend und stumm. Tú-co-mish sagte: »Ich bin älter als du.« Ta-nó-wish sagte: »Ich bin stärker als du.« [Tú-co-mish läßt Ta-nó-wish einschlafen; als sie erwacht, merkt sie, daß etwas mit ihr vorgegangen.] Darauf wird Wy-ót geboren. Von Ta-nó-wish stammen auch Gras, Bäume, Vögel und alles andere. Nun wünschte Tó-wish, der Böse, geboren zu werden. Er versuchte, durch Ohren, Augen oder Nase herauszukommen, und kam schließlich aus dem Munde heraus usw.

Goddard du Bois im Journ. of Am. F.-L. XVII, p. 185.


4 Eine Art Wiesel.


5 Irokesensage (Boas, p. 337): Eine Frau fiel vom Himmel herab in das Meer, das die ganze Erde bedeckte. Da erhob sich eine Schildkröte. Die Frau blieb auf ihrem Rücken, bis ein Tier etwas Schlamm herauf brachte, aus dem die Erde gemacht wurde.

Brinton, Myths of the New World p. 197, S. 197 (aus: Doc. Hist. of New York, IV, p. 130 [etwa 1650]): Es erzählen die Irokesen, daß, als ihr erster weiblicher Vorfahr von seinem erzürnten Gemahl aus dem Himmel geworfen wurde, es noch kein Land gab, aber daß es plötzlich unter den Füßen der Frau aufsprudelte, Land erschien und immer größer wurde.

Brinton (aus: Rel. de la Nouv. France, an 1636, p. 101): Amphibien, Biber, Otter und Moschusratte, die sie herunterkommen sahen, beeilten sich, hinunterzutauchen und genügend Schlamm heraufzubringen, um eine Insel für sie zu machen.


6 Vgl. die Irokesensage bei Emerson, Indian Myths, 2. ed. S. 165: Der große Geist schuf die Brüder Gut und Böse. Der eine begann schöne Dinge zu schaffen, und alles Angenehme war durch sein Werk hervorgebracht; der andere beschäftigte sich damit, seines Bruders Pläne zu durchkreuzen. Er machte schlechte und steinige Stellen in der Erde und ließ schlechte Früchte wachsen ... Der Gute versuchte geduldig des Bösen Taten wieder gutzumachen, aber da er sah, daß das ein endloses Beginnen sein würde, beschloß er, seinen Bruder zu vernichten. [Er will aber keine Gewalt anwenden und schlägt einen Wettlauf vor.] »Sage mir zuerst,« sagte der Gute, »was du am meisten hassest?« – »Ziegenbockhörner,« sagte der Böse; »und was kannst du am wenigsten leiden?« – »Indianische Grasflechte,« antwortete der Gute. – Der Böse streut also das Gras, das seine Großmutter geschaffen hatte, auf den Weg des Guten, während jener ihm Ziegenbockhörner in den Weg wirft. Sie laufen nun um die Wette. Wenn der Gute ermattet, ißt er von dem Grase, der Böse dagegen fällt fortwährend über die Hörner. Der Gute geht zur Großmutter. Als der Böse später Einlaß begehrt, wird er ihm verweigert. »So werde ich nach Nordwesten gehen,« sagte der Böse, »und alle, die mir folgen, werden auch nie wieder auf die Erde zurückkommen. Der Tod wird sie für immer behalten.«


7 Vgl. folgende Sage der Maidu-Indianer: Im Anfang schwammen Kodoyanpe, der Erdschöpfer, und Coyote in einem Kanoe auf einem großen Meere. Das Kanoe wurde hierhin und dorthin getrieben, und sie suchten vergeblich nach Land. Nach langer Zeit und vielen Gesängen sahen sie etwas wie ein Vogelnest auf dem Wasser schwimmen. Der Erdschöpfer befestigte es mit Stricken und zog diese nach den fünf Richtungen: Osten, Süden, Westen, Nordwesten und Norden. Sie singen, und durch des Coyotes Gesang wird die Welt gebirgig, zerklüftet und schwer zu durchwandern. So zeigte er gleich am Anfang seine bösen Absichten. Der Erdschöpfer ließ den Coyote sich auf die Erde legen, damit er nicht sehen könne, und dehnte dann das kleine Stück Erde so groß aus, daß nun niemand das Ende sehen kann. Darauf machte sich der Coyote auf, um sich die Erde anzusehen, und ließ Kodoyanpe allein. Auch dieser machte sich auf, die Welt anzusehen, ging erst nach Süden, dann über Westen, Norden und Osten nach seinem Ausgangspunkt zurück. Dort macht er verschiedenartige Menschenpaare; er sagt ihnen, daß es sehr schön auf der Welt sein werde und daß ihr Leben leicht sein würde. Der Coyote aber tut fortwährend Böses, bringt Schmerzen und Tod in die Welt. Der Erdschöpfer kämpft lange gegen ihn, macht neue Menschen, die jetzigen Indianer, aber auch bei diesen gibt der Coyote es nicht zu, daß sie es gut haben sollen. Kodoyanpe sieht, daß es ihm alles nichts hilft, und geht von der Welt fort. Nach einer Weile verläßt auch Coyote die Erde.

R. Dixon in Journ. of Am. Folklore XVI, p. 32.


8 Vgl. Brinton, The Myths of the New World, p. 195.

Die Muscogees sagen: Vor der Schöpfung sah man nur Wasser. Zwei Tauben flogen darüber hin und erblickten zuletzt einen Grashalm an der Oberfläche. Darauf folgt allmählich der Erdboden.

Quelle:
Dähnhardt, Oskar: Natursagen. Eine Samlung naturdeutender Sagen, Märchen, Fabeln und Legenden, 4 Bände, Leipzig/Berlin, 1907-1912, S. 89.
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