I. Literarische Überlieferung des Orients.

[4] 1. Aus Kaschmir.


Im Tantrākhyāyika, der ältesten und zugleich einzigen authentischen Fassung des Pañcatantra, die im ganzen den vom Verfasser herrührenden Wortlaut des alten Werkes enthält, findet sich im 4. Buche folgende Erzählung:

Von hier an wird begonnen dieser vierte Klugheitsfall, Verlust des Erlangten genannt, dessen erste Strophe also lautet:


1. Wer aber infolge seiner Torheit auf gleisnerische Worte hin eine [schon] erlangte Sache aufgibt, dieser Tor wird so betrogen, wie das Wassertier von dem Affen.


An einem Meeresufer wohnte einst ein Affenkönig, namens Valīvadanaka [»Faltengesicht«]. Infolge seines Alters und seiner Schwäche wurde er von einem andern, jugendfrischen [wörtlich: mit frischer Jugend begabten] Affen, dessen Herz gewaltig von der Flamme der Eifersucht entbrannt war, und der ihn, weil er Beleidigungen nicht ruhig hinnahm [oder: »weil er zornig war«], befehdete, aus dieser seiner Herde vertrieben und lebte nun dahin.

An einem Ufer stand ein Udumbara [eine Feigenart, Ficus glomerata] namens Madhugarbha [»Honigbergend«]. Mit der von diesem kommenden Speise erhielt er sein Leben. Einst nun, als er aß, fiel ihm eine Udumbara-Frucht [»eine Feige«] aus der Hand; und als sie ins Wasser fiel, erzeugte sie einen herzerquickenden, zarten Ton. Als der Affe diesen vernommen, warf er wieder und wieder andere Udumbara-Früchte hinab.

Unter ihm aber fing sie ein Śiśumāra [Krokodil] namens Krśaka [»Dürr«, »Schmächtig«] auf und verzehrte sie nach Herzenslust. Valīvadana faßte Neigung und Freundschaft zu diesem und vergaß in seiner Gesellschaft sogar die Verbannung aus seiner Herde. Auch das Herz des Śiśumāra ward von starker Neigung ergriffen, so daß er das Nachhausegehen immer weiter hinausschob.

Seine Frau aber, inmitten ihrer Freundinnen, der das Herz versengt war durch die Trennung von ihm, [sagte]: »Wo [bleibt denn] mein Geliebter? Was treibt er draußen mit allzugroßer Beschäftigung? [= Was hält ihn draußen mit allzustarken Banden fest?] Und sehr lang ist heute die Zeit [seines Ausbleibens]. Er versäumt die drei Lebensziele [Religion, Gelderwerb, Geschlechtsliebe] und besinnt sich nicht auf sich selbst.« Da sagte eine von ihren Freundinnen [d.i. Zofen]: »Wie sollte dir Häuslichkeit und Reichtum beschert sein durch diesen Gatten, dessen Treiben du nicht kennst? Habe ich ihn doch mit eigenen Augen gesehen, wie er sich an einer Stelle des Meeresufers in heftigster Liebe heimlich mit einer[5] Äffin vergnügte. Da du das nun weißt, so tue schleunigst, was du zu tun hast.«

Und als die Frau des Śiśumāra dies gehört hatte, zog ein starkes Weh ein in ihr Herz. Sie ließ alle häuslichen Geschäfte liegen, legte ein schmutziges Kleid an, salbte ihren Leib mit Öl, begab sich auf ihr Lager und harrte, die Glieder von Unruhe erfüllt, im Kreise ihrer Freundinnen.

Als aber der Śiśumāra, welcher in seiner Freundschaft zu Valīvadana die Zeit überschritten hatte, nach Hause kam, sah er seine Frau in diesem Zustande und sprach bekümmerten Herzens: »Was ist die Ursache ihres Unwohlseins?« So fragte er ihre Umgebung. Aber ihre Freundinnen blieben stumm, und keine antwortete ihm. Rücksichtsvoll [oder: höflich] fragte er wieder und wieder. Nun war dort eine, [die war] gleichsam das zweite Herz der Gattin des Śiśu māra. Diese sagte, indem sie [durch Gebärden] die höchste Erregung zu erkennen gab: »Edler Herr, diese ihre Krankheit ist unheilbar. Wir müssen diese [unsere Herrin] ganz verloren geben. Für sie gibt es keine Rettung.« Als der Śiśumāra das gehört hatte, kam über ihn eine tiefe Niedergeschlagenheit; und weil ihm sein Weib lieb war, sagte er: »Und wenn sie auch nur durch mein Leben gesunden könnte, so mögen meine Lebensgeister für sie verwendet werden.« Jene sagte: »Lieber, es gibt nur ein Mittel gegen ihre Krankheit. Wenn man ein Affenherz beschaffen könnte, dann wäre sie am Leben [zu erhalten]. Sonst ist sie hinüber. Das ist ein Geheimwissen der Frauen.«

Da dachte er1: »Wie sollte ich ein Affenherz anderswohernehmen, als von Valīvadanaka?« Das aber ist höchst verwerflich und durch die Religion [oder: Moral] verboten. Oder wahrlich:


2. Soll das Weib mir au erster Stelle stehen oder der Freund, den die trefflichsten Tugenden schmücken? [Gilts,] zwischen Weib und Freund [zu wählen], so verdient das Weib sicherlich den Vorzug.


Inwiefern?


3. Durch sie nur werden die drei Lebensziele ganz erfüllt; erst dadurch gewinnt man den Freund, und durch diesen Ruhm. Wer sollte sie nicht hochhalten, in der alle Welten vereinigt sind?


Und daß es sich in meiner Lage wirklich so verhält, das schließe ich aus folgendem. Woraus?


4. Mein einziger Freund, mir lieb, der mir viel Gutes getan hat und reich ist an Vorzügen, ist zu töten um des Weibes willen. Unglück ist mir widerfahren.«


Nachdem er so verschiedentlich überlegt hatte und sein Herz ihn vom Gehen zurückhielt, begab er sich doch, langsam, langsam, zu Valīvadanaka. Und dieser sprach zu ihm: »Lieber, warum bist du heute so zerstreut?«2[6] Jener sagte: »Freund, es [fallt mir] schwer, es zu sagen. Ich kann mit dir nicht allzutraulich verkehren. Denn in so langer Zeit hast du mir nur Wohltaten erwiesen, und mir war es nicht möglich, dir den geringsten Gegendienst zu leisten. Und ferner:


5. Die Welt geht einer Neigung nur so weit nach, als diese einen [bestimmten egoistischen] Zweck verfolgt. Du aber, o Tiger unter den Affen, verfolgst nicht selbstsüchtig einen solchen Zweck.


Aber wahrlich, auf dich paßt dieser Spruch:


6. Gutes zu tun dem, der ihnen nichts Gutes getan; dem, der ihnen Liebes erwiesen, seine Taten zu gedenken und Gefallene aufzurichten, das schickt sich für Leute aus guter Familie.«


Jener sagte: »Ist denn nicht das eine Wandlung [des Schicksals] ohnegleichen, daß ich selbst nach dem Verluste meiner Heimat und meiner Verwandten infolge eines vollkommenen Freundschaftsbündnisses bei dir friedlich und ruhig leben kann? Trefflich sagt man dies:


7. Wer hat diesen Schutz gegen Kummer, Unlust und Angst geschaffen, dieses Gefäß der Liebe und des Vertrauens, dieses Juwel, die beiden Silben mitra [»Freund«]?


Und wenn Ihr gesagt habt: »Ich habe Euch das Besuchen meines Hauses, den Anblick meiner Gattin, die Speisung aus meiner Schüssel nicht zuteil werden lassen«: was will das besagen? Das ist doch nur eine Freundschaft unter gewöhnlichen Leuten. Und ferner:


8. Für den Bösen ist ein Betrachten der Frauen, als wären sie Schauspieler, nur schädlich, wie das Verzehren von Kühen. Die Guten tun ohne Überwindung das, was demjenigen heilsam ist, mit dem ihre Verbindung natürlich erfolgt ist.«


Der [andere] sagte:


9. »Was ist hier Seltsames daran, wenn ein guter Mensch den Wissensreichen und Guten ehrt? Wenn das ein Mann aus schlechter Familie tut, dann ist es wunderbar, wie es Kälte wäre an der Sonnenscheibe.


Und doch:


10. Einen Freund oder einen Verwandten soll man nicht mit allzugroßer Liebe überhäufen. Ihr eigenes Kalb stößt die Kuh mit den Spitzen ihrer Hörner, wenn es allzuviel trinkt.


Also, mein Lieber, ich habe für Euch auch einen Gegendienst. Das Inselchen dort drinnen, mitten im Meer – auf dem wohnen drei in erster Jugend prangende schöne Äffinnen3, die ich früher gesehen4; und Bäume stehen darauf, die dem Wunschbaum5 gleichen, und [deren Früchte] einen Geschmack wie Amrta6 [Nektar] haben. Ich will dich auf meinen Röcken nehmen und dorthin bringen.«[7]

Als der [Affe] das hörte, ward er sehr vergnügt und sagte: »Gut, mein Lieber, das ist mir recht. Bringe mich schnell dorthin!«

Als nun jener Śiśumāra den Affen, der das Merkmal des Verderbens an sieh trug [= dem Verderben geweiht zu sein schien] und ganz vertrauensselig geworden war, auf seinen Rücken genommen hatte und ihn dahintrug, dachte er: »Wehe!«


11. Dieser Weiberdienst ist doch übermäßig drückend und hart. Ich verwünsche die grausame Tat, [die ich.] um seinetwillen [vorhabe] und tue sie doch.


Darauf sagte unterwegs der Śiśumāra zu Valīvadanaka: × × × ×

(Die Lücke, die hier in allen Tantrākhyāyika-Handschriften klafft, läßt sich durch folgenden Text aus dem südlichen Pañcatantra – vgl. Hertel – ergänzen:


»Das Gold läßt sich am Steine prüfen, der Mann, wie man sagt, an den Geschäften, der Stier am Joch: aber für die Weiber gibt es nirgends einen Prüfstein.«


»Darum muß ich eines Weibes wegen meinen Freund ermorden.« Als der Śiśumāra so sprach, sagte der Affe zu ihm: »Was redet Ihr?« Der [andere] sprach: »Gar nichts!« Da er es ihm nun nicht sagte, ward der Affe besorgt und dachte: »Weshalb gibt mir der Śiśumāra auf meine Frage die Antwort: ›Gar nichts!‹ Darum will ich durch Klugheit aus ihm herauslocken, was in seinem Inneren vorgeht.« So dachte der Affe und sprach: »Mein Freund, ist meine Freundin in deinem Hause wohl?« Er sprach: »Wieso wohl? Deine Freundin ist infolge einer unheilbaren Krankheit bewußtlos.« Als der Affe das gehört hatte, erkannte er, daß der Śiśumāra ihn brauchte wegen des Ungemachs seiner Geliebten, und fragte ihn nochmals dringend, und dieser sagte: »Die Arzte, die Zauberspruchkundigen und die Beschwörer haben auf Befragen geantwortet: Ohne das Herz eines Affen geht es ihr ans Leben!« Wie der Affe das vernahm, hielt er sich für verloren und dachte bei sich: »Wehe! Ich bin verloren! Trotz meines Alters koste ich die Frucht des Umstandes, daß ich meine Sinne nicht bezwungen habe. Und was?


6. In den Wäldern [d.h. im Aufenthalt der Büßer, die den Sinnengenüssen der Welt entsagt haben] [sogar] herrschen die Fehler über die Verliebten, und selbst im Hause [gibt es] Kasteiung, welche die fünf Sinne bezähmt. Für jemand, der ungetadelte [»untadelige«] Werke ausführt und sich von der Geschlechtsliebe abgewandt hat, ist das Haus der Wald der Kasteiung [der Büßerwald.]«


Nach dieser Überlegung sagte er zu dem Śiśumāra: »Lieber, du hast nicht recht gehandelt. Warum hast du mir das nicht gleich gesagt?« usw. (In diesem südlichen Pañcatantra liegt eine etwas abweichende [erweiterte] Fassung vor; denn dem Satz: »Wie der Affe das vernahm« usw. vor dessen Strophe 6 entspricht im Tantrākhyāyika nach der obigen Lücke die folgende Fortsetzung:)

Als Valīvadanaka das gehört hatte, hielt er sich für verloren und ward[8] sehr niedergeschlagen; doch sagte er: »Mein Lieber, du hast recht daran getan! Aber du hast es mir [leider] nicht gleich gesagt; sonst hätte ich dies [mein] Herz mitgebracht. (Das folgende ist Interpolation:) Denn trefflich sagt man dies:


12. Diejenigen, welche anfangs unterlassen, was sie hätten tun sollen, und hinterher danach verlangen, die machen sich lächerlich in der Welt [vor den Leuten], wie [jener] infolge des Zwiebeldiebstahls.«


Der Śiśumāra sagte: »Wie [war] das?« Jener sprach:

[Es folgt eine kurze, später interpolierte Geschichte vom Zwiebeldieb.]

Darum sage ich: »Diejenigen, welche anfangs unterlassen, was sie hätten tun sollen« usw. Was soll ich also ohne mein Herz tun, wenn ich dorthin gekommen bin? Und doch ist es nur recht, daß du dich deiner Frau nahst, wenn du deine Absicht erreicht hast. Und man hat gesagt:


13. Wer die Dreiheit [die drei Lebensziele des Inders!] Religion, Geld und Liebe zu erlangen begehrt, der soll den Brahmanen, den König und das Weib besuchen – aber nicht mit leeren Händen.


Darum, mein Freund, will ich nur mit meinem Herzen in der Hand deines Weibes Antlitz schauen.« Jener sagte: »Wo befindet sich dieses Herz?« Der Affe sprach: »Eben auf diesem Udumbara.« Der Śiśumāra überlegte: »Was nützt mir mein Unternehmen, wenn es mir keinen Vorteil bringt? Selbst nach dem Morde meines Freundes bleibt die Ursache der Krankheit unverändert.« Und er sprach: »Mein Lieber, laß uns schnell gehen, um das Herz zu holen!« Jener sagte: »Mein Freund, wenn ihm dein Unternehmen galt, so bringe mich schnell dorthin.«

Der [andere] sprach: »Es sei!« Und als der Affe zum Udumbara zurückgekehrt war, sprang er hocherfreut empor, kletterte auf einen Ast und dachte: »Gott sei Dank! Mein Leben hätte ich wieder! So will ich denn daran denken und nicht wieder so handeln.«

Unten aber rief der Śiśumāra: »Lieber, nimm dein Herz und laß uns gehen!« Jener lachte und sprach: »Dummkopf! Befindet sich [vielleicht] ein Herz außerhalb des Leibes?

14. Durch eine List wolltest du mich töten- eine Gegenlist habe ich angewandt. Ich habe dich betört und so mich selbst vom Tode befreit.«

Der Śiśumāra sagte, nachdem er diesen Entschluß des Herzens jenes [Affen] erkannt hatte: »Mein Lieber, wenn du auch kein Herz hast, so komm' dennoch. Ich will durch Anwendung eines anderen Heilmittels ihre Krankheit bekämpfen. Aber ich werde [erst dann] zufrieden sein, wenn ich dich zu den Äffinnen gebracht habe [= Mache mir die Freude und laß dich von mir zu den Äffinnen bringen].« Der Affe sprach: »Schurke! Ich bin kein Esel.

15. Gekommen und gegangen, und, nachdem er gegangen, wieder gekommen, war ohren- und herzlos der Tor und ging dort eben in den Tod.«[9]

Der [Śiśumāra] sagte: »Wie [war] das?« Der Affe sprach:

[Es folgt die Geschichte vom Esel ohne Herz und Ohren.]

Darum sage ich: »Ich bin kein Esel, und du kannst mich nicht wieder anführen. Geh!

16. Mit heuchlerischen Worten, mit denen du deine Tat einleitetest, bist auch du vorgegangen. Und durch die ganz unmerklichen Fehler deines Verstandes habe ich es bemerkt; und ich habe mich nach deiner ganz vorzüglichen Klugheit gerichtet: durch heuchlerische Worte habe ich Zeit gewonnen: Gleiches ist mit Gleichem gegangen.«

So [lautet] in dem aus Erzählung von Klugheitsfällen bestehenden [Lehrbuch] der vierte Klugheitsfall, betitelt »Verlust des Erlangten«.


  • Literatur: Joh. Hertel, Tantrākhyāyika 1, S. 69 ff.; 2, S. 140 ff.

2. Aus Ceylon.


a) Das Markata-Jātaka.


Früher, ihr Mönche, in der vergangenen Zeit, gab es am Ufer des Meeres ein großes Waldgebiet, geziert durch verschiedenartige Baumgruppen, durch verschiedenfarbige Bäume mit Blumen und Früchten, vorwiegend Udumbarabäume. Dort war ein Affe, der Führer einer großen Affenherde. Der hielt sich dort mit dieser Herde in einer stillen, entlegenen, von vielen Hunderten von Tieren und Vögeln aufgesuchten, von Menschen nicht betretenen Waldstelle auf. Und der Affenkönig pflegte dort am Ufer des Meeres auf einem großen Udumbara-Waldbaume mit dichten Zweigen und Blättern Udumbarafrüchte zu verzehren. Darauf kam aus dem Meer ein großer Krokodil an diesen Ort. Der lag dort am Ufer des Meeres. Der Affenkönig sah ihn. Nachdem er den Krokodil gesehen, entstand ihm Mitleid: »Woher [kommt] diesen Wasserbewohnern drinnen im Meere eine Blume oder eine Frucht? Ich möchte diesem doch jetzt von hier Udumbarafrüchte geben!« Er wirft jetzt vor jenen von dem Udumbarabäume reife, schön aussehende, wohlschmeckende ... Udumbaras herab. Sowie die Udumbaras niedergefallen sind, verzehrt sie [der Krokodil]. So kommt der Krokodil wieder und wieder an diesen Ort in die Nähe des Affen. Der Affenkönig wirft dem, sooft er kommt, von dem Baume Udumbaras herab. Die beiden, der Affe und der Krokodil, wurden nun miteinander befreundet. Des Krokodils Gattin nun sehnte sich nach ihrem Herrn, wenn sie ihn nicht sah: »Von dem Herrn muß eine andere Krokodilin mir vorgezogen worden sein. Daher wird er, von mir fortgegangen, bei der sich aufhalten.« Sie fragt nun ihren Herrn: »Wo hältst du dich auf, nachdem du von mir fortgegangen bist?«7

Er sprach zu ihr: »Am Ufer des Meeres, in jener Gegend, in dem großen Waldgebiete, dort habe ich einen Affen zum Freund, (S. 247) bei[10] dem bringe ich die Zeit zu in Rede und Gespräch.« Die Krokodilin dachte jetzt folgendes bei sich: »Solange dieser Affe8 leben wird, so lange wird mein Herr dorthin gehen und die Zeit im Gespräch mit dem Affen zubringen. Daher bringe ich den Affen um, und wenn er umgebracht ist, wird dieser mein Herr nicht mehr um seinetwillen nach dem Orte hingehen.« Die Krokodilin liegt jetzt da, indem sie eine niedergeschlagene Miene angenommen hat.9 Der Krokodil fragt sie: »Gute, was ist mit dir los? Was ist dein Schmerz? Was ist dein Verlangen? Sage es! Was soll ich dir geben, tu es kund!« Sie sprach zu ihm: »Edler, ich habe ein Verlangen nach dem Herzen eines Affen!10 Wenn ich das Herz eines Affen bekomme, so kann ich am Leben bleiben. Aber bekomme ich es nicht, dann gibt es kein Leben für mich!« Er sprach zu ihr: »Sei gnädig, woher hier im Meere Umherlaufen eines Affen! Wenn du nach etwas anderem, nach einem Meertiere, Verlangen, hast, liefere ich es dir.« Sie sprach jetzt: »Ich habe nach nichts anderem Verlangen, nach dem Herzen eines Affen habe ich Verlangen. Das lieferst du mir, wenn du wünschest, daß ich am Leben bleibe!« Er sucht sie wieder und wieder zu beschwichtigen: »Sei gnädig, du Gute, woher hier inmitten des Meeres ein Affe!« Sie (sagt) jetzt: »Der Affe, den du am Ufer des Meeres zum Freunde hast11, von diesem Freunde bringe das Herz!« Er sprach: »Sei gnädig, dieser Affe ist mein Genosse und Freund, wie kann ich dessen Herz herausreißen!« Sie sagte jetzt: »Wenn du mir nicht das Herz eines Affen herbeischaffen kannst, gibt es für mich kein Leben.«12

Der Krokodil, der von der Krokodilin geneigt gemacht wurde, sprach jetzt: »Ich bin ein Wasserbewohner, und der Affe ist ein Landbewohner und ein Waldbewohner; wohin er geht, dahin ist für mich kein Zutritt. Wie kann ich daher dieses Affen Herz herbeibringen!« Wie von den Weisen gesagt ist:

Hundert Listen (haben) die Ksattriya, zweihundert die Brahmanen,

Tausend Listen (haben) die Könige, die Listen der Weiber sind unendlich! (S. 248.) Sie sprach jetzt zu dem Krokodile: »Diese Affen essen Früchte, sind begehrlich nach Früchten. Sprich zu dem Affen13: ›Freund, dort am anderen Ufer des Meeres sind verschieden aussehende, verschiedenartige[11] Bäume belastet mit der Last von Blüten und Früchteballen, Āmra- und Jambu-, Panasa- und Bhavya- und Pālevata- und Kīraka- und Tinduka- und Pippala-(Bäume). Komm, ich will dich dorthin führen. Du wirst verschiedenartige Früchte genießen.‹ Wenn er dann in deine Hand gekommen ist, dann töte ihn und bringe sein Herz.« Von dem Krokodil wurde jetzt darauf eingegangen: »Sei zufrieden mit dem, der das Herz des Affen herbeibringen wird. Habe keine Sehnsucht mehr, damit du nicht Qual erleidest!«

Nachdem der Krokodil seine Gattin getröstet hatte, ging er nach dem Orte, wo der Affenkönig in einer Baumgruppe wohnte. Der Krokodil wurde jetzt von dem Affen erblickt. Als der Affe ihn erblickt hatte, begrüßt er ihn jetzt freudig und fragt ihn: »Freund, warum bist du jetzt erst gekommen, nach mir zu sehen?14 Geht es gut? Es war doch nicht etwa ein körperliches Leiden?« Der sagte jetzt: »Freund, es geht gut, und es war kein körperliches Leiden, sondern ich bin wiedergekommen, nachdem ich nach dem jenseitigen Ufer des Meeres gegangen war.« Er fragte ihn: »Wie ist das jenseitige Ufer des Meeres beschaffen?«15 Der Krokodil sprach: »Freund, das jenseitige Ufer des Meeres ist entzückend schön, durch verschiedenartige Tausende von Bäumen mit guten Früchten geziert, mit Āmra- und Jambu- und Panasa- und Bhavya- und Pālevata- (Bäumen) geziert, mit Mātulunga- und Tinduka- und Piyāla- und Madhuka- und Ksīraka-(Bäumen) und anderen Fruchtarten, die hier nicht vorkommen. Wenn du Verlangen hast, so komm, es wird dorthin gegangen, um verschiedenartige Früchte zu genießen.« Bei dem Affen, der sich von Früchten nährte, nach Früchten lüstern war, entstand, als er von verschiedenartigen Früchten gehört hatte, der Entschluß, dorthin nach dem anderen Ufer des Meeres zu gehen. Er sprach jetzt zu dem Krokodile (S. 249): »Wie könnte ich, ein Landtier, nach dem jenseitigen Ufer des Meeres gehen!« Der Krokodil sprach: »Ich werde dich führen, steig hier auf meinen Nacken und lege dich hin, mit beiden Händen an ... dich festhaltend.« Der Affe sprach jetzt: »So soll es sein, ich gehe, wenn du meinst.« Der Krokodil sprach jetzt: »Komm herunter, ich führe dich.« Nachdem jetzt der Affe von dem Udumbara herabgekommen war, stieg er auf den Nacken des Krokodiles, mit beiden Händen an ... sich festhaltend. Als der Krokodil mit dem Affen ins Meer hineingegangen war, läßt er den Affen nicht zu weit im Meere ins Wasser fallen.16 Der Affe sprach zu ihm: »Freund, warum lassest du mich jetzt ins Wasser fal len?« Der sprach zu ihm: »Freund, du weißt nicht, zu welchem Zwecke du von mir geholt worden bist. Meine Freundin hat[12] ein Verlangen nach dem Herzen eines Affen. Daher bist du von mir wegen des Herzens eines Affen geholt worden. Meine Frau, Freund, wird dein Herz verzehren. So bist du von mir geholt worden.« Der Affe sprach jetzt: »Freund, mein Herz, das die Sehnsucht erregt hat (?), ist auf einem Udumbarabaum aufgehoben worden, damit ich leichter über das Meer setzen könnte und nicht zu schwer wäre.17 Wenn es dir daher durchaus um ein Affenherz zu tun ist, dann wollen wir zurückkehren, dann will ich das Affenherz von dem Udumbara herunterholen und dir geben.« Der Krokodil glaubte jetzt dem Affen, wie er redete. Der Krokodil kehrte jetzt mit ihm dahin zurück und langte alsbald an der Stelle der Baumgruppe an. Darauf sprang der Affe vom Nacken des Krokodils ab und begab sich auf den Udumbara. Der Krokodil sagte jetzt: »Freund, komm jetzt herab, nachdem du das Herz von dem Udumbara genommen hast!« Da, ihr Mönche, sprach der Affe den Krokodil mit Versen an:


» ... und alt bist du, aber Weisheit wird nicht bei dir gefunden,

Du weißt nicht, du Tor, daß es nirgends ein (Wesen) ohne Herz gibt!«18

»Bei herangetretenen Aufgaben offenbare man nicht seine geheime Absicht,

Die Klugen fassen ihren Plan wie der Affe inmitten des Wassers!«

»Genug von diesen Āmra-, Jambū- und Panasa-(Früchten),

Die auf dem jenseitigen Ufer des Meeres sind. Hier ist eine reife Udumbarafrucht!«19


Der Heilige sprach: »Gewiß könntet ihr, o Mönche, so denken: ›Es mag irgend jemand sein, der war zu der Zeit ein auf einer Baumgruppe lebender Affe.‹ So ist das nicht anzusehen. Warum das? Ich war zu der Zeit der am Ufer des Meeres auf einer Baumgruppe lebende Affe. (Und ihr könntet meinen), irgend jemand war zu jener Zeit der Krokodil im Meere. So ist das nicht anzusehen. Warum das? Mira, der Böse, war zu jener Zeit der im großen Ozean wohnende Krokodil. Damals bin ich in seine Hände geraten, in seine Gewalt gekommen, durch besondere Klugheit seiner Herrschaft entronnen, auch jetzt bin ich der Herrschaft dieses Māra, des Bösen, entronnen.


  • Literatur: Mahāvastu ed. E. Senart 2, 246–250. Kein Jātaka stimmt so in einzelnen Zügen und im ganzen Gang zum Tantrākhyāyika wie diese Version. Die Übersetzung verdanke ich der Güte des Herrn Geheimrat Windisch.

b) Das Sumsumara-Jātaka.


Im wesentlichen gleich dem vorigen.


  • Literatur: Fausböll 2, Nr. 208; auch Dines Andersen, Pali Reader, S. 1 ff. Englisch: Cowell, Jātaka 2, S. 111. Folklore Journal 3, 128.

[13] c) Das Vanara-Jātaka.


In der Vergangenheit nun, als in Benares Brahmadatta die Königsherrschaft führte, war der Bodhisatta [= der künftige Buddha] in einer Gegend des Himalaja als Affe geboren worden und lebte, als er herangewachsen war, am Ufer der Gangā [= des Ganges]. Da bekam in der Gangā eine sumsumārī20 ein Schwangerschaftsgelüste nach des Bodhisatta Herzfleisch und sagte es dem sumsumāra. Dieser dachte: Ich will den Bodhisatta ins Wasser tauchen, ihn [so] töten, sein Herzfleisch nehmen und es der sumsumārī geben«; und er sprach zu dem Bodhisatta: »Komm, mein Lieber! Wir wollen gehen, um auf der Strominsel Waldfrüchte zu essen«.21 »Wie soll ich [dahin] gehen?« sagte der [andere]. – »Ich will dich auf meinen Rücken nehmen [wörtl.: niedersetzen lassen] und dich hintragen.« Der [Bodhisatta] kannte des [sumsumāra] Herz nicht; deswegen sprang er und setzte sich ihm auf den Rücken. Nachdem der sumsumāra ein Stückchen geschwommen war, begann er, unterzutauchen.22 Da sagte der Affe zu ihm: »Ei! Weshalb tauchst du mich ins Wasser?« – »Ich will dich töten und dein Herzfleisch meiner Frau geben.« – »Dummkopf! Glaubst du denn, mein Herzfleisch ist in meinem Leibe?« – »Wo hast du es denn sonst hingetan?« – »Siehst du es denn nicht [dort] an dem Udumbara[baum] hängen?«23 – »Ich sehe es; wirst du es mir aber auch geben?« So sagte er. – »Gewiß werde ich dirs geben.« – Da nahm ihn der sumsumāra in seiner Dummheit und schwamm ans Stromufer zur Wurzel des Udumbara. Der Bodhisatta sprang von seinem Rücken in die Höhe, und als er auf dem Udumbarabaum saß, sagte er diese Strophen:

1. »Ich habe es vermocht, wahrhaftig! mich aus dem Wasser aufs Festland zu retten. Gehe ich jetzt [d.h. sollte ich da jetzt ... gehen] wieder in deine Gewalt, Wassertier?

2. Genug von [d.h. ich will nichts mehr wissen von] diesen Mango-, Rosenapfel- und Brotfrucht-Früchten, welche jenseits des Meeres24 sind; mir ist der Udumbara lieber.25

[14] 3. Und wer eine aufgeflogene [d.i. plötzlich eintretende Sache] nicht schnell begreift, der kommt in die Gewalt seines Feindes und empfindet hinterher Reue.

4. Und wer eine aufgeflogene [ ...] Sache schnell begreift, der wird aus der Bedrängnis durch seinen Feind befreit und empfindet hinterher keine Reue.«

Als er so in vier Strophen die Ursache der Vollendung [d.i. des Erfolges] der weltlichen Geschäfte ausgesprochen hatte, ging er ins Waldesdickicht.


  • Literatur: Die Übersetzung verdanke ich Jon. Hertel.

d) Das Vānarinda-Jātaka.


Der Bōdhisatta ist ein sehr starker Affe. Auf einer Insel wachsen Früchte. Im Strom ist ein Felsen, so daß der Affe in zwei Sätzen auf die Insel gelangen kann, um Früchte zu fressen. Ein Krokodilpaar lebt im Fluß. Das Weib ist schwanger, sieht den Affen und bekommt Verlangen26, sein Herz zu essen. Das Krokodil legt sich auf den Felsen, als der Affe auf der Insel ist. Der Affe schöpft Verdacht, ruft den Felsen an, warum er nicht antworte. Da antwortet das Krokodil, es warte auf den Affen, um sein Herz zu bekommen. Der Affe sagt: »So öffne das Maul, ich will hineinspringen!« Das Krokodil tut es und schließt dabei nach Krokodilenart die Augen. Der Affe springt mit einem Satz auf seinen Kopf, mit dem nächsten ans Land. Das Krokodil lobt den Affen wegen seiner Schlauheit.


  • Literatur: Andersen, A Pali Reader, S. 2 f.
    Jātaka-Book I, Nr. 57. Englisch übs. von Morris, Folklore-Journal 3, 130. Cowell, Jātaka 1, 142 f. Deutsch von Paul Steinthal: Zeitschr. f. vgl. Lit. N.F. 7, 306 f.

e) Das Kumblūla-Jātaka.


Es hat keine Prosaerzählung, sondern nur zwei Strophen. Die erste Strophe ist wörtlich gleich der Schlußstrophe des Vānarā-Jātaka. Die zweite Strophe lautet:

Wer nicht die vier höchst glücklichen Tugenden Wahrhaftigkeit, Frömmigkeit, Weisheit [od. Klugheit], Freigebigkeit hat, der überwindet seinen Feind nicht.


Zu den drei Strophen am Ende des Markata-Jātaka sind die folgenden vier zu vergleichen. Sie summieren den Inhalt, bringen die Nutzanwendung, die eigentliche Geschichte geht aber voraus oder wird stillschweigend vorausgesetzt. Da sie als Beispiel für die Vollkommenheit in der Wahrhaftigkeit angeführt wird, so muß sie eine andere Wendung gehabt haben, als das Markata-Jātaka. Die vier Strophen sind also vielleicht auf eine andere, ihm ähnliche Geschichte zu beziehen. Sie finden sich in einem kleinen Text des südlichen Kanons; der 35 Jātakageschichten in Versen, z.T. sehr kurz, behandelt, im


f) Cariyā-Pitaka.


1. Als ich ein Affe war an dem ... [darisaye] Flußufer, kann ich, von einem Krokodil bedrängt, nicht frei umhergehen.

2. An welchem Orte mich befindend ich herüber- und hinüberfliege.

Da war, ein Mörder des Meisters, ein Krokodil mit wildem Auge.

3. Der befahl mir: »Komm!« Ich sprach zu ihm: »Ich komme!«

Nachdem ich seinen Kopf bestiegen, ließ ich mich am jenseitigen Ufer nieder.

4. Keine Lüge ist ihm gesagt worden, wie ich die Rede führte.

An Wahrheit ist mir keiner gleich, das ist meine Vollkommenheit der Wahrheit.


  • Literatur: Ausgabe der Pāli Text Society, S. 97.

[15] Über die literarische Tradition dieses Stoffes, soweit sie die unmittelbare Verwandtschaft des Tantrākhyāyika betrifft, handelt Hertel Tantr. 1, 88 und macht dabei auf einen nicht unwesentlichen Unterschied aufmerksam, durch den sich das Tantrākhyāyika gegenüber den anderen Fassungen als allein authentisch erweist.

In ihm bietet der Śiśumāra dem Affen zur Vergeltung Gleiches an, nämlich süße Früchte, wie der Affe sie ihm geboten hat, und obendrein lockt er ihn durch die Aussicht auf sinnliche Vergnügungen. Er rechnet mit der Begierde des Affen, der durch den jüngeren Rivalen seiner Äffinnen beraubt ist.

In den anderen Fassungen ist diese Lockung durch eine Einladung in das Haus des Śiśumāra ersetzt. Daß dieser Vorschlag keinen Sinn hat, weil ja das Haus im Wasser liegt, ist klar. Der Affe wird vielmehr, wie aus den angeführten Jātakas und dem Tantrākhyāyika übereinstimmend hervorgeht, nach einer Insel eingeladen, auf welcher Fruchtbäume wachsen. Hertel erklärt die Entstellung aus einer handschriftlichen Korrupte! Danach sollte der Affe nicht zu den vānaryo (Äffinnen), sondern zu den nāryo (Frauen) geführt werden. Der Abschreiber verstand darunter die Frauen des Śiśumara, und da vorher nur von einer Frau die Rede war, so ersetzte er den unpassenden Pluralis durch die Worte »mein Haus«.

Eine andere Verschiedenheit besteht darin, daß in den buddhistischen Jātakas die Vertreibung des Affen am Anfange der Geschichte fehlt.

Weiter findet sich im sog. Textus simplicior27 (aus Nordwestindien) eine Abweichung. Er erzählt von einem Affen, der in der Nähe des Meeres einen Fruchtbaum bewohnte. (Diesmal ist es ein Jambū-Baum, der Rosenapfel, Eugenia Jambolana.) Ein Krokodil kommt und erhält Früchte.

Der [andere] aber aß sie, und nachdem er mit ihm die Freude der Unterhaltung genossen, ging er wieder nach Hause. Und als er nach Hause zurückgekehrt war, gab er so die Jambūfrüchte, welche von seiner Mahlzeit übrig geblieben waren, seiner Frau. Darauf fragte diese ihn eines anderen Tages: »Herr, wo erhältst du solche amrta-gleiche Früchte?« Er sprach: »Liebe, ich habe einen sehr guten Freund, einen Affen namens Raktamukha; der reicht sie mir freundlich dar.« Da sagte sie: »Wer immer solche Früchte verzehrt, dessen Herz wird amrtagleich werden.28 Wenn[16] du also mich als Gattin brauchst [erhalten willst], so reiche mir sein Herz dar, damit ich es esse und von Alter und Krankheit frei mit dir das Glück genieße.« Er sagte: »Liebe, erstens habe ich mit ihm Bruderschaft geschlossen, sodann ist es gar nicht möglich, ihn zu töten. Darum laß ab von diesem vergeblichen Begehren ...«

Sie sprach: »Du hast noch niemals mein Wort in den Wind geschlagen. Darum wird jene gewiß eine Äffin sein. Aus Liebe zu ihr verbringst du dort den ganzen Tag; und darum gewährst du mir meine Bitte nicht.«

Sie dringt dann so lange in ihn, bis er sich bekümmert auf den Weg macht und den Affen in sein Haus einlädt.


  • Literatur: Joh. Hertel, ebd.

An diesen Text schließt sich eine Śukasaptati-Fassung an (Š. Textus simplicior Nr. 67. Übs. von Rich. Schmidt, Kiel, Haeseler 1894, S. 93). In ihr tritt wie in einzelnen buddh. Fassungen (Mahāvastu) das Schwangerschaftsgelüste auf. Statt Delphin ist bei Schmidt ohne Zweifel »Krokodil« zu lesen (Sanksrit makara). [Hertel.]

Von dieser Fassung gibt es wieder eine Marāthî-Übersetzung, die, von Richard Schmidt verdeutscht, folgenden Wortlaut hat:


Einst lebten an dem Strande des Meeres viele Affen, unter denen war einer mit Namen Vacanapriya, der hatte einst mit einem Alligator Freundschaft geschlossen. Nun brachte der Alligator einmal seinem Weibchen Umbara-Früchte mit, die er von dem Affen bekommen hatte. Als das Alligatorweibchen diese verzehrt hatte, sagte es: »Wer solche süßen Früchte ißt, dessen Herz muß außerordentlich süß sein: darum gib mir dasselbe, sonst muß ich sterben.« Nachdem der Alligator diese Worte seines Weibchens gehört hatte, ging er aus dem Wasser heraus und sprach zu dem Affen: »Meine Frau weiß von mir, daß du mir infolge der Freundschaft mit mir sehr lieb bist, daher empfindet sie große Sehnsucht, dich kennen zu lernen. Setze dich also auf meinen Rücken und komme in unser Haus.« Darauf sagte der Affe in seiner Anhänglichkeit zu, setzte sich auf den Rücken des Alligators und machte sich so auf die Fahrt nach dessen Hause. Als nun ein Kōśa im Wasser zurückgelegt war, lachte der Alligator und sprach: »Bruder, meine Frau ist schwanger und hat Gelüste, dein Herz zu verzehren, darum bringe ich dich hin.« Als der Affe durch die Pforte des Ohres das gehört hatte, sprach er: »Bruder, das hast du mir vorher nicht gesagt. Wir Waldbewohner haben aus Furcht vor Tigern usw. das Herz nicht bei uns, sondern aus dem Leibe genommen und weit weg versteckt.29 Wenn du also mein Herz wünschest, so wisse, es ist in der Höhlung des Umbara-Baumes versteckt, von dem der Saft der Früchte beständig draufregnet. Willst du also mein Herz, das außerordentlich süß ist, dann begib dich an diesen Umbara-Baum, dann will ich es dir geben.« Als der Dummkopf von Alligator das gehört hatte, hielt er es für Wahrheit und schwamm mit dem Affen an das Land.

Darauf sprang dieser auf den Baum und rief: »Ach, du Dummkopf! Gehe nur[17] heute nach Hause! Kann einer sein Herz weglegen und ohne dasselbe leben? So habe ich also die Freundschaft mit dem da ergründet!« Als der Alligator das gehört hatte, dachte er: »Die Frau bekommt das Herz nicht und die Zuneigung des Affen ist verlöten!« Darüber war er bedrückt und ging hoffnungslos in seine Behausung.


  • Literatur: Abhandlungen f.d. Kunde d. Morgenlandes X, 139.

Eine wesentliche Abweichung zeigt ein buddhistischer Auszug aus dem Pañcatantra, das Tantrāk hyāna (Journal of the Royal Asiatic Society vol. 20, part. 4, S. 476, tale 15). Hier tritt an die Stelle des Krokodils die Schildkröte. Ebenso in folgender Version, die aus nordbuddhistischer Quelle schon im J. 285 n. Chr. ins Chinesische übersetzt ist.


Erzählung des chinesischen Tripitaka.


Einst vor unzähligen Zeiträumen (kalpas) gab es einen König der Affen, der auf den Bäumen eines Waldes lebte Er aß die Früchte und trank das Wasser; er bemitleidete alle Arten Wesen, solche, die kriechen, und solche, die gehen, und solche, die atmen, Menschen und Tiere; er hätte sie gerne alle erlöst und in den Zustand der Nicht-Wiedergeburt30 gebracht. Zu jener Zeit hatte er mit einer Schildkröte Freundschaft geschlossen. Als vertraute Freunde achteten sie einander, und anfangs war keiner gegen den andern; die Schildkröte begab sich oft an den Ort, an dem sich der Affe befand, sie tranken, aßen und schwatzten zusammen, sie redeten mit einander über Recht und Vernunft.

Die Frau der Schildkröte sah, daß ihr Mann oft fortging und nicht mehr bei ihr blieb, und meinte, er ginge gewiß aus, um Ausschweifungen und unerlaubte Sachen zu begehen. So fragte sie ihren Mann: »Du gehst oft fort, wohin gehst du, [andere] zu treffen? Ich fürchte, daß du dich draußen Ausschweifungen hingibst und ein unerlaubtes Leben führst.« Ihr Mann antwortete: »Ich habe Freundschaft mit einem Affen geschlossen, er ist klug und weise, er versteht das Recht und die Vernunft. Wenn ich fortgehe, so gehe ich zu ihm, und wir unterreden uns über die Lehre der heiligen Bücher, wir sprechen nur von angenehmen Gegenständen, und ich gebe mich keinen Ausschweifungen hin.« Die Frau glaubte ihm nicht und meinte, es verhielte sich anders; außerdem war sie ärgerlich auf den Affen (und sagte bei sich): »Er lockt meinen Mann an sich, daß er oft kommt und geht; ich muß ein Mittel finden, ihn zu töten. Dann wird mein Mann das Fortgehen lassen.«

Also stellte sie sich, als ob sie krank sei; erschöpft und schwach lag sie auf dem Bett, ihr Mann pflegte sie mit großer Besorgnis. Er gab ihr Medizin ein, um sie zu heilen, aber sie wollte durchaus nicht genesen. Sie sagte zu ihm: »Wozu dich so plagen und all diese Medizin verschleudern? Meine Krankheit ist sehr ernst. Würde ich die Leber des Affen erhalten, mit dem du befreundet bist, dann könnte ich am Leben bleiben.« Der Mann antwortete: »Er ist mein Freund, er hat sich mir gegeben und mir sein Leben anvertraut, niemals hat einer dem anderen mißtraut, wie könnte ich etwas gegen ihn planen, um dir das Leben zu retten?« Die Frau erwiderte: »Jetzt sind wir Mann und Frau, wir sind zusammen wie ein Körper, aber du denkst nicht daran, mich zu retten, im Gegenteil, du handelst zum Vorteil des Affen. Das ist wirklich nicht recht und vernünftig.«

Der Mann war zum Äußersten getrieben, auch achtete er seine Frau sehr, so bat[18] er also den Affen: »Ich bin oft zu dir gekommen; so nimm es freundlich auf, wenn ich dich bitte, in mein Haus zu kommen, ich wünschte, dich in meine Wohnung zu einer kleinen Mahlzeit einzuladen.«

Der Affe erwiderte: »Ich wohne auf dem Festland und du im Wasser, wie könnte ich dir folgen?« Die Schildkröte erwiderte: »Ich werde dich auf dem Rücken tragen, wir können übrigens jede Zeremonie unterlassen.« Der Affe folgte ihr also. Als die Schildkröte mit ihm auf dem Rücken den halben Weg zurückgelegt hatte, sagte sie zum Affen: »Würdest du wohl gerne wissen, um was ich dich bitten wollte? Meine Frau ist von Krankheit erschöpft, sie möchte durch deine Güte deine Leber erhalten, um sie zu essen und gesund zu werden.« Der Affe antwortete: »Warum hast du mir das nicht vorher gesagt? Meine Leber hängt noch an dem Baum, laß uns schnell zurückkehren, damit ich sie hole.« Sie kehrten also zurück. Sobald der Affe wieder oben auf dem Baume war, sprang er vor Freude. Die Schildkröte sagte: »Du solltest deine Leber nehmen und in meine Wohnung kommen, statt dessen kletterst du hoch hinauf, springst und hüpfst, was willst du machen?« Der Affe erwiderte: »Es gibt kein dümmeres Wesen auf der Welt als dich! Wie könnte ich wohl meine Leber an den Baum hängen? Wir waren Freunde, ich hatte mich dir gegeben und dir mein Leben anvertraut; du aber hast gegen mich gehandelt und mein Leben gefährden wollen. Von nun an wird jeder seines Weges gehen.«


  • Literatur: Auszug aus dem Cheng King (Tripitaka de Tokyo XIV, fasc. 5, p. 28).

Eine nicht wesentlich verschiedene chinesische Überlieferung auch bei Beal, Sâkya Buddha, p. 231 (Ende d. 16. Jh. n. Chr.), dort erscheint statt der Schildkröte ein Drache.

Auf die weitere Geschichte der literarischen Verbreitung, insbesondere die syrische und arabische Abwandlung und auf das Buch der Beispiele kann ich im Rahmen dieses Kapitels nicht näher eingehen.

Als Beispiel für die Wandelbarkeit des Stoffes folge hier nur eine Erzählung im


Alphabetum des Ben Sira.


Als Gott die Welt geschaffen hatte, befahl er dem Todesengel, je ein Paar der irdischen Geschöpfe ins Meer zu werfen. Daher sind alle Tiere durch ähnliche im Meer vertreten, mit Ausnahme des Fuchses. Denn als er den Todesengel den Befehl Gottes vollziehen sah, fürchtete er, ebenfalls ins Meer geworfen zu werden und stellte sich weinend und heulend ans Ufer des Meeres. Als ihn der Todesengel weinen sah, rief er: »Warum weinest du?« – »Ich weine um meinen Freund, den du ins Meer geworfen hast.« – »Wo habe ich ihn denn hineingeworfen?« – Da wies der Fuchs seinen Schatten im Wasser.

Der Todesengel glaubte, es sei ein anderer Fuchs im Meere und ließ den Fuchs laufen.

Ein Wiesel, das ihn traf, wurde vom Fuchse in derselben List unterrichtet und entkam ebenfalls dem Lose, ins Meer geworfen zu werden.

Nach einem Jahre versammelte Leviathan alle Tiere des Meeres, und siehe da! der Fuchs und das Wiesel fehlten. Da schickte er zu ihnen, und sie erzählten die List, wodurch sie dem Todesengel entrannen. Als der Leviathan von seiner Klugheit hörte, schickte er andere Fische, ihn zu überlisten und hinzubringen. Sie fanden den Fuchs am Ufer herumstreichend, der, als er die Menge ruhig un tereinander spielender Fische sah, sich unter sie mischte.

[19] Als sie ihn bemerkten, fragten sie ihn: »Wer bist du?« Er antwortete: »Wisset ihr denn nicht, daß ich der Fuchs bin?« – »Wenn du es bist,« sagten die Fische darauf, »dann wartet deiner große Ehre. Denn nur deinetwegen sind wir hierhergekommen. Leviathan ist dem Tode nahe. Er befahl uns daher, nur den Fuchs nach seinem Tode als König zu krönen, da er listiger und klüger als alle Tiere ist. Komme daher mit uns, denn dich zu holen und hinzubringen sind wir geschickt worden.« Darauf sprach der Fuchs: »Wie kann ich mich denn ins Meer begeben, ohne umzukommen?« – »Besteige einen von uns, er wird dich über dem Wasser erhalten, so daß dein Fuß nicht einmal naß werden wird. Du wirst dann, aller Sorgen über deinen Unterhalt enthoben, über uns herrschen und die mächtigsten Tiere können dir nichts mehr anhaben.«

Der Fuchs glaubte ihnen, bestieg einen Fisch und ließ sich in das Meer hineintragen. Als sie schon weit vom Ufer waren und der Fuchs sah, daß er ganz in der Macht der Fische sei, bereute er seine unüberlegte Tat und fragte sie nach der wahren Ursache, warum sie ihn in das weite Meer hinausgetragen haben. Die Fische antworteten: »Unser König Leviathan hat von deiner Klugheit gehört, deshalb sandte er uns, damit wir dich zu ihm bringen sollen, er aber will dir das Herz aus dem Leibe reißen, damit er ebenso klug werde.« Darauf sprach der Fuchs: »Warum habt ihr mir nicht früher die ganze Wahrheit gesagt, ich hätte ja sonst das Herz dem Könige Leviathan mitgebracht!« – »Wie? Hast du das Herz nicht bei dir?« – »Nein! Denn so ist unsere Art: wir lassen das Herz an unserer Lagerstätte zurück und nehmen es bloß, wenn wir es unbedingt nötig haben.« – »Was sollen wir nun tun?« Da sagte der Fuchs: »Meine Lagerstätte ist nahe am Ufer des Meeres, bringt mich wieder hin, ich werde das Herz nehmen und mit euch zurückkehren, um es dem Könige Leviathan zu geben. Sonst wird er euch zürnen, und mir wird er nichts tun, da ich ihm sagen werde, ich hätte euch aufgefordert, mein Herz zu holen, und ihr wolltet es nicht.«

Darauf riefen alle Fische: »Gut!« und kehrten an das Ufer zurück. Kaum hatte es aber der Fuchs betreten, als er vor Freuden hüpfte und sich im Sande wälzte. Die Fische aber riefen: »Beeile dich! Nimm das Herz und komm!«

Der Fuchs aber antwortete: »O ihr Toren! Hätte ich mein Herz nicht bei mir gehabt, wie hätte ich mich denn aufs Meer gewagt? Gibt es doch kein Geschöpf, das nicht das Herz bei sich hat.«

»Du hast uns also getäuscht?«

»Habe ich doch den Todesengel getäuscht, warum nicht auch euch?«

Darauf kehrten sie schamerfüllt zu Leviathan zurück und erzählten ihm den Streich des Fuchses; er aber rief: »Fürwahr, er ist schlau, und ihr seid Toren!« und fraß sie auf.


  • Literatur: Alphabetum Siracidis ed. Steinschneider 27 b, 28 b. Deutsch von Gaster, Graetz' Monatsschrift 1880, S. 477 ff, welcher dazu bemerkt, daß hier das Herz dem Geiste jener Zeit entsprechend als Sitz der Klugheit angesehen wird.

Fußnoten

1 Das ist viel besser motiviert, als unten S. 11 im Mahāvastu, und darum gewiß ursprünglicher.


2 Vgl. dazu die Fassung das Mahāvastu und Hertels Bemerkung Tantr. I, S. 81, Fußnote 1. Dadurch wird eine Abhängigkeit der Mahāvastu-Fassung vom Pañcatantra noch wahrscheinlicher, als sie es ohnedies ist.


3 Statt Äffinnen (vānaryo) haben die Handschriften Frauen (nāryo). Vgl. dazu S. 16.


4 Diese Übersetzung ist wahrscheinlicher als: wie [ich] noch keine gesehen. Der Wortlaut des Textes ist in beiden Fällen derselbe. (Hertel.)


5 Ein in Indras Himmel stehender Baum, der alle Wünsche gewährt.


6 Der Unsterblichkeit verleihende Göttertrank.


7 Genau wie im Tantrākhyāyika die Eifersucht als Motiv.


8 Hier liegt eine Entstellung vor. Im Tantrākhāyika vermutet sie eine Äffin, während es sich tatsächlich um einen Affen handelt.


9 Ebenso im Tantrākhyāyika.


10 Das in Indien häufig verwendete Motiv des Schwangerschaftsgelüstes! Nicht im Tantrākhyāyika (wo eben nur die Eifersucht Motiv ist), aber unten im Vänarinda-Jātaka, wo es zu einer wirklichen Schwangerschaft der Krokodilin verdichtet ist!


11 Die List viel besser im Tantrākhyāyika, wo die Krokodilin den Wunsch nicht selbst ausspricht. Das könnte Verdacht erwecken.


12 Das sagt im Tantrākhyāyika die Zofe.


13 Dasselbe ungefähr im Tantrākhyāyika, aber motiviert (Erwiderung der Gastfreundschaft).


14 Ebenso im Tantrākhyāyika!


15 Schlechter als im Tantrākhyāyika!


16 Viel besser im Tantrākhyāyika! Die folgende Unterhaltung findet statt, während der Affe mit dem Ertrinken kämpft!


17 Hier versucht der Buddhist vergeblich zu motivieren. Denn eben noch hat der Affe gesagt, er wisse nicht, wie er über das Meer kommen könne. Also hat er doch früher nicht daran gedacht, es je zu tun. Übrigens ist die Erleichterung um das Herz an sich schon kindisch genug.


18 So auch im Tantrākhyāyika.


19 Diese Strophe findet sich auch in der β-Rezension des Tantrākhyāyika (Hertels Übersetzung Band II, S. 156, Zeile 5 v.u.).


20 »sumsumāra = Sanskrit simśumāra und (jüngere, wohl volksetymolog. Form) śiśumāra. śiśumāra wüßte ich nicht zu etymologisieren, śiśumāra heißt »Kindertöter«. Die Wörterbücher geben dafür »Delphinus Gangeticus«. Ich habe das Wort im Tantrākhyāyika und im Südl. Pañcatantra mit »Krokodil« übersetzt. Aus S. 72, Bd. I, 1. Spalte meines »Tantrākhyāyika« ersieht man, daß der Vf. des textus simplicior dafür makara »Krokodil« einsetzt und das Tier an Land kommen läßt. Zu Rgveda I, 116, 18, wo Śimśumāra vorkommt, erklärt der Kommentator Sāyana das Wort mit grāha »Krokodil«. Die Sanskrit-Wörterbücher Amarakosa (von Amara) und Abhidhānacintāmani (von Hemacandra) unterscheiden den śiśumāra und den makara, aber auch wieder den makara vom Krokodil. Es ist also ganz klar, daß die Bezeichnungen schwanken. Strophe 1350 gibt Hemacandra 4 Synonyma für Delphinus Gangeticus: śiśumāra, ambukūrma, usnavīrya, mahāvasa. Das Wort ambukūrma bedeutet, wörtlich übersetzt, Wasserschildkröte. Aber Hemacandra kann an dieser Stelle nicht die Schildkröte meinen, da die 8 Synonyma für »Schildkröte« in Nr. 1353 zusammengestellt sind. Aber offenbar gehen die Pahlavī- und die chinesischen Übersetzungen auf eine Erklärung von Śiśumāra durch ambukūrma zurück. Daß im Tantrākhyāyika der Gangesdelphin nicht gemeint sein kann, ist klar, da sich die Szene am Meeresufer abspielt.« (Joh. Hertel.)


21 Auch das zeigt, daß der Vf. sumsumāra als »Krokodil« nahm. Denn der Delphin kann doch nicht auf eine Insel steigen.


22 Diese törichte Situation! Wie viel besser das Tantrākhyāyika!


23 Die Udumbara-Früchte sind orangefarbig.


24 Die Strophen passen also hier zu der Erzählung des Tantrākhyāyika, aber wie so oft nicht zur Prosa des Jātaka selbst. Der Päli-Kommentator erklärt alberner Weise, der Bodhisatta bezeichne mit dem Namen Meer die Gańgä. (Hertel.)


25 Vgl. Tantrākhyāyika, Jüngere Rezension (Śār. β), Anhang IV, Schluß von Strophe 19.


26 Über den Ausgang dieser schlechteren Motivierung s. Anm. zu 2 a.


27 Das Werk eines unbekannten Jaina-Autors. Er nahm Strophenreihen aus dem politischen Lehrbuch Kāmandakis auf, änderte den ganzen Anfang von Buch III, disponierte III und IV um, machte aus V ein ganz neues Buch und fügte viele Erzählungen und Strophen hinzu. Die alten Erzählungen stilisierte er gänzlich um und schaltete auch ziemlich frei mit ihrem Inhalt. Seine Bearbeitung ist ein ganz neues Werk, welches eine Behr große Verbreitung fand. Es muß zwischen den Jahren 850 und 1199 geschrieben sein. Hertel 1, 41. Vgl. ebd. 98.


28 Dieser Zug ist unten für die Zigeunerfassung S. 24 wichtig, die überhaupt sehr interessant ist.


29 Im textus simplicior der Śukasaptati-Fassung eine andere hübsche Motivierung (Wortspiel), die auch ganz unabhängig davon in einer einzelnen Hs. des Südl. Pañtacantra vorkommt.


30 frz.: non-composition offenbar = Nirwana. Gemeint ist ja wohl Nicht-Zusammensetzung zu einem neuen Leibe, also Nicht-Wiedergeburt.


Quelle:
Dähnhardt-Natursagen-4, S. 20.
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