Das Vergnügen und das Mißvergnügen

[21] In einem Dorfe gab's einen Priester, der mit seinem Weibe lebte. Die Popin war jung und hübsch, der Pfarrer ein Graukopf und schlecht gewachsen, übrigens war er der geizigste Mann des Landes. Nach der Messe eilte er allmorgentlich an das Ufer des Flusses, wo sein Fahrboot angebunden war, und setzte Menschen und Tiere um eine kleine Summe Geldes über. Der Pope Nicolas fand dabei einen großen Vorteil für seine Börse.

Als nun eines Morgens der Priester vom Gottesdienste gekommen war und sich bei seiner Fähre niedergelassen hatte, hörte er, wie man ihn vom anderen Ufer anrief.

»Holla, Papa, hast du nicht den Fährmann gesehen?«

»Ich bin der, den du suchst!«

»Dann löse das Fährboot und nimm mich hinein!«

Als der Schiffer am anderen Ufer war, sprach der Fremde zu ihm:

»Eins, Papa, muß ich dir eingestehn!«

»Was?«

»Ich habe kein Geld!«

»Kein Geld! Ist das möglich? Ein so gut ausschauender und so schön gekleideter junger Mann! ....«[22]

– »Dennoch ist's wahr!«

»Dann bleibe am Ufer. Ich werde dich nicht übersetzen, du Sohn einer Hündin, Hurensohn!«

»Reg' dich nicht auf, wenn du wüßtest, wer ich bin, würdest du mich schnell auf die andere Seite bringen!«

»Wer du bist, das schiert mich den Dreck! ... Du hast kein Geld, wirst nicht in mein Schiff gelassen.«

– »Wir könnten vielleicht handelsein werden. Seht, Pope, wenn ich Euch statt einiger armseliger Geldstücke das Vergnügen und das Mißvergnügen sehen ließe?«

»Das Vergnügen und das Mißvergnügen? Du sprichst in Rätseln. Was sind das denn für Dinge?«

»Nimm mich in dein Boot und du wirst's erfahren!«

Wenn Nicolas geizig ist, ist er nicht weniger neugierig. In der Beziehung gleicht er einer alten Chiotin. So zog er denn den Vorschlag des Fremden in Erwägung, einerseits an die Pfennige denkend, die er erhofft hatte, andererseits an die große Lust zu erfahren, was unter dem: Vergnügen und Mißvergnügen zu verstehen sei.

Schließlich, denkt er, muß ich ja doch zum anderen Ufer zurück; ich kann diesen Kumpan also ruhig mitnehmen.

Er läßt den jungen Mann einsteigen in die Barke und bald ist man am anderen Ufer.

»Wir sind hier angelangt,« sagt der Pope, »es bleibt dir nun noch übrig mich zu bezahlen, indem du mich bekannt machst mit dem, was du versprochen hast.«[23]

»Das will ich auch gleich tun ... Doch sage mir, Papa, bist du stark genug, um deine Barke umzudrehen, so daß das Unterste nach oben kommt?«

»He, da ist's geschehen!«

»Sehr gut! Achtung!«

Also sagend öffnet der junge Fremdling seine Hose und zieht ein Ruder hervor so groß und so lang, daß der Priester mit offenem Munde verharrt.

»Ach, das ist ein erstaunliches Ding,« schrie der Schiffer aus, »dein Ruder ist mehr denn einen Fuß lang!«

Und plötzlich hebt er so laut zu lachen an, so laut, daß man's eine Meile weit hören kann.

»Hab' ich dich belogen, Papa? Dies ist das Vergnügen ... Und das hier jetzt das Mißvergnügen.« ...

Seinen erstaunlichen Stock zwischen beide Hände nehmend, steht der Unbekannte auf und schlägt mit ihm auf das Fährboot, so daß es mitten durch bricht. Der arme Pfarrer hört auf mit Lachen. Und schaut voll des Jammers auf sein gespaltenes Boot.

»Herr Gott, was soll aus mir werden? Meine Fähre ist entzwei,« schrie er auf, »ein Boot, das mich fünfundzwanzig türkische Silbertaler gekostet hat ... Fort mit dir, räudiger Hund, Unglückbringer, Zauberträger, Teufelsbube! ... Der Satan hat dich zu mir geschickt, ... Ach, sei froh, daß ich dich nicht verhexen kann!« ...

»Nach dem Vergnügen das Mißvergnügen. Hatte[24] ich's dir nicht vorausgesagt? ... Auf Wiedersehn! Gott behüte dich!«

Der junge Mann nimmt Abschied vom Priester Nicolas und geht seines Wegs. Ganz niedergeschlagen kehrt der Fährmann nach Hause zurück.

Fragt sein junges Weib: »Was hast du denn, Nicolas?«

»Barmherziger Gott! ... O Unglück! O Gräuel!« ... antwortet der Pfarrer unter strömenden Tränen.

Dann des erstaunlichen Werkzeugs des Fremden sich erinnernd bricht er in ein nicht endenwollendes Gelächter aus.

– »Bist du verrückt geworden, mein armer Freund? Du weinst und du lachst und du lachst und weinst? Erzähle mir doch von deinen Schmerzen und von deiner Freude!«

»Sage lieber von meinem ›Vergnügen‹ und meinem ›Mißvergnügen‹.«

»Vergnügen oder Mißvergnügen, wie's dir paßt!«

Schließlich erzählt der Pope Nicolas sein Abenteuer, ohne etwas zu verheimlichen. Das Weib aber verspürte eine große Freude dabei: da das Fahrboot zerbrochen war, würde ihr Gatte zu Hause bleiben und so Zeit haben, sein Weib öfter zu liebkosen, sein Weib, die junge Annita. Die Geschichte von der wunderbaren Ruderstange zog die Neugierige nicht minder an. Eines war gewiß, ihr Gatte besaß ein derartiges Werkzeug nicht! Ach, warum hielt sie den Fremden[25] nicht einige Stunden im Priesterhause zurück? Eine Erleuchtung kam über sie.

»Was hast du mit dem Manne angefangen?« fragte Annita.

»Herr des Himmels, ich hab' ihn zum Teufel gejagt!«

»Bist du närrisch geworden, schamloser alter Kerl!?«

»Was sagst du?«

»Ja, hast du diesen so sehnlich erwarteten Bruder denn nicht ans Herz gedrückt?«

»Bruder?«

»Meinen lieben Bruder Basilius, der von einer Reise in ferne Länder zurückkommt? ... Was faselst du, Schwachkopf? Du hast meinen Basilius fortgejagt? Ich will nicht mehr bleiben bei einem Nichtsnutz, wie du einer bist! Hast du keine Scham im Leibe? Ein Priester, ein Gesalbter des Herrn! Hast du den Brief vergessen, den er uns voriges Jahr schrieb?«

»Ich kann mich auf nichts von alledem besinnen. Und kenne nur einen Bruder von dir, den Georg!«

»Und Basilius? Geht doch! Schweigt, unwürdiger Priester, elender und liederlicher Gatte! Nein, ich will keine Stunde mehr bei einem Elenden ausharren. Und werde es dem Bischof melden und will es dem Erzbischof sagen und der Patriarch soll's wissen!«

»Gib Frieden, Weib, um Gott des Allmächtigen willen! Noch ist's Zeit unseren teueren Bruder wiederzufinden. Ich will mein Maultier satteln. Und mit verhängten Zügeln werd' ich den teuren Basilius einholen.[26] Kein Wort mehr. Wie ein Blitz jage ich dahin!«

Keine fünf Minuten sind verstrichen, als der Priester Nicolas fort ist auf der Suche nach seinem Schwager.

Er hat es nicht weit zu ihm. An einer Wegkreuzung sitzt der Mann mit dem erstaunlichen Rüstzeug im Schatten einer Platane und knabbert Oliven und trockene Feigen.

Nicolas stößt einen langen Freudenschrei aus.

»Ach, mein lieber Bruder,« ruft er, indem er ihn auf den Mund küßt, »wie glücklich bin ich dich wiederzufinden! Und wie glücklich wird deine Schwester sein, Annita, mein Weib. Sie erwartet dich voller Ungeduld, seit sie im vergangenen Jahre deinen Brief erhalten hat.«

Der junge Mann begreift schnell, worum es sich handelt.

»Du hast ja vorhin nicht auf mich hören wollen. Ich sagte dir, wenn du wüßtest, mit wem du sprächest, würdest du mich mit Freuden in deine Fähre nehmen. Doch Annita hat mich schnell wiedererkannt. Wie geht es der lieben Schwester? Immer noch hübsch?«

»Wie die Jungfrau, wenn das nicht gotteslästerlich gesprochen wäre ... Doch schnell, steig auf mein Maultier. Es kennt den Weg und du kannst Annita bald umarmen. Ich für mein Teil will zu Fuß gehen!«

»Ich danke dir, Bruder, das Maultier kommt mir eben recht. Ich bin müde. Sage mir noch, wie gehen euere Geschäfte?«[27]

»Sehr schön, Gott sei Dank. Wäre nicht der Verlust der Barke ... Ach, ach, ich sterbe vor Lachen, wenn ich daran denke. Wir wollen frohgemut sein. Man gewinnt seinen Lebensunterhalt im Lande. Silber- und Goldstücke häufen sich im Kasten an, der bald zu klein sein wird. Und man leiht zu hohen Zinsen den Pfarrkindern, die augenblicklich nicht bei Kasse, von denen man aber weiß, daß sie reich an Grund und Boden sind.«

»Wohlan! Desto besser. Ich eile in die Arme meiner lieben Annita!«

»Ich folge dir, Bruder!«

Das Maultier setzt sich in Trab, im Galopp folgt ihm der brave Priester Nicolas. So schnell, daß der Fremdling, das Tier und der Pope zu gleicher Zeit vorm Pfarrhause anlangen, wo sie Annita erwartet, mit ihren schönsten Kleidern angetan.

»Mein lieber Bruder Basilius!«

»Liebe Schwester Annita!«

Schon liegen sich die beiden jungen Leute in den Armen. Und bei dieser Umschlingung hat das junge Weib schon das erstaunliche Rüstzeug gefühlt, das unter der Hose des Fremdlings hin und her hüpft.

»Umarmt euch, meine Kinder,« hub der Pfarrer an, »und sprecht doch von euren Eltern!«

»Ach, ja, meine lieben Eltern,« fuhr die Popin fort; »Sag mir, Basilius, was treiben sie?«

»Es geht ihnen gut, meine Schwester, und sie haben[28] mir aufgetragen, mich genau nach allem, was dich angeht, zu erkundigen und es ihnen dann mitzuteilen!«

»Ach, die lieben Eltern! ... Aber mein lieber, herzlieber Basilius, du mußt Hunger haben. Ich will das Mittagsbrot auftischen. Du sollst als erster essen und wir wollen dir zusehen ... Wohlan denn, setze dich. Iß und trinke. Laß nichts übrig. Das Glück deiner Anwesenheit hat uns satt gemacht!«

Der Fremdling ißt für vier und trinkt für sechs unter den Augen des gerührten Pfarrers.

Was hat der Reisende nicht für Geschichten zu erzählen, die er seit dem Fortgang aus dem Vaterhause erlebt! Man holt eine große Flasche Rakhi herbei und alle drei trinken voller Freude. Annita hört nicht auf ihren lieben Bruder zu umarmen. Basilius singt tolle Lieder. Der Pfarrer psalmodiert die Messe.

Und so verstreicht die Zeit, bis der Abend kommt und der Pfarrer, beinahe trunken, ein großes Bedürfnis zu schlafen verspürt.

»Leg' dich nieder, Nicolas,« sagt Annita zu ihm, »ich werde mein Bett mit Basilius teilen. So können wir beide von denen plaudern, die leben, und von denen, die nicht mehr sind. Für eine Nacht wirst du dich wohl mit der Speisekammer begnügen müssen. Dort wirst du ruhig schlafen und nicht durch unsere Unterhaltung gestört werden!«

»Ach, das gute, liebe Weib,« murmelt der Pfarrer. »Gute Nacht, Annita; gute Nacht, mein Bruder.«[29]

Kaum hat sich der Pfarrer auf dem Teppich im Vorzimmer ausgestreckt, als das Weib den Fremden ans Ehebett zieht. Schnell legen sie sich mutternackt hinein und stürzen einander in die Arme, herzen sich und drücken sich, wie wenn sie sich seit zehn Jahren kennten. Das erstaunliche Werkzeug bedarf keiner Liebkosungen, um wach zu werden.

Bald findet es seinen Käfig. Und nun kracht das Bett in den Fugen und alles im Hause tanzt umher. Annita, wenig gewöhnt an solch stürmische Angriffe, hält's nicht aus. Sie stößt Seufzer aus, die im ganzen Pfarrhofe widerhallen.

»Ach, mein kleiner Bursche! ... Welch außerordentliches Werkzeug!« ... schrie sie von Zeit zu Zeit. »Nicht so schnell! ... Nicht so heftig! ... Ich sterbe!« ...

Aber der Reisende arbeitete nur noch wackerer.

Der Priester wacht schließlich auf. Erhört die Seufzer und Klagen, wird unruhig und fragt, was geschehen ist.

»Annita, was hast du denn?«

»Ach, ich bin so unglücklich!«

»Warum denn?«

»Mein Vater ist gestorben!«

»Er wird ins Paradies eingehen. Ich will bei Gott für ihn bitten.«

Und der Pfarrer schläft wieder ein.

Der Fremde hebt mit dem zweiten Teile an. Annita[30] seufzt noch. Doch wie glücklich ist sie! Nimmer hat eine Pfarrersfrau so wacker gearbeitet!

Der Pope ruft von neuem:

»Warum weinst du denn, mein Kind?«

»Meine Mutter ist tot!«

»Sie wird deinen Vater ins Paradies geleiten. Ich will beten für sie!«

Auf solche Weise verging die ganze Nacht. Der Fremdling bediente sich seines Stoßruders, die Popin bäumte sich auf in den Armen ihres angeblichen Bruders, der Pfarrer murmelte Gebete für die Seelenruhe aller Glieder, die in Annitas Familie verschieden waren, ... bis zu den Vettern vierten Grades!

Als der Morgen gekommen war, mußte man wohl oder übel aufstehn.

»Ach, mein lieber Basilius,« sagte die Popin, »du wirst mich verlassen. Traurig ist die Nacht gewesen, aber du hast mir auch viel des Vergnügens verschafft!«

Bei dem Worte »Vergnügen« brach der Pope Nicolas in ein gar lautes Gelächter aus.

Hub Annita wieder an: »O, der Elende, ich weine und er lacht wie ein Verrückter!«

»Dein Kummer tut auch mir weh, Weib, doch ich gedachte des gestrigen Abenteuers ... Wohlan, Annita, tische deinem Bruder vor seiner Abreise auf, während ich zur Messe läuten will. Stopf' ihm die Taschen mit Kuchen und Loukhoums voll, schenk' ihm auch eine große Flasche Rakhi für den Weg!«[31]

»Nicht werd' ich das unterlassen, Nicolas .... Und du, liebes Täubchen, herzallerliebster Bruder, vergiß nicht, wenn die Reise dich wieder in unsere Gegend führen, sollte, bei uns vorzusprechen und mir viel Neues von denen zu erzählen, die uns Gott in seiner Barmherzigkeit erhalten hat!«

»Ja, vergiß es nicht, Bruder Basilius,« fügte Nicolas hinzu. »Ich will Gott bitten, daß er dir Glück spendet!«

Der junge Mann aber tat der Mahlzeit Ehre an und leerte beinahe die Flasche Mastixbranntwein. Der Pope kehrte aus seiner Kirche zurück, als sich der Mann mit dem Werkzeug zum Fortgehn rüstete.

»Mein lieber, angebeteter Basilius,« sprach Annita, »ich will dich bis über den Hügel geleiten!«

»Auch ich werde dich auf den Weg bringen,« fügte Nicolas hinzu.

Und sie brachen auf. Man spricht von den Lebenden, betrauert die Toten. Schließlich kommt man in die Ebene.

Fängt das junge Weib an: »Nun denn, Nicolas, kehre ins Pfarrhaus zurück. Das Wetter ist frisch, das ist böse für deine Gesundheit!«

»Basilius wird's mir nimmer verzeihen, ihn allein wandern zu lassen!«

»Doch, doch, mein Bruder. Du hast mich wie einen König aufgenommen. Ich danke dir dafür und meine Verwandten werden dich um deswillen mit Lobsprüchen überschütten. Lebe wohl!«[32]

»Auf Wiedersehn, mein Bruder!«

Der Pfarrer schlägt wieder den Weg nach dem Dorfe ein. Tut einige hundert Schritte und dreht sich, seine Mütze schwenkend, um, will seinem lieben Schwager ein letztes Lebewohl nachsenden.

»Sie sind schon über den Gipfel des Hügels,« murmelt der Priester Nicolas.

Da oben aber hat der junge Mann die Popin niedergeworfen und heizt ihr um des Abschiedschmerzes willen ein. Der listige Kumpan hat seinen Hut auf Annitas rechten Fuß gesetzt, und die hält das Bein in die Luft. Ach, wie glücklich die Spitzbübin ist! Und wie Hut und Bein nach rechts und nach links, auf und nieder tanzen!

Priester Nicolas steht noch immer, die Augen nach dem Hügel gewendet.

»Ach, der gute Verwandte, der liebe Bruder, der teuere Basilius. Fern ist er schon, aber er denkt an seinen Schwager. Und grüßt mich noch immer und mit seinem Hute schickt er mir sein Lebewohl zu!«

Der Pfarrer schwenkt seine Mütze um die Wette mit dem verteufelten Hute.

»Leb wohl, Basilius, lebe wohl,« schrie Nicolas, »säume nicht uns bald wiederzusehen!«

Der Fremdling aber, der mit Annita zu Ende gekommen war, umarmt seine Schwester ein letztes Mal und zieht seiner Straße nach.[33]

Als sie in den Pfarrhof zurückgekehrt, tut sie nichts als Singen und wiederholt in einem fort:

»Ach, Papa, wie glücklich bin ich, meinen lieben Basilius wiedergesehen zu haben!«

Und voller Freude denkt der Pfarrer:

»Schau, wie viele Monde und Jahre lebe ich nun schon mit Annita und doch hatte ich sie noch niemals singen hören!«

»Lieber Mann,« fragt die Popin, »ich habe meinen vielgeliebten Bruder begleitet. Wird's mir gewährt werden, ihn wiederzuschauen?«

»Gottes Barmherzigkeit ist groß. Zu Gott will ich beten, auf daß er deine Bitte erhört!«

Quelle:
[Hansmann, Paul] (Hg.): Schwänke vom Bosporus. Berlin: Hyperionverlag, [1918], S. 21-34.
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