Bäschir und Näsir.

[173] Es lebte einst ein reicher Mann Sit Bai, der hatte zwei Söhne. Der Name des älteren Sohnes war Näsir, der des jüngeren Bäschir. Diese glichen einander sehr. Eines Tages nahm Sit Bai seinen älteren Sohn Näsir mit sich und zog, um zu handeln, nach einer andern Stadt. Sein jüngerer Sohn Bäschir blieb zu Hause bei seiner Mutter. Als nun der Wirt zum Handeln ausgezogen, trat seine Frau mit einem Jüngling in ein Liebesverhältnis. Als die Zeit der[173] Rückkehr ihres Mannes nahe war sprach die Frau zu ihrem Geliebten: »Wenn mein Mann kommt, so wird Bäschir unser Liebesverhältnis seinem Vater erzählen. Bringe diesen von hier fort und töte ihn an einem fernen Orte. Wenn der Vater kommt, will ich ihm sagen, Bäschir sei gestorben.« – »Da dein Vater und dein Bruder Näsir noch nicht gekommen sind, so komm mit mir, ich will dich deinem Vater entgegen führen.« Unter solchen Vorspiegelungen führte er Bäschir mit sich fort. Als sie eine Tagereise zurückgelegt hatten, begegneten ihnen sieben Räuber. Als der Jüngling diese gesehen hatte, fürchtete er sich, liess den Bäschir zurück und entfloh. Da kamen die Räuber und nahmen Bäschir fest. Die Räuber fragten den Bäschir: »Wo wolltet ihr hingehen?« Bäschir antwortete: »Mein Vater und mein Bruder Näsir sind nach einer Stadt zum Handeln ausgezogen, da diese bald kommen mussten, hat mich der entflohene Jüngling mit sich genommen, da er euch aber gesehen, ist er entflohen und hat mich zurückgelassen.« Darauf meinten die Räuber: »Das ist ein kleiner Junge, was sollen wir mit dem anfangen? wir wollen ihn freilassen!« So liessen sie den Knaben frei, und dieser folgte dem Wege, wusste aber nicht, wohin er ging. Indem so Bäschir dem Wege folgte, kam er zu einer Stadt. Dort setzte er sich unter einen Baum. Der Fürst dieser Stadt aber hatte zwei Töchter. Der Name der älteren Tochter war Mäni Sachinim, der der jüngeren Siwan Sachinim. Die jüngere Tochter Siwan Sachinim sah Bäschir und rief ihn durch einen Boten zu sich. Da fragte sie ihn: »Woher kommst du?« Bäschir sprach: »Mein Vater und mein Bruder sind zum Handeln ausgezogen, jetzt will ich sie aufsuchen.« Da sprach das Mädchen: »Dein Vater und dein Bruder werden kommen, du bleibe einige Tage an meiner Seite.« So behielt sie ihn bei sich. Als die ältere Tochter Mäni Sachinim dies gehört hatte, kam sie, um diesen zu sehen, und verliebte sich in Bäschir. Da sprach sie zu ihrer Schwester Siwan Sachinim: »Gieb mir den Bäschir!« Die Schwester aber gab ihn nicht, deshalb[174] ging Mäni Sachinim, nachdem sie das Haus der Schwester verlassen, zu ihrem Vater, und erzählte diesem, dass ihre Schwester den Bäschir bei sich halte. Da wurde der Fürst auf seine Tochter Siwan Sachinim zornig, liess Bäschir holen, binden und dann ins Wasser werfen. Da war ein Baumstumpf im Wasser fortgetrieben, an diesem blieb der Strick, mit dem Bäschir gebunden war, hängen, so dass Bäschir nicht weiter fortgetrieben wurde. Ein Holzhauer fand Bäschir im Wasser, band ihm Hände und Füsse los und brachte ihn nach Hause. Er pflegte den Todkranken einige Tage, darauf wurde er gesund. Nach seiner Genesung fragte ihn der Holzhauer: »Wer hat dich gebunden und ins Wasser geworfen? Was hast du nur verbrochen?« Bäschir sprach: »Mein Vater und mein Bruder sind in Handelsangelegenheiten fortgegangen, und ich war ausgezogen, um sie zu suchen. Da sah mich eines Fürsten Tochter Siwan Sachinim, die rief mich zu sich und behielt mich bei sich. Ihre ältere Schwester Mäni Sachinim bat sie, mich ihr zu überlassen, die Schwester aber gab mich ihr nicht. Da erzählte die ältere Schwester dem Fürsten von der Sache, und dieser liess mich binden und ins Wasser werfen. Ich weiss kein Verbrechen, welches ich begangen hätte.« Da sprach der Holzhauer: »Willst du bei mir als mein Sohn bleiben, oder willst du deinen Vater und Bruder suchen?« Bäschir aber antwortete: »Ich will meinen Vater suchen!« Da sagte der Holzhauer: »Dann thue es und gehe weiter!«

Bäschir zog von hier aus weiter und folgte einige Tage einem Wege, bis er nahe zu einer Stadt kam. Dort setzte er sich unter einen Baum. Von der Stadt her kam ein Mensch auf einem Pferde geritten, der trug über seinem Gesichte einen Schleier und war in fürstliche Kleider gekleidet. Als jener Mensch näher kam, fragte er ihn, woher er komme. Bäschir sprach: »Ich komme von jener Stadt und suche meinen Vater und meinen Bruder.« Da sprach jener Mensch: »Ich bin der Fürst dieser Stadt, du sei aber an meiner Stelle Herrscher!« Bäschir sprach: »Ich kenne[175] nicht die Handlungsweise von Fürsten, du erfülle selbst deine Herrscherpflichten!« Da sprach der Herrscher: »Ich habe ein Gebrechen, darum will ich, dass du Herrscher seiest! Mir hat Gott, der Herr, das Antlitz eines Pferdes verliehen, du schaue jetzt mein Gesicht!« So zeigte er ihm sein Gesicht und Bäschir selbst sah dass es sich verhielt, wie er gesagt hatte. Darauf wurde Bäschir ein Fürst.

Jener Fürst sprach: »Nach der Sitte dieser Stadt wird der Sohn nach dem Tode seines Vaters Herrscher. Mein Vater ist vor einem Jahre gestorben, mich erhoben sie an seiner Statt zum Herrscher. Da ich nun dies Gebrechen habe, so habe ich dich an meine Stelle gesetzt. Seit einem Jahre habe ich mich dem Volke meiner Stadt nicht gezeigt. Als nach meiner Thronbesteigung die grossen und kleinen Beamten mich sehen wollten, habe ich gesagt: mein Vater ist eben gestorben, ich kann euch jetzt nicht empfangen, nach einem Jahre will ich mich euch zeigen. Jetzt ist ein Jahr zu Ende, jetzt werden die grossen und kleinen Beamten zur Audienz erscheinen. Du empfange sie jetzt statt meiner. Ich will mich irgend wohin begeben und zu Gott betend leben.« So sprechend, übergab er Bäschir seine Herrscherwürde. Als Bäschir Herrscher geworden, kamen die grossen und kleinen Beamten: »Ihr habt uns versprochen, uns nach einem Jahre Audienz zu geben; jetzt ist ein Jahr vergangen, zeiget Euch uns!« Da sprach der Herrscher: »Da es so ist kommet nach drei Tagen, so will ich mich euch zeigen!« So sprechend, schickte er die Beamten zurück. Darauf begab er sich zu seiner Mutter und sprach: »Euer Sohn hat mich statt seiner zum Herrscher gemacht, ich kenne aber nicht die Sitten eines Herrschers; da sind nun die Beamten zu mir gekommen und fordern eine Audienz, und ich habe versprochen, sie nach drei Tagen zu empfangen. Daher unterweiset mich in der Fürstensitte während dieser drei Tage.« Die Mutter war einverstanden und gab ihm alle Unterweisung. Nach drei Tagen kamen die grossen und kleinen Beamten mit ihrem Volke zur Audienz. Der[176] Herrscher liess sich auf dem Throne nieder und hob seinen Schleier auf. Da erschauten ihn alle, die Beamten und alles Volk. Als sie ihn erschaut hatten, fanden sie an ihm Wohlgefallen, und alle freuten sich, dass Gott, der Herr, ihn so herrlich zum Herrscher erschaffen.

Bäschirs Vater und sein Bruder kehrten von ihrem Handel nach Hause zurück. Da fragte sein Bruder Näsir seine Mutter: »Wo ist mein Bruder Bäschir?« Seine Mutter sprach: »Bäschir ist ausgezogen, um seinen Vater und seinen Bruder zu suchen.« Als dies Näsir hörte, ging er fort, um seinen Bruder zu suchen. Er folgte dem Wege und gelangte zu jenen sieben Räubern. Die Diebe lachten, als sie Näsir erblickten, und meinten: »Da ist der Jüngling wieder hergekommen.« Als Näsir zu den Dieben gekommen war, fragte er sie: »Für wen haltet Ihr mich?« Jene antworteten: »Bist du nicht Bäschir, der vordem hierhergekommen?« Jener sprach: »Ich bin Näsir, sein älterer Bruder«. Darauf erkundigte er sich, wo Bäschir hingegangen, und jene erzählten ihm, er habe ihnen gesagt, er suche seinen Vater und seinen Bruder und sei diesen Weg weiter gezogen. Da begab sich Näsir auf denselben Weg und kam nach einigen Tagen zu der vorerwähnten Stadt. Dort setzte er sich unter denselben Baum, unter dem Bäschir gesessen. Ihn erblickte Mäni Sachinim, die ältere Tochter des Fürsten, und sprach zu sich: »Ich habe diesen Jüngling meinem Vater angezeigt und ihn in's Wasser werfen lassen; er ist aber nicht gestorben, sondern lebendig geblieben.« Sie holte ihn herbei und fragte, wie es ihm ergangen sei. Näsir antwortete: »Für wen hältst du mich?« Mäni Sachinim sprach: »Bist du nicht Bäschir?« Jener antwortete: »Ich bin Bäschirs Bruder, Näsir. Wo ist aber Bäschir hingegangen?« Da sprach Mäni Sachinim: »Ich habe ihn meinem Vater angezeigt und in's Wasser werfen lassen.« Sie war sehr traurig und brachte Näsir zu ihrer Schwester Siwan Sachinim, und zeigte ihn ihr als Bäschir's Bruder. »Hätten wir den Bäschir nicht in's Wasser geworfen, so hätte ich[177] Näsir geheiratet, du aber Bäschir, und wir beide hätten unsere Wünsche erreicht.« So sprechend, war sie über ihre eigene That von Trauer erfüllt. Da berieten sie sich und beschlossen Bäschir zu suchen. »Wenn er nicht gestorben ist, werden wir ihn schon finden.« So zogen nun beide Töchter des Fürsten und Näsir aus, um jenen zu suchen. Sie zogen ihres Weges, und nachdem sie viele Tage gewandert, hielten sie an einer Stelle Nachtruhe. An jenem Tage war der Sohn des Wesirs ausgezogen, um zu jagen. Als er diese drei sah, begab er sich zu ihnen und erkundigte sich nach ihnen. »Woher seid Ihr gekommen?« Näsir sprach: »Ich bin gekommen, meinen Bruder zu suchen.« Darauf fragte jener: »Wer ist denn dies?« Näsir sprach: »Das sind meine jüngeren Schwestern.« Der Sohn des Wesirs fand Wohlgefallen an den beiden Mädchen, daher sprach er: »Wenn ihr Euren Bruder suchet, so kommet mit zu unserer Stadt!« Näsir willigte ein, da liess der Sohn des Wesirs die Mädchen zu Pferde steigen und befahl seinen Sklaven, sie sollten Näsir fortführen und töten. Zwei Sklaven führten nun Näsir fort, um ihn zu töten. Näsir aber sprach: »Tötet mich nicht, lasset mich frei! Ich will meinen Bruder aufsuchen und nicht zu eurer Stadt kommen.« Da töteten die beiden Sklaven ihn nicht, sondern liessen ihn frei. Darauf wanderte Näsir seines Weges und traf einen Menschen, welcher Kälber hütete. Der Kälberhirt rief Näsir an und sprach: »Wo ziehst du denn hin?« Näsir sprach: »Ich suche meinen Bruder.« Darauf fragte er abermals: »Wo kommst du aber her?« – »Ich komme von jener Stadt. Ich hatte zwei Schwestern, die hat der Sohn des Wesirs fortgeführt. Mich wollte er von seinen Sklaven töten lassen, ich bat jene aber, mich nicht zu töten, da ich meinen Bruder aufsuchen wolle, darauf haben mich die Sklaven freigelassen.« Da sprach der Kälberhirt: »Wenn es sich so verhält, so hüte mit mir die Kälber! Diese Kälber gehören dem Wesir. Meine Frau säugt das Kind des Wesirs. Ich will hingehen und meine Frau fragen und dir Nachricht von den Mädchen[178] bringen.« Darnach hütete Näsir an jenem Tage die Kälber. Als es Abend geworden, trieb der Kälberhirt seine Kälber fort, und Näsir übernachtete unter einem Baume. Der Kälberhirt aber kam nach Hause und fragte seine Frau nach jenen Mädchen: »Hat der Sohn des Wesirs heute zwei Mädchen nach Hause gebracht?« Da sagte seine Frau: »So ist es.« Da sprach jener: »Sprich du mit den Mädchen« und sage ihnen: Der Sohn des »Wesirs hat befohlen, euren Bruder Näsir zu töten; man hat ihn aber nicht getötet, sondern er ist zu jenem Baume gekommen und hat sich dort gelagert, mein Mann hat Euch die Nachricht gebracht«. Als die Mädchen dies vernommen hatten, weinten sie, bereiteten schöne Speise und schickten sie Näsir durch den Hirten. So lebte er einige Tage.

Eines Tages lud der Wesir die Mutter des Herrschers zu sich ein. Die Mutter des Herrschers sah an jenem Tage die Mädchen, rief sie zu sich und unterhielt sich mit ihnen. »Wessen Töchter seid ihr?« fragte sie. Die Mädchen sprachen weinend: »Wir sind die Schwestern des Näsir und sind gekommen, um Bäschir zu suchen. Da ist der Sohn des Wesirs auf die Jagd gegangen; er hat uns gesehen und uns beide hierher gebracht. Seinen Dienern aber hat er befohlen, den Näsir fortzuführen und zu töten.« Nach diesen Worten fragte die Mutter des Herrschers: »Hat man Näsir getötet?« Da sagten die Mädchen: »Wir haben gehört, dass man ihn nicht getötet hat, der Kälberhirt des Wesirs hat ihn bei jenem Baume sich lagern lassen und ihn ernährt, indem er ihm täglich dorthin Speise gebracht hat.« Da sagte die Mutter des Herrschers: »Ich will zurückkehren, es dem Herrscher mitteilen und Näsir herbeiholen lassen!« Als die Nacht anbrach, kehrte die Mutter des Herrschers nach Hause zurück. Dann trat sie zu dem Herrscher und erzählte ihm alles, was sie von den beiden Mädchen gehört hatte. Da wusste nun der Herrscher, dass sein Bruder und die beiden Mädchen, Mäni Sachinim und[179] Siwan Sachinim, da waren; da sass er hinter seinem Vorhänge und weinte lange über ihre Schicksale.

Er liess den Wesir herbeirufen und sagte zu ihm, dass sein Sohn den Leuten Böses thue, er habe Näsir getötet und seine beiden Schwestern geraubt. Der Wesir versicherte, er wisse davon nichts. Der Herrscher aber sprach: »Gehe hin und hole die beiden Mädchen und deinen Sohn, ich will sie ausfragen.« Da ging der Wesir nach Hause, setzte beide Mädchen auf einen Ehrenwagen, legte seinen Sohn in Fesseln und brachte sie zum Herrscher. Da fragte der Herrscher den Sohn des Wesirs: »Woher hast du die Mädchen gebracht? Was hast du mit ihrem Bruder angefangen?« Da vermochte der Sohn des Wesirs kein Wort hervorzubringen und senkte den Blick zur Erde. Der Herrscher aber rief den Scharfrichter herbei und befahl, ihn zu töten. Die Mutter des Herrschers aber und die hohen Beamten baten um sein Leben. Darauf nahm der Herrscher die beiden Mädchen zu sich hinter den Vorhang und betrachtete sie. Sie erkannten sich und weinten lange zusammen. Der Herrscher aber erkundigte sich nach seinem Bruder. Da sprachen die Mädchen: »Der Sohn des Wesirs hat deinen Bruder seinen Knechten übergeben, damit sie ihn töten sollten, sie haben ihn aber nicht getötet, sondern sie haben ihn freigelassen. Da ist er dem Kälberhirten des Wesirs begegnet, jetzt hält ihn der Kälberhirt unter jenem Baume und sorgt für ihn.« Da befahl der Herrscher, den Näsir, den Kälberhirten und die beiden Sklaven herbeizubringen. Der Herrscher begrüsste sich mit Näsir, und beide erzählten, wie es ihnen gegangen, und weinten. Darauf beschenkte der Herrscher den Kälberhirten sehr reich und machte ihn zu einem hohen Beamten. Die beiden Sklaven des Wesirs kaufte er, schenkte ihnen die Freiheit und gab ihnen viele Schätze. Da waren die Brüder voller Freude, dass sie sich endlich gefunden hatten. In der Stadt baute der Herrscher ein Haus aus Spiegelscheiben, öffnete seine Schatzkammern, richtete ein reiches[180] Mahl aus, und gab seinem Bruder Näsir die Mäni Sachinim zur Frau, er selbst aber heirathete Siwan Sachinim. Viele Jahre herrschte er mit seinem Bruder Näsir. Darauf starb der Herrscher, der Vater der beiden Mädchen, da machte er den Näsir an jenes Statt zum Herrscher und schickte ihn in jene Stadt. So herrschten nun beide bis zu ihrem Tode.107

Quelle:
Seidel, A. (Hg.): Anthologie aus der asiatischen Volkslitteratur. Weimar: Verlag von Emil Felber, 1898, S. 173-181.
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