1594. Das Sali-Guschi.

[330] Vor etwa 20 Jahren sass eines Herbstabends Paul Müller ennet der Märcht in der Alp Sali auf einem Stein auf dem Grätli, rauchte seine Pfeife und schaute umher. Da gewahrte er etwa 30 m vor sich auf einer Steinplatte sitzend ein Wybervölchli, mit dem Gesicht gegen ihn gekehrt, die Hände im Schoss. Es trug ein weisses Kopftüchlein und weisse Hemdärmel. Er dachte, es sei seine Frau, stand auf und schritt fürbass. In einer Vertiefung verlor er die Gestalt für einige Augenblicke aus den Augen, und als er zur gedachten Steinplatte kam, sah und fand er nichts mehr. Ein Schauer erfasste ihn, und ganz aufgeregt kam er heim.


Schriftlich von HH. Kapl. Truttmann.

Quelle:
Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945, S. 330.
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